Harmomed und Alkoholismus
Hallo gutefrage-community!
Ich mache mir Sorgen um meinen Vater. Er ist Alkoholiker und kommt ohne seinen täglichen Wein nicht aus. Ich weiß nicht, wieviel er trinkt, aber in Kombination mit den Medikamenten, die er nimmt (u.a. fürs Herz), kann das keinesfalls gut sein.
Seit neuem hat ihm sein Hausarzt - ein Quacksalber, der selber trinkt und dafür bekannt ist, alle möglichen Pillen leichtfertig zu verschreiben - ein Medikament namens Harmomed forte verschrieben. Daraufhin habe ich mich darüber etwas im Internet informiert und war geschockt, was für ein gefährliches Potenzial in den Pillen allein schon steckt. Und dann noch in Kombination mit Alkohol?! Sowas sollte mMn nur stationär unter Aufsicht verabreicht werden!
Außerdem ist mir nie aufgefallen, daß mein Vater irgendeine psychische Störung oder so hätte. Aber er gibt ja auch nichts von sich preis. Er frisst alles in sich rein und ertränkt es dann im Alkohol. Gegen gutgemeinte Ratschläge ist er angesichts seiner grenzenlosen Sturheit nahezu immun.
Übrigens war er schon einmal 2 Jahre lang trocken. Ich glaube, das war kurz nach der Herzklappen-OP. Dann - auf einer Hochzeit - wurde er von ein paar A....löchern, die wussten, daß er trockener Alkoholiker gewesen war, wieder zum Trinken verführt und hat seitdem nicht mehr damit aufgehört.
Er hat sich im Suff schon unzählige Male verletzt. Einmal hätte er nach einem Sturz sogar beinahe den linken Arm verloren. Dazu kommen mehrere Kopfverletzungen, ein Schlaganfall, Unfälle mit dem Auto und dem Fahrrad und noch vieles mehr! Ich bin nur froh, daß er jetzt kein Auto mehr hat, denn er ist immer wieder betrunken gefahren (ohne Führerschein) und hat dadurch nicht nur sich selbst sondern auch andere gefährdet.
Nichtsdestotrotz denkt mein Vater leider nicht daran, sich in stationäre Behandlung zu begeben, obwohl das das einzige wäre, was ihm helfen könnte gegen seinen Alkoholismus und die psychischen Probleme. Wie kann ich nur an seine Vernunft appelieren, damit er mit diesem selbstzerstörerischen Treiben endlich aufhört und sich helfen läßt? Oder gibt es die Möglichkeit ihn zwangseinweisen zu lassen - so hart das auch klingt? Wie sieht diesbezüglich die Rechtslage aus in Österreich?
Und wie steht's mit diesem obskuren Medikament Harmomed? Das soll ja ein starkes Antidepressivum sein, hab ich gelesen. Hat vielleicht jemand hier im Forum schon mal Erfahrungen damit gemacht - speziell in Verbindung mit Alkohol? Und darf ein Allgemeinmediziner das einfach so verschreiben, auch wenn er weiß, daß der Patient ein Alkoholiker ist?
Ich bin euch für jede hilfreiche Antwort dankbar und entschuldige mich dafür, daß ich so viel geschrieben habe. Es war mir nämlich auch ein Anliegen, auf die vielen Probleme aufmerksam zu machen, die der Alkoholismus mit sich bringt, da ich selbst gesehen habe, was das alles anrichten kann.