Gibt es blindleistung in der Steckdose und Wie entsteht das?

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7 Antworten

Wenn an die ideale Spule oder an den idealen Kondensator (beide sind Blindwiderstände) eine sinusförmige Wechselspannung angelegt wird,
dann sind die Stromstärke und die Spannung um Δφ = 90° (bzw. Δφ = π/2)
zueinander zeitlich verschoben. Der zeitliche Verlauf der elektrischen Leistung
ähnelt dann einer Sinusfunktion mit je einer positiven und einer negativen Halbwelle je Periode. Beide Halbwellen schließen mit der Zeitachse je eine Fläche ein, die gleichgroß sind. Der Flächeninhalt der einen Halbwelle ist positiv, der andere negativ. Die Flächen stellen die je Periode transportierte elektrische Energie dar, die folglich von der Spannungsquelle geliefert und anschließend  wieder an die Spannungsquelle zurücktransportiert wird. Das entspricht quasi einem Wechselstrom, der pro Periode keine elektrische Arbeit an dem Blindwiderstand verrichtet, aber die stromführenden Leiter belastet, was im Sinne der Nutzung elektrischer Energie völlig ineffizient ist und deshalb möglichst kompensiert werden muss (Blindleistungskompensation).

Gruß, H.

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Blindleistung

Weil die Leistung zum Aufbau eines Feldes bei dessen Abbau wieder ans Netz zurückgegeben wird (von Verlusten abgesehen) bezeichnet man diese Leistung als Blindleistung.

 Ein Motor beispielsweise baut in den Spulen dauernd Magnetfelder auf und ab. 

Der immer wiederkehrende Feldaufbau belastet das Netz jedes Mal mit Blindleistung. Die Blindleistung wird in Voltampere Reaktiv (var) ausgedrückt.

Die Begriffe beziehen sich auf Wechselstromkreise. In diesen ist das Induktionsgesetz gültig, d.h. Spulen und Kondensatoren können in Form von Magnetfeldern und elektrischen Feldern Energie speichern (und wieder abgeben). 

Je mehr Spulen oder Kondensatoren in einem Netz betrieben werden, desto mehr Leistung wird für den Aufbau der Felder benötigt. 

Allerdings: es ist nicht die absolute Anzahl von Induktivitäten und Kapazitäten entscheidend, sondern der induktive oder kapazitive „Überhang“ (eine Spule und ein Kondensator mit äquivalenten elektrischen Eigenschaften kompensieren sich gegenseitig).

Blindleistungskompensation

Grossverbraucher müssen deshalb für diese Blindenergie bezahlen bzw. durch Einsatz von kompensatorischen Blindwiderständen die durch ihre Maschinen verursachten Phasenverschiebungen korrigieren. 

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Wenn an einem Wechselspannungsnetz ein induktiver Verbraucher, 
z.B. Trafo, oder auch ein kapazitiver Verbraucher (Kondensator-Netzteil) angeschlossen ist, kommt es zu einer Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom. Dadurch wird ein gewisser Anteil der eingespeisten Energie nicht als Wirkleistung, sondern (nutzlos) als Blindleistung verbraucht.

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Kommentar von Riizzaa
12.10.2016, 20:19

Danke . Das dachte ich mir auch aber meine Dozent sagte wir kriegen von unsere Strom Versorger auch blindleistung ist das richtig ?

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Kommentar von Herb3472
12.10.2016, 21:16

Ja klar kommt auch die Blindleistung vom SVU (Stromversorgungsunternehmen), aber das ist nicht Absicht, sondern technisch-physikalisch bedingt und wird nach Möglichkeit mit technischen Kompensationsmaßnahmen unterdrückt.

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Du weißt ja sicherlich, dass bei Wechselstrom die Spannung und der Strom einen sinuskurvenförmigen Verlauf haben.

Wenn nun der Spannungs- und Stromverlauf gegeneinander verschoben sind, dann entsteht ein Stromanteil, der zwar vom Elektrizitätswerk produziert, aber nicht genutzt werden kann - eben der Blindstrom. Zusammen mit der Spannung ergibt sich dann die Blindleistung.

Diese Blindleistung entsteht meist durch eine induktive Belastung, also ein elektromagnetisches Feld wie es in jedem Motor entsteht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Blindleistung

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In dem Moment, wenn als Abnehmer induktive oder kapazitive Verbraucher existieren, entsteht zwischen Strom und Spannung eine Phasenverschiebung, woraus die Blindleistung resultiert.

In der Praxis spielt eigentlich nur die induktive Belastung eine Rolle, da diese am häufigsten in in allen Geräten anzutreffen ist, die irgend welche Spulen haben.

Also z. B. jeder Motor.

Der Grad der Phasenverschiebung wird als cos Phi erfasst.

Großabnehmer mit eigener Trafostation müssen Blindleistungen durch technische Maßnahmen kompensieren.

Das erfolgt mit Kondensatoren, die zu und weggeschaltet werden können.

Man kann einen guten Vergleich bringen, um die Blindleistung zu beschreiben.

Nimm ein Glas Bier, der flüssige Teil ist die Wirkleistung, der Schaum ist die Blindleistung.

Günter


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Die Energieversorger können nicht jede Blindleistung im öffentlichen Netz (nicht "in der Steckdose") vollständig kompensieren. Blindleistung entsteht durch induktive oder kapazitive Belastung. Siehe dazu Wiki.

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