Meine Nichte hat jetzt seit Ende der 4. Klasse Nachhilfe in Mathe, sie übt regelmäßig und hat jetzt -7. Klasse- eine 5 und eine 6 in diesem 1. Halbjahr geschrieben, es ging um Therme, biomische Formeln, lineare Funktionen und sehr viele Textaufgaben, das liegt ihr einfach nicht, aber es müsste doch zumindest mal eine 4 bei so viel Nachhilfe und Üben rauskommen. Sie hat jetzt auch schon den 3. neuen Nachhilfelehrer, daran kann es also auch nicht liegen. Hat hier jemand einen Tipp, was man da noch machen könnte?

Wie wäre es mit akzeptieren, dass das Kind einfach schlecht in Mathe ist? Ich habe 7 Jahre lang Nachhilfe gegeben. Daher kann sagen, dass es ganz einfach auch dumme Kinder auf dieser Welt gibt.
Es kann sein, dass sie an Dyskalkulie leidet:
Charakteristische Probleme mit Mengen und Zahlen:
Bereits im Vorschulalter fallen Schwierigkeiten auf, Mengen einzuschätzen, zu vergleichen oder zu sortieren. Die Fähigkeiten zu zählen (aufwärts-, abwärts-, weiterzuzählen), Gegenstände abzuzählen oder Mengenbilder zu gesprochenen Zahlwörtern zuzuordnen, sind eingeschränkt. Erstes anschauliches Rechnen mit Gegenständen fällt schwer. Später werden im Hunderter- und Tausender-Zahlenraum die Stellenwerte vertauscht oder verdreht. Das Rechnen mit Maßeinheiten (Geld, Uhrzeit, Gewichte, Längenmaße) bereitet große Schwierigkeiten.
Charakteristische Probleme mit den Rechenfertigkeiten:
Grundsätzlich gilt für alle Kinder mit Rechenstörungen: Sie machen die gleichen Fehler wie ihre Klassenkameraden, nur viel häufiger und länger. In den ersten Jahrgangsstufe fallen Dyskalkuliker selten durch große Rechenschwierigkeiten auf. Sie kommen lange nicht ohne Zählhilfen aus (Finger, Stifte, Steine etc.), da sie zählend rechnen und dabei oft noch falsche Zählstrategien verfolgen.
Besondere Schwierigkeiten bereiten
Zehner-Übergänge sowie der Wechsel zwischen den Rechenarten. Die Zerlegung von Zahlen, Platzhalter-Aufgaben oder Umkehr-Operationen werden nicht verstanden und willkürlich gelöst. Schwierig erscheint auch das Verstehen und die Umsetzung der Rechenoperationen oder deren zeichnerische Umsetzung.
Im Bereich der Text- und Sachaufgaben kommen oft zahlreiche unterschiedliche Fehlermöglichkeiten zusammen, die Kinder finden keinen Zugang zur Umsetzung des Textes in Rechenaufgaben.
Folgeprobleme aufgrund von Dyskalkulie:
Mathematische Sachverhalte finden sich z.B. auch im Fach Sachkunde wieder. Das bereitet das Verständnis von Tages-, Wochen-, Jahresverlauf, Thermometer, Himmelsrichtungen, Uhr, Stromkreis, geschichtlichen Ereignissen oder auch die Orientierung mit Hilfe von Karten und Tabellen können bei einer vorliegenden Dyskalkulie größere Schwierigkeiten bereiten.

Es gibt definitiv keine dummen Kinder in Mathematik zumindest nicht.
Fr ein Kind ist es nicht besonders hilfreich immer wechselnde Nachhilfelehrer zu haben, weil sich die Lehrer dann nicht gut genug auf das Kind einstellen können.
Ein Nachhilfelehrer ersetzt auch auf keinen Fall das tägliche Training welches zusätzlich zur Nachhilfe stattfinden sollte.
