Bei WWE gibt es viele Regeln die eingehalten werden müssen für Kommentatoren, betrifft vor allem Begriffe und Redewendungen welche man als WWE Kommentator nicht sagen darf. Man muss ein absoluter Vollprofi am Mikro sein um bei WWE zu arbeiten, und im englischen Original kann es noch sein, dass Vince McMahon noch über den Knopf im Ohr zusätzliche Anweisungen gibt.

Wenn ich mir da stattdessen die Kommentatoren von AEW anschaue, ganz anderes Arbeiten, viel mehr Freiheiten. Bei AEW Dark auf Youtube merkt man Taz, Excalibur und dem wechselnden Dritten richtig an wie viel Spaß sie haben beim Kommentieren. Das wirkt teilweise wie ein Podcast, einfach frei Schnauze. https://youtu.be/a34wBjbs7lg

Und bei anderen Promotions ist es wieder anders 😁

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Wrestling ist nicht so beliebt weil (die meisten) Fans nicht wissen dass es kein sportlicher Wettkampf ist, sondern gerade weil es eine Unterhaltungsform ist und Fans davon eben dies wissen.

Wrestler erzählen in jedem Match, ganz ohne Worte, eine Geschichte. Das ist nicht Boxen oder MMA (obwohl Anstrengung, Verletzungsrisiko, Schmerzen dieselben sind und der Reisestress um ein Vielfaches höher), sondern eher eine Art Actionfilm. Ganz ohne CGI, ohne die Möglichkeit verpasste Aktionen x-mal zu wiederholen bis es passt, sondern (außerhalb von Corona) mit Livepublikum drumherum.

Und es ist nicht jeder Schritt geplant, das verstehst du falsch. Das Ergebnis steht im Vorfeld fest, wie es enden soll auch. Auch die Zeit des Matches, wie du diese Zeit füllst und dabei die Zuschauer unterhältst, das wird nicht vorgegeben. Und das können lange Minuten sein. Wenn ich Wrestlern an 3 aufeinanderfolgenden Tagen dieselbe Grundstruktur für ihr Match gebe, kommen trotzdem 3 unterschiedliche Matches bei raus.

Bevor du Wrestling wie Boxen betrachtest, schau dir einfach mal die Athletik an welche von Wrestlern in einem Match gezeigt wird. Das könntest du nicht einfach so nachmachen, da steckt jahrelanges Training drin.

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Es hängt vom Promoter und vom jeweiligen Produkt ab. Der Zeitablauf einer Show ist unterschiedlich zwischen einer Indy-Show und einem Live-TV-Taping mit festem TV-Slot. Während man bei einem TV-Taping auf die Sekunde genau fertig werden muss und das Produktionsteam manchmal über den Knopf im Ohr des Referees versucht, die Zeitabläufe zu regulieren damit nicht das Finish der Show versehentlich gecuttet wird und nicht z. B. ein Match 5 Minuten zu lange geht was man vom Rest der Show wieder reinholen muss und andere Wrestling und Storylines ggf. darunter leiden, ist man beim Indy größtenteils großzügiger. Man will dort zwar relativ pünktlich fertig werden, falls sich z. B. die Hallenmiete pro angefangener Stunde rechnet und man sich eine mehr sparen will, aber der Zeitdruck fürs TV ist wiederum größer. Wrestler bekommen die Zeit ihres Matches und den Sieger gesagt, vielleicht redet man mit ihnen was definitiv rein soll aber der Rest ist Aufgabe der Wrestler wie das Match aufgebaut wird. Im Indy hat man aber generell mehr Freiheiten als bei WWE. Wrestler haben im Indy gelernt auf Zeit zu arbeiten und wissen wie man im Ring eine Geschichte erzählt, sei es z. B. mit 5 oder 20 Minuten Zeit. Das ist die Impro.

Bei WCW gab es übrigens die besondere Situation dass der Chef der Liga, Ted Turner, zugleich auch der Besitzer des Senders war, wo die Show ausgestrahlt wurde. Hier musste nicht eine Promotion nach den Regeln eines fremden Senders spielen, die hatten ihre eigenen und Turner stand hinter WCW.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

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So, bin zwar erst in den frühen Neunzigern zum Wrestlingfan geworden, aber ich kann dir gerne weiterhelfen.

