Frage von LeDreamer, 132

Wieso dachten die Menschen früher, dass wir ein heliozentrisches Weltbild haben?

Also warum dachten sie dass alle planeten und die sonne um die erde kreisen? waren die leute so egoistisch und haben wirklich geglaubt dass alleine SIE im MITTELPUNKT stehen?^^ wieso glaubten sie Galileo Galilei nicht( er sagte ja dass es ein Geozentrisches weltbild ist)? und wieso hat vor allem die kirche den leuten gesagt, dass sie im mittelpunkt sind?

PS: das ist alles aus dem geschichteunterricht ,es kann also sein, dass ich manche dinge falsch verstanden habe^^ hoffe auf ernste und "leicht erklärte" antworten^^

Antwort
von Andrastor, 70

Du hast die Vokabeln vertauscht:

Geo zentrisch - Geo=Erde => Erde im Mittelpunkt

Helio zentrisch- Helios=Sonne => Sonne im Mittelpunkt.

Die Menschen damals hatten nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten die Welt um sie herum zu betrachten und zu erforschen. Sie sahen eine Fläche auf der sie standen und dachten es wäre eine Scheibe. Sie sahen den Himmel über sich, welche sich bis zum Horizont erstreckte und dachten es wäre eine Kuppel.

Sie sahen die Sonne und die anderen Himmelskörper ihre Bahnen über den Himmel ziehen und dachten diese würden um die Erde kreisen.

Gravitation war als eine Kraft bekannt die Dinge nach "unten" zieht. Eine kugelförmige Welt war ihrer Meinung nach unmöglich, weil auf einer Kugel alles runterrollt. Sie konnten nicht verstehen dass das Zentrum der Kugel "unten" war.

Erst als die Seefahrt und die Möglichkeiten der Beobachtung weiter fortgeschritten waren, konnten die Menschen beweisen dass die Erde tatsächlich eine Kugel war und dass sie sich um die Sonne drehte anstatt anders herum.

Antwort
von offeltoffel, 82

Weil alles andere als ein egoistisches Weltbild eine mehr als überragende Leistung evolutionären und geistigen Fortschritts bedeutet. Kaum ein Lebewesen ist überhaupt dazu in der Lage, über sich selbst zu reflektieren. Da erscheint es nur logisch, dass wir uns selbst auch zum Mittelpunkt allen Lebens machen.

Und noch ein ganz pragmatischer Grund: wenn du keine Ahnung von unserer Welt hast...was siehst du dann? Eine Scheibe, wo auf der einen Seite die Sonne hochsteigt und dann auf der anderen wieder untergeht. Wie sollten die Menschen auf eine andere Idee kommen, als an das Naheliegendste zu denken?

Kommentar von LeDreamer ,

danke^^ aber kannst du mir das mit dem egoistischen bereich in deiner antwort mir nochmal erklären? ich bin ein bisschen schwer von begriff , sorry^^

Kommentar von offeltoffel ,

Also wir Menschen stehen ja zunächst mal für uns. Wir wissen, dass es noch Milliarden anderer Leute gibt, aber wir kennen sie nicht. So wie du einen Star hundertmal im Fernsehen siehst, aber real hast du ihn noch nie erlebt. Ich selbst weiß auch nicht, ob der Kontinent Südameika existiert - ich war noch nie dort. Und es ist eine ganz schön große Leistung, dass wir Menschen das überhaupt können. Dass wir verstehen, dass andere Menschen auch Individuen sind. Kurz: dass es noch etwas anderes gibt, als uns selbst.

Und deshalb beziehen wir alles, was um uns herum passiert, auf uns. Früher dachten die Leute auch, dass Donnern eine Strafe Gottes ist. Sie bezogen es auf sich, weil sie nicht wissen konnten, was da physikalisch passiert.

Antwort
von OlliBjoern, 40

Naja, die Anschauung zeigt ja erst mal das: am Himmel ist etwas, was leuchtet (Sonne), und das scheint sich ja offenbar zu bewegen (richtig?). Also was liegt da näher, als anzunehmen, die Sonne dreht sich um die Erde?

