Es hilft jetzt nicht mehr viel, im Nachhinein zu überlegen, was man hätte besser machen können (z.B. Einzelveranlagung prüfen).

Bei mir ist es zwar anders herum (ich bin in der Kirche, meine Frau nicht), aber ich empfinde die Berechnung der Kirchensteuer auch jedes Jahr als ungerecht. Was die Steuer auf die Abfindung angeht, bleibt nur noch der schon von Ernsterwin empfohlene Weg der 50%igen Teilerstattung.

Einem solchen Antrag muss die Kirche allerdings nicht unbedingt zustimmen! Unterschiedliche Erfahrungen mit diesem Teilerlass findest Du hier in den Kommentaren: http://der-privatier.com/steuerplanung-teil-3/

Gruß, Peter Ranning

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In der Familienversicherung kann man auch dann versichert werden, wenn man nebenberuflich selbständig ist. Dazu dürfen nicht mehr als 20 Std./Woche anfallen und die Einkünfte dürfen nicht die Hauptquelle zur Bestreitung des Lebensunterhalts darstellen. Sprich: Es muss klar sein, wovon man ansonsten lebt!

Die gesamten Einkünfte des Familienversicherten dürfen 405 Euro/Monat nicht überschreiten. Dazu zählen auch Einkünfte aus Kapitalanlagen (Zinsen, Dividenden), Vermietung und Verpachtung und eben auch aus der selbständigen Tätigkeit. Bei dieser selbständigen Tätigkeit zählt dann immer der Gewinn, also das Ergebnis der Einnahmen/Überschuss-Rechnung (EÜR).

Ausnahme: Geringfügig Beschäftigte (Minijob) dürfen max. 450 Euro verdienen.

Gruß, Peter Ranning

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Eine Abfindung wird NIE auf ALG1 angerechnet! Egal aus welchen Gründen sie gezahlt wurde. Das Einzige, was passieren kann, ist eine Ruhezeit. Dabei wird das ALG1 aber nur verschoben. D.h. auch dann gibt es nicht weniger und auch nicht kürzer, sondern nur später.

Aber auch eine Ruhezeit kommt hier wegen Einhaltung der Kündigungsfrist nicht in Betracht. Also: Keine Sorge machen!

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Abfindungen können unter gewissen Voraussetzungen nach der sog. Fünftelregel besteuert werden (s. z.B.: http://der-privatier.com/kap-3-3-1-die-fuenftelregel ). Das wirkt in etwa so, als ob die Abfindung auf fünf Jahre verteilt würde. Dazu muss aber die Höhe der Abfindung und die bisherigen Einkünfte im richtigen Verhältnis stehen (Stichwort: "Zusammenballung").

Ob diese Voraussetzungen vorliegen, wird das Finanzamt bei der Steuererklärung prüfen. Um die Steuer zu reduzieren, könnte man im laufenden Jahr noch versuchen, die anderen Einkünfte so gering wie möglich zu halten (oder zu verschieben).

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Ich würde mir lieber noch einmal überlegen, ob ich denn die Kleinunternehmerregelung wirklich unbedingt haben möchte!

Einerseits läuft man ständig Gefahr, die Grenzen zu überschreiten, andererseits bist Du mit der Regelung aber auch nicht berechtigt, die Vorsteuer abzuziehen! Und vielleicht fallen ja auch bei einer Künstlerin Kosten für die Beschaffung von Werkzeug und Materialien an, oder? Auch bei allen anderen Kosten für Atelier, Ausstellungen, Werbung, Flyer, Buchführung und Steuerberatung, Computer und Telefon, etc. fällt in der Regel Umsatzsteuer an, die Du ohne diese Regelung erstattet bekommst.

Und wenn Du vielleicht Deine Werke auch mal an andere Unternehmer verkaufst, sind diese wieder ganz froh, wenn sie die enthaltene Umsatzsteuer erst einmal vernünftig verbuchen können und sich anschließend erstatten lassen können. Es soll Unternehmer geben, die bei einer Rechnung ohne MwSt. lieber auf den Kauf verzichten (Begründung: s.o.).

Gruß, Peter Ranning

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Alte Börsenweisheit: "Es gibt keinen free lunch" ! Will heißen, solche Gelegenheit, wie von Dir erhofft, gibt es nicht.

Die Erklärung in diesem Fall: Du hast das Bezugsverhältnis von 10:1 übersehen, d.h. Du musst 10 Optionsscheine besitzen, um eine Aktie verkaufen zu dürfen. Mit Deinen Zahlen also: 10*0,56 = 5,60 Euro. Zzgl. des Aktien-Kurses von 31,63 kommst Du dann auf deutlich über 35 Euro. Und das ist dann wieder völlig normal.

Gruß, Peter Ranning

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Vorweg möchte ich schon einmal betonen, dass ich mich weder mit dem öffentlichen Dienst. noch mit besonderen Regeln für Schwerbehinderte auskenne. Dennoch möchte ich kurz meine Erkenntnisse beitragen:

Es gibt in der Tat den weitverbreiteten "Kurs" für eine Abfindung von 0,5 Gehälter pro Beschäftigungsjahr. ABER...

