Frage von Teddylein 14.10.2008

Hatten Kinder in der DDR auch schon eigene Stasi-Akten?

  • Hilfreichste Antwort von Wyatt 14.10.2008
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Jaein, im Alter von 9 Jahren noch nicht. Das MfS begann erst etwa nach der Jugendweihe (ca. mit 14) Daten zu sammeln; jedoch vorerst nur bei staatsfeindlichen Äußerungen oder subversiven Verhalten. Allgemein wurde zu Beginn der Lehre oder des Wehrdienstes eine Akte für jeden Bürger angelegt bzw. in anderem Zusammenhang Daten gesammelt. Gab es vor diesem Alter relevante Auffälligkeiten, wurde ein Gespräch mit den Eltern geführt. Ich war zwar selber nicht beim MfS oder Informant, dafür hatte ich zu viel Verwandtschaft in der BRD und Westberlin, dafür aber bei der Volkspolizei und kannte einige Offiziere vom MfS.

  • Antwort von schnubbel 14.10.2008
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Beweise habe ich keine, aber ich bin davon überzeugt. Die Wohnungen wurden doch verwanzt und wenn dort Kinder lebten, wurden die automatisch mit belauscht.

  • Antwort von BalduinB 21.02.2014
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hallo Teddylein,

    "Glaube nicht das Märchen von der Stasi auf dem Schulhof"

    Gaube nicht an die Märchen, die Dir hier manche erzählen wollen.

    Google einfach mal nach dem Begriff "Jugendwerkhof". Die Jugendwerkhöfe der DDR waren KZ-ähnliche Einrichtungen, in denen Jugendliche, die anders waren, als Stasi und SED es wollten, seelisch gefoltert und brutal schikaniert wurden.

    Aber selbst als Kind - also unter 14 - konntest Du schon in die Mühlen der Stasi geraten, etwa, wenn Du zufällig bestimmte Sachen mitbekommen hast - eine geplante Flucht z. B. oder auch nur regimekritische Äußerungen Deiner Eltern, in der Sprache der Stasi "Staatshetze", "Staatsverleumdung" oder "Boykotthetze" genannt - und davon arglos oder unabsichtlich anderen erzählt hast. Das konnte dann zu einer Überwachung Deiner Eltern, zu allen möglichen Schikanen und letztlich dazu führen, dass Deine Eltern in die gefürchteten Stasi-Knäste und Du in ein Heim kamst oder auch Deinen Eltern gleich ganz weggenommen und zur Adoption freigegeben wurdest (sog. Zwangsadoptionen).

    Leider sind heutzutage jede Menge Ex-Stasi-Angehörige (also Profiteure des Regimes) und deren Sympathisanten unterwegs, die nachträglich die Geschichte von Stasi und DDR umlügen wollen. Die behaupten dann z. B., es habe gar keine politischen Gefangenenen gegeben oder die DDR sei ein Rechtsstaat gewesen.

    In Wahrheit hätten die ehemaigen Stasi-Haftinsassen "Straftatbestände des DDR-Gesetzbuches erfüllt", seien also also Straftäter und Gesetzesbrecher gewesen. Außerdem werde "verschwiegen, dass diese Paragraphen von der Mehrheit der DDR-Bevölkerung gutgeheißen" wurden.

    Dass diese Behauptungen ganz offensichtlich nicht stimmen können, sieht man schon daran, dass gegen Ende der DDR (vorher haben sie sich wegen der Stasi-Schergen meist nicht getraut) Tausende Menschen über Ungarn und die bundesdeutsche Botschaft in Prag in den Westen flüchteten, man sieht es an den Zehntausenden, die - trotz ihrer fürchterlichen Angst vor den brutalen Schlägern der Stasi - bei den Montagsdemonstrationen auf die Straße gingen und in Sprechchören riefen "Stasi in den Tagebau", man sieht es an dem ungeheuren Jubel, der ausbrach, als die Mauer endlich geöffnet wurde.

    Wenn man dann behauptet, die Mehrheit der Bevölkerung habe etwa die Paragraphen gegen die "Republikflucht" (offizieller Name: "Unerlaubter Grenzübertritt", bis zu acht Jahre brutalster Knast) gutgeheißen, so ist das offensichtlicher Unsinn.

