Ich zitiere dazu mal einfach aus unserer neuesten Meldung zum Welttag des Stotterns, der am 22. Oktober ist - weil es da so gut nachvollziehbar (hoffe ich) erklärt wird:

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Sprechen ist ein hochkomplexer Vorgang. Unser Gehirn muss dafür eine Vielzahl von Impulsen empfangen und weiterverarbeiten. „Einige dieser Abläufe sind bei stotternden Menschen beeinträchtigt. Das Gehirnareal, das für die Steuerung der Sprechmuskeln zuständig ist, wird von den anderen beteiligten Arealen nicht störungsfrei beliefert. So misslingt die Vorbereitung auf die anstehende Sprechaufgabe – der Mensch stottert“, erläutert Martin Sommer der selbst seit seiner Kindheit stottert und als Neurologe an der Uniklinik Göttingen arbeitet. Stottern lässt deshalb keine Rückschlüsse auf die Psyche, die Intelligenz, den Charakter oder die Herkunft der betroffenen Person zu.

Auch das vermeintliche Phänomen, dass jemand beim Singen nicht stottert ist darin begründet: „Singen wird von anderen Prozessen im Gehirn ausgelöst, als das Sprechen, das ja bei Stotternden beeinträchtigt ist. Deshalb stottert an sich niemand beim Singen, das ist gar nicht ungewöhnlich“.
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Quelle: www.bvss.de/welttag/2020 (Pressemitteilung)

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Gefällt mir, dass du fragst! Das ist meist besser, als sich seinen Teil zu denken. Frag aber am besten jemanden, der selbst stottert - deshalb antworte ich hier mal für "Stottern & Selbsthilfe" :-)

Stotternde wissen genau, was sie sagen wollen. Deshalb ist es für die allermeisten eher demütigend oder bevormundend, wenn man ihnen als vermeintliche Hilfe das Wort quasi abnimmt oder Sätze zu Ende spricht. Wir sagen's halt auf unsere Weise und brauchen dafür mitunter nur ein bisschen mehr Zeit.

Für das Gespräch mit einem stotternden Menschen gelten also die gleichen Spielregeln wie für jedes gute Gespräch: aufmerksam zuhören, sich aussprechen lassen, Blickkontakt halten. Nur etwas mehr Geduld und Zeit geben und mitbringen.

Wenn du den Stotternden gut kennst oder eine persönliche Beziehung zu ihm hast, dann kannst du dich auch trauen, ihn mal selbst zu fragen, wie es für ihn lieber ist.

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Durch Stottern runter gemacht - könnt Ihr mir bitte helfen?

Hallo liebe UserInnen.

Im Vorfeld: Ich bin sehr dankbar für die, die alles lesen und versuchen mir zu helfen. Danke für eure Zeit und Mühe. :)

Folgendes: Bin Stotterer seit meinem 7 Lebensjahr und war schon in etlichen Therapien. Auch habe ich viele Modifikationstechnicken ausprobiert, die auf YouTube zu finden sind.

Im Gegensatz zu meinen jungen Jahren 7-15 stottere ich nicht mehr so stark aber immerhin noch sehr oft (bin aktuell 19).

Öfters habe ich, seitdem ich wegen einer Ausbildung umgezogen bin, das Problem, dass meine neuen Schulkollegen bei der Ausbildung denken ich wäre dumm, da ich bei Stottermomenten einfach teilweise aufhöre zu sprechen oder dann irgendein sinnloses Gedöns rede, damit ich nicht vor Ihnen stottere.

Zurzeit bin ich in Ausbildung und habe morgen ein Vortrag vor der ganzen Klasse. Kenne das Thema zwar gut, habe aber keine Lust morgen zu stottern und bin am überlegen, deswegen vor dem Innerbetrieblichen Unterricht 0,25- 0,50L Vodka zu trinken, um nicht so aufgeregt zu sein bzw. das Stottern zu verhindern.

Meine neue Klasse weiß glaube ich noch nicht, dass ich stottere.

