Ich finde das Konzept von Michael S4 sehr überzeugend. Es geht doch darum, Kindern und Jugendlichen die Basis zu vermitteln, auf der sie für sich die richtigen Entscheidungen selbst fällen können. Da ist es wenig hilfreich, sich hinter Tabus und Scheinmoral zu verstecken. Ein anderer Punkt, der mir in mehreren Antworten auffiehl: Hier steht häufig etwas von ,,peinlicher Erektion'' als Gegenargument und dass das den Jungen nicht zuzumuten wäre. Die Frage ist, ob man die Tatsache, dass Jungen in dem Alter Erektionen haben, die sie nicht unterdrücken können, als ,,peinlich'' empfinden muss oder ob es für beide Geschlechter ein Gewinn wäre, das als Tatsache zu akzeptieren und ihm nicht diese übertriebene Bedeutung zu verleihen. Wenn alle Beteiligten verstehen, dass diese nicht bedeuten muss, dass der besagte Junge sofort über das Mädchen herfallen wird und das auch höchstwahrscheinlich gar nicht will, dann wird der Umgang mit der Sexualität und miteinander sicher lebenslang deutlich entspannter. Männer und Frauen sind unterschiedlich und haben von Natur aus unterschiedliche Körper, die unterschiedlich funktionieren. Die Natur zu verleugnen führt bestimmt nicht weiter und auch mit der Interpretation sollte man sehr vorsichtig sein. Wichtig ist, wie der Junge damit umgeht und welche Wertvorstellungen er in seinem Kopf hat. Dass andere Körperteile manchmal nicht im Einklang dazu reagieren, sollte man ihm nicht zum Vorwurf machen. Wenn das Mädchen diese Zusammenhänge versteht und lernt Jungen zu sehen, wie sie sind - als Menschen mit anderen körperlichen Funktionsweisen - dann wird sie später den anderen Mädchen einiges Voraus haben. Dadurch, dass man die Konfrontation scheut und nicht über die Unterschiede redet und sie mit unnötigen Peilichkeiten belegt, kommt es nur zu Missverständnissen und es werden unzulässige Rückschlüsse vom Körper auf den Geist gezogen. Natürlich ist es schwierig, diesen Dingen die Peinlichkeit zu nehmen, wenn sie schon einmal da ist, in diesem Falle habe ich aber den Eindruck, dass das Mädel damit klarkommen würde und sich mehr um die Sicht der anderen sorgt.

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