Gibt es heutzutage gar kein Lob mehr?

Hallo,

vor ein paar Tagen ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, warum es in unserer Familie (bald 4 Generationen in einem Haus) immer wieder Zoff und Streit gibt:

Oma meint, man müsse sein Leben lang sparen und sich im Winter nur von Kartoffelsuppe und Kohl ernähren und findet es unmöglich, wenn man mal Tomaten und Salat kauft.

Schwiegermutter meint, jeder müsse in jedem Lebensbereich Volldampf geben und alle Dinge müssen SOFORT erledigt werden - wehe dem, wenn mal was liegen bleibt.

Mein Mann und ich haben im vergangenen Jahr viel zu tun gehabt: Umzug von mir zu ihm, Hochzeit, Renovierungsarbeiten am Haus, Umstrukturierung der eigenen Wohnung und Schwangerschaft, unser Kind kommt nächsten Monat zur Welt.Am Anfang hat durch all die Umzugskisten Chaos geherrscht, was aber nach und nach verschwunden ist. Nur noch ein paar Dinge haben ihren Platz nicht gefunden und sind zwischengelagert oder stehen auch mal in der Ecke rum.

Statt auch nur einmal zu sagen: "Das habt ihr gut gemacht, ihr seid weit gekommen" wird nur ständig aufgezählt, was NOCH NICHT erledigt wurde und sich darüber beschwert. Dass vor allem mein Mann so viel wie möglich geschuftet hat, wird dabei komplett übersehen. Und dann wundern sich die Anderen, wenn es mal wieder Zoff gibt, wegen dummer Kommentare.

Warum sehen die Menschen immer nur das, was (in ihren Augen) NICHT stimmt, statt auch mal zu sehen, was andere Menschen geleistet haben? Allgemein merke ich, dass in unserer Gesellschaft so gut wie kein Lob oder keine Anerkennung mehr existiert.

Geht es euch genauso? Wann habt ihr das letzte Mal Lob oder Anerkennung von Familie, Freunden, Kollegen, Nachbarn oder Chef erhalten?

Familie, Gesellschaft, anerkennung, Lob
24 Antworten
Schwiegeroma spinnt. Gute Verhaltensweisen?

Kurze Schilderung der Wohnsituation:

Ich habe vor kurzem geheiratet, mein Mann besitzt mit seiner Mutter ein 3-Familienhaus, was sie beide abzahlen. Wir wohnen im DG, seine Mutter im 1.Stockwerk und seine Großeltern im EG. Er ist das einzige Kind und das einzige Enkelkind.

Seine Oma ist der Überzeugung, dass ihr "Bub" es nicht gut bei mir hat und nicht genug zu essen bekommt (seit wir zusammen sind, hat er 20kg zugenommen!). Sie ist der vollen Überzeugung, ich tue ihm nicht gut und hat vor kurzem wortwörtlich gesagt: "Vor dir war alles gut, es war halt eine Junggesellenbude, jetzt gibt es nur Probleme". Das hat mir sehr weh getan, denn ich habe lange Zeit versucht, ein gutes Verhältnis zu der Frau aufzubauen und war immer freundlich zu ihr.

Gestern kam der Hammer: Mein Mann sagte zu mir, ich solle zum Kuchen essen kommen, als ich bei seiner Oma war, stand nur für ihn 2 Stk. Kuchen da. Er schob mir den Teller rüber und sagte, ich soll essen. Ich nahm ein Stück Kuchen und seine Oma regte sich fürchterlich auf, dass ich "dem Bub" den Kuchen wegesse und nahm mir den Teller weg. Ich habe erst gar nicht verstanden, was sie von mir will, schließlich hat mein Mann mir den Kuchen hingestellt. Dann ist sie komplett durchgedreht mit den Worten "Du bist ja noch schlimmer als ich dachte" und "der arme Junge kriegt nichts zu essen, weil du ihm alles wegisst". Mein Mann saß daneben und sagte nichts. Mir war das zu blöd, ich stand auf und ging.

Ab jetzt habe ich die Nase voll davon, immer freundlich zu ihr zu sein, nur um den Burgfrieden im Haus zu wahren. Ich werde auf Distanz gehen, nur noch Hallo/Tschüß sagen und auf ihre blöden Fragen "Frag doch deinen Jungen" antworten. Denn alles muss ich mir auch nicht gefallen lassen.

Hat jemand noch gute Tipps, wie ich dieser Frau ohne Bösartigkeit, aber bestimmt und selbstbewusst entgegen treten kann?

Anmerkung: Ich bin seine erste feste Beziehung und jetzt Ehefrau, vorher wurde er 30 Jahre lang von Mutter und Oma versorgt.

Familie, Psychologie, Liebe und Beziehung
12 Antworten
Weitere Inhalte können nur Nutzer sehen, die bei uns eingeloggt sind.