In meiner neuen Klasse melde ich zwar oft, mache gut mit, unterhalte mich auch manchmal mit den anderen und bin auch im Umgang mit meinem Stottern eigentlich selbstbewusst (habe mein volles Fachabi nach meiner FOR geschafft und mich in der FOR- und Fachabizeit sehr stark beteiligt am Unttericht, obwohl ich stark bei jedem melden gestottert habe), aber irgendwie traue ich mich in dieser Azubiklasse nicht, mein Stottern zu zeigen [ :-( ] obwohl ich eigentlich damit gut umgehen kann und auch Humor/Witze übers Stottern verstehe :D

Vielleicht liegt ja meine Angst mein Stottern den neuen Azubikollegen und Vorgesetzten zu zeigen darin, weil ich wegen der Ausbildung umgezogen bin, keinen in der neuen Stadt kenne und nicht rausfliegen will aus der Ausbildung (Ausbildung zum Sicherheitsmann).

Was würdet Ihr machen? Gibt es auch Stotterer unter den Lesern die das kennen und mir Tipps geben können?

P.S.: Ich habe auch in der Kantine neben meinen neuen Arbeitskollegen die Dame hinter der Pommes- und Wursttheke gefragt, ob die auch irgendeine Wurst aus Kuh da haben. Ich habe nicht Rind gesagt, weil ich wusste (Stottergefühl), dass ich bei Rind stottern werde. Seitdem schikanieren die mich auch etwas :-/

Ist nicht Kuh und Rind das gleiche bzw. kann man jemanden schikanieren, weil er statt Rind Kuh sagt?

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"Meine neue Klasse weiß glaube ich noch nicht, dass ich stottere." - Darin liegt ein großer Teil deiner Herausforderung. Sei offen, sagen den anderen, dass du stottertst, verlasse dich nicht darauf, dass sie es ja von selbst bemerken. Du beschreibst ja auch die Situation mit deinen Füllwörtern und die Irritation, die das bei den Kollegen auslöst. Auch das mit der "Kuh" statt "Rind" ist für dein Umfeld schneller gar kein Thema mehr, wenn sie wissen, dass du da einfach ein schwieriges gegen ein für dich leichteres Wort geswitcht hast.

Wenn du offensiv mit deinem Stottern umgehst, entmachtest du es. Wenn es kein Tabu ist, muss du dich nicht verstecken oder so viel Angst/Befürchtungen haben. Es ist wirklich so.

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Es geht

Sehen und hören :-) darin kein Problem. Viel Spaß weiterhin!

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Ratschläge zu meinem Problem?

Hello zusammen,

ich bin m, 21 und im großen und ganzen zufrieden mir meinem Leben.

Allerdings gibt es ein paar Sachen, die alle von einem Grund ausgehen und welche ich einfach überwinden möchte.

Erstmal DANKE an alle, die sich diesen Roman durchlesen und auch noch hilfreiche Ratschläge geben :)

Ich habe Probleme mit meinem Selbstbewusstsein und möchte genau das verbessern. Das ganze äißert sich in vielfacher Hinsicht. So bin ich beispielsweise nicht der schlankste, jedoch noch gerade so zufrieden und leide unter einer Art "Stottern", was ich jedoch genauer erläutern muss, da es wirklich komisch ist ^^ Es ist vielmehr die Angst davor, wodurch ich mich, vor allem bei fremden Leuten manchmal einfach nicht traue etwas, bzw viel zu reden. Durch dieses Hineinsteigern passiert es eben auch manchmal, dass ich mich verhaspel. Somit ist das ganze eher Kopfsache und kein tatsächlicher Sprachfehler. Dieses Problem hat im Laufe der Zeit außerdem zu einer leichten Sozialphobie geführt. So habe ich z.B. Schwierigkeiten fremde Leute, dementsprechend auch Mädels anzusprechen und verhalte mich manchmal einfach sehr zurückhaltend, obwohl ich das eigentlich gar nicht bin/sein möchte. Genau das zieht auch sehr stark an meinem Selbstbewusstsein. Es hat sich jedoch schon in den letzten Jahren durch Freunde, Familie und meine Ausbildung verbessert. Jedoch bin ich einfach immer noch nicht zufrieden.