Wie war das damals... ohne Internet war man grundsätzlich schonmal nicht gespoilert was Shows angeht. Ja es gab Weeklies. Das Booking verlief nach einem ganz einfachen Prinzip: Es gab in den wöchentlichen Shows zumeist Superstar gegen unbedeutendes lokales Talent, die klassische Version des sogenannten Jobbers, einer der kommt, um ausschließlich nur Niederlagen einzustecken, dies in kurzen Matches, die Chancenlosigkeit des Jobbers bzw die deutliche Überlegenheit des Superstars lässt diesen als Übermenschlich erscheinen. Dazu gab es Interviews, Einspieler, Promos usw und mit etwas Glück im Hauptkampf einer der besseren Superstars gegen einen der schlechteren Superstars, wo es so gut wie nie eine Überraschung gab. Um Wrestler auf Augenhöhe gegeneinander antreten zu sehen, musste man im Bezahlprogramm ein Großereignis, einen... der Name sagt es... Pay-per-View (PPV) bestellen. Nur so war es möglich Top-Superstar gegen Top-Superstar zu sehen. Dieses System war bis Mitte der 90er absolute Normalität, ehe WCW begann, bereits in den wöchentlichen Shows ihre Stars gegeneinander antreten zu lassen und WWF zwangsläufig mitziehen musste weil das altbewährte Konzept von heute auf morgen überholt war. Die wöchentlichen Shows der WWE, damals WWF, hießen beispielsweise All Star Wrestling, hier mal random eine Show ausgewählt https://youtu.be/_XVjxrwPfB8

Wir haben damals nichts vermisst und wir waren auch so erzogen dass man auch längere Zeit auf etwas warten kann, deshalb war das Prinzip ziemlich OK.

Zudem muss man hierzu wissen dass es damals noch ein Territorialsystem gab. Dies bedeutet, dass die größten Wrestling-Promoter einer Region bestimmte Märkte für sich beanspruchten. War dies geschehen, Griff kein anderer Veranstalter in diese Region ein, keine Events im Gebiet eines Anderen, keine Versuche Wrestler aus anderen Regionen abzuwerben usw, ein sogenanntes Gentleman Agreement an das sich alle hielten, das von den 50ern/60ern bis in die 80er bestand. Jede Region bot ihre eigenen regionalen TV Sender auf, wo man es schaffen konnte einen Sendeplatz zu bekommen. Und dann kam Vince McMahon, dessen Traum es war landesweit zu veranstalten. Er spuckte den anderen Veranstaltern ins Gesicht, indem er in besetzten Regionen wilderte, TV Sender außerhalb von New York/New Jersey (WWF's Territorium) kontaktierte, die besten Talente anderer Territorien hofierte und zum Wechsel überredete, damit brach das Territorialsystem nach und nach zusammen.

Von einer deutschen Nachsynchronisation von alten PPVs weiß ich nichts. Soweit ich weiß ist auf dem Network ja nicht einmal eine deutsche Synchro bei alten PPVs wo es definitiv einen deutschen Kommentar gab, wohl da diese Kommentatoren längst nicht mehr bei WWE arbeiten.

Die Live Events in Deutschland werden nicht aufgezeichnet und sind deshalb auch nicht verfügbar. Dies sind sogenannte Houseshows, die nur für die Fans in der Halle sind. Außerdem performen die Wrestler dort zumeist mit angezogener Handbremse, zudem passiert dort nichts relevantes für die Weeklies.

Falls du weitere Fragen hast, ich versuche sie dir gerne zu beantworten 😊

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Sagen wir es mal so, es gibt nicht sehr viele Ü30 Debütanten im Wrestling. Unmöglich ist es nicht. Diamond Dallas Page war AFAIR 37 Jahre alt bei seinem Debüt. Viel mehr Beispiele fallen mir spontan nicht ein. Such dir eine Wrestlingschule, davon gibt es etwas weniger als zwei Dutzend in Deutschland, nicht mehr. Ich helfe gerne das dir näheste zu empfehlen wenn ich ungefähr deine Ecke weiß, die deutsche Szene ist eine meiner Hauptinteressen in Sachen Wrestling. 😊

Wünsche dir viel Glück vorab auf deinem Weg, es schafft nur ein kleiner Bruchteil vor Publikum antreten zu dürfen.

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Wer ist der/die beste Wrestler/in der Welt?

