,,wurde" oder ,,worden bin"?

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8 Antworten

Der Deutsche behandelt seine Tempora (Zeiten) bisweilen sehr luschig.
Das nahe Futur wir z.B. immer als Präsens gesprochen: ich fahre morgen nach Hamburg.
Diese Unart macht gelegentlich Kummer bei Übersetzungen in andere Sprachen.

Vergangenheitsformen gibt es drei. Und sie haben eigentlich ihren historischen Sinn, wenn er den meisten auch nicht mehr bewusst ist.

  1. Das Perfekt heißt auf Deutsch "Vollendete Gegenwart".
    Das bedeutet, dass eine Tätigkeit bis eben noch getan wurde und in diesem Moment beendet wird: ich habe das Buch geholt
  2. Das Präteritum heißt auf Deutsch "Unvollendete Vergangenheit.
    Das bedeutet, dass eine Tätigkeit in der Vergangenheit andauerte:
    ich holte das Buch
  3. Das Plusquamperfekt heißt "Vollendete Vergangenheit".
    Das bedeutet, dass eine Tätigkeit in der Vergangenheit beendet wurde:
    ich hatte das Buch geholt

Du hast Passivformen gewählt. Da geht es analog:

  1. Das Buch ist geholt worden. (Perfekt)
  2. Das Buch wurde geholt. (Präteritum)
  3. Das Buch war geholt worden. (Plusquamperfekt)

Wie gesagt, wird dies im Umgangsdeutsch kaum noch berücksichtigt - außer beim Plusquamperfekt, das wiederum manche auch durch eine völlig falsche Form verhunzen:
ich hatte das Buch geholt gehabt

Furchtbar!

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Die nicht ganz korrekte Verwendung von "wechseln" ist ja in anderen Beiträgen des Threads schon behandelt worden.

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Einen inhaltlichen Unterschied zwischen Präteritum und Perfekt besteht im Deutschen praktisch NICHT (Ich ging = Ich bin gegangen) . Das Präteritum ist aber in den allermeisten Fällen stilistisch höher angesiedelt. Es kommt - mit wenigen Ausnahmen - fast nur noch in der Schriftsprache und in älteren Texten vor.

Beide Deiner Sätze - siehe adabei - sind aber grammatikalisch falsch, weil man nicht "gewechselt werden" kann.

Richtig wäre also:

a) ... dass ich zum Gymnasium wechselte,  (klingt ein bisschen hölzern-altmodisch)

b) .. dass ich zum Gymnasium gewechselt bin

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Präteritum ist geschriebenes Deutsch, das heißt, es wird meistens in Büchern und Zeitschriften benutzt.
In Sachen wie Aufsätzen und anderen Schul-/Arbeitsdingen würde ich immer das Präteritum benutzen, da es einfach förmlicher klinkt und es nichts Freizeit mäßiges ist.
Das Perfekt benutzen man eher beim Sprechen(Menschen die Hochdeutsch reden benutzen aber das Präteritum)

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die sätze mache beide keinen sinn oO. du bist doch selbst gewechstelt und nicht gewechselt worden

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Kommentar von linlin9090
26.05.2016, 22:47

Ne, wenn wir davon ausgehen, dass ich zum Wechseln gezwungen bzw. veranlasst wurde.

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Kommentar von domi158
26.05.2016, 22:48

Man sagt dann trotzdem "ich habe gewechselt"

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Beide Sätze sind falsch. Eine Person kann nicht "gewechselt werden."

Meine Mutter erzählte meinen Brüdern, dass ich auf das Gymnasium gewechselt bin.

Eine Glühbirne kann ausgewechselt werden. > Die Glühbirne ist ausgewechselt worden.

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Kommentar von linlin9090
26.05.2016, 23:05

Wie verhält es sich, wenn wir das Wort "wechseln" durch "transferieren" ersetzen würden?

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Meine Mutter erzählte meinen Brüdern, dass ich auf das Gymnasium wechselte

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Präteritum verwendet man oft beim Schreiben und Perfekt beim Reden.

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*gewechselt habe 

vielleicht besser?

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