Frage von Shulako96, 147

WIESO müssen Nonnen und Mönche im Zölibat leben?

ich weiß, dass sie ein Keuschheitsgelübde ablegen müssen und auch was das bedeutet. Aber wieso sollen Nonnen und Mönche im Zölibat leben? Soweit ich weiß, steht davon in der Bibel nichts geschrieben.

Bitte nur ernst gemeinte und am besten sachliche Antworten.

Antwort
von Eselspur, 68

Sie MÜSSEN nicht ehelos leben, sie haben sich aus freien Stücken aus Liebe zu Gott dazu entschieden.

Kommentar von Shulako96 ,

Ja, aber aus welchem Grund wollen sie in Keuschheit (für Gott) leben? Sowas steht nirgends geschrieben 

Kommentar von Raubkatze45 ,

1. Wenn Jesus von der Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen spricht, ist das ja wohl damit gemeint. Immerhin haben die Apostel auch alles verlassen. Auch Paulus zieht die Ehelosigkeit vor, weil er ganz und ungeteilt für Gott verfügbar sein will. Wer verheiratet ist, will auch seinem Partner gefallen und ist abgelenkt durch viele weltliche Dinge.

2. Wenn auch Jesus die Ehe geheiligt hat, steht nicht geschrieben, dass alle heiraten müssen. Das sind zwei Lebensformen, für die man sich frei entscheiden kann. Und da dies nicht alle verstehen, sagt Jesus vorausschauend gleich dazu "Wer es fassen kann, der fasse es".

Kommentar von Eselspur ,

Matthäus 19,12

Antwort
von Mutci, 67

Vielleicht sollen sie ihr ganzes Leben Gott weihen, ohne sich von weltlichen Sachen ablenken zu lassen. Aber die Frage habe ich mir schon oft gestellt, aber auf eine vernünftige Antwort warte ich auch noch immer.

Antwort
von RudolfFischer, 69

Zunächst einmal liegt es ja wohl auf der Hand, dass jemand, der sich für ein Klosterleben entscheidet, nicht gleichzeitig eine Familie haben kann. Sinn des Klosterlebens ist (abgestuft), sich ganz auf eine Verbindung mit Gott zu konzentrieren, über ihn und die Welt nachzudenken, oft auch, für andere da zu sein (psychische Betreuung, Krankenpflege, Exerzitien, ...) bis hin zu normalem Broterwerb.

Eine (körperliche) Liebesbeziehung zu anderen Menschen wäre eine zu große Ablenkung. Man würde diesem Partner und gar Kindern nicht gerecht werden können. Evangelische Priester können auch einen Kompromiss leben, eine ganz schöne Herausforderung.

Wer sich also für ein Klosterleben entscheidet, dem muss es klar sein, dass das eine ganzheitliche Entscheidung sein muss. Wenn er merkt, dass das doch nichts für ihn ist, soll er die Konsequenzen ziehen und das Kloster wieder verlassen. Niemand sollte dafür schief angesehen werden.

Da sich niemand für ein Klosterleben entscheiden MUSS, wird auch keiner zu sexueller Enthaltsamkeit gezwungen. Um eine falsche Ansicht richtigzustellen: Es gibt genügend viele Menschen, die gar keine sexuellen Bedürfnisse haben. Die (sich selbst auferlegte) Enthaltsamkeit im Kloster deshalb für "menschenunwürdig" zu betrachten, geht von der falschen Überzeugung aus, dass alle Menschen nicht wüssten, wohin mit ihrer Sexualität. Ich kenne Alleinstehende, die seit Jahrzehnten keine sexuelle Beziehung gehabt haben und das auch nicht vermissen.

Die übliche tägliche (sexuelle) Reizüberflutung über die Medien suggeriert ja, dass es schon "unmenschlich" sei, jahrzehntelang mit derselben Frau verheiratet und ihr dann auch noch treu geblieben zu sein ... 

Kommentar von Ontario ,

Der Zölibat ist ein von Menschen auferlegter Zwang und nicht von Gott. Nicht alle, die in ein Kloster gehen, haben keine sexuelle Gefühle. Evangelische Priester dürfen heiraten, eine Familie gründen und dienen dennoch Gott. Katholischen Priestern wird durch den Zölibat das Heiraten verboten. Wie wir wissen, kommen da viele nicht klar damit. Vergehen sich an ihnen anvertrauten Jugendlichen und es sind keine Einzelfälle. Die kath. Kirche hat derzeit ein Problem, wie sie all die Betroffenen entschädigt, die von pädophilen Priestern belästigt wurden. Was läge da näher sich einmal Gedanken darüber zu machen, ob man den Zölibat nicht abschaffen sollte ? Dann hätte man evtl. den Priestermangel nicht in diesem Ausmass. Sexualität ist etwas menschliches und gottgewollt. Macht euch die Erde untertan und vermehret euch, so oder ähnlich heisst es doch schon in der Bibel. Von einem Zölibat ist da keine Rede. Päpste hielten sich Kurtisanen. Priester haben ihre Haushälterinnen. Ich las mal eine Broschüre von einem Pater der in einem Kloster lebt. Er beantwortete die Frage wegen sexueller Enthaltsamkeit damit, dass die männlichen Klosterinsassen eben mehr weibliche Hormone hätten und somit der sexuelle Trieb nicht  ausgeprägt sei. So kann man einer ehrlichen Antwort aber auch ausweichen. Dann würde ich mal empfehlen, das Buch ,der "Paffenspiegel" zu lesen. Wir , die wir ausserhalb von Klostermauern leben, keine kath. Priester sind, uns bleibt die Welt hinter deren Mauern verschlossen. Es sind genauso Menschen wie jeder andere, mit Schwächen und Stärken. Nur mit dem Unterschied, dass sie sich einem Zwang unterwerfen müssen.

