Frage von Snerda007, 137

Auslandsjahr und bin traurig, was soll ich machen?

Hallo Leute! Ich mache gerade ein Auslandsjahren den USA und bin schon ca 4 Monate hier. Hatte leider einen echt schlechten Start und hab auch schon Gastfamilie gewechselt. Meine Gastfamilie ist zwar eigentlich echt nett, aber meine Gastschwester kann manchmal echt nervig sein und ich muss mir mit ihr ein Zimmer teilen. Und das ist auch ein Grund, dass es mir seit Wochen schon nicht gut geht. Die Leute in der Schule sind zwar nett, aber ich hab das Gefühl, dass ich in den 4 Monaten noch keine wirklichen Freunde gefunden habe. Außerdem kommt hinzu, dass ich sehr großes Heimweh hab und fast jeden Tag weinen muss. Selbst wenn ich gerade nicht an Deutschland denken muss, habe ich keine Momente mehr, wo ich wirklich glücklich bin. Ich muss jetzt noch 6 Monate hier aushalten und meine Mama hat zum Glück auch gesagt, dass sie mich wahrscheinlich im Frühling besuchen kommt, aber ich will einfach nicht mehr unglücklich sein und noch so lange warten müssen. Ich hab schon so viele Sachen ausprobiert gegen Heimweh, skypen auch nur noch jede 2. Woche mit meiner Familie und plane mir die Nachmittage immer voll, aber wirklich was ändern an meiner Situation tut es nicht. In den Ferien noch Hause fahren oder nochmal Familie wechseln darf ich leider nicht mehr. Habt ihr irgendwelche Vorschläge, was ich machen soll? Ich bin wirklich für alles offen, solange ich mich hier endlich wohler fühle. Danke schonmal im Voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Laamaa, 56

Hast du Kontakt zu anderen Austauschschülern? Das kann sehr helfen, denn die sind ja in genau der gleichen Situation wie du. Und du hast ja bestimmt auch einen Betreuer, organisiert der manchmal so Treffen wo man sich mit anderen austauschen kann?

Es ist gut, dass du viel unternimmst und nicht zu oft mit deiner Familie skypst. Ich habe damals auch ein Auslandsjahr gemacht und bei uns durfte man keinen Besuch von seiner Familie kriegen. Ich denke, das macht auch durchaus Sinn, weil man sonst (ähnlich wie mit dem skypen oder oft chatten) noch mehr hin und her gerissen ist zwischen dem Leben in Deutschland und dem Leben dort. Konzentriere dich auf deine Zeit dort und nicht auf den Besuch deiner Mutter und an deiner Stelle würde ich echt auf keinen Fall für einen Besuch nach Hause fliegen, es hat schon einen Grund, warum die Organisationen das nicht wollen! Dann ist man nämlich komplett raus. Man muss sich echt komplett auf das Leben im Ausland einlassen.

Es ist aber auch total normal, bei so einem Auslandsjahr um Weihnachten herum richtig fertig zu sein, das wurde uns damals bei der Vorbereitung lang und breit immer wieder erklärt. Das ist halt einfach die Zeit, die man normalerweise mit seinen Liebsten verbringt und dann ist man da ganz alleine, hat noch keine richtigen Freunde usw, ich glaube das geht fast jedem so. Also lass den Kopf nicht hängen und warte erstmal das neue Jahr ab. :)

Ich wünsche dir alles Gute!!

Antwort
von Tasha, 65

Vielleicht kann Deine Mutter Dir etwas aus Deutschland schicken, das Dir Trost gibt. Einen persönlichen Gegenstand, den Du immer bei Dir tragen kannst und der Dich an sie erinnert (entweder etwas von Dir selbst oder von Deiner Mutter, z.B. eine Uhr, ein Armband, jetzt vor Weihnachten noch eine Dekofigur, die ihr immer zu Hause aufstellt etc.).

Sprich doch mal mit Deiner Gastschwester. Vielleicht könnt Ihr das Zimmer so arrangieren, dass jeder eine Sichtschutzzone hat und es ein Zeichen (irgendetwas rauslegen), das sagt "ich möchte gerade meine Ruhe"). Sag ihr, dass das nicht böse gemeint ist, Du aber hin und wieder gern Zeit für Dich hättest.

Freunde finden nach 4 Wochen kann nicht jeder! Vielleicht reichen erst mal Bekannte. 

Vielleicht brauchst Du auch mehr Zeit für Dich, um auszuruhen, statt die Nachmittage vollzupacken. Vielleicht ist das zu viel Stress für Dich, den Du nicht bemerkst, außer durch erhöhte Sensibilität, die sich dann in Heulattacken zeigt.

Schreibe doch mal eine Liste, wenn Du traurig bist: "Jetzt bräuchte ich...". Mitte Januar mailst Du dann diese Liste Deiner Mutter, vielleicht kann sie Dir etwas entsprechendes schicken, das Dir hilft (Fotos von gemeinsamen Aktivitäten statt einer Umarmung, tröstende Briefe, kleine Aufmunterungen etc.).

Ich würde versuchen, bewusst etwas Zeit alleine zu verbringen am Tag, aber davon nur einen kleinen Teil "traurig sein" - das kann man  sich auch "verbieten" - und den Rest bewusst als Zeit zum Auftanken ohne Gastschwester genießen. Gehe einem Hobby nach, höre alleine Musik, denke an schöne Zeiten mit Deiner Familie zu Hause etc.

Antwort
von XLeseratteX, 52

Das ist echt Mist...
Mehr als ablenken kannst Du dich ja gar nicht. Würde es Dir helfen wenn Deine Mutter etwas aus Deutschland herschickt? Oder wenn Ihr eventuell täglich über Skype chattet, so als wärst Du Zuhause?
Wer verbietet Dir überhaupt nach Hause zu fahren? Dazu hat gesetzlich gesehen keiner das Recht. Wenn Du fährst oder fliegst, dann ist das so. Oder steht da irgendein Abschluss o.ä. auf dem Spiel?
Weil Sinn macht es ja nicht, wenn Du darunter leidest.
Ich könnte das nicht und würde es auch nicht durchhalten, wenn es mir so gehen würde wie Dir. 
Kannst Du dir dort eventuell was aufbauen? Irgendwie einen Nebenjob und ein Verein oder so? Das Du mal versuchst Dir in ein paar Monaten so ein halbes Leben aufzubauen wie Du es in Deutschland tun würdest?
Rede doch mal mit Deiner Gastfamilie darüber. Die können Dir sicher auch helfen Dein Heimweh etwas zu vergessen. Oder haben vielleicht sogar eine Idee wie Du Dich noch besser ablenken kannst...

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