Das Schornsteinfegerwesen wurde 2008 gesetzlich neu geregelt. Für alle Kehr- und Überprüfungsarbeiten kann seit 2013 jeder beliebige Schornsteinfege BEAUFRAGT werden.

Welche Arbeiten hierbei wann zu erledigen sind, ergibt sich aus dem FEUERSTÄTTENBESCHEID, der jedem Gebäudeeigentümer mittlerweile vorliegen muss.

Konkret muss man somit unterscheiden, ob man selbst EIGENTÜMER oder nur MIETER ist. Der EIGENTÜMER erteilt einen AUFTRAG an einen Handwerker seiner Wahl. Anders beim MIETER. Diese soll ja lediglich den vom Eigentümer oder der Verwaltung bestellten Handwerker einlassen.

Ein BUSSGELD muss zunächst nur ein EIGENTÜMER fürchten, der sich nicht an die Vorgaben des FEUERSTÄTTENBESCHEIDS hält. Der MIETER hat ja in der Regel gar keine Kopie dieses Verwaltungsakts erhalten, ist somit (ohne gesonderte Verfügung) noch gar nicht konkret zu einer (bußgeldbewehrten) Duldung verpflichtet. Die Pflicht, einen Handwerker einzulassen, ist für MIETER vielmehr eine ZIVIL-RECHTLICHE / VERTRAGLICHE Pflicht. Und zivilrechtlich gibt es KEINE BUSSGELDER.

Das Thema ist jedoch viel komplizierter, als es hier in Kurzfassung darstellbar ist. Wer sich genauer, z.B. auch über den Unterschied eines "bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers" (BEHÖRDE) und eines Schornsteinfegermeisters (HANDWERKER) informieren will, sollte mal ins Spezialforum: www.kontra-schornsteinfeger.de schauen.

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Die Kosten des Schornsteinfegers sind ja praktisch WARTUNGS-KOSTEN der Heizungsanlage. Sie werden somit in die Gesamtsumme der Kosten für Heizung und Warmwasser einbezogen und mit diesen umgelegt. Meist wird dann ein gewisser Prozentsatz der Gesamt-Kosten nach Quadratmetern Wohnfläche, der Rest verbrauchsabhängig verteilt.

Anders wäre dies nur, wenn bestimmte Arbeiten einer Partei allein zuzuordnen sind. Hat also z.B. nur eine Wohnung einen offenen Kamin, müssen die hierfür anfallenden Kehrarbeiten auch nur von demjenigen getragen werden, der auch den Nutzen des Kamins hat.

Am Rande ein Hinweis: Die Kosten für KEHR-Arbeiten (nicht für Messungen und Prüfungen) können als "haushaltsnahe Dienstleistungen" steuerlich besonders geltend gemacht werden. Erhält ein Vermieter hieraus eine Steuergutschrift, muss diese natürlich von den umzulegenden Kosten ABGEZOGEN werden.

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Man muss zunächst ZWEI völlig getrennt zu wertende Funktionen im Bereich "Schornsteinfegerwesen" unterscheiden:

Der "bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger" ist praktisch eine BEHÖRDE (Kehrbezirks-VERWALTUNG). In dieser HOHEITLICHEN Funktion nimmt der bBSF nur genau im Gesetz (SchfHwG) festgelegte Aufgaben wahr. Hierzu gehört insbesondere die FEUERSTÄTTENSCHAU (2 mal in 7 Jahren Bestellungszeit) gem. § 14 (1) SchfHwG. Hier muss dem bBSF Zugang zu allen FEUERSTÄTTEN gewährt werden. Gibt es jedoch KEINE Feuerstätten, entfällt somit auch der Zugang.