Hallo liebe Community,

ich bin seit meinem 8. Lebensjahr sehr großer Wrestling-Fan, schreibe täglich für eine Wrestling-Seite Nachrichten aus aller Welt und habe natürlich gelernt, über den Tellerrand zu schauen. Ich verfolge viele Independent-Ligen und differenziere viel.
Mich würde mal interessieren, wer für Sie der beste Wrestler oder die beste Wrestlerin ist.
Da ich mich intensiv mit Wrestling beschäftige, ist meine Entscheidung, wer der beste Wrestler ist, natürlich leicht gefallen.

Natürlich kann man das geteilt betrachten.
Meine Top 3 im Moment sind: Kazuchika Okada, Tetsuya Naito, (Kenny Omega - wenn aktiv)

Ich gehe hierbei nach dem Faktor der Vielfalt in einem Match, des Sellings, Dauer, Absprache, Sauberkeit der Moves, Repertoire.
Für mich sind Titelgewinne nicht entscheidend. Auch WWE Superstars fallen in meine Bewertung nicht mit rein, da diese Liga ein Unterhaltungsmaxime hat, welches über der In-Ring-Leistung eines Wrestlers steht. Somit wären sicherlich ein Shinsuke Nakamura, AJ Styles, Kevin Owens unter den Top 10. Nur, können sie die Leistung nicht abrufen, da man natürlich andere Faktoren in der größten Wrestling-Liga berücksichtigt.
Deshalb schaue ich auch WWE nicht wegen 5 Sterne Matches, sondern wegen einer gepflegten Unterhaltung.

Da ich nicht so viel Frauen-Wrestling verfolge, bin ich da nicht so im Bilde, würde aber Manami Toyota sagen.

Wie ist eure Meinung?

LG und alles Gute miteinander!

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Zack Sabre Jr oder Will Ospreay im Moment für mich... Okada wäre zu einfach. 😊 Richtig beeindruckend empfand ich auch Black Taurus dieses Jahr beim Carat-Turnier. Power und Schnelligkeit im Mix, eine gesunde Härte die vielen Mexikanern leider fehlt. Dazu noch der Larger than Life-Einfluss im Gimmick.

Bei den Damen finde ich Tessa Blanchard als herausragend. Manami Toyota steht aber eh über allen anderen, daher geb ich dir auch recht 😊

Aber jeder sieht gerne was Anderes. Für mich macht es der Mix in einer Show. 8x ZSJ vs ZSJ in einer Show würde auch zum Overkill führen auf Dauer. Daher hat jeder Wrestler auf jeder Card seinen Part. Egal ob Powerhouse, Submission, Striking, Highflying, Comedy, starke Mic-Worker, reine Gimmickwrestler, Larger than Life People usw, ein Mix aus allem gibt jedem Wrestler auf der Card die Chance herauszustechen und den Zuschauern zu gefallen die genau das sehen wollen.

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Definitiv nicht. Dafür waren ihre WWE Runs zu unbedeutend. Sehe die beiden stets als WCW Guys und mit dem TNT Sender im Hintergrund kann ich mir eher vorstellen dass sie irgendwann als Throwback für ein One Night Only Comeback (Casino Battle Royal) bei AEW als bei WWE auftauchen, wie einst Glacier. Aber das ist weit hergeholt und sie passen auch nicht ins AEW Produkt im Moment.

Der originale Psichosis hat dieses Gimmick übrigens längst abgelegt und tritt als Nicho El Millionario an. Es gibt das Gimmick weiterhin, steckt jedoch ein anderer unter der Maske.

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Hi! Es gibt die cOw (Championship of Wrestling), die ist zum Teil in Birkenfeld/Rheinland-Pfalz angesiedelt, zum anderen Teil in Saarbrücken.

In Kelsterbach/Hessen trainiert das Dojo der GHW, in Frankfurt-Sossenheim das der nGw.

Dazu gibt es im nördlichen BaWü noch den ACW in Weinheim, sowie die OWG in Bad Wildbad.

