Ich werde als „Halbblut“ bezeichnet. Ich glaub, ich bekomme langsam Komplexe.

Hallo!

In unserer kleinstädtischen Familienhaussiedlung ist vor Kurzem eine türkische Familie aus Berlin-Neukölln zugezogen, die streng islamisch ist. Radikalfundamentalistisch wäre eigentlich zutreffender. Die Frauen, auch die jüngeren, aus der Familie verlassen das Haus nicht ohne Kopftuch. Einige tragen sogar einen schwarzen Umhang, der nur die Augen frei lässt. Die Brüder aus der Familie sind extrem aggressiv und machen abends ständig andere Jugendliche an. Ich habe gehört, dass die schon wegen Gewalt von einer Hauptschule geworfen wurden. Die lungern offensichtlich den ganzen Tag bis spät in die Nacht auf der Straße rum und versuchen ständig, andere zu provozieren. Bei uns in der Gegend gibt es kaum Jugendliche, die sich so verhalten. Zudem sprechen die ein derart schlechtes Deutsch, wie es von jungen Türken in Deutschland noch nie vernommen habe. Seit dem die zugezogen sind, sieht man ständig Männer mit Vollbärten und verschleierte Frauen in unserer Gegend.

Ich selber habe mit dieser Familie nichts zu tun. Aber ein Freund von mir war dort mal zu Besuch und hat mitbekommen, wie die abfällig über mich und meine Familie geredet haben. Ich wurde in diesem Gespräch als „Halbblut“ und als „Bastard“ bezeichnet, weil ich eine deutsche Mutter habe. Und weil ich nur Deutsch spreche und mit einem Hund Gassi gehe, was sich für „Türken nicht gehört“, wie sie meinen. Darüberhinaus sollen wir „Ungläubige“ sein, weil wir nie in die Moschee gehen und unsere weiblichen Familienmitglieder kein Kopftuch tragen.

Als ich das gehört habe, war ich zutiefst verletzt. Ich bin auch ein Mensch und nichts Schlechteres als andere. Aber trotzdem entwickelt sich bei mir langsam total der Minderwertigkeitskomplex, dass ich minderwertiger bin als andere. Kein anderer wird als „Halbblut“ bezeichnet. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.

Lieben Gruß

Islam, Familie, türkisch, Psychologie, Rassismus, Türken
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Die Eltern meiner ersten Freundin sind gegen mich, weil ich türkische Wurzeln habe.

Hallo,

ich habe vor Kurzem in meiner Schule, ein Gymnasium, meine erste Freundin und meine erste große Liebe kennengelernt. Ich habe mich gleich am ersten Tag, als ich sie das erste Mal gesehen habe, mich unsterblich in sie verliebt. Seit zwei Wochen sind wir zusammen. Meine Eltern mögen sie sehr. Aber das Problem ist, dass ihre Eltern – nachdem sie von meiner „türkischen“ Herkunft erfahren haben – total gegen mich sind und meine Freundin verbieten wollen, mit mir zusammen zu sein. Vor allem ihr Vater soll regelrecht einem Wutanfall bekommen haben, nachdem er erfuhr, dass seine Tochter einen „türkischen“ Freund hat. Der soll den ganzen Tag rumgebrüllt haben. Die Möglichkeit, ihre Eltern kennenzulernen, um Vorurteile aus dem Weg zu räumen, habe ich bisher nicht bekommen. Wir treffen uns nur noch heimlich oder bei mir.

Ich habe meine Freundin gefragt, wo denn das Problem liegt? Sie sagte, ihre Eltern befürchten, dass, sie mit einem Türken zusammen ist, die Gefahr besteht, dass sie geschlagen oder gar in die Türkei entführt wird. Die glauben, ich würde sie zwingen, ein Kopftuch zu tragen. Außerdem befürchten sie, so meine Freundin, ich hätte – als Türke – einen schlechten Einfluss auf ihre schulischen Leistungen oder dass ich ein Schläger sein könnte. Am meisten verletzt mich aber, dass ihr Vater wirklich glaubt, ich würde im Falle eines Beziehungsendes zur Waffe greifen und seine Tochter erschießen.

Ich frage mich, wie ich ihre Eltern davon überzeugen kann, dass ihre Befürchtungen völlig gegenstandslos sind. Ich bin völlig deutsch, in einer gutbürgerlichen deutsch-türkischen Familie aufgewachsen und fühle mich auch als Deutscher.

Mein deutscher Großvater war übrigens auch zuerst gegen die Beziehung zwischen meine Mutter und meinen Vater :)

Ich frage mich, wie ich ihre Eltern von mir überzeugen kann.

Oder muss ich akzeptieren, dass ich einfach die falsche Herkunft habe?

Lieben Gruß

Liebe, Familie, Türkei, türkisch, Beziehung, Gesellschaft
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