Soweit von Seiten der Schornsteinfeger argumentiert wird, man müsse ja auch überprüfen, ob es nicht vielleicht UNANGEMELDETE Feuerstätten (Öfen) gibt, so ist dieses NICHT mit Artikel 13 (2) GG vereinbar. Nach der Definition des Bundesverfassungsgerichts liegt eine DURCHSUCHUNG vor, wenn nach etwas geforscht werden soll, das bislang UNBEKANNT ist oder das vom Bürger absichtlich VERBORGEN werden soll. Eine SUCHE nach UNBEKANNTEN Feuerstätten wäre somit nur MIT RICHTERLICHEM BESCHLUSS (und konkretem Verdacht) zulässig.

Es ist eben rechtlich etwas anderes, ob zu einer BEREITS BEKANNTEN Anlage lediglich ein ZUGANG gefordert wird, oder ob im Haus nach UNBEKANNTEM gesucht werden soll.

Als Ergebnis der Feuerstättenschau wird dann vom bBSF ein FEUERSTÄTTENBESCHEID (als VERWALTUNGSAKT) erlassen. Gegen diesen sind je nach Bundesland innerhalb EINES MONATS ab Zugang WIDERSPRUCH oder ANFECHTUNGSKLAGE möglich. Der FSB gibt dann genau die auszuführenden ARBEITEN und die hierbei zu beachtenden FRISTEN wieder.

Wenn also eine oder mehrere FEUERSTÄTTEN vorhanden sind, muss der Eigentümer selbst einen HANDWERKER (Schornsteinfeger in dessen gewerblichen Funktion) BEAUFTRAGEN. Er hat hierbei jedoch die FREIE WAHL zwischen allen in die Handwerksrolle eingetragenen Betrieben. Die Ausführung der Arbeiten wird mit einem Formblatt bestätigt, das dann ggf. an den bBSF geschickt werden muss. Da es KEINE PREISBINDUNG im GEWERBLICHEN Teil der Schornsteinfegerei mehr gibt, unbedingt VORHER nach KLAREN PREISEN (möglichst STUNDENSATZ) fragen.

Von "Service-Verträgen" muss aktuell meist abgeraten werden, da sich der Wettbewerb erst langsam entwickelt und man sich ansonsten unnötig auf einen Anbieter festlegen würde. Nur wenn ein Feger ein besonders GÜNSTIGES, z.B. PAUSCHAL-Angebot macht, könnte es sich lohnen, einen Vertrag für eine bestimmte Laufzeit zu schliessen.

Mehr Infos und die Möglichkeit zur Diskussion auch unter: http://www.kontra-schornsteinfeger.de

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Seit Beginn des Jahres 2013 hat sich hinsichtlich der Schornsteinfeger die Rechtslage grundsätzlich geändert. Nunmehr kann ein beliebiger Schornsteinfeger (wie andere Handwerker auch) grundsätzlich FREI beauftragt werden. Mit Ablauf des 31.12.2012 ist auch die Gebührenbindung per KÜO (Kehr- und Überprüfungsordnung des BMWi) AUSSER KRAFT getreten.

Praktisch bedeutet dies, dass auch Schornsteinfeger für AUSLAGEN (z.B. Fahrtkosten) nur noch das abrechnen dürfen, was TATSÄCHLICH angefallen ist. Bei 20,- Euro pro Termin wäre das schon eine recht lange Anreise.

Beim 1. Termin muss man zudem berücksichtigen, dass er wohl kaum nur deswegen GESONDERT angereist ist.

Bei einem MIET-Vehältnis müssen jedoch zwei Teile getrennt betrachtet werden:

  1. Der Auftrag des EIGENTÜMERS an einen Schornsteinfeger und die entsprechende Rechnung. Hier sollte der Auftraggeber keinesfalls einfach so weiterzahlen wie bisher. Er sollte auf einen klaren STUNDENSATZ und eine exakte Angabe von ggf. sonst entstehenden Kosten bestehen.

  2. Das Rechtsverhältnis zwischen VERMIETER und MIETER. Hier können Betriebskosten im Rahmen des bestehenden Mietvertrags zwar umgelegt werden, jedoch nur im WIRTSCHAFTLICH NOTWENDIGEN Umfang. Hat der Vermieter also einen zu teuren Vertrag mit einem Handwerker geschlossen, sind nachweislich vermeidbare MEHRKOSTEN nicht umlagefähig. Auch der Vermieter muss sich quasi als TREUHÄNDER der Mieter WIRTSCHAFTLICH verhalten.

