Hallo Bianca .... wie so üblich im Thema Grenzwissenschaften ist mal wieder keine brauchtbare Antwort dabei. Ich habe eine etwas andere Antwort im Angebot - ich hoffe, sie hilft Dir.
Du beschreibst ein Poltergeistphänomen nach dem Lehrbuch. Solche Phänomene gibt es häufiger, als man glauben möchte. Etwa 30% aller Menschen machen in ihrem Leben eine paranormale Erfahrung, aber viele sprechen aus Scham oder der (nicht unbegründeten) Befürchtung, als psychisch gestört abgestempelt zu werden, ungern öffentlich darüber. Ich selbst hatte vor langer Zeit die einmalige Chance, einem Spuk im Hause einer Bekannten beizuwohnen.
Ich gehe davon aus, dass Du versucht hast, für jedes Einzelereignis eine rationale Erklärung zu suchen. Manchmal ist das für einen Normalmenschen aber schwer, weil auch nicht jeder Wissenschaftler oder Techniker ist. Trotzdem sollte man immer danach suchen. Die Vielzahl und Dauer der von Dir beschriebenen Ereignisse legen allerdings nahe, dass es sich um ein Spukphänomen handeln kann.
Ein Poltergeistphänomen wird in der Literatur auch als wiederkehrende, spontane Psychokinese bezeichnet (RSPK - recurrent spontaneous psychokinesis). Die Existenz dieser Phänomene ist wissenschaftlich belegt und es gibt einen plausiblen Erklärungsansatz, der zum Glück auch eine Hilfestellung für Betroffene anbietet. Wissenschaftlich beweisbare Erklärungen gibt es leider noch nicht.
Der Erkläungsansatz geht wie folgt: das Phänomen wird durch eine Fokusperson ausgelöst, die es unbewusst schafft, Dinge zu bewegen oder Geräusche zu erzeugen (auch Geräusche sind nur Bewegung der Luft). Fokuspersonen sind häufig Kinder oder Heranwachsende - wohl häufiger Mädchen als Jungen. Gemeinsamkeiten der Fokuspersonen sind:
- Sie haben verdränge Probleme, die ihnen aber nicht bewusst sind
- Neigung, Probleme nicht zu verarbeiten, sondern von sich wegzuschieben
- Psychisch robust und gesund. Die Personen reagiert nicht mit psychosomatischen Beschwerden auf ihre Probleme
- Psychische Dissoziativität (etwas kompliziert, mal googeln)
Die Phänomene leben davon, dass sie beobachtet werden. Beachtung verstärkt sie, irgnorieren reduziert sie. Deine Lösung, mit dem "Geist" zu sprechen, bedeutet maximale Aufmerksamkeit. Das solltest Du lassen. Insgesamt solltest Du cool bleiben und die Geschehnisse ignorieren und auch nicht zu viel darüber reden. Da der Spuk an einer Person hängt, sollte klar sein, dass ein Umzug vermutlich keine Lösung ist.
Die gute Nachricht ist, dass jeder Spuk irgendwann endet. Die Lösung des intrinsischen Problems der Fokusperson löst oft auch den Spuk auf. Ich denke, dass Du jetzt auf die Suche nach Deiner Fokusperson gehst. Gehe dabei behutsam vor und sei zurückhaltend damit, einen Psychiater einzuschalten. Und noch eins: es gibt keinen Grund, Angst zu haben. Noch niemals hat ein Spuk einem Menschen körperlich geschadet.
Ein Spuk ist also kein Geist eines Verstorbenen oder ein Dämon - oder was sich Leute sonst noch so dazu ausdenken. Es ist etwas sehr rationales, irdisches, lebendiges! Google mal den wohl bekanntesten und am besten dokumentierten Fall im deutschsprachigen Raum, den Spuk von Rosenheim. Zum besseren Verständnis empfehle ich gern die Veröffentlichungen oder Bücher von Dr. Walter von Lucadou.
Wenn Du Dir weitere Expertenhilfe holen möchtest, kannst Du Dich an die Parapsychologische Beratungsstelle in Freiburg wenden (https://www.parapsychologische-beratungsstelle.de/). Das Institut ist aus einem Lehrstuhl der Universität Freiburg entstanden und die Leute dort sind Wissenschaftler. Leider wird die Beratung dort nicht mehr öffentlich gefördert. Du musst mit einem kleinen Kostenbeitrag rechnen.
Ich hoffe, dass Du Dein Problem bald in den Griff bekommst. Ich würde micht freuen, wenn Du uns hier auf dem Laufenden hälst. Alles Gute!