Ich denke, dass heutzutage zu viele Leute:

  1. den Buchkauf als haptische Erfahrung nicht mehr zu schätzen wissen
  2. viel zu faul geworden sind und sich deshalb von Amazon einreden lassen, es ginge bei ihnen alles viel schneller, bequemer und günstiger
  3. sich nicht mehr das geringste Bisschen um den erhalt der örtlichen Händlerstruktur kümmern

Vor Ort in einer Buchhandlung kann ich das Buch direkt in die Hand nehmen, kann es mir ansehen und auch kurz anlesen, ob es mir überhaupt sprachlich und inhaltlich gefällt. Wenn ich nicht sicher bin, ob ein Buch im Laden vorhanden ist, rufe ich einfach kurz vorher an und frage nach. Wenn es nicht da sein sollte, kann ich es problemlos telefonsich bestellen, in der Regel ist das Buch dann am nächsten Tag da. Außerdem bieten mittlerweile auch viele Buchhandlungen einen umfangreichen Katalog mit Bestellmöglichkeit und persönlichem Empfehlungen auf ihren Homepages an. Oft habe ich vor Ort auch die Möglichkeit, ein Buch zur Ansicht kommen zu lassen, das heißt, es wird für mich bestellt, ich sehe es mir an, und wenn es mir nicht gefällt, muss ich es auch nicht kaufen. Falls ich keine Zeit habe, das Buch abzuholen, wird es mir einfach von der Buchhandlung nach Hause geschickt, häufig auch portofrei. Ich persönlich mag das allerdings nicht, denn wenn ich in der Buchhandlung bin, entdecke ich meist auch noch andere interessante Bücher, auf die ich selber gar nicht gekommen wäre. Und wenn man öfter in derselben Buchhandlung kauft, kennen einen die Mitarbeiter irgendwann und haben prompt Bücher, die zum eigenen Geschmack passen, parat. Wenn ich in meine Stammbuchhandlung komme, heißt es schon oft "Ach, da kam letztens ein Buch rein, das könnte Ihnen gefallen". Und so ist es dann meist auch. Ich lasse mich auch sehr gerne von den Leuten vor Ort beraten, wenn ich Geschenke suche, und meist wird mir das Buch dann gleich noch gratis als Geschenk verpackt. Und weil Bücher in Deutschland gesetzlich gebundene Ladenpreise haben, bekommt man sie bei Amazon auch NICHT günstiger als im Laden vor Ort.

Ich jedenfalls liebe Bücher viel zu sehr, als dass ich mein Geld einem unpersönlichen Moloch wie Amazon in den Rachen werfen würde. So tu ich gleich noch was dafür, dass in meinem Ort Arbeitsplätze erhalten bleiben und die Vielfalt der Geschäfte nicht leidet.

Aber offenbar sitzen die Leute lieber zuhause vorm Rechner oder Fernseher auf ihrem Bratarsch und stehen nur auf, wenn der Postbote klingelt.

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Wenn Du eine kompetente Antwort willst, dann verlass Dich nicht auf ungeprüfte Antworten von irgendwelchen Internet-Usern, ruf in einer Apotheke an und frag da nach. Bei Medikamenten ist das Risiko zu groß.

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