Im konkreten Fall sollte man sich den AUFTRAG und ggf. eine PREISLISTE des Schornsteinfegers zeigen lassen. Es könnte nämlich sein, dass es überhaupt keine Vertragsgrundlage gibt, nach der überhaupt FAHRTKOSTEN gesondert zu bezahlen sind.

Mehr Infos und die Möglichkeit das Thema Schornsteinfeger-SONDER-Recht zu diskutieren unter: http://www.kontra-schornsteinfeger.de

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Für alle Arbeiten, die im FEUERSTÄTTENBESCHEID festgelegt sind, kann seit dem 01.01.2013 grundsätzlich JEDER Schornsteinfegerbetrieb (und teilweise sogar auch der Heizungsinstallateur - mit Zusatzgewerbe / -Lehrgang) beauftragt werden.

Im Prinzip sollte man sogar möglichst vermeiden, den eigenen Bezirksschornsteinfeger zu beauftragen. Dieser ist als BEHÖRDE hoheitlich tätig. Man erteilt aber auch sonst im Leben einer Behörde keinen HANDWERKLICHEN Auftrag. Es ist somit an jedem einzelnen Bürger, der Mauschelei der Politik mit den Interessengruppen der Schornsteinfeger entgegen zu wirken. Man läßt den bBSF Behörde spielen und z.B. Feuerstättenbescheide als Verwaltungsakte erlassen, aber für die HANDWERKLICHEN Kehr- und Prüfarbeiten beaufragt man einen UNABHÄNGIGEN Anbieter. Am besten einen FREIEN Schornsteinfeger, der gar keinen Bezirk betreut. Der ist dann ein ECHTER Handwerker.

Bei der Beauftragung eines selbst ausgesuchten, serviceorientierten und kostengünstigen Anbieters entstehen auch keine nennenswerten Zusatzkosten. Nach Ausführung anstehender Arbeiten bescheinigt der ausführende Betrieb dies auf einem Formblatt. Dieses schickt man innerhalb von 14 Tagen ab Fristende an den Bezirksaufseher. Umschlag plus 0,58 Euro Porto = rund 1,- Euro Aufwand. Das war's.

Und nicht vergessen: Die Preisbindung für alle HANDWERKLICHEN SF-Arbeiten ist am 31.12.2012 weggefallen. Also nach den PREISEN fragen. Nicht mit einem Hinweis auf frühere Verordnungen abspeisen lassen. Man darf auch ruhig verhandeln. Der Schornsteinfeger ist halt jetzt ein ganz normaler Handwerker.

Mehr Infos zum Thema und die Möglichkeit, mit anderen Betroffenen zu diskutieren unter: http://www.kontra-schornsteinfeger.de

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Es wäre zunächst zu klären, ob der Feuerstättenbescheid nach einer Feuerstättenschau oder nach Aktenlage (Kehrbuch) erstellt wurde. Der FSB ist rechtlich ein Verwaltungsakt, der Betroffene somit vorher zu hören. Gerade wenn die Anzahl der als notwendig erachteten Kehrungen vom Nutzungsverhalten des Betreibers abhängt, käme dem "bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger" hier eine besondere Aufklärungspflicht zu. Er hätte somit im Gespräch mit dem Betreiber ermitteln müssen, wie das tatsächliche Nutzungsverhalten ist.

Weiterhin wäre Lage und Dauer der Fristen im Bescheid ZU BEGRÜNDEN. Die angesprochene Terminierung erscheint tatsächlich sehr willkürlich (oder missbräulich, um den Handwerksbetrieb des SF gleichmäßiger auszulasten). Bei 2 Kehrungen wäre ein Termin zu Beginn und der zweite in der Mitte der Heizperiode sinnvoll. Alternativ Mitte und Ende. Dass sich zwischen April und August beim Kamin nichts tut, sollte auch dem Schornsteinfeger klar sein.