Das ganze Problem äußert sich dementsprechend auch in der Partnersuche, bzw. in meinem Verhalten gegenüber interessanten Mädels.So habe ich mich bisher einfach nicht getraut den nächsten Schritt zu machen und bekomme, salopp gesagt meinen Arsch nicht hoch. Dadurch habe ich bereits einige Chancen verpasst und genau das will ich einfach nicht mehr.

Das ist meingrößtes Problem zur Zeit. Wie würdet ihr damit umgehen, bze reagieren und was könnt ihr mir auf den Weg mit geben?

Vielen Dank für alle Antworten!

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Hm, wenn dein Problem ist, dass du Angst davor hast beim Sprechen stottern zu müssen und du dann beim Sprechen tatsächlich auch stotterst, solltest du vielleicht doch mal beim Arzt eine Verordnung zur Logopädie holen und dich dort diagnostizieren lassen.

In der Tat geht es nämlich den meisten "richtigen" Stotternden auch so, dass sie aufgrund des Stotterns große Angst vor dem Sprechen - oder besser gesagt vor dem Stottern - entwickeln und dann kommt es aus dem selbst verursachten Druck heraus auch eher zu Stottersymptomen.

Von daher könnte es sich lohnen, dass du das mal abklären lasst, denn Stottern ist sehr vielfältig und es gibt viele Formen/Ausprägungen davon. Falls du tatsächlich ein Stotternder bist, kannst du dann eine auf dich abgestimmte logopädische Therapie machen, die auch deine Sprechangst behandelt. Und falls du, wie du vermutest, kein Stotternder bist hast du zumindest Sicherheit darüber erlangt und den ersten Schritt gemacht, um etwas für dich zu tun bzw. zu ändern.

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Stottern kann je nach "Tagesverfassung" unterschiedlich in Erscheinung treten, das ist wirklich so. Du hast ja schon ein paar Merkmale für dich feststellen können und dein Stottern beobachtet, was gut ist. Was ich mich frage ist:

Wurde bei dir das Stottern schon mal diagnostiziert, also von einer Logopädin oder akademischen Sprachtherapeutin und hast du evtl. schon mal eine Stottertherapie gemacht?

Denn das ist tatsächlich das, was du gegen Stottern ganz gut machen kannst. Du kannst lernen es zu vereinfachen und zu lösen oder du kannst lernen, durch eine andere Sprechweise das Stottern nicht auftreten zu lassen. Das sind Therapiemethoden bei Stottern.

(PS: Falls du als kleines Kind schon mal bei der Logopädie warst zur Sicherheit der Hinweis, dass Stottertherapie für Jugendliche und Erwachsene natürlich ganz anders funktioneirt :-)

Wichtig ist vor allem auch, dass man sich vorher gut über die Methoden informiert, damit du weiß, ob die überhaupt zu deinen Stottersymptomen passen und ob du dir überzhaupt vorstellen kannst diese Techniken im Alltag dauerhaft anzuwenden, denn die unterscheiden sich bei den verschiedenen Therapieansätzen ja.

Auf unserer Homepage www.bvss.de erfährst du im Bereich "Therapie" schon etwas mehr über die anerkannten Methoden. Du kannst aber auch gerne mal bei uns in der Beratung anrufen, das kostet nichts und da sprichst du gleich mit einer erfahrenen Stottertherapeutin, die die auch Tipps für zu Hause geben kann, also auch unabängig von einer Therapie.

Fachberatung der BVSS zu Stottertherapie & Selbsthilfe: 0221 139 1108, Sprechzeiten Do 17-20 Uhr und Fr 12-14 Uhr.

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Vielleicht war es das Buch "Selbsttherapie für Stotterer" von Malcom Fraser?

