Der Median ist schon sehr aussagekräftig, vor allem, wenn die Verteilung der Einkommen einen "long tail" hat, d.h. wenn es ein paar wenige gibt, die wirklich viel Einkommen haben. Der Median ist gegen sowas robust, der Mittelwert würde dann zu hoch eingeschätzt und ist nicht aussagekräftig.
Letzlich ist die Frage, wie man eine Verteilung beschreiben möchte, und was man mit der Information dann macht. Am neutralsten ist sowas wie "die untersten 10% der Einkommen haben weniger als..." (unteres zehntes Perzentil) oder beliebige andere Perzentile, oder - was bei Einkommen häutig gemacht wird - die Einkommen werden relativ zum Median genommen, d.h. "X% der Leute haben weniger als die Hälte des medianen Einkommens" oder sowas. Das ist etwas greifbarer, sind aber letztlich auch Perzentile.
Statistiken pauschal abzulehnen mit Sprüchen wie "Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast", tut der Wissenschaft Unrecht. Statistik ist ein sehr mächtiges Werkzeug, mit dem man wirklich viel mach kann. Leider nehmen sich Leute wenig Zeit, die Zusammenhänge zu erklären oder verstehen zu wollen.