Hinsichtlich eines Rechtsmittels kommt es darauf an, in welchem Bundesland der Kehrbezirk liegt. In den meisten Ländern gibt es noch das verwaltungsrechtliche Widerspruchsverfahren. In diesem kann der Bezirksschornsteinfeger selbst oder die Aufsichtsbehörde die Termine relativ problemlos abändern und neu bestimmen. In einigen Ländern muss jedoch leider direkt Anfechtungsklage zum Verwaltungsgericht erhoben werden. Da dies erheblich aufwändiger und teurer ist, muss man sich dieses Rechtsmittel (leider) doppelt überlegen. Was im konkreten Fall gilt, geht aus der Rechsmittelbelehrung hervor, die in jedem Verwaltungsakt angegeben werden muss.

Das Verwaltungsgericht München hat gerade in einem aktuellen Urteil einen Feuerstättenbescheid aufgehoben, weil die Fristen (bei einer Gasheizung) nicht nach KÜO bestimmt und nicht begründet waren. Das Urteil ist noch nicht endgültig rechtskräftig. Wen es interessiert, findet es jedoch bereits vorab unter: http://www.sfr-reform.de/files/VG-M_M1K12-5527.zip

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Juristischer Rat/Meinung gesucht, Thema: Schornsteinfeger, Anfahrtskosten

Hallo liebe Community,

ich bräuchte bitte mal eure Hilfe. Es geht um das Thema Schornsteinfeger und Anfahrtskosten

Zum Sachverhalt:

Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus zusammen mit 9 anderen Mietparteien. Im Januar 2013 hat unser Bezirksschornsteinfeger sein Kommen per Aushang an der Haustür angekündigt (ca. 14 Tage vor dem Termin)

Ich hab um es kurz zu sagen, den Termin verpasst und war nicht zu Hause.

Er hat mir einen Zettel an meine Wohnungstür gehängt, mit der Bitte um Rückruf zur Terminvereinbarung. Ich hab den zur Seite gelegt, weil ich mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hatte und wollte mich später darum kümmern.....habs dann aber schlichtweg vergessen und nicht mehr dran gedacht.

Jetzt verging einige Zeit und vorgestern kam der Schornsteinfeger unangekündigt vorbei und hat seine Messung an der Gastherme durchgeführt. Er sagte mir dann, dass er in der Zwischenzeit 3 mal vor meiner Tür stand, sich angeblich jedes mal vorher angekündigt hat und ich deswegen auch dafür 3 x die Anfahrtskosten zahlen müsste und natürlich nochmal für vorgestern und den eigentlichen Haupttermin also ingesamt 5 x a 20€ (wobei das nochmal eine ganz andere Frage ist ob 20€ für ne Strecke von 10km wirklich angemessen ist)

Ich hab ihm gesagt, dass ich ihm die gerne bezahlen werde, aber auch nur, wenn er das beweisen kann, dass er wirklich 3 x mal angekündigt da war (dass kann ja sonst jeder behaupten....). Fakt ist: schriftlich hat er sich NICHT angekündigt...per Festnetz telefon auch nicht, da ich auch gar keinen Anrufbeantworter habe. Er behauptet, dass er sich per Mailboxnachrichten auf meinem Handy angekündigt hätte.

Vom Vermieter habe ich erfahren, dass der Schornsteinfeger sich meine Handynr. hat geben lassen....allerdings ist die seit über 1 Jahr nicht mehr aktuell. Also selbst wenn er da angerufen hat, auf der alten Handynr. hätte ich das gar nicht abhören oder sehen können.

Der Schornsteinfeger pocht jetzt aber darauf, dass er sich angekündigt hat über die Mailbox meiner alten Handynr. und verlangt Zahlung sämtlicher Anfahrtskosten.