Schau mal hier: http://www.bvss-shop.de/epages/80605611.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/80605611/Categories/Buecher/Sommeraktion

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Wir kennen viele positive Erfahrungen von Stotternden damit, das Stottern bei neuen Gruppen und Gesprächspartnern zu erwähnen. Informativ für die anderen - nicht problematisierend. Und für dich selbst entspannend, weil du dann eben offen stottern kannst.

Die Mädchen werden es genau so verstehen, da würde ich mir keine Sorgen machen. Es wirkt auch oft attraktiv, wenn man selbstbewusst zu sich uns einen "Macken" steht. :-)

In der Schule auch wichtig: Durch deine Offenheit wissen auch deine Lehrkräfte Bescheid. Man darf und kann nämlich (leider) nicht davon ausgehen, dass sie Stottern (er)kennen und schon gar nicht, dass sie wissen, was das für dich beduetet oder ob und wie es dich im Unterricht einschränkt. Es wäre toll, wenn du auch ihnen gegenüber offen bist, damit ihr z.B. den Nachteilsausgleich für dich vereinbaren könnt, auf den du Anspruch hast

PS: Falls du dich mit gleichaltrigen Stotternden austauschen möchtest, dann schau mal bei www.flow-sprechgruppe.de rein.

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Es braucht zwar anfangs Überwindung, aber lass mal beim Kennenlernen locker einfließen "Ich stotter übrigens".

Sag es wie du möchtest und wie es zu dir passt. Es geht einfach darum, dass du damit von Anfang an dein Stottern nicht zum Tabu machst und selbstbewusst im Umgang damit wirkst. Das ist befreiend für dich (du versteckst nichts) und für sie (denn sie weiß ja evtl. deine Symptome erstmal nicht zu deuten).

Das Mädchen soll nicht denken "Oh nein, ein Problemtyp". Du informierst sie quasi nur über eine deiner Facetten und dann redet ihr über andere Dinge. Jedenfalls gibt's nach einem lockeren "Outing" erst mal nichts, weshalb sie blöd gucken müsste. Und wenn doch, sollte das ein Filter für dich sein, ob das Mädchen wirklich so interessant für dich ist.

Und noch ein Tipp: Übung macht den Meister. Probiere doch im Alltag schon aus, beiläufig auf dein Stottern hinzuweisen. Dann fällt es dir im entscheidenen Moment weniger schwer.

Auf geht's und alles Gute!

PS: Falls du dich mit gleichaltrigen Stotternden austauschen magst, dann schau mal auf www.flow-sprechgruppe.de vorbei. Das sind unsere jungen Gruppen, Austausch ist auch über google-hangout und WhatsApp möglich. Die "Flowies" wissen ja genau, wie es dir geht und wie sie das lösen würden oder schon gelöst haben.

PPS: Falls du dich über Behandlungsmöglichkeiten informieren möchtest, also Methoden usw., dann ruf ruhig mal bei uns an. Aber auch bei anderen Fragen rund um Stottern immer gerne :-) Telefon 0221 139 1106, www.bvss.de.

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Teils, teils... Also:

Ja, Stottern hat mit dem Gehirn zu tun. Beim Sprechen laufen ganz viele Dinge im Körper ab, zahlreiche Muskeln, Nerven usw. sind daran beteiligt, dass ein Mensch sprechen kann und damit auch daran wie er spricht. Wenn da nicht alle Rädchen ineinander greifen, hört man sich anders an als "normal".

Bei stotternden Menschen liefern die Gehinrareale, die beim Sprechvorgang "arbeiten" müssen einander nicht zuverlässig die notwendigen Signale zu, wie bei nicht stotternden Menschen. Ist das Sprechzentrum bei Stotternden weniger "aktiv". Nein. Die Gehirnareale arbeiten nur leider nicht so präzise zusammen, wie oben beschrieben.

Hast du bzw. haben Stotternde einen "Gehirnfehler"? Ist uns nicht bekannt, dass es jemals so genannt wurde. Das ist aber natürlich auch eine Frage der Definition. Was verstehst du unter "Gehirnfehler" bzw. was würde das für dich bedeuten?