Die Entdeckungen von Kopernikus und von Galilei sind gar nicht so leicht nachvollziehbar, wenn man es mal ganz schlicht betrachtet. Man muss auch Planetenbahnen und die Bahnen von deren Monden (um diese Planeten herum) beachten. Dinge, die im Alltag nahezu bedeutungslos waren.

Warum hätte es z.B. einen einfachen Handwerker kümmern sollen, dass Planeten komische "Schlaufen" am Himmel bilden in ihren Bahnen? Freilich fiel das Leuten wie den beiden oben genannten auf (und einigen anderen), aber in der breiten Bevölkerung (und im Klerus) fand dies erst mal kein gesteigertes Interesse.

Antwort
von MonkeyKing, 48

Weil es erst einmal nicht egoistisch ist sondern logisch, die Welt von sich selbst aus zu betrachten. Da man der Mittelpunkt aller Erfahrung ist, ist es auch erst einmal logisch davon auszugehen, dass sich alles um einen selber dreht. Wenn man das dann kosmologisch ausdehnt folgt daraus auch dass sich alles um einen selber bzw. das erweiterte Selbst (die Welt) dreht und daraus folgt ein Geozentrisches Weltbild. Es ist eine bewährte Methode des Verstandes (Okkhams Rasiermesser) davon ausgzugehen, dass die einfachste Erklärung die richtige ist, auch wenn es nicht immer stimmt. 

Antwort
von BlackLunatic, 67

Auf der einen Seite, war das die einfachste Erklärung. Menschen haben ja schließlich die Sonne und den Mond bewegen sehen und nicht sich.

Aber soweit ich das noch in Erinnerung habe war die Kirche vorallem dagegen, weil das ja gegen das Weltbild geht, welches sie gepriesen haben. Vonwegen alles dreht scih um den Menschen und ist nur dafür da, dass der Mensch es benutzt. Denn der Mensch ist das Ebenbild gottes.

Dass es dann auf einmal hieß, dass wir uns um die Sonne drehen haben die nicht so gut aufgenommen ^^

Kommentar von LeDreamer ,

dankeeee^^also dachten die menschen sie seien das "wichtige kunstwerk von gott" und haben deswegen gedsacht, dass sie im zentrum sind?

Kommentar von BlackLunatic ,

Quasi. Du hast ja sicher schon den netten Begriff "Krone der Schöpfung" gehört. Und Ebenbild heißt ja noch mehr als "wichtigstes Kunstwerk".


E̱ben·bild Substantiv [das] jmd., der jmdm. sehr ähnlich sieht.
"Dein Sohn ist wirklich dein Ebenbild."

Und das ist ja nicht nur zwinged aufs reine Aussehen ausgelegt.

Und wenn man davon Ausgeht, dass Gott alles einzig und allein NUR für den Menschen geschaffen hat macht es ja viel mehr Sinn wenn sich auch alles um den Menschen dreht.

Ich weiß nicht ob das wirklich so war, aber ich kann mir vorstellen dass es für das Christentum besonders Schlimm war, ausgerechnet die Sonne dann im Mittelpunkt zu haben, denn schließlich wurde die Sonne (bzw Sonnengötter) von "den Heiden" angebetet. (also es gibt nunmal viele Sonnenkulte, und selbst da, wo die Sonne/der Sonnengott nicht die wichtigste Gottheit ist, wird die Sonne von einem Gott darsgestellt.)


Antwort
von asdfghj2, 68

Wenn man sich einmal versucht in die Menschen von damals hineinzuversetzen:

Ich weiß jetzt auch nur dass wir ein "Heliozentrisches Weltbild" haben, weil ich es so gelernt habe. Mir persönlich würde das Wissen und die Fähigkeit fehlen selbst mit eigenen Mitteln herauszufinden, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Vorallem mit damaligen Mitteln. D. h. den Menschen von damals blieb oft nichts anderes übrig als das zu glauben was sie gelernt hatten.

Die Idee, dass die Erde im Mittelpunkt steht und dass sich alle Planeten um die Erde drehen, klingt ja im ersten Moment ganz nett. Warum sollte man daran zweifeln? Galileo war einfach ein Querdenker, der es geschafft hat mehr zu wissen als das was man ihm erzählt hat.

