Steuerprüfung nach Hochzeit. Fehler bei Zusammenveranlagung begangen?

Meine Frau und ich haben letztes Jahr im September geheiratet. In diesem Jahr habe ich dann auch das erste mal die gemeinsame Steuererklärung (für 2017) erstellt und abgegeben.

Vorher hatte jeder seine eigene Steuererklärung und zusätzlich hatten wir auch noch eine Feststellungserklärung, da wir eine Wohnung zusammen finanziert und vermietet haben. Meine Frau hat ebenfalls noch ein Kleingewerbe.

All diese Elemente (Erklärung Mann, Frau, Feststellungserklärung, Kleingewerbe) habe ich in diesem Jahr in eine einzige Steuererklärung gepackt und gebündelt übermittelt. Anschließend haben wir auch eine neue Steuernummer und eine extra Steuernummer fürs Gewerbe bekommen. Das wäre dann aber erst wieder relevant fürs nächste Jahr.

Soweit so gut dachte ich...

Heute flattert uns allerdings ein Schreiben vom Finanzamt in Haus mit Ankündigung einer Prüfung, da einige Punkte unklar sind.

Unter anderem würden wir das erste mal Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung geltend machen. Die Einkünfte und Abschreibungsbemessungsgrundlage wären unklar. Zudem würden weitere Informationen zum neuen Gewerbe meiner Ehefrau fehlen.

Jetzt frage ich mich natürlich:
Habe ich was falsche gemacht oder liegt der Fehler beim Finanzamt?

Die Wohnung wurde über die Feststellungserklärung schon seit 2015 in genau der gleichen Art und Weise (und mit der gleichen Abschreibung) geltend gemacht. Es ist also nicht das erste mal, dass diese Wohnung für uns relevant ist.

Ebenso mit dem Gewerbe, dass sogar schon seit 2014 besteht.

Habt ihr schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Vielleicht kann man ja mit einem Anruf etwas Klärung erzielen, aber eigentlich sollte das doch dem Finanzamt ersichtlich sein?

Hochzeit
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Fünftelreglung bei Abfindung durch Arbeitgeber?

Hallo,

ich beschreibe kurz mal die vorliegende Situation:

Ich werde in diesem Jahr eine Abfindungszahlung durch Wegfall meines Arbeitsplatzes erhalten. Ich habe auch schon einen neuen Job und werde dort bereits in den letzten 3 Monaten tätig sein.

Nun habe ich die Abrechnung inkl. Abfindung bekommen, wo diese als "sonstiger Bezug" voll versteuert wurde. Die Fünftelregelung wurde offensichtlich nicht angewandt bzw. nicht geprüft.

Ist mein AG dazu nicht eigentlich verpflichtet? Kann ich die Fünftelregelung eigenständig noch bei der Einkommenssteuererklärung zur Anwendung bringen?

In der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung wurde die Abfindung bei Punkt 19 (Steuerpflichtige Entschädigungen und Arbeitslohn für mehrere Kalenderjahre, die nicht ermäßigt besteuert wurden) eingetragen, das muss ich ja dann auch so bei der Steuererklärung übernehmen und somit kann ich dann doch auch nichts mehr ändern?

Oder liege ich damit falsch?

Dann noch eine wichtige Verständnisfrage, hierzu ein Beispiel:

Das Jahreseinkommen beträgt ohne Abfindungszahlung ca. 100.000€ (Ehepartner zusammenveranlagt, Splittingtarif IV/IV). Die Fünftelregelung hätte laut Online Rechnern demnach theoretisch einen Vorteil von ca. 500€.

Bei der Fünftelregelung wird ja nun 1/5 der Abfindung aufgeschlagen und dadurch die anteilige Einkommenssteuer für 1/5 Abfindung ermittelt. Soweit ist das klar.