Dies sind alle Wrestling-Dojos in Südwest-Deutschland. Hoffe ich konnte dir helfen 😊

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Dient natürlich der Dramatik aber ja, da hast du definitiv einen Punkt im Sinne von Realismus, Wrestler klettern bei Leitermatches die Leitern nicht hoch wie es ein Mensch tun sollte. 😂

AEW hat bei ihrem Casino Ladder Match vor wenigen Wochen erstmals an dieses Detail gedacht, mit sehr gutem Timing ist da schon was zu machen 😊

Ist übrigens eine ähnliche Logik wie beim Cagematch, warum man nicht sofort versucht dem Käfig zu entkommen sondern sich überhaupt mit dem Gegner beschäftigt. Es wäre zu einfach. Und wäre nicht interessant für den Zuschauer

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'In Rente gehen' beim Wrestling ist nicht gerade etwas, das zwingend als endgültig angesehen werden muss... Weder bei der Promotion selbst wo die Karriere beendet wurde oder auch anderswo...

Als Beispiel nehme ich gerne Terry Funk, der glaube ich bereits seit den 80ern seine Karriere immer wieder beendet hatte, kurz darauf zurückkehrte und sogar noch Runs bei WWE, WCW und ECW hatte... im Jahr 2014 sprang er mit 69 Jahren für Vader bei einer Show der wXw in Oberhausen ein und selbst mit 73 Jahren Ende 2017 kam er noch einmal für 3 Matches einer US Indy-Liga aus dem Retirement 😊

Ergo: Sollte Rey Mysterio nicht umgehend nach dem Retirement Teil des Production Teams der WWE werden, besteht die Chance weiter, dass er irgendwann irgendwo wieder zu sehen sein wird.

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Das ist in der Wrestling-Bubble natürlich ein reizvoller Gedanke... außerhalb dieser jedoch unrealistisch. Weiß nicht wie sein Fitnesszeug läuft, aber Colby Lopez ala Seth Rollins spielt außerhalb der Wrestlingszene so gut wie keine Rolle.

Wrestling und Training (egal ob In-Ring oder im Fitnessstudio) nimmt im Leben eines WWE Wrestlers die größte Rolle ein. Danach Familie. Für viel mehr bleibt keine Zeit.

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Vorweg gesagt: Vielen Dank für die Frage. You and me - same page 😊

Der Mann der 20 Jahre lang den Negativrekord für die schnellste Eliminierung bei einem Royal Rumble Match hielt, ist heute 58 Jahre alt.

1992 verließ er die WWF. Zwei schwere Autounfälle verhinderten ein Fulltime Comeback im Mainstream-Wrestling. So hielt es ihn nirgendwo wirklich lange in den 90ern, für kurze Zeit maskiert als Super Assassin #2 in der WCW aktiv, ging er auch wieder als Warlord in Japan mit der damaligen WAR auf Tour, war in der zuletzt durch die YouTube Reihe 'Dark Side of the Ring' wieder ins Gedächtnis gerufenen UWF aktiv sowie auch in der Anfangszeit der ECW eben dort. Und jetzt kommts: auch heutzutage ist der Warlord noch für kleinere Independent-Wrestlingpromotions im Ring aktiv, zumeist im Tag Team mit dem noch 3 Jahre älteren Barbarian unter ihrem früheren Namen Powers of Pain.

Privat hat sich Terry Szopinski, so sein Realname, vor allem als Bodyguard einen Namen gemacht, zu seinen Klienten zählten 50 Cent und Kimbo Slice.

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Das was du schreibst stimmt nicht. Im Indy Circuit bestreiten auch Frauen die härtere Gangart. Wenn es einen Markt dagür gibt, gibt es auch entsprechende Matches.

WWE hat kein Programm, wo Matches dieser Gangart erwünscht sind. Sonst würde man Sponsoren etc verlieren, die man sich in der PH Ära aufgebaut hat.

WWE-Mädels wie Sarah Logan (alias Crazy Mary Dobson) oder Candice LeRae haben im Indy Circuit auch Ultraviolent-Sachen gemacht, WWE Referee Drake Wuertz (alias Drake Younger) ist sogar eine Ultraviolent-Wrestlerlegende gewesen, bevor er bei WWE als Ref unterschrieb. Aber wenn du glaubst WWE zeigt sowas... Guten Morgen! 😊

Das was du sehen willst, könnte dir CZW oder GCW im kleinen Rahmen bieten, AEW auch manchmal im großen Rahmen. Nicht zwingend und eher sehr selten mit Frauen, aber Matcharten die du noch garnicht kennst.

Die Ultraviolent Liga aus Japan ist Big Japan Pro Wrestling. Da empfehle ich dir einfach mal Sachen mit Masashi Takeda oder Jun Kasai.

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