 



Kommentar von PatrickLassan ,

Ich weiß jetzt auch nur dass wir ein "Geozentrisches Weltbild" haben, weil ich es so gelernt habe.

Das hatten wir mal. 'Geozentrisch' bedeutet, dass man annimmt, die Erde stünde im Mittelpunkt.

Kommentar von Horus737 ,

Richtig lesen bevor man antwortet!! PatrickL schreibt "Heliozentrisch" . Der Fragesteller hatte sich vertan und schreibt früher hätte man irrtümlicher Weise "Heliozentrisches Weltbild" . Er meint aber das alte geozentrische Weltbild der Antike.

Übrigens: Ein einfacher Mensch in unserer modernen Welt würde ohne die Information der Wissenschaftler auch heute noch behaupten das die Erde der Mittelpunkt der Welt sei. So einfach ist das nicht zu begreifen, dass wir uns um die Sonne drehen und nicht die Sonne um uns. Schau doch mal in den Himmel . Wer bewegt sich da? Die Sonne !Also!

Antwort
von JBEZorg, 26

1.Du verwechselst geozentrisch und heliozentrisch.

2.Nein, sie sind einfach von dem Aausgegangen was sie beobachten konnten, nämlich dass die Sonne aufgeht, am Himmel entalngwandert und untergeht.

3.Aus physikalischer Sicht ist es strengenommen auch Blödsinn zu sagen, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Alles ist eine Frage des Bezugspunkts und des gewählten Koordinatensystems. Zwei Körper drehen sich umeinander im Raum. Nur weil einer der Körper viel mehr Masse besitzt ändert nichts daran. Und je nachdem wo man den Ursprung des Koordinatensystem setzt kann man für genau dieses eine Koordinatensystem sagen ob sich ein Körper um den anderen dreht oder beide irgendwelche Bahnen haben usw.

Kommentar von weckmannu ,

"physikalisch gesehen" gibt es die Gravitation, mit der man erklären kann, wie die Umlaufbahn der Erde um die Sonne zustande kommt.

Deshalb ist es sinnvoll, den Ursprung des Koordinatensystems in das Gravitationszentrum, die Sonne, zu legen.

Antwort
von ac1000, 15

Sie hatten ein geozentrisches Weltbild. Und das hat genau gar nichts mit "Egoismus" zu tun, sondern mit dem Stand von Wissenschaft und Erkenntnis.

Dass sich die Erde bewegt, davon merkt man ja nun nichts; und Bewegung und Stillstand nehmen wir mit unseren Sinne immer nur in Bezug auf den Erdboden war, welcher selber als ruhend erscheint. Dass sich die Erde bewegen soll, ist da erstmal ziemlich unplausibel; dass es doch so ist, auf die Idee muss man erstmal kommen (schon das ist eine große Abstrktionleistung), und dann muss man das noch nachweisen.

Antwort
von VortexDani, 36

Etwas zusammenhängend mit dem Geozentrischen Weltbild zum Mythos der Flachen Erde:

Abgesehen von den ganz guten Antworten hier und dem Wiki Link, der gut zusammengefasst ist (der englische ist natürlich umfangreicher) möchte ich ein Missverständnis anmerken:

Seit dem 18. Jh. hält sich v.a. im Westen die Ansicht, die Überwiegende Anzahl der Gelehrten im Mittelalter hätte an eine flache Erde geglaubt - abgesehen von ungelehrten und Analphabeten etc. war das aber nicht der Fall - seit dem 3. Jh. wussten bis,auf wenige Ausnahmen alle Gelehrten davon - gerade die Kirche war auf dem Gebiet der Astronomie vorne dabei, z.B. im Vatikan - aber wie hier schon angemerkt wussten weit vorher andere Kulturen von dem Heliozentrischen Weltbild und ein bestimmter amerikanischer Politiker hat im 18. Jh. ein Buch verfasst, das in Europa so populär wurde, dass sich der Mythos bis heute hält... Man unterschätzt oft wie viel Zeit zum nachdenken und Forschen die Menschen zu Urzeiten teils hatten (ca. 3h Jagen am Tag; Rest des Tages frei und nur spezialisierte Gruppen begaben sich auf die Jagd siehe Indigene Stämme) oder auch eben im Mittelalter wen man historische Quellen heranzieht - klar war der Austausch und andere Bedingungen heutigen weit unterlegen 