Kommentar von RudolfFischer ,

Es gibt keinerlei Nachweis, dass der Zwangszölibat Pädophilie fördert. Im Gegenteil: Die überwiegende Mehrheit der Täter bilden Familienväter. Man könnte also statistisch gesehen eher argumentieren, dass der Zölibat die Wahrscheinlichkeit, pädophil zu sein, verringert.

Die Kausalität ist aber eher, dass religiös gebundene Männer weniger dazu neigen, ihre pädophile Veranlagung auszuleben, als x-beliebige (meist nicht religiös gebundene) Väter.

In der Öffentlichkeit ergibt sich aber deshalb ein anderes, falsches Bild, weil jeder gefallene Priester ein gewaltiges Aufsehen (z.B. in der Presse) erregt, ein gefallener Vater in der Regel aber nicht, weil das an der Tagesordnung ist.

Antwort
von 1988Ritter, 85

Du darfst Nonnen und Mönche nicht mit normalen Christen verwechseln.

Diese Menschen haben sich dem Glauben zu 100% verschrieben, und legen das Zölibat deshalb ab, weil sie sich vollkommen auf ihre Aufgabe konzentrieren möchten.

Kommentar von Shulako96 ,

nein, verwechseln tue ich sie nicht :) Aber ein Bruch eines Gelübde könnte doch bedeuten, dass man den jeweiligen Orden verlassen muss, oder?

Kommentar von seguiendo ,

Ein einmaliger Bruch des Gelübdes nicht, aber wenn man merkt, dass man nicht zölibatär leben kann/will, dann schon.

Und wenn man als Nonne schwanger wird, dann auch. Schließlich kann ja ein Kind nicht im Kloster aufwachsen ;)

Antwort
von Accountowner08, 73

Du musst wissen dass die Bibel nicht viel mit dem Christentum zu tun hat. Viel ausschlaggebender sind die verschiedenen religiösen Gesetze, wie sie von den verschiedenen Institutionen im Laufe der Jahrhunderte festegelegt wurden, teilweise auch sehr widersprüchlich (ist Christentum für oder gegen Sklaverei? Sehr lange waren sie dafür oder hatten nichts dagegen, jetzt, wo sich allgemein die "Menschenrechtserklärung" gegen das Christentum durchgesetzt hat, finden die Christen Sklaverei auch nicht mehr so toll... aber die Initiative, Sklaverei abzuschaffen kam nicht von den Christen, sondern eher von der Aufklärung).

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Accountowner08,

interessanterweise haben sich aber die Menschenrechtserklärungen jeder Art und die Aufklärung genau in den christlichen Ländern durchgestzt, und zwar nicht gegen das Christentum, sondern aufgrund des christlichen Gedankengutes.

In nichtchristlichen Ländern oder unter atheistischen Regimen gibt es das nicht.

Kommentar von Accountowner08 ,

Also, schauen wir mal zurück in die Geschichte, was "christliche" werte sind: menschen zur Taufe zwingen oder umbringen, ganzen Völkern ihre Kultur wegnehmen, weil man die christliche Kultur besser findet, Häretiker auf dem Scheiterhaufen verbrennen, ev. auch dafür, dass sie einfach die Wahrheit sagen (z.B. giordano Bruno)...

muss ich fortfahren?

Kommentar von hoax59 ,

Sie sind in mehrfacher Hinsicht fehlinformiert! Natürlich hat gerade die Bibel viel mit dem Christentum zu tun.Auch "Buch der Bücher" genannt, ist es das "Wort Gottes" an uns Gläubige. Ihre Aufzählung an Gräueltaten ist eine beliebte Methode von Atheisten,den christlichen Glauben in Mißkedit zu bringen. Wer an Gottes Wort glaubt, ist nicht in der Lage, solche Gräuel zu begehen.  Also waren es nicht "die Christen", sondern kirchliche Verbrechersyndikate, die die Taten unter mißbräuchlicher Auslegung der Heiligen Schrift begingen. Außerdem wurdenVölkern nicht nur Kulturen genommen, sondern deren Kulturen auch bereichert. Die ersten Israeliten z. B. erlösten das Land Kanaan von blutigen Menschenopfern zu Ehren der Baals-Götter, denen mit Vorliebe auch Kinder auf den Altären dargebracht wurden.

Antwort
von OnkelSchorsch, 67
Antwort
von Rowal, 43

Das geht zurück auf die Regeln des Heiligen Benedikt. Demnach gibt es 4 Arten von Mönchen:

Die Koinobiten: Diese leben in klösterlicher Gemeinschaft (also ohne Familie)

Die Anachoreten: Diese leben allein in Abgeschiedenheit (also auch ohne Familie).

Die anderen beiden Arten sind regel- und zügellos, jedenfalls gemäß dem heiligen Benedikt. Für diese gelten keine Beschränkungen, sie sind Sklaven der Launen ihres Eigenwillens und der Gelüste ihres Gaumens.

Da wohl alle heute existierenden Orden Ableger der Benediktiner sind, gelten die Benediktinerregeln, wenn auch in abgewandelten Formen.


Antwort
von Nadelwald75, 62

Hallo Shulako96,

mit dem Link bei Wikipedia hast du eine ganz gute Übersicht:

https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Ehelosigkeit

Da sind auch die biblischen Stellen aufgeführt. - Was zunächst einmal wichtig ist: Nicht, wer ins Kloster geht, muss deswegen ehelos bleiben, sondern es ist umgekehrt: Wer um des Reiches Gottes willen ehelos leben will, kann das am besten in der Gemeinschaft verwirklichen, eben im Kloster.

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