Ich bin allerdings der Meinung, dass er sich nicht auf die Ankündigung bei der alten Nummer berufen kann, da ich denke, NICHT dazu verpflichtet zu sein, meinem Vermieter immer die aktuellste Handynr. zu geben, zumal der Vermieter mich ja auch schriftlich oder auf meiner Festnetznr. erreichen kann (was der Schornsteinfeger AUCH hätte machen können)

Aus diesem Grund, sehe ich es so, dass der Schornsteinfeger keinerlei Beweis dafür hat, dass er wirklich 3 x in der Zwischenzeit da war und vor verschlossener Tür stand. Ich bin deswegen nur Bereit im die Anfahrtskosten des Haupttermins und von vorgestern, wo er wirklich da war zu erstatten.

Sehe ich das richtig oder ist ER im Recht?

Vielen Dank schon im Voraus!

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Die Frage läßt sich im Prinzip ganz einfach beantworten. Der Mieter schuldet dem Schornsteinfeger überhaupt nichts, da es gar keinen Vertrag zwischen dem Mieter und dem Schornsteinfeger gibt.

Nach dem NEUEN Schornsteinfeger-Handwerksgesetz muss der EIGENTÜMER einen Schornsteinfeger seiner Wahl BEAUFTRAGEN. Es muss also gar nicht mehr der Bezirksfeger sein. Auch eine Hausverwaltung wäre sogar gehalten, zunächst Angebote mehrerer Handwerker einzuholen, um ggf. bei der Betriebskostenabrechnung belegen zu können, dass sie WIRTSCHAFTLICH angemessen gehandelt hat.

Ungeachtet dessen könnte hier natürlich die Hausverwaltung / der Eigentümer auch den ortsansässigen Schornsteinfeger beauftragen. Der Mieter ist jedoch nur gegenüber dem VERMIETER verpflichtet, ggf. Handwerkern Zugang zur Wohnung zu gewähren. Es ist somit Sache des VERMIETERS, ihre Mieter über entsprechende Termine zu informieren bzw. diese mit ihnen abzustimmen.

Der Schornsteinfeger könnte theoretisch zwar Mehrkosten durch wiederholte Anfahrten geltend machen, aber nur gegenüber seinem Auftraggeber, dem Eigentümer. Dieser legt diese ggf. (je nach Mietvertrag) als Betriebskosten am Jahresende um.

Man muss hierbei jedoch auch berücksichtigen, dass die Preisbindung der Schornsteinfeger nach KÜO zum 01.01.2013 AUSSER KRAFT getreten ist. Die Abrechnung fiktiver Fahrtkostenpauschalen nach einem nicht mehr gültigen Gebührenverzeichnis ist schlicht rechtswidrig. Während bis Ende 2012 noch bei 9 Mietparteien 9 Fahrtkostenpauschalen zulässig waren, hat der Handwerker nunmehr nur noch ein Anrecht auf Erstattung der TATSÄCHLICHEN Auslagen / Kosten, wenn nicht zuvor eine Preisabsprache im Detail mit dem Auftraggeber erfolgte.

Für den Mieter kann zudem die vergleichbare Rechtsprechung bei Terminen zur Heizungsablesung herangezogen werden. Danach sind Zusatzkosten erst ab dem dritten Termin zulässig. Anders wäre dies nur, wenn ein Termin abgestimmt worden wäre und dann trotzdem nicht eingehalten wurde. Wenn der Feger jedoch auf irgendeine Mailbox spricht, hat er weder die Sicherheit überhaupt den Empfänger (persönlich) zu erreichen, noch kann er davon ausgehen, dass die Nachricht kurzfristig abgehört wird.

Daher: NICHT ZAHLEN. Wenn der Feger etwas will, soll er sich an seinen Auftraggeber wenden. Und wenn dieser etwas ohne rechtliche Grundlage zahlt, kann dies später auch nicht als Betriebskosten umgelegt werden.

Die Zeiten, zu denen die Schornsteinfeger Zettelchen verteilten und die Bürger brav gekuscht haben, sind vorbei. Wenn der Bezirksfeger bei den Fahrtkosten abzocken will, spätestens im nächsten Jahr einen anderen beauftragen.