Heisst das, dass du bzw. Stotternde behindert sind? Nicht wegen des Gehirns. Aber: Stottern ist als Behinderung des Sprechens anerkannt. Dass Stottern eine Behinderung ist, ist zum Beispiel wichtig für stotternde Schülerinnen und Schüler, weil sie dadurch Anspruch auf Nachteilsausgleich haben, für ihre mündlichen Leistungen.

Ob und in welchem Maß du persönlich durch dein Stottern behindert wirst, musst du selbst beurteilen. Wichtig ist auch, wenn dich dein Stottern belastet, kannst du etwas tun, damit es dir besser geht (z.B. Stottertherapie, Selbsthilfe).

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Sie dürfen es nicht. Stottern ist als Behinderung anerkannt und deshalb haben stotternde SchülerInnen Anspruch auf Nachteilsausgleich.

Dabei geht es nicht darum, dass ein Schulkind mit Behinderung weniger leisten muss, sondern darum, dass es seine Leistungen auf eine Art erbringen kann, die seiner Behinderung gerecht wird. Daher ist der Nachteilsausgleich nicht gleichzusetzen mit einer Förderung. Er dient allein der Kompensation einer Behinderung.

Dafür musst du übrigens auch keinen Ausweis für Menschen mit Behinderung vorlegen. Du musst jedoch (mit deinen Eltern) mit der Schule darüber sprechen. Eigentlich sollten die Lehrkräfte es auch von sich aus tun, aber leider weiß noch (immer) nicht jede/r, dass Stottern eine Behinderung ist und zudem kommt es häufig vor, dass es, wenn der/die SchülerIn es nicht offen anspricht, die Lehrkräfte gar nicht mitbekommen, dass man stottert (also so "richtig" stottert).

Grundvoraussetzung ist also erst einmal, dss du offen über dein Stottern sprichst mit den LerherInnen. Da es in unterschiedlichen Situationen (wie bei fast allen) unterschiedlich auftreten kann, können deine LehrerInnen ohne Infos von dir - am besten auch ergänzt von einer dich behandelnden Logopädin bzw. Logopäden - nicht einschätzen, worin die Beeinträchtigungen für dich in der Schule genau liegen und was dir als Ausgleich helfen könnte.

Also: Infos bringen, Nachteilsausgleich einfordern, Regelungen festhalten lassen (schriftlich in Schülerakte), damit alle Lehrkräfte ggf. auch VertreterInnen informiert sind und das berückstichtigen.

Wir haben auf der Website www.stottern-und-schule.de alle wichtigen Infos dazu zusammen gestellt. Die Seite solltest du dir mit deinen Eltern anschauen und auch gerne der Schule als Recherchequelle nennen. Wenn du schriftliches Infomaterial zum Mitnehmen in die Schule brauchst, kannst du das auch bei uns anfordern (kostenlos).

Also: Nur Mut - du musst (und darfst) nicht unfair benotet werden!

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Dass du wieder zur Logopädie gehen wirst ist doch schon ein guter Schritt! Weißt du, nach welchem Ansatz Stottern dort behandelt wird? Fluency Shaping oder Stottermodifikation/Nicht-Vermeidungsansatz oder eine Kombi draus?

Es ist gut, vorher über die Methoden Bescheid zu wissen, sich für eine zu entscheiden und dann den bzw. die passende/n LogopädIn oder akademische/n SprachtherapeutIn auszusuchen. Nicht jede/r bietet alle beide bzw. drei anerkannten Methoden an und natürlich gibt es auch Spezialisierungen.

Zusätzlich kanns du dich auch mit anderen jungen Stotternden austauschen - die wissen ja genau, worum es geht und vor allem wie es dir (damit) geht. Schau mal bei www.flow-sprechgruppe.de nach, das sind unsere jungen Gruppen. Ist alles kostenlos, da Selbsthilfe - ja, missachtetes Wort, aber wirklich eine gute Sache! Kannst dort auch erst einmal über deren WhatsApp-Gruppe oder im google-hangout reinschauen.

