Teddylein am 14.10.2008 um 23:37 Uhr
... oder erst ab einem bestimmten Alter? Hintergrund: Ich habe die DDR nur bis zum Alter von 9 Jahren erlebt und würde gerne wissen, ob ich theoretisch trotzdem schon eine Akte haben könnte. Also ob es sich für mich überhaupt lohnen würde, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen.

Jaein, im Alter von 9 Jahren noch nicht. Das MfS begann erst etwa nach der Jugendweihe (ca. mit 14) Daten zu sammeln; jedoch vorerst nur bei staatsfeindlichen Äußerungen oder subversiven Verhalten. Allgemein wurde zu Beginn der Lehre oder des Wehrdienstes eine Akte für jeden Bürger angelegt bzw. in anderem Zusammenhang Daten gesammelt. Gab es vor diesem Alter relevante Auffälligkeiten, wurde ein Gespräch mit den Eltern geführt. Ich war zwar selber nicht beim MfS oder Informant, dafür hatte ich zu viel Verwandtschaft in der BRD und Westberlin, dafür aber bei der Volkspolizei und kannte einige Offiziere vom MfS.

Beweise habe ich keine, aber ich bin davon überzeugt. Die Wohnungen wurden doch verwanzt und wenn dort Kinder lebten, wurden die automatisch mit belauscht.
schnubbel am 14. Oktober 2008 23:42 Und ist es nicht sehr einfach ein Kind aus zu fragen?
bitmap am 14. Oktober 2008 23:44 ''Die Wohnungen wurden doch verwanzt''
Alle?
schnubbel am 14. Oktober 2008 23:45 Sicher nicht alle. Aber wer weiß das schon so genau.
bitmap am 14. Oktober 2008 23:50 Die Leute, die in der DDR gelebt haben.
schnubbel am 14. Oktober 2008 23:52 Wir wurden nicht darüber informiert. Das wäre ja zu einfach gewesen.
In Anspielung auf die DDR-Technologie gabs da mal einen alten Witz: Woran erkannte man,daß die Stasi eine Wanze in der Wohnung installiert hat ? Man hatte plötzlich einen neuen Schrank im Zimmer und ein Trafohäuschen vor der Tür... grins
bitmap am 15. Oktober 2008 00:26 Den kenn ich anders. ''Woran erkennt man, dass man vom KGB abgehört wird ... [und dann das mit dem Schrank und dem Trafohäuschen]
wfwbinder am 15. Oktober 2008 00:40 Wie baut man Botschaften? Mit Moskauer Beton. EinTeil Zement, drei Tele Sand und ein Teil Mikrofone.
bitmap am 15. Oktober 2008 00:29 ''Wir wurden nicht darüber informiert.''
Ich erinnere mich auch nicht, darüber informiert worden zu sein. Aber vielleicht, die auf mich angesetzten IM(?)
So ich hab jetzt einfach mal einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt! zur Wende war ich 16! Ob es eine Akte gab über mich werdet ihr erfahren sobald ich Post habe!
Teddylein am 23. Oktober 2009 23:55 OK, da bin ich ja mal gespannt.
Naja, mit 16 denk ich schon, aber ich war 9...
Es wurde in der DDR bei wietem nicht über jeden eine Stasiakte angelegt und schon gar nicht alle Wohnungen verwanzt. So ein Blödsinn !

Hier ein Beispiel, welches Fragen Kindern in der Schule gestellt wurden: Hat die Uhr im Fernsehen Zahlen oder Striche? Es gab Unterschiede bei der Uhr der ARD und dem des DDR Fernsehens. Oder wie heißt der Hund im Kinderfernsehen? Struppi DDR oder Lassie West
Teddylein am 18. Oktober 2008 20:08 Interessant.
Mir wurden solche Fragen aber nicht gestellt.
OnlyEve am 23. Oktober 2008 19:10 Auch wenn den Kindern solche Fragen gestellt wurden, heißt das ja nicht, dass für das Kind eine Akte angelegt wurde, sondern nur, dass die Akte der Eltern um die Aussagen des Kindes erweitert wurden...
Keine Ahnung, aber ich kann es mir lebhaft vorstellen.
interessante frage würde mich auch interessieren, wobei ich mich nach dem sinn frage....man konnte kinder sicher gut aushorchen bezüglich der Gedankengänge der Eltern aber die Kinder selbst?....
mir ist davon nichts bekannt... aber man kann ja nie wissen :-/
Das ist doch mal eine konkrete Antwort, vielen Dank.
Habe mir schon gedacht, dass das evtl. erst später losging.
Aber da geb's ja in meinem Fall die DDR nicht mehr.
Da wäre dann evtl. nur in den Akten meiner Eltern was über mich zu finden?!
''Da wäre dann evtl. nur in den Akten meiner Eltern was über mich zu finden?!''
Ist doch leicht rauszufinden. Lass deine Eltern ihre Akten anfordern und dann weißtes.
Falls die Eltern das noch nicht gemacht haben, würde ich dies an deren Stelle umgehend beantragen. Die Behörde hat recht lange Wartezeiten, etwa 3 bis 6 Monate. Am besten an die für den ehemaligen Wohnsitz zuständige Außenstelle der Birtler-Behörde wenden, dort gibt es sicherlich noch die meisten Unterlagen, sofern vorhanden. Diese Antragsformulare kann man auch als pdf-Datei aus dem Netz ziehen und gleich online vor dem ausdrucken ausfüllen, leider weiß ich z.Z. nicht die richtige Web-Adresse. Aber dafür gibt es ja yahoo & Co.
Meine Eltern wollen eben leider nicht.
Vielleicht gibt es einen anderen Weg, sofern man als "unbeteiligte" Person in der Akte der Eltern auftaucht? Den Fall hatte ich noch nicht. Ich würde mich mal an die Behörde wenden und den Sachverhalt so darstellen.
Wär ne Möglichkeit, danke für den Tipp.
Aber ich glaub kaum, dass das ohne Einverständnis der betreffenden Person (in dem Falle meine Eltern) möglich ist.
Meine Annahme fußt auf der Möglichkeit, daß Du in den Akten deiner Eltern auftauchen könntest und somit einen Anspruch auf Anspruch der Einsichtnahme ableiten kannst. Vermutlich wird dann aber alles andere, Dich nicht selber betreffende, von den Mitarbeitern geschwärzt. Versuch es einfach, viel Erfog!