Angst "weggeworfen" zu werden?

Eine Frage die mich seit einigen Tagen umhertreibt ist die, ob es normal ist "weggeworfen" zu werden.

Vor einen Monat danke unser Chef, in der WhatsApp Gruppe, für unser aller Engagement. Dann drohte er, allen Langzeitkranken und Unzuverlässigen, sie auszusortieren.

Ich gehöre zu der Gruppe der "Leistungsträger". Aber was, wenn es mal nicht mehr so ist. Werde ich auch weggeworfen?

Als mein Vater bereits schwer Krank war (2011/12), äußerte ich einen Wunsch, ein altes Sofa wegzuwerfen. Er war ganz dagegen. Ich redete lange auf ihn ein. Dann brach es aus ihm heraus, wenn ich das Sofa wegwerfen möchte, dann werde ich ihn selber auch mal "wegwerfen". Monate später, da war seine Krankheit bereits so sehr fortgeschritten, blieb mir keine andere Wahl als ihn von einem Krankenwagen abholen zulassen. Zunächst war er zwei Wochen im Krankenhaus. Weil man für ihn nichts mehr tun konnte hat man ihm ein Dreit-Bettzimmer alleine überlassen bevor er seine letzten drei Tage ihm Hospiz zubrachte. Da denke ich, habe ich die Befürchtung seinerseits vollbracht, ihn durch die Abholung quasi entsorgt zu haben? Der Friedhof ist ja nichts anders als eine "Entsorgungsstelle". Das Sofa habe ich, nachdem er tot war wirklich entsorgt, mit vielen anderen Sachen.

Zeitlich nah war das Ableben von Steve Jobs. Eine nach seinem Tod erst bekannte Rede sagte er: Und doch ist der Tod unser aller Schicksal. Niemand entkommt ihm. Und so soll es auch sein, denn der Tod ist vermutlich die beste Erfindung des Lebens. Er ist der Motor des Wandels. Er räumt mit Altem auf, um Platz zu schaffen für Neues. Heute sind Sie das Neue, aber irgendwann werden Sie die Alten sein und abtreten. Entschuldigen Sie diese drastische Formulierung, aber so ist es nun einmal.

Liebe Ratgeber, meint ihr nicht auch, dass wenn wir mal nichts nutzen, einfach weggeworfen werden, weil wir nichts taugen?

Beruf, Familie, Job, Menschen, sterben, Tod, Philosophie und Gesellschaft
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