Ich persönlich gehe nicht mehr zur Schule. Aber mein kleiner Bruder. Und da fande ich, dass das doch alles sehr unkoordiniert war. Solche Videokonferenzen, wie es oft im Fernsehen gezeigt wurde, hat es an der Schule meines Bruders nicht gegeben. Es gab Aufgaben per Email. Und vorallem im Bereich Biologie finde ich, dass seine Lehrer da nun zu streng sind.
Ich glaube, es ist ganz normal, dass sich Jungs in dem Alter nur sehr widerwillig mit Themen wie Verhütung, Sexpuppen und Homosexualität auseinander setzen. Ein 14 jähriger Junge, der interessiert im Internet nach Sexpuppen sucht, wäre mir suspekt. Aber genau das sollten die Schüler seiner Klasse tun. Und dass man zum Beispiel beim Thema Menstruation nicht die eigene Mutter fragen will, ist eigentlich auch nachvollziehbar.
Und so hat mein Bruder eben einige Aufgaben zum Thema Sexpuppen, Verhütung, Menstruation und Samenerguss nicht bearbeitet, weil er aus Angst oder Scham nicht im Internet danach suchen wollte.
Nun wurden ihre Aufgaben bewertet und mein Bruder hat eine negative Bewertung bekommen, weil er einige Aufgaben nicht gemacht hat. Jetzt könnte man natürlich ganz einfach von Leistungsverweigerung sprechen - so wie es die Lehrerin tut - aber ich finde, es ist ein Unterschied, ob man Matheaufgaben nicht rechnet oder ob man am heimischen PC nicht nach intimen, erotischen Sachen googlen will.
Man hätte ja jetzt in der Schule die Themen noch mal kurz wiederholen können, so dass die Kinder die Biologielehrerin nochmal hätten fragen können zu bestimmten Sachen. Dieses Angebot hat es jedoch nicht gegeben.
Aber jetzt jemandem Leistungsverweigerung vorzuwerfen, der sich nicht im Selbststudium Verhütung, Menstruation und Sexpuppen beibringen wollte, finde ich schon etwas überheblich und uneinfühlsam. Die Sexualität ist nunmal ein differenziertes Thema und jedes Kind geht anders damit um. Im schulischen Rahmen hat man ja immer eine Lehrkraft zur Seite stehen, der man sich anvertrauen kann. Zu Hause ist man mit intimen Fragen alleine.
Wie bewertet ihr das und was waren eure Erfahrungen mit dem Lernen während des Lockdowns?