Wird diese ermittelte anteilige Einkommenssteuer aber entweder über einen Zeitraum von 5 Jahren (d.h. jedes Jahr in der Steuererklärung) angesetzt oder wird der Betrag einfach mit 5 multipliziert (repräsentativ für 5 Jahre) und einmalig (in nur einer Steuererklärung) angesetzt?

Grund dieser Frage:

Angenommen das Gehalt steigt nach dem Jobwechsel im nächsten Jahr auf 113.000€ und in den kommenden Jahren noch weiter, dann macht die Fünftelregelung keinen Sinn mehr. Lediglich für das erste Jahr, in dem auch die Abfindung ausgezahlt wurde.

Ist mein Verständnis dazu richtig?

Hoffe meine Erklärungen sind einigermaßen verständlich und mir kann weitergeholfen werden.

Vielen Dank :)

Abfindung, Recht, Ausbildung und Studium, Wirtschaft und Finanzen
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Einspruch gegen Versäumnisurteil. Wie stehen die Chancen?

Ich hätte gerne mal eine neutrale Einschätzung bezüglich eines Versäumnisurteils. Leider muss ich relativ weit ausholen, um die Begleitumstände zu erläutern.

Fangen wir mal an: Ein Eigentümer in einer WEG setzt die Zahlung der festgesetzten Hausgelder über Monate aus. Zum Jahresende verkauft dieser Eigentümer seine Wohnung, damit scheidet er auch aus der WEG aus.

Die Hausverwaltung beruft im Folgejahr die Eigentümerversammlung ein, die Jahresabrechnung wird gültig durch alle aktuellen Mitglieder beschlossen. Kein Einspruch.

Der Ex-Eigentümer hat selbstverständlich nicht an der Eigentümerversammlung teilgenommen, wurde im Anschluss aber über den zu zahlenden, nicht unerheblichen, Betrag in Kenntnis gesetzt.

Keine Reaktion, daher schaltet die Hausverwaltung einen Anwalt ein. Dieser hat sich dann an das Mahngericht gewandt und anschließend die Abgabe an das lokale Amtsgericht veranlasst.

Letztendlich wurde ein Versäumnisurteil erlassen, welches besagt, dass der Beklagte Ex-Eigentümer in allen Punkten verurteilt wurde und zu zahlen hat.

Wie man sich fast denken kann hat der Beklagte nun Einspruch gegen das Urteil eingelegt mit der Begründung, dass ihm keine Rechnungen/Belege zur Jahresabrechnung zugesandt wurden und diese daher nicht transparent/richtig sei.

Soweit zur Vorgeschichte.

Heute ist dann noch zusätzlicher Schriftverkehr vom zuständigen Amtsgericht ab den Beklagten eingegangen.

Es ist wohl eine mündliche Verhandlung angesetzt, der Beklagte wird vom Amtsgericht allerdings in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass "sein Einspruch gegen das Versäumnisurteil [...] ohne jede Erfolgsaussicht ist und nur weitere Kosten verursacht, die er zu tragen haben wird."

Später dann "Er verursacht nur, wie so oft, weitere Kosten." Scheint also schon beim Amtsgericht bekannt zu sein. Folgend wird ihm dringend angeraten, den Einspruch zurückzunehmen.

Wie schätzt ihr diesen Fall ein? Ist die Sache eindeutig und nur noch eine Frage der Zeit oder gibt es für den Beklagten noch eine Chance das Ding zu wenden?

Immerhin wurde die Abrechnung gültig beschlossen, kann da ein Ex-Eigentümer überhaupt noch reinfunken? Bzw. hat er überhaupt noch das Recht, Rechnungen einzusehen? Meiner Meinung nach hat er dieses Recht doch durch den Austritt aus der WEG verspielt. Die Abrechnung ist jedenfalls korrekt, diese erhebliche Lücke ist ja erst durch das komplette Einstellen der Zahlungen entstanden.

