Fünftel-Regelung (Steuern, Abfindung). Ist meine Verdienstabrechnung korrekt?

5 Antworten

Ob die Fünftelregelung hier anwendbar ist und was dann herauskommt, lässt sich anhand dieser Daten auch noch nicht sagen (siehe Deinen eigenen Nachtrag).

Lade am besten den Abfindungsrechner von http://www.abfindunginfo.de/abfindungsrechner.html herunter, dort kannst Du auch genau erkennen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit die Fünftelregelung angewendet werden kann.

Vielen Dank! Leider habe ich bislang noch keinen Rechner gefunden, der sowohl den Vorjahresvergleich als auch die Eingabe von Lohnersatzleistungen anbietet. Es ist immer nur ein von beiden vorhanden.

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Zur Beantwortung der Frage fehlt vor allen Dingen die Angabe der Steuerklasse, Anzahl der Kinder, Freibeträge, usw. Aber wenn ich einfach einmal Steuerklasse III voraussetze, sehen mir die Zahlen ganz danach aus, als wenn die Abfindung ganz normal (wie Brutto-Gehalt) berechnet worden wäre. Und das wäre auch vollkommen korrekt so, denn für die Anwendung der Fünftelregel liegen dem AG keine plausiblen Gründe vor und nach Deinen eigenen Angaben (Nachtrag) wird sie wohl auch letztlich nicht zur Anwendung kommen.

Gebe Deine Daten einmal alle vollständig in einen Brutto/Netto-Rechner ein (z.B. hier: http://www.brutto-netto-rechner.info ). Ich denke, dann wird das Ergebnis schon eher passen. Wenn es nicht exakt stimmt. könnte es vielleicht noch sein, dass Dein AG bereits die Jahressteuer berechnet hat, also einen internen Jahressteuerausgleich durchgeführt hat. Aber die Fünftelregel hat er wohl nicht angewandt. Dann sähen die Zahlen anders aus.

Gruß, Peter Ranning

Herzlichen Dank!

SK 1, keine Kinder, keine Freibeträge.

Ich habe Gehalt und Abfindung jetzt einmal getrennt in den Rechner gegeben. Die Steuern (LSt, Soli, KSt) liegen ca. 260 EUR über denen auf meiner Verdienstabrechnung. (Hätte ich Gehalt und Abfindung in einer Summe in den Rechner gegeben, wäre die Differenz sogar EUR 1250 gewesen).

Kann man sagen, ob die Differenz iHv EUR 260 in der Größenordnung liegt, die durch einen internen Jahressteuerausgleich zu erklären ist?

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Mir ist gerade noch ein weiterer Grund eingefallen, der den Unterschied zwischen den Online-Rechnern und den tatsächlich abgeführten Steuern erklären könnte:

Die meisten Online-Rechner fragen nach dem zu versteuernden Einkommen! Das müssen sie auch, denn nur darauf kann man die Steuer berechnen. Das ist aber nicht das Brutto-Gehalt. Das zu verst. Einkommen ist in der Regel geringer als das Brutto-Gehalt, da immer noch einiges abgezogen werden kann. Und seien es nur Standard-Pauschalen und Freibeträge (z.B. Arbeitn.-FB, Sparer-FB, Werb.Kosten-Pauschale, Vorsorge-Pauschale). Gibt man also das Brutto-Gehalt ein, sind die berechneten Steuer tendenziell höher als sie beim zu verst. Einkommen wären.

Gruß, Peter Ranning

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Ich unterstelle, daß die sonstigen allgemeinen Voraussetzungen für die Fünftelregelung erfüllt sind; hier ist auf den Auflösungsvertrag zu verweisen; dort können gelegentlich Fallen lauern...

Es wurde wahrscheinlich normal versteuert, da der AG sonst gewisse aufwendigen Feststellungen machen müsste bzw. nicht 6 Monate in die Zukunft schauen kann, welche Einkünfte noch berücksichtigt werden müssen.

Zudem müsste die Fünftelbesteuerung auf Deiner Abrechnung ersichtlich sein; wenn das nicht separat alles ausgewiesen ist (Steuerbeträge) dann ist sie nicht angewendet worden.

Prüfung 1:

Die Abfindung übersteigt nicht dein fiktives Restgehalt 2. Halbjahr - daher keine Zusammenballung

In diesem Fall:

Prüfung 2:

Gehalt 1. Halbjahr + Abfindung + ALG-I + sonstige Einkünfte, die Du nicht gehabt hättest, wenn Du dort weiter gearbeitet hättest müssen den Jahresbetrag des Vorjahres übersteigen (Vorjahr wird herangezogen wenn es nicht außergewöhnlich hoch oder niedriger war - z. B. wenn das Gehalt diesen Jahres = Vorjahresgehalt + Lohnerhöung wäre).

Hier könnte bei Prüfung 2 eine Zusammenballung vorliegen.

Du solltest bei der Einkommensteuererklärung die Fünftelbesteuerung beantragen - das FA wird das entsprechend ermitteln.

Die zuviel einbehaltene Steuer erhälst Du dann zurück, wenn die Fünftelregelung aufgrund der Zusammenballung greifen sollte.

Folgende Einnahmen sind bei Prüfung 2 anzusetzen:

  • Gehalt aus dem bisherigen Arbeitsverhältnis bis zum Zeitpunkt der Auflösung
  • Abfindung (bis 2005 einschließlich des Steuerfreibetrages)
  • Pauschal besteuerte Arbeitgeberleistungen nach dem Ausscheiden, z. B. Beiträge zu einer Direktversicherung
  • Arbeitslosengeld
  • (vorgezogene) Betriebsrente
  • Gehalt aus einem neuen Arbeitsverhältnis
  • Einkünfte aus einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit Kapitaleinkünfte aus der Anlage der Abfindung

Zur Vergleichsrechnung noch:

Für das fiktive Jahreseinkommen ist grundsätzlich abzustellen auf die Einkünfte des Vorjahres.

Beim aktuellen Jahreseinkommen werden alle Einnahmen mit erfasst, die Sie bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses sonst nicht erzielt hätten (BMF-Schreiben vom 24.5.2004, BStBl. 2004 I S. 505, Tz. 11 ff.; BFH-Urteil vom 4.3.1998, BStBl. 1998 II S. 787).

Der Begriff "Einkünfte" setzt voraus, dass die Werbungskosten vom Bruttoarbeistlohn abgezogen wurden.

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@DerSchopenhauer

"(bis 2005 einschließlich des Steuerfreibetrages)" ist natürlich zu streichen, da es diesen seit 2006 nicht mehr gibt...

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