Von groß zu klein, also mit Hinleitung zu dem was für dich vermutlich erstmal am interessantesten ist.

Erstmal, ja, Java gehört zum Alltag bei großen Unternehmen und wer was anderes behauptet ist mit der Industrie nicht vertraut. Amazon AWS, Ebay, Linkedin und zu großen Teilen auch Google vertrauen auf Java im Backend. PayPal ist ebenfalls zu großen Teilen von der JVM angetrieben, auch wenn die Sprache nicht Java ist. Dazu kommt, dass Adobe Experience Manager eines der am weitesten verbreiteten "Enterprise" Content Management Systeme ist. Architektur? Java.

Bevor das jetzt zu dem Rückschluss führt das Java die einzig richtige Wahl für das Backend ist: Das ist so nicht korrekt.

Man muss wie bereits erwähnt abwägen, was man tun will. Für Enterprise-Geschichten, also komplexe Systeme unter hoher Last ist Java definitiv eine etablierte Lösung. Die einzigen Alternative auf höchster Ebene ist vor Allem noch Erlang. (Whatsapp, Zynga, Facebook (teilw.))

Für die meisten Sachen ist das einfach Overkill. Man muss beachten, dass der Entwicklungsaufwand enorm ist und das für große Teams mit enormen Anforderungen relevant ist. Nicht für den Freiberufler der Webseiten für kleine Unternehmen baut.

Als "Mittelding" (viel Leistung, auch für kleinere Teams realistisch) gibt es dann noch:

- Ruby [Rails] (Airbnb, Github, Kickstarter)
- Python [Django] (Dropbox, Reddit, Pinterest)
- Elixir [Phoenix] (Pinterest, Discord - relativ neu, läuft auf der Erlang VM)
- node.js [Express, Meteor] (Netflix, Ebay, Paypal) für das Backend.

Am Ende der Fahnenstange findet sich meiner Meinung nach dann PHP. Der Grund dafür ist in erster Linie die Einfachheit. Jeder Webhoster stellt eine PHP Umgebung zur Verfügung, man muss sich nicht um seine Server kümmern, jeder Request ist separat und Fehler legen nicht versehentlich die gesammte Plattform lahm. Plus es gibt unendlich viele Tools, Libs, Content Management Systeme, etc.

Für ein Einmannunternehmen und kleine Agenturen ist PHP vollkommen in Ordnung, und Facebook und Mailchimp sind Beispiele dafür, dass PHP auch in großen Systemen noch seinen Platz haben kann.

Zu dem "PHP wird nichtmehr benötigt" Statement: 25% des Webs läuft auf Wordpress. Spricht für sich.

Als Fazit, wie ich dir empfehlen kann vorzugehen:

Lern PHP wenn du als Freiberufler Webseiten für Kunden bauen willst. Ansonsten musst du noch genug von Systemadministration verstehen um deine Server (selbst AWS oder AppEngine oder so) sicher zu halten. Sicherheit ist ein Muss. Wenn du das nicht gewährleisten kannst, falle auf einen Webhoster zurück, das ist immerhin deren Job. Für den Anfang macht das definitiv Sinn.

Für alle anderen (Backend-) Technologien wirst du auf kurz oder lang Linuxkenntnisse brauchen und Grundlagen von Systemadministration, um Dinge sicher und zuverlässig zu hosten. Das gilt auch für Java.

Als zweiten Schritt würde ich Javscript und node.js empfehlen.
Grund: Relevant im Frontend, leichter Einstieg und gut als erster Einblick in Backends um die man sich kümmern muss. Zusätzlich bringt das Javascript Ökosystem auch unheimlich viel an Tooling für deinen Entwicklungsprozess mit sich. CSS Preprocessors (SCSS wie wo anders erwähnt) Javascript bundling, etc. etc.

Dann langsam an Java oder Elixir herantasten. Ruby und Python würde ich für das Web nur empfehlen wenn du direkt mit Projekten zu tun hast, die diese bereits verwenden.

Hoffe das hilft!

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