digiritter am 24.02.2009 um 2:14 Uhr
Wenn Menschen längere Zeit im Weltall leben sollen, ist das größte Problem für die Astronauten ja die mangelnde Schwerkraft. Dadurch bekommt der Mensch ja physische Probleme (Muskelabbau usw.). Wieso erzeugt man in Raumschiffen und Raumstationen nicht einfach künstliche Schwerkraft? Ich denke doch durch Rotation müsste das doch möglich sein, irgendwie. Die Erde dreht sich ja auch. Kann man künstlich Schwerkraft erzeugen, und weshalb tut man es dann nicht?
Die Rotation der Raumstation hat einige Nachteile: 1.)Damit die sehr langen Sonnensegel funktionieren, müßten sie in Gegenrichtung gedreht werden, und die Kabelverbindung ist aufwendig. 2.) Auch für alle Antennen in Richtung Erde und Weltall besteht die Notwendigkeit, sie drehen zu müssen. 3.) Den Insassen wird vielleicht schlecht? 4.) Empfindliche Teleskope brauchen für genaue Messungen sehr präzise Positionierung. Durch die Rotation der Station wäre die Genauigkeit stark beeinträchtigt. 5.) Kamares mit Teleobjektiv in Richtung Erde müssen ebenfalls sehr präzise positioniert werden.
Die Mannschaft in der Raumstation wohnt ja nicht dort wie Captain Kirk, um mit ein paar Boxkämpfen sein Prestige zu verbessern, sondern es sollen wissenschaftliche Messungen gemacht werden.

Man könnte doch den Boden mit Eisenzugabe ausstatten und dann magnetische Schuhe ausgeben ;-).
Das gefällt mir. Das Problem ist aber auch, dass z.B. das Essen nicht auf dem Teller bleibt - und alles andere auch nicht da, wo´s sein soll... außerdem hat tatsächlcih der Körper Probleme; wir sind von der Natur so konstruiert, dass wir genau auf die Schwerkraft genormt sind, die auf der Erde herrscht...
digiritter am 24. Februar 2009 02:25 ja, das währe nicht das was ich gemeint habe. Ich denke eher durch die Zentrifukalkraft...
Da hat man auch wiederum das Problem, dass der Mensch nicht gern zentrifugiert wird - schon gar nicht 2 Jahre am Stück ;-))

onkel google und tante wiki wissen wieder einmal mehr:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwerkraft#K.C3.BCnstliche_Schwerkraft

Hat man sich schon lange mit beschäftigt. Ich hab schon Konzepte von Raumschiffen und -stationen gesehen, die entsprechend gebaut waren. Im Film "2001 - Odyssee im Weltraum" wird das z.B. dargestellt.
digiritter am 24. Februar 2009 02:24 ja, habe ich auch alles geshen. Aber weshalb setzt man dann es nicht auf der ISS um?
heureka47 am 24. Februar 2009 03:28 Gegenfrage (rhetorisch): Warum setzt man die vielen anderen - guten - Ideen, die es in der Welt gibt, mit denen man viele Probleme lösen könnte, nicht in die Praxis um? z.B.: Kühlaggregate, um das Eis am Nordpol wieder dicker zu machen und den Anstieg des Meeresspiegels zu bremsen? (Mit der Abwärme könnten die Wohncontainer der Wartungsmannschaften geheizt werden).
Sonnenkollektoren in Sahara/Sahel. Neben der Stromerzeugung könnten in deren Schatten - wieder - Pflanzen gedeihen.
Kollektive Zivilisationsneurose therapieren: Alle Produkte, die derzeit nur für neurotische Ersatzbefriedigungen produziert werden, wären entbehrlich. Menschheit und Natur würden gesunden...
usw.
Sonnenkollektoren wären OK. Die Idee hat schon vor vielen Jahren einer der Gebrüder Dornier im SWR-Fernsehen vorgeschlagen. Leider interessiert die Politik wohl nur was Prestige bringt, z.B. zum Mars zu fliegen, was pure Energieverschwendung ist und uns nicht weiterbringt. Wüsten haben wir auf der Erde genug, und die sind leichter erreichbar. ---- Aber die Idee mit dem Kühlaggregat am Nordpol klappt so nicht. Das Kühlaggregat würde die Wärme nur ein paar Meter weiter nach links oder rechts transportieren, deswegen würde aber die Arktis großflächig nicht abkühlen, im Gegentteil, sie würde sich erwärmen, weil das Aggregat nämlich für den Betrieb Energie benötigt, und die wird letzlich immer in Wärme umgesetzt.
Beispielsweise kühlt ein Kühlschrank nicht unsere Küchen, sondern sie werden sogar ein bißchen geheizt, solange das Kühlgitter nicht im Freien montiert ist.
Naja, ich denke, darüber zerbrechen sich Weltraumphysiker schon ihre klugen Köpfe. Seit einer Weile. Offenbar ist es nicht so einfach.
Im Unterschied zur oben beschriebenen natürlichen Schwerkraft gibt es seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts auch ernsthafte Überlegungen, künstliche Schwerkraft – z. B. für die Errichtung langfristig bewohnbarer Raumstationen – zu erzeugen. Dabei bedient man sich bei der sogenannten Bernal-Sphäre beispielsweise der Zentrifugalkraft und definiert die Innenfläche eines Zylinders als die Oberfläche des Habitats. Für derzeitige Anwendungen im Weltraum und anderswo wurden indes andere Methoden zur Erzeugung einer Anpresskraft erprobt, meistens um damit den Menschen das Gehen zu ermöglichen. So wurden beispielsweise pneumatisch gesteuerte Saugnäpfe oder schaltbare Elektromagnete als – allerdings eher mäßig geeigneter – Ersatz für die Schwerkraft bemüht. All diesen Lösungen ist gemeinsam, dass sie Energie zu ihrem Betrieb benötigen und von Störungen betroffen sein können. http://de.wikipedia.org/wiki/Schwerkraft