    Was die Jugendwerkhöfe angeht, findest Du z. B. hier http://www.jugendwerkhof-torgau.de/ seriöse Informationen von Betroffenen. Die meisten dor dort untergebrachten damaligen Jugendlichen leiden noch heute darunter, während die Täter - inzwischen auch älter geworden - fette Renten kassieren.

  • Antwort von matzevalentin 22.01.2014
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
    1. Glaube nicht das Märchen von der Stasi auf dem Schulhof. Ermittlungen der Stasi konnten erst ab dem 18. Lebensjahr eingeleitet werden, da man dann erst strafmündig war.
    2. Wenn Jugendliche Straftaten begingen, dann war die K 1 in den VPKAs zuständig. Die bearbeiteten die kleineren politischen Delikte.
    3. Als IM konnte man erst mit 18 Jahren geworben werden. Siehe Richtlinie 1/76 des Ministers für Staatssicherheit.
    4. Du kannst bei der Roland-Behörde heute einen eigenen Antrag als "Dritter" stellen und bekommst Auskunft, ob in den Akten Deiner Eltern etwas über Dich drinsteht. Die Fakten zu Deinen Eltern ist geschwärzt. Erwarte aber nicht zuviel. Sollte eine "Operative Wohngebietsermittlung" drin sein, gibt es eine Rubrik: Ehe- und Familienverhältnisse. Da steht dann drin: "Lebt in geordneten Ehe- und Familienverhältnisse und hat drei Kinder." Wenn dann noch drinsteht.: "Sohn Achim geht zur Maxim-Gorki-Oberschule "ist das schon eine kleine Sensation. Mehr wird da nicht zu finden sein.

    Nur geistige Tiefflieger glauben, das sich Geheimdienste mit Kindern befassen. Wenn es tatsächlich so wäre, hatten die Bürgerrechtler in der DDR damals 1990 dies garantiert als Aufhänger genommen und einen riesigen Rabatz gemacht.

  • Antwort von Ehestut6 26.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Ey,

    versuchen könntest Du es, mehr wie lau kann nicht dabei heraus kommen! In jedem Fall gab es für viele Bürger ne Akte, die das selbst nicht für möglich hielten! Fakt ist, die Aufarbeitung der Akten ist noch nicht zu Ende, obwohl das vielen Spitzeln die heute auf altbundesdeutschem gebiet in leitenden Posten sitzen, sehr recht wäre! Versuche Dein Glück!

    LG

  • Antwort von fritzejost 18.10.2008
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hier ein Beispiel, welches Fragen Kindern in der Schule gestellt wurden: Hat die Uhr im Fernsehen Zahlen oder Striche? Es gab Unterschiede bei der Uhr der ARD und dem des DDR Fernsehens. Oder wie heißt der Hund im Kinderfernsehen? Struppi DDR oder Lassie West

  • Antwort von wundertute 21.01.2013

    wenn ich hier die wahrheit schreiben würde, wird mein text gelöscht, soviel zur rede schreibfreiheit in deutschland

  • Antwort von Apydan 23.10.2009

    So ich hab jetzt einfach mal einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt! zur Wende war ich 16! Ob es eine Akte gab über mich werdet ihr erfahren sobald ich Post habe!

  • Antwort von zetix 19.10.2008

    Es wurde in der DDR bei wietem nicht über jeden eine Stasiakte angelegt und schon gar nicht alle Wohnungen verwanzt. So ein Blödsinn !

  • Antwort von schlossgeist 15.10.2008

    Keine Ahnung, aber ich kann es mir lebhaft vorstellen.

  • Antwort von zilla002 14.10.2008

    interessante frage würde mich auch interessieren, wobei ich mich nach dem sinn frage....man konnte kinder sicher gut aushorchen bezüglich der Gedankengänge der Eltern aber die Kinder selbst?....

  • Antwort von Renerle 14.10.2008

    mir ist davon nichts bekannt... aber man kann ja nie wissen :-/

  • Antwort von DieAbby 14.10.2008

    das würde doch keinen sinn machen...

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