Frage von jojo1810, 155

Krankes Pony kaufen, wie viel ist angebracht?

Hallo liebe Pferdefreunde :) Mir wurde ein Pony Welsh-Araber-Mix zum kauf angeboten. Der kleine wird im März zwei Jahre, ist schon gelegt worden und ist noch komplett Roh, also er kann und kennt noch gar nichts. Ich habe dann erfahren, dass er eine "periodische Augenentzündung" hat. Nach dem ist dieses erfahren habe, habe ich mich intensiv mit der Krankheit und dem Verlauf auseinander gesetzt und eine OP ist nicht ausgeschlossen. Der Besitzer hat mit jetzt ein Angebot unterbreitet von 1000 Euro, daraufhin habe ich dieses Verneint und ihm erklärt das dieser Preis viel zu Hoch für ein krankes Pony angesetzt ist und er sagte er wäre auch mit 800 Euro einverstanden. Wie ist eure Meinung? Vielleicht könnt Ihr mir helfen und ein paar gute Argumente nennen.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 107

Ich hoffe, dass das Pony mit zwei Jahren noch roh ist.

Ehrlich gesagt, ich würde das Pferd nicht kaufen, oder höchstens zum Schlachtpreis.

Meine eigene Stute hat(te) selbst die Period.Augenentzündung. Sie ist früh erkannt worden, da meine kompetente TÄ nicht lange auf Bindehautentzündung herumbehandelt, sondern beim zweiten Schub auf dem Spezialisten bestanden hat. Das Auge war noch nicht geschädigt und so wurde meine Stute sofort mit Erfolg operiert. Klinik, Vollnarkose. Es gibt übrigens nur sehr wenige Spezialisten in Deutschland, die das können. Kosten: mit allem 3000 Euro. Gott sei Dank hatte ich eine OP Versicherung, die 2/3 der Kosten übernommen hatte.

Eine OP ist bei der Period. Augenentzündung hilfreich. Aber sie kann natürlich entstandene Schäden nicht rückgängig machen. D.h. bei der Krankheit muss sehr schnell gehandelt werden. Wenn man erst mal ein paar Schübe herumdoktert, wie es leider viele tun, dann nützt eine OP auch nichts mehr. Dann kann man nur noch das Auge rausnehmen.

Ich kann es nicht beweisen, aber deine Beschreibung lässt mich nicht glauben, dass der Besitzer des Fohlens zack - zack gehandelt hat. Dann wäre das Fohlen nämlich bereits operiert und damit "gesund."

Solltest du das Fohlen also kaufen, dann muss durch einen Spezialisten, wie gesagt, es gibt davon in Deutschland nur vier (Prof. Todt in Dülmen, Dr. Neumann in Hochmoor, jemand in München und jemand in Vechte (glaube ich), erst mal festgestellt werden, wie geschädigt das Auge bereits ist. Jedenfalls musst du dich auf recht hohe Kosten einstellen, denn mit Sälbchen und Globulis ist es nicht getan.

Ehrlich gesagt, für das Geld bekommst du sehr nette, durchaus veranlagte Pferde, die kerngesund sind. Ich würde es nicht machen. Ich habe meine Stute gesund gekauft, und vier Jahre später erkrankte sie dann. Da steckt keiner drin. Aber ich würde niemals ein Pferd mit einer bestehenden Period. Augenentzündung kaufen. Never.

Antwort
von sukueh, 63

Ich finde auch 800 Euro für das Pferdchen noch zu teuer.

Es ist ein Mix

Es ist noch nicht ausgebildet

Es ist krank

Bedenke, dass du, bis das Pferdchen soweit ist, ohnehin erstmal nur Kosten hast, weil du es nicht reiten kannst. D.h., du musst für dich eine andere Reitmöglichkeit besorgen. Also entweder Unterricht oder RB - kostet vermutlich beides Geld. 

Dann kommt die Ausbildung des Pferdes. Da sollte ein Profi ran, der Ahnung von Pferdeausbildung hat und zudem nicht in der hopplahopp-Ausführung (3 Monate und gut ist) ausgeführt werden. Auch wenn dieses Pferd nicht unbedingt ein Turnierpferd werden soll, macht eine gute Ausbildung dennoch Sinn. Durch eine gute Ausbildung erhält man sowohl ein rittiges als auch ein motiviertes Pferd, welches Spaß an der Arbeit hat. Das sollte man nicht unterschätzen. Viele Leute in meinem Bekanntenkreis haben sich für günstige Pferde mit mäßiger Ausbildung entschieden. Die meisten, die ich davon kenne, haben sich mittlerweile noch weitere Pferde gekauft, weil sie mit dem ersten Pferd doch nicht so zurecht kamen, wie gedacht. Die Leute in meinem Bekanntenkreis, die Wert auf eine gute Ausbildung gelegt haben, haben dagegen immer noch viel Spaß mit ihrem Pferdchen. 