Wegen der Therapie kannst du auch mal (allein oder mit einem Elternteil) bei uns in der Fachberatung anrufen und mehr Infos über die Methoden erhalten. Kannst dabei auch Fragen klären, in der Leitung ist eine erfahrene Stottertherapeutin, die selbst übrigens auch stottert.

Durchwahl 0221 - 139 1108, Sprechzeiten:
donnerstags 17-20 Uhr --> Achtung, nicht am 11. Juni, da Feiertag in NRW
freitags 12-14 Uhr

Alles Gute und viele Grüße!

PS: Oh, noch ein Tipp bzgl. Schule: www.stottern-und-schule.de

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Ja, stottern ist eine Behinderung.

Stottern ist ganz offiziell als Behinderung anerkannt, daher haben z.B. stotternder Schulkinder Anspruch auf Nachteilsausgleich zum Erbringen ihrer mündlichen Leistungen.

Es ist also eher eine rechtliche Frage - ganz unabhängig und unbelassen davon, ob man sich selbst mit seinem Stottern nun als damit/davon behindert begreift oder nicht.

Welchen Behinderungsgrad du bei der Einstufung erwarten kannst, bemisst sich nach den vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales herausgegebenen „Versorgungsmedizinischen Grundsätzen“. Demnach beträgt der GdB bei Stottern:

leichtes Stottern: 0 - 10
mittelgradiges, situationsunabhängiges Stottern: 20
schweres Stottern, mit auffälligen Mitbewegungen: 30 - 40
Stottern mit unverständlicher Sprache: 50

In einem Nachsatz wird darauf hingewiesen, dass neben reinem Stottern „psychoreaktive einschließlich somatoformer Störungen ggf. zusätzlich zu berücksichtigen sind“. Mögliche psychische Begleiterscheinungen durch das Stottern sind daher beim Antrag mit anzuführen

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Du könntest mal bei der Selbsthilfeorganisation Stottern in Israel nachfragen. Hier der Kontakt und Infos dazu: https://www.isastutter.org/israel

Ans Herz legen möchte ich dir aber einfach auch mal einen Anruf bei uns, in Deutschalnd :-) ... Bei unserer kostenlosen telefonischen Fachberatung kannst du mit einer Fachfrau mal über deine bisherige Therapieerfahrung sprechen und vermutlich auch noch Tipps/Hinweise bekommen, was du tun kannst oder welche Möglichkeiten sich dir noch bieten.

Fachberatung zu Stottertherapie und Selbsthilfe: 0221 129 1108, donnerstags 17-20 Uhr und freitags 12-14 Uhr.

Alles Gute!

PS: "Wir", das ist die Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V. (BVSS), ein gemeinnütziger Verein, gegründet von Stotternden für Stotternde und ihre Angehörigen.

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Es gibt viele Selbsthilfegruppen und -vereinigungen, genauso unterschiedlich wie eben die Erkrankungen, Fragestellungen oder Probleme der Betroffenen sind.

Recherchieren kannst du z.B. mal hier, da geht es vor allem um Selbsthilfe von Jugendlichen bzw. jungen Heranwachsenden: https://schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de/

Und hier findest altersunabhängig Kontaktadressen von unterschiedlichsten Selbsthilfegruppen bundesweit: https://www.nakos.de/

Solltest du statt Selbsthilfe eher Seelsorge gemeint haben, wo du deine Probleme mit einem bzw. einer PsycholgIn bzw. entsprechend geschulten Leuten besprechen kannst, dann schau mal hier: https://www.nummergegenkummer.de/

Alles Gute.

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Gib dein Stottern bei der Anmeldung schon an, weil du ja den Nachteilsausgleich dafür beanspruchen kannst. Alles andere regelst du dann später mit der Schule.

Ob und in welcher Form du dein Stottern dann "belegen" musst, ist leider von Bundesland zu Bundesland und sogar von Schule zu Schule durchaus unterschiedlich. Die Schule wird dir (auf Nachfrage) sagen, ob und was sie benötigen.

Auf www.stottern-und-schule.de haben wir für Schüler, aber auch für Lehrkräfte die wichtigsten Infos rund um das Thema zusammengestellt. Schau mal rein und gibt den Tipp gerne auch an die Schule weiter, falls da Bedarf ist.