Habe nur Bedenken, dass er bei dem Termin mit Anwalt auftaucht und das eine Never Ending Story wird.

Sicherlich wird er die oben genannten Punkte als Angriffspunkt verwenden...

Chance, Einspruch, Versäumnisurteil
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Zusätzliche Öltankversicherung bzw. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht wenn die private Haftpflicht schon alles abdeckt?

Hallo,

wir sind Besitzer zweier Eigentumswohnungen in einer WEG mit 3 Einheiten. Eine unserer Einheiten ist von uns selbst bewohnt, die andere Einheit ist vermietet.

Nun wurden wir von unserer Hausverwaltung gefragt, ob wir nicht noch eine Öltank- und eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abschließen wollen. Die würde aktuell noch fehlen.

Ein Blick in unsere private Haftpflichtversicherung hat dann allerdings ergeben, dass Gewässerschäden durch Öltanks sowie z.B. Schäden wegen Verletzung von Verkehrssicherungspflichten bereits im Premium Tarif enthalten sind. Ebenfalls steht dort, dass Versicherungsschutz bei der Vermietung von bis zu 3 Wohnungen besteht.

Ich bin mir nicht so 100%ig sicher, ob der Versicherungsschutz auch greift da es sich ja beim "Eigentümer" um eine WEG handelt.

Nun ist die Frage, ob es denn dann nicht unnötig ist noch eine zusätzliche Öltank- und eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abzuschließen?

Ich muss ja nicht nochmal für Leistungen bezahlen, die eigentlich schon abgedeckt sind... Oder greift meine private Haftpflichtversicherung nicht bei Schäden der WEG (zumindest anteilig für meine Miteigentumsanteile)? Müsste Sie doch eigentlich.

Vielen Dank für eure Tipps hierzu.

 

PS: Der weitere Eigentümer müsste sich dann natürlich auch selbst um eine Versicherung kümmern...

privathaftpflichtversicherung, Weg, schadensfall
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Feststellungserklärung in Steuerbescheid nicht berücksichtig. Noch korrigierbar?

Ich habe letztes Jahr die Steuererklärung für meine Partnerin und mich gemacht. Dabei haben wir auch erstmals die Einnahmen unserer Grundstücksgemeinschaft in einer Feststellungserklärung mit angegeben. Aufgrund vieler Werbungskosten haben wir hier im ersten Jahr einen Verlust stehen, würden also etwas zurück bekommen.

Nach Abgabe der Steuererklärung im letzten Jahr hat meine Partnerin recht schnell Ihren Bescheid erhalten, allerdings ohne Berücksichtigung des Verlustes der Grundstücksgemeinschaft. Mir wurde dann mitgeteilt, dass das normal wäre da das Eintragen der Feststellungserklärung von Amts wegen erfolgt, d.h. es wird dann nochmal ein geänderter Bescheid rausgeschickt sobald die Feststellungserklärung bearbeitet wurde.

2 Monate später kam meine eigene Steuererklärung inkl. Berücksichtigung meines Anteils am Verlust der Grundstückgemeinschaft und separat auch nochmal die Festsetzung der Grundstücksgemeinschaft (50% des Verlustes auf mich, 50% auf meine Partnerin).

Wie ich heute feststellen musste - ja es ist reichlich spät dafür,...ohne Kommentar - hat meine Partnerin aber nie einen geänderten Steuerbescheid erhalten. D.h. der Verlust der Grundstücksgemeinschaft wurde ihr nie angerechnet und theoretisch hat Sie noch eine ausstehende Rückzahlung.

Hat man noch eine Chance das jetzt noch zu korrigieren (Steuererklärung von 2015)? Die Einspruchsfrist ist ja bereits abgelaufen, es handelt sich aber eigentlich auch nicht um einen "klassischen Einspruch" da die eigentliche Erklärung ja in Ordnung war. Es fehlte lediglich die Berücksichtigung der von Amts wegen einzutragenden Werte.