Mehr Infos und die Möglichkeit zur Diskussion auch unter: http://www.kontra-schornsteinfeger.de

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Die Frage lässt sich so nicht vollständig beantworten. Es kommt nämlich darauf an, was im FEUERSTÄTTENBESCHEID steht. Welche Arbeiten sind für welchen Zeitraum vorgeschrieben?

Erst wenn diese Eckdaten bekannt sind, kann beurteilt werden, was passieren kann. Der Eigentümer ist verpflichtet, die Schornsteinfeger-Arbeiten termingerecht IN AUFTRAG ZU GEBEN. Er kann also seit dem 01.01.2013 FREI JEDEN Schornsteinfeger selbst beauftragen. Erst wenn 14 Tage nach Ende einer Frist das auszufüllende Formblatt nicht beim "bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger" eingegangen ist, meldet dieser die Fristversäumnis an die Aufsichtsbehörde. Von dieser kommt dann eine ANHÖRUNG. Bei dieser Gelegenheit kann man dann z.B. nochmals den Sachverhalt geltend machen und auch einen Aufschub BEANTRAGEN. Man sollte hierbei darauf hinweisen, dass in der KÜO (Kehr- und Überprüfungsordnung) für Gasthermen, die raumluftabhängig sind, eine Frist von "einmal im KALENDERJAHR" bestimmt ist. Ein hiervon abweichender Termin wird vom bBSF kaum zu begründen sein.

Theoretisch könnte dann zwar von der Aufsichtsbehörde ein ZWEITBESCHEID erlassen werden und nach Verstreichen der darin aufgeführten NACHFRIST eine ERSATZVORNAHME angeordnet werden. Wenn in diesem Zusammenhang dann noch eine DULDUNGSVERFÜGUNG erlassen wird, könnte tatsächlich zwangsweise in die Wohnung eingedrungen werden.

Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts in München (liegt leider noch nicht schriftlich vor) ist ein Abweichen von den Terminvorgaben der KÜO rechtswidrig. Schornsteinfeger und Aufsichtsbehörde würden daher rechtswidrig handeln, wenn sie bereits VOR Ablauf des KALENDERJAHRS Zwangsmassnahmen ergreifen.

Mehr Infos und die Möglichkeit Probleme mit dem Schornsteinfeger-SONDER-Recht zu diskutieren auch unter: http://www.kontra-schornsteinfeger.de

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Das SONDER-Recht im Bereich des Schornsteinfeger-Wesens ist ein Relikt aus Vorkriegszeiten. Um die Gewerbefreiheit für Handwerker nach Forderungen der EU auch in diesem Bereich zu ermöglichen, wurde bereits 2008 ein neues Schornsteinfeger-Handwerks-Gesetz (SchfHwG) verabschiedet, das jedoch erst zum 01.01.2013 voll in Kraft getreten ist.

Bis Ende 2012 musste jeder Haushalt mit Feuerstätten einen FEUERSTÄTTENBESCHEID (FSB) erhalten. In diesem als Verwaltungsakt zu wertenden Papier wird festgelegt, welche Schornsteinfeger-Arbeiten jeweils innerhalb welcher Frist zu erledigen sind. Jetzt ist es an jedem Gebäude-EIGENTÜMER, einen beliebigen Schornsteinfeger-Betrieb mit diesen Arbeiten ZU BEAUFTRAGEN. Das Formblatt, mit dem der ausführende Handwerker die Arbeit bescheinigt, muss dann an den "bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger" (bBSF - siehe Anschrift im FSB) geschickt werden.

