Bin ich normal oder ist es die Gesellschaft?

Ich brauche keine anderen Menschen. Ich empfinde schon starke Empathie für andere Menschen und bin hilfsbereit und helfe jedem Menschen in Not. Dennoch bin ich eine Art Misanthrop. Ich hasse Menschen zwar nicht, aber mir ist irgendwie vieles egal was die Menschheit betrifft. Ob z.B. die Erde untergeht und alle Menschen mit ihr oder ob durch die demografische Lage nach und nach ein Volk ausstirbt ist mir völlig egal. Für mich sind Menschen in erster Linie hochentwickelte Tiere. Das Schicksal einzelner kann mich schon mitnehmen aber die Menschheit und vorallem die Gesellschaft lehne ich prinzipiell ab, ich hasse mich und andere aber nicht direkt, ich habe eher eine gewisse Gleichgültigkeit. Ich bin allerdings nicht unglücklich, das einzige was mich stört ist die Gesellschaft und dass ich durch sie nicht wirklich frei sein kann. Meine gesamte Energie wende ich dafür auf zur Gesellschaft zu passen und nicht um mein Leben selbst zu leben. Man ist abhängig vom Job, man muss einen Partner wollen um als normal zu gelten, man muss Kinder wollen um normal zu gelten usw. Ich passe scheinbar nicht in die Gesellschaft. Ich will keinen Partner, ich will keine Kinder und ich brauche auch nichts um glücklich zu sein, das kann ich immer, auch in einem 1m² großen Raum. Ein reales Gefängnis wäre für mich kein wirkliches, da mein Geist dort frei ist, aber die Gesellschaft ist für mich ein Gefängnis. Ich brauche keine Luxusgüter, ich gucke kein Fernsehen, ich kaufe mir nichts und ich gehe nicht gern weg oder verlasse meine Wohnung. Ich liebe die Ruhe und die Einsamkeit. Da bin ich vollkommen glücklich. Der Kontakt mit anderen Menschen stresst mich nur. Es ist anstrengend und bringt mir nichts. Ich brauche nichts und niemanden. Das einzige was ich doch von anderen Menschen brauche ist scheinbar Sex. Denn dieser Trieb ist in mir vorhanden (ich bin männlich). Das ist das einzige Problem. Ich würde aber auch keine Beziehung wollen, weil sie mir außer Sex nichts bringt. Das klingt vielleicht hart, aber nur unter der Moral der Gesellschaft, die ich oft nicht teile. Ich bin eigentlich der Meinung, dass ich normal bin und die meisten Menschen nicht, aber da wird mir ja kaum jemand zustimmen. Für mich ist es z.B. total weltfremd eine Heirat als etwas Erstrebenswertes anzusehen oder zu denken, dass man etwas erreichen muss oder einen Partner braucht um glücklich zu sein. Weil Glück kommt ja aus einem selbst und nicht von außen. Daher verstehe ich scheinbar die Menschen nicht und aus diesem Unverständnis scheint meine Ablehnung zu kommen. Am liebsten würde ich einfach aussteigen aus der Gesellschaft, aber leicht ist das scheinbar nicht. Ich hasse all diese Abhängigkeiten.

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Ich denke, dass du damit nicht alleine bist. Bestimmt gibt es sogar viele Menschen, denen das "System" eigentlich nicht passt, die aber dennoch "mitmachen" um nicht "desozialisiert" zu werden. Von daher hast du Mut! Ich teile zwar nicht alle Ansichten, aber vor allem, dass man sich "durch die Gesellschaft nicht frei fühlt", kann ich durchaus verstehen, weils mir auch so geht. Passt man nicht ins Muster, wird man merkwürdig beäugt. Lass dich nicht verunsichern und mach, wozu du Lust hast. (Auch wenn ich nicht glaube, dass ein Mensch ganz allein zufrieden/für immer glücklich sein kann). LG

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