Gibt es dazu vielleicht Erfahrungsberichte?

Steuern
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Niederschlagswasser Mehrfamilienhaus, Aufteilung anhand Wohnflächenanteil?

Folgender Fall:

Das Niederschlagswasser muss zwecks Abrechnung in einem 3 Parteien Haus aufgeteilt werden.

Partei A gehören 2 Einheiten und er hat laut Teilungserklärung die einfache Mehrheit in der Anlage. Eine Hausverwaltung oder eine Regelung zur Aufteilung gibt es zu diesem Zeitpunkt nicht.

Partei A informiert daher Partei B, dass er die Aufteilung des Niederschlagswassers anhand der Wohnflächenanteile durchführt. Die Recherche von Partei A hat ergeben, dass dies wohl nicht unüblich ist.

Hierfür wurden die prozentualen Anteile der Wohnflächen der einzelnen Wohneinheiten an der Gesamtwohnfläche des Objekts ermittelt. Nutzflächen (Abstellraum im Keller, Heizraum, gemeinschaftlicher Waschraum) wurden bei der Berechnung nicht mit einbezogen.

Partei B hat allerdings auch mehrere Räume im Keller (vom restlichen Keller getrennt) als wirklichen Wohnraum ausgebaut und intern durch eine Treppe verbunden (Maisonette). Daher wurden diese Räume auch zum Wohnraum dieser Partei dazugerechnet.

Die entsprechende Rechnung wurde der Stadt und auch Partei B zur Verfügung gestellt, damit alles plausibel bleibt.

Monate späte beschwert sich nun Partei B bei der Stadt, dass er die Berechnung nicht akzeptiert. Vor allem, da Gemeinschaftsräume wie Heizraum und Abstellkammern außer acht gelassen wurden.

Jetzt die große Frage: Wer hat Recht?

Müssen diese Räume tatsächlich bei der Ermittlung von Wohnflächenanteilen berücksichtigt werden? Beim Verkauf werden diese ja auch nicht als Wohnfläche, sondern als Nutzfläche berücksichtigt...

Haus, Niederschlag
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Übergabeprotokoll mit falschen Werten (ohne Unterschrift) gültig?

Also folgender Sachverhalt:

Wir haben Anfang des Jahres 2 Wohnungen in einem 3 Familien Haus gekauft. Der Verkäufer beider Wohnungen ist aktuell noch Besitzer der dritten Wohneinheit.

Da es allerdings nach dem notariellen Kauf größere Probleme mit dem Verkäufer gab und rechtliche Schritte eingeleitet wurden, wurde kein Übergabeprotokoll in unserer Anwesenheit erstellt. Wir haben für uns allerdings zum Stichtag sämtliche, für uns zugänglichen, Zählerstände (inkl. sichtbarer Zählernummer) fotografiert um den Stand zu dokumentieren.

Der Verkäufer hat nun bei den Versorgungsunternehmen ein - nur von ihm - unterschriebenes Übergabeprotokoll eingereicht, welches viel zu niedrigere Ausgangszählerstände aufweist. Diese sind schlichtweg falsch und wir haben das Dokument nie zu Gesicht bekommen.

Folglich sind nun die Abschläge bzw. die Rechnungen der Versorger deutlich (konkret 90% höher) höher als errechnet. Da fehlt bei uns natürlich die Einsicht, diese hohen Rechnungen auch zu zahlen.

Wir haben jetzt noch nicht mit den Versorgern geredet, hätten gerne aber mal eine erste Abschätzung ob der Verkäufer mit dieser Nummer durchkommt. Eine Hausverwaltung gibt es auch, die steht aber vor dem gleichen Problem.

Wie schon erwähnt können wir die Zählerstände anhand von Fotos mit Zeitstempel belegen.

VIelen Dank schonmal für eure Einschätzungen!

Gültigkeit, Übergabeprotokoll
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