Auch wenn dieses Verfahren zunächst umständlicher erscheint als das vorherige Kehr-MONOPOL nur eines jeweils zuständigen Bezirksschornsteinfegermeisters, bringt es doch erhebliche Vorteile für alle Bürger. Dies beginnt damit, dass Bezirksschornsteinfeger, die unfreundlich und selbstherrlich auftreten, schlicht immer weniger Aufträge erhalten werden. So wird auch diese Branche im eigenen finanziellen Interesse beginnen, über Freundlichkeit und Kundenservice nachzudenken.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass mit dem endgültigen Wegfall des HANDWERKLICHEN Monopols auch die Preisbindung entfallen ist. Es lohnt sich somit, auch hier mal die Preise zu vergleichen. Und selbst wenn Sie den bisherigen Bezirksschornsteinfeger weiter beauftrage wollen, fragen Sie doch VORHER mal nach dessen STUNDENSATZ. Allein dadurch, dass künftig nicht mehr nach einem undurchsichtigen System mit "Arbeitswerten" abgerechnet wird, dürften Viele bereits sparen. Ein Blick auf die Uhr, wenn der Feger beginnt, ein zweiter, wenn er fertig ist und schon kann die spätere Rechnung kontrolliert werden.

Zwar gibt es auch in diesem Bereich noch viel zu tun, aber zumindest ein Anfang ist gemacht. Jetzt gilt es noch, die Doppelfunktion der bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger, die mal BEHÖRDE mal HANDWERKER sein wollen, aufzulösen. Es darf halt nicht sein, dass ein und die selbe Person zunächst als BEHÖRDE einen Bescheid erläßt, an dessen Abarbeitung sie selbst dann als UNTERNEHMER verdienen will. Und auch der Katalog der per Vorschrift geforderten Arbeiten bedarf dringend einer Anpassung an den erreichten Stand der Technik. Durch die Auflösung des bisherigen MONOPOLS ist aber zu erwarten, dass auch hier in absehbarer Zeit mehr nach technischer Notwendigkeit und weniger nach Wirtschaftsinteressen der Schornsteinfeger verordnet wird.

Mehr Infos und die Möglichkeit zum Thema zu diskutieren auch unter: http://sfr-reform.carookee.com

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Man muss als Hintergrund bedenken, dass ab 2013 das handwerkliche Kehrbezirks-Monopol endgültig fällt. Gerade, da ab nächstem Jahr ALLE Hauseigentümer somit Schornsteinfeger-Arbeiten von sich aus (gem. Feuerstättenbescheid) IN AUFTRAG GEBEN müssen, werden wohl immer mehr Bürger mal anfangen, Sinn und Umfang dieser Kontrollen zu hinterfragen.

Die Schornsteinfeger betteln förmlich bei der Politik darum, ihnen neue, "wichtige" Kontrollaufgaben zu übertragen. So sollen sie in einigen Bundesländern bereits Lüftungsschächte auf Schimmel kontrollieren. Am liebsten wär ihnen eine bundesweite Pflicht von Rauchwarngeräten, deren Funktion dann natürlich möglichst jährlich vom Schornsteinfeger zu prüfen sein soll.

Ein derartiger Zusatzauftrag ist die Belehrung von Ofenbetreibern, die angeblich dem Immissionsschutz dienen soll. Statt, wie dies normal wäre, einfach ein Infoblatt oder eine Broschüre zu erstellen, hat die Rgierung lieber den Schornsteinfegern etwas Zusatzeinkommen gegönnt. Ob eine Pflicht-Schulung für Erwachsene mit unserem Grundgesetz überhaupt vereinbar ist, hat jedoch niemand bedacht.

Im vorliegenden Fall dürfte schlicht eine soche "Beratung" von Ofenbetreibern vorliegen. Vermutlich hat der Schornsteinfeger noch nicht mal vorab gefragt, ob man diese KOSTENPFLICHTIGE Beratung überhaupt von IHM will. Nach Gesetz bliebe nämlich noch bis Ende 2014 Zeit und ab nächstem Jahr hätte man dann auch einen anderen (preisgünstigeren) Anbieter auswählen dürfen. Das hübsche Infoblatt ist somit nur der Beleg der Beratung und dient der Erklärung, warum auf der nächstn RECHNUNG eine Position "Beratung" stehen wird.

Mehr Infos und die Möglichkeit zu diskutieren auch unter: http://sfr-reform.carookee.com/

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