  • Das ist eher als untere Grenze anzusehen und wird gerne vom AG als Einstieg in Verhandlungen angeboten.
  • Eine Freistellung ist unabhängig davon zu betrachten.

Letztlich ist und bleibt es Verhandlungssache und es ist immer die Frage, wer die besseren Karten hat. Dabei wäre sicher auch noch interessant (und ggfs. bei der Abfindung zu berücksichtigen) wie alt der Fragesteller eigentlich ist. Und in diesem Zusammenhang: Wie hoch seine Chance und sein Wille ist, einen anderen Arbeitsplatz zu finden ?

Was ich gar nicht verstehe, ist die Aussage des AG-Anwalts, dass bei Nicht-Unterzeichnung eben geklagt werde ?! Gegen was will er denn klagen ?
Oder ist das so gemeint, dass der AG dann "normal" kündigt und der AN dann eben klagen muss, wenn er eine (höhere) Abfindung haben möchte.

Auch wenn der Druck der Entscheidung jetzt erst einmal im Vordergrund steht, sollte auch immer bedacht werden, wie denn die Zukunft aussehen könnte. Welche Auswirkung hat der Jobverlust ? Chancen auf dem Arbeitsmarkt ? Altervorsorge? usw.

Und nicht vergessen: Von einer schönen hohen Abfindung können u.U. hohe Steuern abgezogen werden Bei einer Abfindung unterstellt darüberhinaus das Arbeitsamt auch in fast allen Fällen das aktive Mitwirken des AN und verhängt eine Sperre von (meist) 3 Monaten. Ja nach Lage der Dinge kann auch noch eine Ruhefrist verordnet werden, in der erst einmal die Abfindung "aufgebraucht" werden muss, bevor ALG I gezahlt wird. (bitte 'mal in mein Profil schauen - da habe ich noch etwas mehr zu meinen eigenen Erfahrungen geschrieben).

Abschliessend noch einmal zurück zur Frage: Die Höhe der Abfindung ist reine Verhandlungssache. Unter einem Monatsgehalt würde ich selber kein Angebot machen. Eher mehr. Nach oben wird die Luft allerdings immer dünner. Andererseits habe ich gerade heute eine Nachricht gelesen, dass Vodafone Abfindungen von bis zu 2,4 Gehältern anbietet.

Wie es auch immer ausgeht... ich wünsche vil Erfolg !

Gruß, Peter Ranning

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Zur Beantwortung der Frage fehlt vor allen Dingen die Angabe der Steuerklasse, Anzahl der Kinder, Freibeträge, usw. Aber wenn ich einfach einmal Steuerklasse III voraussetze, sehen mir die Zahlen ganz danach aus, als wenn die Abfindung ganz normal (wie Brutto-Gehalt) berechnet worden wäre. Und das wäre auch vollkommen korrekt so, denn für die Anwendung der Fünftelregel liegen dem AG keine plausiblen Gründe vor und nach Deinen eigenen Angaben (Nachtrag) wird sie wohl auch letztlich nicht zur Anwendung kommen.

Gebe Deine Daten einmal alle vollständig in einen Brutto/Netto-Rechner ein (z.B. hier: http://www.brutto-netto-rechner.info ). Ich denke, dann wird das Ergebnis schon eher passen. Wenn es nicht exakt stimmt. könnte es vielleicht noch sein, dass Dein AG bereits die Jahressteuer berechnet hat, also einen internen Jahressteuerausgleich durchgeführt hat. Aber die Fünftelregel hat er wohl nicht angewandt. Dann sähen die Zahlen anders aus.

Gruß, Peter Ranning

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Eine steuerliche Beratung kann ich Dir nicht anbieten, denn das können und dürfen nur Steuerberater. Aber ich kann gerne ganz allgemein ein paar Steuergesetze erläutern.

Da wäre also zunächst einmal die Fünftelregel und der Zahlungstermin für die Abfindung. Die Fünftelregel wird nur dann angewandt, wenn sich eine "Zusammenballung der Einkünfte" ergibt. Heisst im Klartext: Nur dann, wenn sich aufgrund der Abfindung ein höheres Einkommen ergibt, als normal. Beispiel: Wer normal ein Jahresgehalt von 60.000 Euro hat und zusammen mit seinem letzten Dezember-Gehalt eine Abfindung von 40.000 erhält, hat also insgesamt 100.000 Euro. Mehr als "normal". Daher Fünftelregel.

Erhält er diese Abfindung aber erst im Januar nach dem Ausscheiden aus seiner Firma und hat sonst keine weiteren Einkünfte, so hat er in diesem Jahr also nur 40.000 Euro Einkünfte (nämlich die Abfindung). Dies ist aber nicht mehr als normal. Daher keine Fünftelregel.

Ob und wann es ALG I gibt, hängt u.a. davon ab, wer gekündigt hat und ob die Kündigungs-Fristen eingehalten worden sind. Dies ist bei einer Abfindung oft nicht der Fall, denn warum sollte der AG sonst eine Abfindung zahlen ? Hier ist dann u.U. mit Sperr- und Ruhezeiten zu rechnen, in denen die Agentur für Arbeit keine Leistung erbringt. Auch nicht für Krankenkasse !