Ebenfalls falsch ist die weit verbreitete Annahme, die Entdeckungsfahrt Christoph Kolumbus' nach Amerika im Jahre 1492 hätte entscheidend zur Aufklärung beigetragen, dass die Erde kugelförmig ist

Die Kirche war damals zwar bereits überzeugt vom Modell der kugelförmigen Erde, lehnte aber tatsächlich viele wissenschaftliche Theorien und Erkenntnisse ab. Einige Forscher, die mit ihren Lehren der Auffassung der Kirche widersprachen, wurden verfolgt und bestraft




Kommentar von VortexDani ,
Korrektur: seit dem 19. Jh., also 18xx

Die moderne Fehlannahme, dass der mittelalterliche Mensch an eine scheibenförmige Erde glaubte, fand demnach erst im 19. Jahrhundert Verbreitung, vor allem aufgrund von Washington Irvings Erzählung Das Leben und die Reisen des Christoph Columbus (1828).




Kommentar von OlliBjoern ,

Wobei man aber unterscheiden muss zwischen der gebildeten Schicht und den einfachen Leuten. Leute, die damals eine hohe Bildung hatten (Adlige, Klerus), hatten Zugang zu den lateinischen und griechischen Schriften, und wussten daher deutlich mehr als die Bevölkerungsmehrheit.

Sicher gab es den ein oder anderen Künstler, der die Scheibenform verewigt hatte in seinem Gemälde. Dennoch gab es auch damals Leute, die Bescheid wussten. Das Wissen war vorhanden, aber nicht breit verteilt in der Bevölkerung.

Kommentar von VortexDani ,

genau, das habe ich aber vorher angemerkt, siehe "Gelehrte", wobei ich es im Kommentar wieder weggelassen hab, hätte ich wohl addieren sollen ^^

Antwort
von PatrickLassan, 38

Du verwechselst heliozentrisch mit geozentrisch.

Kommentar von LeDreamer ,

ich weis was beide begriffe bedeuten habe sie in der frage nur verwechselt^^

Antwort
von josef050153, 11

Weil sie es nicht besser wussten, die Kirche gewaltsam jedes frei Denken, das ihre Macht in Frage stellte (siehe Giordano Bruno) gewaltsaam unterdrückte und deshalb die Nicht-Kleriker dumm gehalten hat.

Die Katholische Kirche war in dieser Zeit nichts anderes als eine Verbrecherbande. Manche behaupten ja, dass sie es heute noch ist.

Antwort
von chanfan, 35

Warum dachten die Leute das so?

Aus dem gleichen Grund, warum die immer noch glauben das in der Bibel nur die Wahrheit steht.

Damals hat niemand angenommen, das da mal ein kluger Kopf kommt und sagt: Nee, so kann das nicht sein.

Und seinen wir doch ehrlich. Erst um 1492 wurden doch auch erst die letzten Zweifler davon überzeugt, das die Erde keine Scheibe ist. :)

Antwort
von FragaAntworta, 42

Hier noch mal lesen, dann wirst Du den Fehler finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Heliozentrisches_Weltbild

Antwort
von MasterSnoopy, 24

Heliozentrisch :

Helios = Sonne

Alles dreht sich um die Sonne.

Geozentrisch:

Geo = Erde

Alles dreht sich um die Erde

Du hast da anscheinend etwas vertauscht ;)

Man ist früher davon ausgegangen, weil in der Bibel stand, dass sich die Erde nicht bewegt, also musste sich alles um die Erde drehen. Wer das nicht anerkennen wollte widersprach der Bibel und wurde deshalb durch eine Inquisition verurteilt oder direkt verbrannt, gehängt, gefoltert, etc.

Antwort
von marty55, 10

Es muß Geozentrisch heißen.

Sie wussten es einfach nicht besser. Erst ab 1600 war Gallileo in der Lage die Situation richtig zu erfassen.

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