Unter "Nachteilsausgleich" kannst du auf der Website auch nach den Infos für dein Bundesland schauen - aber, bitte, trotzdem bei der Schule fragen, welche Regelungen sie tatächlich haben (da es eben unterschiedlich ist).

Ein Attest kann übrigens nur ein Arzt oder ein Ärztin ausstellen. Das wär für Stottern dann z.B. ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder ein Phoniater. Logopäden sind keine Ärzte, daher geht ein offizielles Attest dort nicht.

Allerdings ist es meist gut, wenn du bei benötigten Unterlagen zusätzlich eine Stellungnahme deines Logpäden für den Nachteilsausgleich einreichst. Er behandelt dich und kennt dein Stottern ja gut, kann also in der Stellungnahme auch besser als ein Arzt (der dich vermutlich erstmals für das Attest trifft) verdeutlichen, in welcher Weise sich dein Stottern äußert und evtl. in unterschiedlichen Situationen verändert und wie dich das in der Schule beeinträchtigt und was dir helfen könnte.

Alles Gute!

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Stottern kann an sich in jedem Alter gut behandelt werden. Die meisten Kinder "verlieren" ihr Stottern wieder, allerdings kann man nicht vorhersagen, bei welchem Kind das so sein wird und bei welchem nicht. Daher empfiehlt es sich, dass Eltern frühzeitig z.B. eine Beratung bei Logopäden oder akademischen Sprachtherapeuten nutzen, damit sie ihr Kind unterstützen können.

Nach der Pubertät ist eine vollständige Heilung leider sehr selten. Das bezieht sich auf die dauerhafte, garantierte "Abwesenheit" des Stotterns. Dennoch muss man nicht unter "sowas" leiden, denn - wie gesagt - Stottern ist gut behandelbar, d.h. du kannst z.B. durch Sprechtechniken verhindern, dass du stotterst oder durch Stottermodifikation lernen, wie du leichter und wendiger "störend" stotterst, so dass es dich nicht belastet.

Wichtig ist, sich gut über anerkannte, erprobte Methoden zu informieren, damit man besser das passende für sich findet. "Rückfälle" sind aber auch dann häufig, man braucht Geduld und Kraft, eine gute Stottertherapei braucht einfach Zeit und ein Nachsorgeprogramm bzw. zum Auffrischen.

Augenmerk sollte auch auf die Desensibilisierung gesetzt werden. Dabei arbeitet man mit der Therapeutin an der eigenen Einstellung und den Gefühlen seinem Stottern gegenüber.

Es gibt eine aktuell PDF-Broschüre, die dir Ursachen(forschung), Verlauf und Therapiemethoden usw. ausführlich erklären kann:

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/049-013p_S3_Redeflusstoerungen_2018-05-verlaengert.pdf

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Eine sehr pauschale Frage, die nicht pauschal beantwortet werden kann. Zudem wäre interessant zu wissen, wie alt du bist (falls du selbst stotterst) bzw. und ob es bereits Therapieversuche oder ähnliches gab.

Was man allgemein sagen, um deine Frage doch bestmmöglich zu beantworten ist folgendes:

Viele Stotternde (Jugendliche und Erwachsene) brauchen eine Reihe von Versuchen und ein Ausprobieren mehrerer therapeutischer Angebote, bis sie eine für sich längerfristig befriedigende Behandlungsmöglichkeit finden.

Es haben sich aber zwei Hauptrichtungen entwickelt, auf denen die meisten Angebote der qualifizierten Stottertherapie basieren und die inzwischen auch miteinander kombiniert werden können. Sie werden in der Regel in Praxen für Logopädie oder akademischer Sprachtherapie ambulant durchgeführt oder stationär in speziellen Einrichtungen. Die Richtungen heißen "Fluency Shaping" und "Stottermodifikation", unter www.bvss.de/therapie findest du Details dazu.