Für mich ist es deshalb sehr wichtig, dass das Kind genug übungsmaterial bekommt um jeden Tag 15-30 Minuten einfach nur Kopfrechnen oder anwenden von Rechenregeln zu trainieren.
Auch bei Textaufgaben gibt es vielleicht Kinder die es schwerer haben. Trotzdem auch hier gilt: Übung macht den Meister.
Wenn Du Übungsmaterial brauchst dann kannst Du Dich ruhig an mich wenden.
Genau: Üben, üben, üben. Was anderes hilft nicht.

Mathe war auch immer mein großer Schwachpunkt. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass Deine Nichte sich einfach inzwischen total unter Druck gesetzt und beobachtet fühlt: wer bereits so lange Nachhilfe bekommt und immer noch keine Erfolge vorweisen kann...bei derjenigen steigt natürlich die Angst vorm Versagen. Kann mir vorstellen, dass sie in den Mathestunden richtige Blackouts hat dank der Prüfungsangst. Ich würde die Nachhilfe mal ein Halbjahr komplett aussetzen oder die Anzahl der Stunden deutlich verringern. Mir hat es geholfen mit KLassenkameraden zu lernen, auch schon in dem Alter. Der damalige KLassenprimus hat mir und zwei Freundinnen Nachhilfe gegeben (auch bei den binomischen Formeln) und das war , mehr oder minder, das erste Mal, dass ich etwas gerafft habe. Das Lernen hat so einfach mehr Spass gemacht: vor richtigen Nachhilfelehrern hatte ich immer Schiss und Eltern verlieren häufig zu schnell die Geduld. Ein Matheass wird sie vermutlich aber nie werden. Vielleicht hat sie aber auch Dyskalkulie, musst Du mal googlen, kann ich nicht beurteilen.
.. wenn das meine Tochter wäre, würde ich sie das Schuljahr wiederholen lassen. Unsere Kinder werden dermassen mit Wissen vollgestopft, dass sie gar nicht mehr wissen, was sie in ihren Köpfen wo abspeichern sollen. Wenn Nachhilfe nichts mehr nutzt, ist es sicherlich auch im Interesse des Kindes, eine "Ehrenrunde" zu drehen. Das Kind kann halt nichts mehr aufnehmen. Sprecht mit dem Kind, das Schuljahr zu wiederholen. Viele Kinder bekommen beim Wiederholen den "Kick" und haben dann auch wieder Luft und Lust zu lernen und zur Schule zu gehen... das ist zumindest meine Erfahrung...
Liebe/r Aloha ! Meine Tochter hat auch wahnsinns Schwierigkeiten in Mathe. Schon immer. Sie besucht die Realschule und kommt nur mit Hilfe meines Mannes in Mathe mit. Regelmäßig üben die Beiden. Das Deine Nichte momentan nicht so gute Zensuren schreibt, liegt sicher daran, das sie völlig entnervt von der vielen Lernerei ist und sich bei den Arbeiten voll unter Druck setzt. Nach dem Motto: Ich habe soviel Nachhilfe bekommen, ich muss eine gute Zensur schreiben. Die Kids blockieren da einfach. Ich würde sie mal nicht so vollknallen mit Lernen in Mathe, sondern das ganze mal ziemlich locker angehen. Bei meiner Tochter wird nur noch gepaukt, wenn sie selber sagt: Ich habs nicht verstanden. Ansonsten lassen wir sie. Vieleicht mal mit dem Mathelehrer sprechen. Vieleicht ist der/die sogar nicht fähig den Kids den Stoff richtig zu erklären.
Da fällt mir zu dem schon Angeführten Argumenten noch etwas ein. Es ist in unserer Gesellschaf heute das Problem herauszufinden, wie Kinder Spaß am lernen haben. Ihnen beizubringen wie man lernt. Nicht nur Dogmatisches Matte, Englisch und Deutsch. Es dreht sich eben Hauptsächlich, um wirtschaftliche Fähigkeiten die gefördert und belohnt werden.