Dann kommt die Krankheit....Ich denke mal, du dürftest Schwierigkeiten haben, für dieses Pferd eine OP-Versicherung abzuschließen. Bzw. abschließen kannst du schon eine, aber da dürfte eine Ausschlussklausel drin enthalten sein, wenn bekannt ist, dass das Pferd quasi eine Vorerkrankung hat. Heißt, unter Umständen musst du die Kosten der OP alleine tragen. 

Alleine wenn du die Kosten für die OP nimmst, dürftest du vermutlich für diesen Betrag schon ein anderes, "besseres" Pferd bekommen. 

Es ist zwar hart, wenn man Tiere so sachlich bewertet, andererseits sollte man sich vor dem Kauf realistisch überlegen, wo man finanziell steht und ob man den Aufwand tragen kann.

Für ein Pferd, das man schon hat, wird man solche Kosten selbstverständlich tragen, aber wenn schon im Vorfeld bekannt ist, dass das Pferd gesundheitliche Probleme hat, sollte man vielleicht mal die rosarote Brille abnehmen und sich überlegen, ob man das ganze finanziell tragen kann (und möchte). 

Antwort
von Maresoleill, 84

Mehr als Schlachtpreis kann man da nicht mehr verlangen, zumal du noch die OP Kosten tragen müsstest, du solltest erstmal überlegen, ob du dir das wirklich antun willst. Es ist sehr viel Arbeit, ein solches Pferd zu besitzen und zu pflegen. Wenns für dich passt und du dir das zumuten kannst/willst, dann mal viel Glück

Antwort
von Boxerfrau, 19

Das Pferd ist sehr Jung. Wenn du keine Erfahrung mit jungen Dingern hast und nicht in der lage bist das Pferd selbst Auszubilden. Dann wird das mit einem Gesunden Hotti schon ein teurer Spaß, mit einem kranken kannst du noch ein paar 1000der drauf packen. Dann bist du bis dein Pferd mal ordentlich reitbar ist und du noch einen Passenden Sattel hast, schon mal knapp 10000 Euro los. Mag sein das du das Pferd jetzt billig bekommst, aber wenn du hochrechnest was auf dich zu kommt bis das Pferd fertig ist, kannst du dir auch das Geld sparen und dir ein Gesundes und Fertiges Pferd kaufen.

Antwort
von ChrisTheUnicorn, 43

An dem Stall an dem ich vorher geritten bin, hatten wir auch ein Pferd mit periodischer Augenentzündung. Damit ist echt nicht zu spaßen.
Monatelange Medikamentenbehandlung, Klinikaufenthalte, ständige Tierarztbesuche. Und zum Schluss musste das Auge entfernt werden, weil es nicht mehr zu retten war...
Der kommt mit dem einen Auge soweit auch super zurecht, nur die Kosten waren halt sehr hoch.

Antwort
von Meffy, 38

Schlachtpreis wäre ok alles andere wäre überzogen.

Antwort
von Helfenbitte1235, 69

Es ist krank und noch vollkommen unerfahren. Du könntest entweder einen Betrag anlegen, worin festgelegt wird das er die später mögliche OP zahlen muss oder du versuchst den Preis um mindestens die Hälfte zu senken. Mehr als 400€ würde wahrscheinlich auch niemand für das Pferd zahlen.
LG

Kommentar von Helfenbitte1235 ,

*vertrag

Kommentar von Dahika ,

ich glaube kaum, dass sich der Verkäufer darauf einlassen wird, mal eben ca 3000 Euro zu bezahlen. Und das ist der Preis von vor 6 Jahren. Heute liegt er wahrscheinlich bei 4000 Euro. Und wir reden hier nicht von "möglicher" OP. Eine OP ist die einzige Möglichkeit, das Auge zu retten. Aber auch nur dann wenn sie früh genug kommt. Was ich bezweifel.

Antwort
von Schlauberger303, 70

Maximal Schlachtpreis.

Antwort
von DCKLFMBL, 28

es ist immerhin ein Lebewesen 800 Euro sind Gerechtfertigt ;)

Antwort
von Sesshomarux33, 59

Hallo, 

 800 Euro gehen. Wobei es auch etwas weniger sein könnte. Wenn du dir sicher bist, du weißt ja was auf dich zukommen kann und die Chemie zwischen dir und dem Pferd passt, dann mach es. 

MFG

Kommentar von Dahika ,

Das ist Wendydenken und Blödsinn. Wie gesagt, die Periodische führt, wenn nicht operiert, auf jeden Fall zur Erblindung. Und mit Salben oder Globulis ist sie nicht zu behandeln.

Kommentar von Sesshomarux33 ,

Wenn man das Geld hat und das Pferd mag. Warum aber dann nicht? Wenn jeder so denkt, dann hat das Tier doch gar keine Chance. 

Hat nix mit Wendy-Denken zu tun. Ich bin lediglich mehr für den Tierschutz. 

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