Der Titel gibt erst einmal den Aufschluss, dass es sich in diesem Gedicht um ein menschliches Wesen handelt (Johann Georg Greflinger; An eine vortreffliche, schöne und tugendbegabte Jungfrau) Das gibt uns bereits den Hinweis, dass alle Formulierungen vermutlich der Beschreibungen dieser Frau dienlich sein sollen. Somit bedient sich der Dichter tatsächlich bei fast jedes Wort eines rhetorischen Mittels.

So z.B.

V. 2 --> Taubenaugen (Metapher, ihre Augen ähneln nur den der Tauben, vielleicht wegen der Intensität oder auch, da im Barock Tiersymbolik eine große Rolle spielt. Recherchiere dazu doch einmal, das wird dir den Umgang mit Barockgedichten erleichtern.), Sonnenblicke (Personifikation, Sonne kann nicht jemandem Blicke zuwerfen)

V. 3--> Von Korallen (Metapher, die Lippen sind nicht wirklich aus Korallen, haben aber die intensive Farbgebung, diese Beschreibung findet man oft in Barockgedichten, Martin Opitz beispielsweise verwendet jene Formulierung ebenfalls. Vielleicht bietet es sich hier auch an, mal nachzuschauen, ob die Koralle eine tiefere Bedeutung hat)

V. 4 --> !wie! (Signalwort, dass hier ein Vergleich vorliegt)

V. 6 --> süßes Zürnen (Widerspruch, also Oxymoron/Paradoxon, da Zürnen kein Vorgang ist, den man als süß bezeichnen würde)

V. 7 --> Schnee- und Lilienweiße Wangen (Metapher für: helle, blasse Haut)

usw.

Ich denke du hast das System verstanden und kannst anhand der Beispiele selbst weitere rhetorische Mittel finden. :)

gl,

xmilixs

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Allgemein gesagt: Das Streben nach Veredelung des Charakters. So besinnt sich der Mensch in der Romantik wieder auf die Natur, Gefühle und Sinnlichkeit selbst, während man in der Zeit der Klassik Werte wie Harmonie verfolgt, sprich, die sozialen Kompetenzen optimieren möchte, damit das menschliche Individuum der Gesellschaft dienlich sei (vgl. Johann Wolfgang von Goethe mit: "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut."

Wenn du einen kurzen Artikel jeweils mit den Motiven der Klassik und Romantik liest, wirst du auch auf Übereinstimmung stoßen. So beispielsweise der(/die) individuelle (Entfaltung des) Charakter(s). Sich über die Motive im klaren zu sein ermöglicht das Verständnis über den jeweiligen Esprits der Zeit, den Künstler zu dieser Zeit verband.

Lg, xmilixs!

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