Dem Mathe-Lehrer zu Weihnachten nen Schinken schenken....

Da ist die Nachhilfe unfähig. Ganz sicher macht sie ihr Standardprogramm und übt nicht das aktuelle Schulprogramm. Wechsele oder wirf das Geld weiter aus dem Fenster.
Die Antwort finde ich ein bisschen sehr platt, sie ist auf dem Gymnasium und schreibt in Deutsch nur 1, in Englisch und Französisch steht sie zwischen 2 und 3.
Wenn sie in Mathe ein Problem hat, muss sie noch lange nicht Dumm sein!
@engelhaar: genau!
okay, ich habe auf dem Gymnasium 7 Jahre Nachhilfe gegeben und festgestellt, dass auch Gymnasiasten, welche in sprachen Fächer gut waren, in den naturwissenschaftlichen Fächern aufgrund ihre Schwäche in Mathe versagt haben. Das kann ich jetzt schön reden, aber das ist nun einmal so. Wenn ein Kind nach 2,5 Jahren Mathenachhilfe immer noch nichts begreift - und es tut mir leid, wenn ich dadurch flach wirke - ist es einfach nicht so schlau wie die anderen Kinder.
Niemand ist dumm, wenn er in Mathe "schlecht" ist.
Für diese Antwort von wandpilz müsste es eigentlich ein DR (Daumen runter) geben!
Eine Schwäche in Mathe hat nun wirklich nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun. Eher damit dass die Begabung in anderen Bereichen liegt.
Ich kenne da persönlich einen eben anders gelagerten Fall. In Mathe super, aber kein Gefühl für Sprachen!
Andere haben ihre Stärken eher im musischen Bereich (Musik, Kunst etc.)
Gut! Mathe hat eher mit Logik zu tun, Sprachen z.B. weniger. ;-)
Tja, mag alles so stimmen, aber wenn man in der gymnasialen Oberstufe in Mathe und vielleicht auch in Chemie und Physik ne 6 hat, kann man dem Schulleiter gerne mit der Aussage kommen, dass "die Begabung des Kindes in einem anderen Bereich liegt" aber dennoch wird es sitzen bleiben und vielleicht sogar komplett runterfliegen. Ich weiss - ich bin immer der böse, der zu gerne in der Welt weilt, so wie sie ist und nicht in der, wie sie sein sollte. Klar, es wäre spitze, wenn wir allen Kindern der Welt genügend Zeit widmen würden, bis auch der letzte alles verstanden hat. Aber unsere Gesellschaft baut nun einmal auf einem anderen Prinzip auf. Auf dem Gymnasium zu sein heisst noch lange nicht, dass man das Spiel gewonnen hat. Es wird weiterhin die Spreu vom Weizen getrennt (genauso wie im Studium es immer welche gibt, die durch die Prüfungen rasseln). Es ist hart - aber so ist die Schule nun einmal. Wer nicht mitkommen kann, fliegt. Es ist schade, dass auf deutschen Gymnasium die sportlich und musikalisch begabten Einserschüler wegen solch doofer Fächer wie Mathe das Abi nicht kriegen, aber man kann nicht immer alles haben.
Mir ging es nicht darum dass das Kind unbedingt auf dem Gymnasium bleiben muss. Klar müssen die Eltern eben diese Tatsache akzeptieren und nach anderen, für das Kind besseren, Wegen suchen.
Aber es führt nichts daran vorbei dass deine erste Aussage ganz einfach platt und falsch war!
Ein Kind oder besser gesagt ein Mensch (als Erwachsener bestehen diese Schwächen meist auch noch!) der in einem Bereich seine Schwierigkeiten hat ist auf keinen Fall als dumm abzustempeln.
Wir sind alle keine Universalgenies!!!
Gut, meinetwegen. Dann sagen eben wir nicht, dass es dumme Kinder gibt, sondern mathematisch talentfreie, in anderen Disziplinen begabte Kinder.
Na, das ist doch ein Wort ;-)!