Wenn es denn ALG I gibt, ist es selber steuerfrei. Es erhöht allerdings aufgrund des Progressionsvorbehaltes den Steuersatz. Eine eigene Steuerklasse o.ä. gibt es aber nicht.

Insgesamt sind die Fragen, die sich im Zusammenhang mit einer Abfindung ergeben, sehr vielfältig und ich kann nur empfehlen, sich rechtzeitig umfassend zu informieren. Ich sage dies aus eigener Erfahrung (s. auch Profil), denn ansonsten kann man viel Lehrgeld bezahlen.

Gruß, Peter Ranning

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Ich bin jetzt seit fast 2 Jahren Privatier und lebe nur von meinen Kapitalerträgen (mehr in meinem Profil) und kann daher direkt aus der Praxis berichten.

Ich bin freiwillig bei der Techniker-Kasse versichert und zahle im Augenblick noch einen Beitrag gemäß der gesetzlich festgelegten Mindestgrenze von 898,33 Euro/Monat. Das macht dann bei mir inkl. PV ca. 155 Euro.

Aber das auch nur deswegen, weil ich infolge eines Verlustvortrages in diesem Jahr noch relativ wenig Kapitalerträge habe. Das wird sich spätestens nächstes Jahr ändern. Dann werde ich den "normalen" Satz von 14,9% (zzgl. PV) für Kapitalerträge bezahlen müssen. Allerdings nur bis zu einer Höhe von derzeit 3.937,50 Euro monatlich (Beitragsbemessungsgrenze).

Grundlage für die Beitragsberechnung sind immer die Bruttobeträge und als Nachweis gilt in der Regel der Einkommensteuer-Bescheid. Wenn dort keine Einkünfte auftauchen, wirst Du schon irgendwie glaubhaft nachweisen müssen, wie Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest.

Aber ich würde mir auch einmal überlegen (bzw. durchrechnen), ob es wirklich sinnvoll ist, die "Abgeltungs"-Steuer wirklich so anzuwenden, wie es der Name suggeriert und wie Du es anscheinend momentan praktizierst oder vor hast: Nämlich mit der "abgeltenden" Wirkung. Heisst: "Steuer wird von der Bank einbehalten, damit ist alles abgegolten und Steuererklärung ist nicht mehr erforderlich."

Oft sprechen schon einige Sonderfälle dagegen, in denen eben doch eine Steuererklärung notwendig ist. In Deinem Fall könnte es aber allein die Höhe der Einkünfte sinnvoll erscheinen lassen, einmal darüber nachzudenken. Bei z.B. 1000 Euro Brutto Kapitalerträge pro Monat kommen im Jahr nur 12.000 Euro zusammen. Und die sind (bei Verheirateten) komplett steuerfrei. D.h. Du würdest durch die Erklärung Deiner Kapitalerträge in der Steuererklärung Deine bereits gezahlte Abgeltungssteuer komplett wieder bekommen.

Als Lediger sind nur 8000 Euro/Jahr steuerfrei, aber hier wäre dann der Steuersatz sicher niedriger als die 25% bei der Abgeltungssteuer. Also auch hier eine Rückzahlung so gut wie sicher.

Ob dies nun eine "beruhigende" Antwort war, weiss ich nicht. Aber vielleicht hat sie ja schon ein bisschen weiter geholfen,

Gruß, Peter Ranning

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Ich habe meine eigene Abfindung auch auf das Folgejahr verschoben (näheres siehe Profil) und ich würde Dir - wenn Du die Möglichkeit dazu hast, in jedem Fall auch dazu raten. Selbst, wenn es die 5tel-Regelung nicht gibt, verteilst Du dein EK auf zwei Jahre und senkst damit die Steuer-Progression. Also: Zu A): Ja !

Zu B): Eine Zusammenballung von Einkünften liegt dann vor, wenn man durch die Abfindung mehr Geld bekommt, als man bei der Fortsetzung des Dienstverhältnisses erhalten hätte. An dieser Formulierung sieht man schon, dass es auf das theoretische Gehalt ankommt. Es dürfte also knapp werden mit der 5tel-Regel! Versuchen kann man es aber trotzdem. Von daher: In jedem Fall die Verschiebung ins Folgejahre wählen und dann 5tel Regel beantragen.

Zu C): Ich habe im Jahr der Aufhebung meines Vertrages einen Rürup Vertrag abgeschlossen und bereits den ersten Beitrag eingezahlt. Im Folgejahr (mit Abfindung) habe ich dann den maximal steuer-relevanten Beitrag (40k) eingezahlt und damit meine Steuern ganz ordentlich reduziert (Steuer-Bescheid noch offen...). Ob das für Dich ein sinnvoller Weg ist, möchte ich nicht beantworten. In meinem Fall (damals 56 Jahre) habe ich es für richtig erachtet.

Zu D): Eine grobe Aussage über die Höhe der Steuer kann man sicher am einfachsten über verschiedene Abfindungsrechner im Internet bekommen.

Viel Erfolg und eine schöne Reise !

Gruß, Peter Ranning

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