Eine gute Stottertherapie braucht jedenfalls immer Zeit! Auch die beiden oben genannten Behandlungswege erfordern mehrmonatiges Üben und oft jahrelange Nachsorge.

PS: Wir, das ist die Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V. (BVSS), ein gemeinnütziger Verein, gegründet von Stotternden für Stotternde. Wir klären über Stottern und die Möglichkeiten von Selbsthilfe und Therapie auf.

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Hallo,

die pauschal beste Therapie(methode), die jedem stotternden Menschen gleich gut hilft gibt es nicht, aber auf jeden Fall braucht eine gute Stottertherapie Zeit.

Stottern ist recht individuell und die Behandlung muss zu deinem Stottern und zu dir selbst passen - auch, damit dir z.B. das Übertragen von in der Therapie gelernten Techniken in den Alltag gut gelingt.

Es gibt derzeit zwei anerkannte Hauptrichtungen der Stottertherapie, die auch miteinander kombiniert werden können. Diese Therapien werden übrigens in der Regel von der Krankenkasse bezahlt, ab 18 Jahren musst du einen Anteil zur Verordnung beitragen. Bei stationären Behandlungen wird die Therapie von der Kasse übernommen, du musst für Unterkunft und Verpflegung zahlen.

Zu den Methoden:
Bei der einen (Fluency Shaping genannt) veränderst du deine Sprechweise komplett, so dass Stottern gar nicht auftreten kann. Bei der anderen (Stottermodifikation oder auch Nicht-Vermeidungs-Ansatz genannt) lernst du die Stottermomente zu verändern und zu kontrollieren. Weitere Infos dazu findest du bei uns unter www.bvss.de/therapie

Bei beiden sollte es auch um Desensibilisierung gehen und ebenso wichtig ist ein geregeltes Nachsorgeprogramm, zum Auffrischen und auch für "Rückfälle" (denn die sind üblich, darüber muss man offen sprechen).

Falls du Instagram nutzt, dann schau mal in die FAQ des Kanals "lv_ost", dort erklärt ein Stotternder die Methoden mit einem kurzen Video ganz gut.

Also: 1) Über Methoden informieren, damit du weißt, ob du dir vorstellen kannst, diese anzunehmen und umzustzen. Dann erst 2) den Therapieanbieter suchen, der nach dieser Methode vorgeht. Dazu haben wir auf der Homepage auch Tipps.

Und noch ein Heinweis: Du kannst gerne bei unserer kostenfreien Fachberatung anrufen. Da sprichst du mit einer erfahrenen Therapeutin, kannst ins Detail gehen und sie erklärt dir alles.

Fachberatung der BVSS: 0221 139 1108,
donnerstags 17-20 Uhr, freitags 12-14 Uhr.

Alles Gute!

PS: "Wir", das ist übrigens die Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V. (BVSS), ein gemeinnütziger Verein, gegründet von Stotternden für Stotternde.

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Hallo, du hast recht, eigentlich stottert man nicht, weil man schüchtern ist. Eher wird man zurückhaltender, weil man aufgrund seines Stotterns z.B. ausgegrenzt wurde oder sich für seine Art des Sprechens in der Öffentlichkeit schämt.

Du schilderst es jetzt anders herum. Ob du stotterst im Sinne der bekannten Redeflussstörung, die als Sprechbehinderung anerkannt ist, solltest du auf jeden Fall diagnostizieren lassen, damit - wenn der Bedarf besteht - eine Behandlung erfolgen kann. Dein Hausarzt sollte dir dafür eine Verordnung ausstellen ebenso für die logoädische Therapie.

Stottern tritt bei den allermeisten Betroffenen bereits in der frühen Kindheit erstmals auf. Du schreibst zwar nicht, wie alt du bist, aber natürlich wirst du älter als 3-5 Jahre sein :-) Von daher noch einmal der Rat: Lass dich fachlich beraten, damit du weißt, woran du bist und entscheiden kannst, ob du am Stottern gezielt etwas tun kannst (und willst) und/oder ob es mit deinen bereits bekannten Diagnosen zusammenhängt.

Alles Gute!

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