Warum verwendet man hier Konjunktiv 2?
Ich setzte mich auf die Stufen und wartete. Ich war nicht
erleichtert, wie es einem gehen kann, wenn man bei einem
Entschluß ein flaues Gefühl und vor den Konsequenzen
Angst hat und froh ist, den Entschluß ausgeführt zu
haben und von den Konsequenzen verschont zu bleiben.
Ich war auch nicht enttäuscht. Ich war entschlossen, sie
zu sehen und zu warten, bis sie käme.
Die Uhr im Flur schlug zur Viertel-, halben und vollen
Stunde. Ich versuchte, dem leisen Ticken zu folgen und die
neunhundert Sekunden vom einen Schlagen zum nächsten
mitzuzählen, ließ mich aber immer wieder ablenken. Im
Hof kreischte die Säge des Schreiners, im Haus drangen
aus einer Wohnung Stimmen oder Musik, ging eine Tür.
Dann hörte ich, wie jemand gleichmäßigen, langsamen,
schweren Schritts die Treppe hinaufkam. Ich hoffte, er
würde im zweiten Stock wohnen. Wenn er mich sähe
– wie sollte ich erklären, was ich hier machte? Aber
die Schritte hielten auf dem zweiten Stock nicht an. Sie
stiegen weiter. Ich stand auf.

Das ist ein Abschnitt von Bernhard Schlinks „Der Vorleser“.

Ich möchte wissen, warum die unterstrichenen Verben im Konjunktiv 2 stehen.

Was drückt man damit aus?

Und Ich habe noch eine Frage.

In Bezug auf „sollte“ und „machte“ bin ich mir darüber im Zweifel, ob sie Präteritum sind. Was sind sie? Sind sie etwa Konjunktiv 2?

Deutsch, Schule, Sprache, deutsch lernen, der-vorleser, bernhard-schlink
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Kann man mit diesen Sätzen Indirekte Rede ausdrücken?
Während ich krank war, hatte ich mein Taschengeld nicht ausgegeben. Aber das würde nicht reichen, wenn ich auch für Hanna zahlen wollte. Also bot ich meine Briefmarkensammlung im Briefmarkengeschäft bei der Heiliggeistkirche zum Verkauf. Es war das einzige Geschäft, das an der Tür den Ankauf von Sammlungen anzeigte. Der Verkäufer sah meine Alben durch und bot mir sechzig Mark. Ich wies ihn auf mein Prunkstück hin, eine geradegeschnittene ägyptische Marke mit einer Pyramide, die im Katalog mit vierhundert Mark verzeichnet war. Er zuckte mit den Schultern. Wenn ich so an meiner Sammlung hinge, sollte ich sie vielleicht besser behalten. Dürfte ich sie überhaupt verkaufen? Was sagten meine Eltern dazu? Ich versuchte zu handeln. Wenn die Marke mit der Pyramide doch nicht wertvoll sei, würde ich sie einfach behalten. Dann könne er mir nur noch dreißig Mark geben. Also sei die Marke mit der Pyramide doch wertvoll? Am Ende bekam ich siebzig Mark. Ich fühlte mich betrogen, aber es war mir gleichgültig.

Hierbei handelt es sich um einen Textabschnitt aus Bernhard Schlinks „der Vorleser“

Für mich ist die fett gedruckte Stelle aus diesem Abschnitt die Frage. Kann man mit den unterstrichenen Verben die indirekte Rede signalisieren? Ich weiß, dass die Verben im Konjunktiv 2 stehen und ich dachte, diese Verben haben nichts mit der indirekten Rede zu tun, weil da das einleitende Wort fehlt(, z.B sagen). Aber diese Stelle ist im koreanischen Übersetzung so wiedergegeben, dass der Verkäufer die obigen fetten Sätze zu dem Ich-Erzähler sagt. Deshalb werde ich unsicher.

Ist es richtig, dass die Sätze in der indirekten Rede stehen?

Grammatik-Deutsch, bernhard-schlink
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Was bedeutet „überhaupt“ in diesem Satz?
Nicht daß Hanna und ich nach dem ersten Tag der Osterferien nicht mehr glücklich gewesen wären. Wir waren nie glücklicher als in jenen Aprilwochen. So verstellt dieser erste Streit und überhaupt unser Streiten war – alles, was unser Ritual des Vorlesens, Duschens, Liebens und Beieinanderliegens öffnete, tat uns gut.

Das ist ein Zitat aus Bernhard Schlinks „der Vorleser“. Für mich ist die fette Stelle das Problem.

Zuerst möchte ich wissen, was „überhaupt“ bedeutet. Natürlich habe ich im Wörterbuch nachgeschlagen und herausgefunden, dass „und überhaupt“ in der Bedeutung „abgesehen davon“ oder „überdies“ verwendet wird. Aber ich bin mir nicht sicher, ob diese Bedeutung auf das obige „überhaupt“ gilt. Wenn „und überhaupt“ für „abgesehen davon“ steht, möchte ich wissen, warum das Verb gemäß dem singularischen Subjekt flektiert ist (also warum steht das „war“ statt „waren“). Ich denke, dass „waren“ richtiger wäre, weil es zwei Subjekten gibt, und zwar „dieser erste Streit“ und das substantivierte Verb „unser Streiten“.

und noch eine Frage. Ich weiß nicht, was in dem oben unterstrichenen Relativsatz das Subjekt ist. Mir kommt richtiger vor, dass „unser Ritual des...“ das Subjekt ist. Aber ebenfalls bin ich ungewiss. Was wäre korrektes Subjekt? Würdet ihr mir das erklären?

Übrigens:

Ich habe an der Struktur <so + Adj.... + Verb am Ende > den einräumenden Nebensatz erkannt. Also „Obwohl dieser erste Streit .... verstellt war“

Habe ich das richtig verstanden?

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