Frage von MirayFisch, 50

Woran erkennt man Muttersprachler (Englisch)?

Hallo. Jeder von uns benutzt Wörter/Sätze/Redewendungen, die uns als Muttersprachler kennzeichnen. Gibt es sowas auch in der englischen Sprache? Woran erkennt man das? Gibt es irgendwelche Formulierungen, die nur Muttersprachler benutze?

Außerdem würde ich gerne erfahren, welche umgangsprachlichen Formulierungen genutzt werden. Kennt jemand welche? Beides bezieht sich auf's sprechen, also mündliche.

Danke schon einmal :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Spikeeee, 22

AstridDerPu hat es eigentlich genau auf den Punkt gebracht.

Trotzdem hier noch ein paar 'Redewendungen' bzw typische Slangausdruecke die hier, im mittlerem Westen der USA, sehr haeufig von Muttersprachlern (manche mittlerweile aber auch von mir) verwendet werden!

  • Literally sagtest du ja schon in einem Kommentar. Das wird auch hier in den USA also im AE viel verwendet. Heisst soviel wie "Buchstaeblich" oder auch "Wortwoertlich" und wird hier gerne als Verdeutlichung verwendet! Also quasi statt "wirklich" oder "wahrhaftig". Z.B.: "He literally had no idea"
  • I sh*t you not! Slang fuer "I'm not kidding" "No Joke" also man verdeutlicht dass das Gesagte war ist.
  • Ya'll/Ain't wird vor allem im 'Hillbilly' Slang gerne verwendet. Ya'll steht fuer You all bzw. all of you "Ya'll can come by anytime". Ain't wird gerne im Sinne von is not verwendet. "That ain't right", "Ain't ain't a word"
  • I'm picking up what you're putting down/I smell where you're stepping in Jugendslang fuer "Ich verstehe was du sagst"
  • Tho/Though viel verwendetes Fuellwort. Kann einiges heissen z.B. Obwohl (das waere aber eher although), aber, trotzdem, dennoch, allerdings... "don't say that though/tho"
  • -ish "I'll be done here around 5ish" "The T-shirt I saw was kinda greenish" Ish wird hier gerne angehaengt wenn man etwas nicht genau weiss bzw es schwer zu definieren/sagen ist.
  • Pop "May I get a pop, Ma'?" Limonade. Aber generell wird hier im mittleren Westen alles Pop genannt. Trinkst du eine Cola dann trinkst du ein Pop, Trinkst du Fanta, auch Pop, mischt du 10 Limonaden - einfach Pop.
  • Wanna come with?  Genau, nicht "do you want to come with me?" Das me wird gerne weggelassen... "I'll be at the game tonight, wanna come with?"
  • You betcha! yes, of course, sure... "I'll be at the game tonight, wanna come with?" "You becha! See ya there" quasi "darauf kannst du wetten"
  • Dude manche glauben ein Dude waere immer maennlich. Falsch. Kann man auch zu Frauen sagen. "Oh, come on dude!" "That's awesome dude!"

Das ist nur was mir gerade auf die schnelle so einfaellt und es bezieht sich hauptsaechlich nur auf den mittleren Westen. Viel mehr als diese Redewendungen/Slangausdruecke kommt es, wie AstritderPu schon sagte, auf die Aussprache an.

Kommentar von earnest ,

Auch das ist kein sicheres Zeichen.

Wie du selbst andeutest, kann sich ein Austauschschüler solche Redewendungen binnen kurzer Zeit aneignen.

Kommentar von Spikeeee ,

Genau, das hatte ja AstritderPu schon gesagt. Darum habe ich oben erst auf ihre Antwort verwiesen :)

Antwort
von Spielwiesen, 27

Von 'außen' sind Muttersprachler nicht leicht zu erkennen. Sie verwenden idiomatische Redewendungen und wenden kleine Partikel an, die einen Satz vom Sinn her abrunden und klangvoll machen. Sie können gnadenlos mit Worten in allen möglichen Zusammenhängen jonglieren - da kommen Nicht-Muttersprachler kaum mit. 

Sie können auch andere Dialekte und Akzente innerhalb ihrer eigenen Muttersprache erkennen und benennen, woher der Sprecher wohl kommen muss.. 

Eigentlich ist es schade, dass nicht das Wort 'Muttersprachler' auf der Stirn steht - dann würde man sie besser erkennen.

Kommentar von earnest ,

 Ich möchte das gern "andersherum" sagen: Manche Nicht-Muttersprachler beherrschen die Fremdsprache so gut, dass sie kaum als "non-natives" identifiziert werden können.

Und es kann durchaus passieren, dass ein "Sprachgenie" überhaupt nicht als als "non-native speaker" erkannt wird.

Kommentar von earnest ,

Die Identifizierung "ex negativo" - siehe meine Antwort - ist eine sicherere Methode: Nicht-Muttersprachler sind leichter zu verorten.

Wer als solcher nicht identifiziert werden kann, ist mit hoher Wahrscheinlichkeitein "native speaker".

Antwort
von Snipars, 41

Vorallem die Anzahl an Redewendungen sehe ich als entscheidend, aber man kann sich natürlich nie ganz sicher sein. Es gibt Leute die sprechen fast nur mit Redewendungen. Die Aussprache ist natürlich auch ausschlaggebend.

Kommentar von MirayFisch ,

Hättest du ein Beispiel?

Expertenantwort
von AstridDerPu, Community-Experte für Englisch & Sprache, 22

Hallo,

Wörter, Sätze und Redewendungen kann sich auch ein Nicht-Muttersprachler "drauf schaffen".

Wichtig ist hier auch die Aussprache (pronunciation). Schau dir dazu auch mal folgende Videos von Adam an:

und

AstridDerPu

Kommentar von MirayFisch ,

okay, danke :)

Kommentar von MirayFisch ,

Bei x factor uk oder so sagen die oft 'literally'. Warum?

Kommentar von Spielwiesen ,

Weil das 'buchstäblich' bedeutet - eine Art Bekräftigung der Aussage. Kann man auch als Füllwort nehmen, wo es passt.

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Englisch & Sprache, 9

Hi.

Nein, daran kann man so nicht erkennen.

So kenne und benutze ich zum Beispiel eine ganze Reihe von Wendungen, die ein englischer Muttersprachler verwendet, und ich kenne einige englische Muttersprachler, auch auf dieser Plattform, die mit deutschen Redewendungen bestens vertraut sind.

Am meist vorhandenen mehr oder weniger ausgeprägten Akzent dagegen erkennt man meist den Nicht-Muttersprachler.

Manchmal braucht man dazu aber sehr feine Ohren, und bei Sprachgenies kann man es nicht unterscheiden. Sie klingen wie Muttersprachler.

Die sichere Unterscheidung klappt nur "ex negativo": "XY ist KEIN Muttersprachler."


Gruß, earnest



Kommentar von earnest ,

-upps: daran kann man das nicht so erkennen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community