Frage von tiereHELLO, 85

Apnoetauchen - Luft packen gefährlich oder nützlich?

Hallo, Ich bin jetzt 12 Jahre alt, werde nächste Woche 13, und interessiere mich sehr für das Apnoetauchen. Ich konnte schon in der 4 Klasse im Schwimmunterricht sehr lange die Luft anhalten, und 20 Meter weit tauchen. (Mittlerweile schaffe ich um die 30 Meter(da eine Woche nach der Frage gute Technik für schnelles und ruhiges tauchen entdeckt und schon etwas "trainiert" jetzt weiter als 30 Meter. ))  Ich habe es schon immer geliebt, im Meer tief und weit zu tauchen, alles wird still und ruhig. Deshalb interessiert mich diese Tauchart sehr. Als ich vor ein paar Tagen wieder mal im Internet nach Infos gesucht habe, bin ich auf das Luft packen gestoßen. Ich war sehr überrascht, da ich diese Art "extra Luft" zu holen anscheinend bereits seit 4 Jahren unbewusst genutzt habe. Allerdings auch nur, wenn ich sehr tief tauchen wollte. Nun wollte ich mal fragen, ob das ganze gefährlich ist, oder ob es vielleicht das Lungen Volumen steigert. Habt ihr noch Tipps, wie man tiefer oder weiter tauchen kann???

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von racheengel1980, 39

Hallo,

das "packing" oder "packen" ist ein zusätzliches "Draufpacken" von Atemluft in die Lungen und ist umstritten. Die einen befürworten es, andere verteufeln es.

Ich selber habe erst den Basic SSI Apnoetauchkurs gemacht und habe das "packing" selber erst ein einziges mal ausprobiert. Ich für mich lehne es ab. Ich fühle mich damit unter Wasser unwohl. Es ist ein Gefühl, als ob man mit "vollen Hamsterbacken" schwimmt oder taucht. Echt unangenehm. Ich habe auch das Gefühl, dass ich ohne das "packing" unter Wasser besser entspannen und dadurch länger unten bleiben kann. Beim packing hatte ich das dringende Bedürfnis unter Wasser auszuatmen, wodurch der Atemreiz meiner Meinung nach auch um ein vielfaches schneller und ausgeprägter kam.

Je öfters du unter Wasser "bleibst", um so ausgeprägter wird dein Tauchreflex und je besser kommt dein Körper damit klar, dass in dieser Zeit die Atmung nicht möglich ist und kann sich so immer besser daran anpassen.

Die zweite Möglichkeit die "Tauchleistung" zu erhöhen, ist sich vor dem Abtauchen zu entspannen. Nicht umsonst werden beim Apnoetauchen auch mentale Entspannungstechniken empfohlen. "Das Apnoetauchen ist zum Großteil auch mentale Einstellungssache" (Christian Redl, erfolgreicher Apnoetaucher und mehrfacher Rekordhalter).

Für das Apnoetauchen gilt als oberste Sicherheitsregel: Tauche NIEMALS allein!

Gruß
Simon

Kommentar von tiereHELLO ,

Da ich schon seit ich 5 bin versuche so lange,tief,weit und ruhig zu tauchen, und ich das Luft packen schon sehr lang benutze, finde ich das ganze nicht mehr unangenehm. Am Anfang habe ich es gar nicht zum tauchen benutzt, ich habe es zufällig entdeckt, dass ich so viel mehr Luft einatmen kann, und mich das, wenn ich zu viel einatme zum husten bringt. Das nächste mal im Freibad gleich ausprobiert beim tauchen, ob da etwas bringt. Seit dem habe ich das ,,trainiert,, und mache es jetzt oft schon, ohne es wirklich zu merken. Ich kann mich dabei auch besser beruhigen, man darf bloß nicht nach zu viel Luft schnappen, dann hat man den Drang auszuatment. Ich habe angefangen, einfach 1-2 mal nach Luft zu "schnappen" bevor ich abgetaucht bin, und daraus wurden 6-10 mal. Ich denke aber, öfter werde ich es nicht versuchen. 10 Mal ist aber für weitere Strecken von 50-80 Meter finde ich echt praktisch.

Antwort
von Elumania, 37

Es ist gefährlich und nützlich. Durch starkes Lung Packing können Risse im Lungengewebe entstehen und man kann auch direkt ohnmächtig werden, daher nicht im Stehen oder zum Spaß machen. 

Wenn du das machst, dann solltest du nicht übermäßig viel packen. Also 4 Packer reichen völlig aus.

Es ist erst dann nützlich wenn man lange über den Atemreiz hinaus die Luft anhalten kann. Grundsätzlich machen das auch alle Profis. Du bist zwar noch jung aber ich würde es schon machen, nur eben nicht so viel. 

An Land kannst du auch trainieren. Einfach immer hintereinander die Luft anhalten üben und die Zeit dann steigern. Du fängst erst mit 45 Sekunden an, dann 90 Sekunden Pause dann die Zeit um 15 Sekunden steigern auf 60 Sekunden, dann wieder Pause und immer so weiter. 

Viel Spaß :)

Kommentar von tiereHELLO ,

Ja, das versuche ich schon länger, aber allem im Winter mache ich das regelmäßig. Meistens 100 Sekunden, aber zwischendurch bis zu 150 Sekunden, und das dann immer mit 40 Sekunden Pause. Das Ganze 4 bis 8 mal.

Antwort
von fischtauchen, 42

Hallo,

gefährlich ist das nicht, weil Du ja immer soviel Luft mit in die Tiefe nimmst, wie Du an der Oberfläche einatmen kannst. Die Luft, die Du an der Oberfläche einatmest, enthält immer 21% Sauerstoff, 78% Stickstoff und 1 % andere Gase. Den Sauerstoff brauchst Du, durch konzentriertes Einatmen vor den Tauchgang kannst Du Deinem Blut vielleicht mehr Sauerstoff zuführen, die Atemmenge jedoch bleibt gleich. Im Extremfall tauchst Du auch maximal mit dieser Menge wieder auf, jedoch mit weniger Sauerstoffanteilen darin. dafür mehr CO2.

Du solltest diese Tauchgänge nicht alleine machen, damit Dir wegen des hohen CO2 Gehaltes bei Gefahr jemand helfen kann.

Ansonsten trainiert  die hohe Luftmenge Dein Lungenvolumen, was sicher nicht zu verachten ist.

Gruß Klaus

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