Frage von deidara771, 68

Was ist der Zusammenhang zwischen dem astronomischen und dem menschlichen Weltbild?

Hallo,

ich bitte um Hilfe, zu folgenden Aufgabenstellungen und zwar bezogen auf das Buch "Galileo Galilei" von Bertolt Brecht.

2) Was ist der Zusammenhang zwischen dem astronomischem Weltbild (ptolemäisch und kopernikanisch) und dem Menschenbild?

3) Ich muss die Konsequenzen für das Gesellschaftsgefüge erörtern, die sich vor dem Hintergrund des geozentrischen und des heliozentrischen Weltbildes ergeben.

 Ich finde leider auch nicht viel im Internet bzw. suche eventuell falsch, bitte um eure Hilfe.

Antwort
von Franz1957, 43

Öfters wird in diesem Zusammenhang behauptet, der Wechsel vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild hätte bei den Menschen eine sog. kosmologische Kränkung (oder: Kopernikanische Kränkung) ausgelöst, weil Erde und Menschheit damals aus der Mitte der Welt an einen unbedeutenden Platz versetzt worden seien.

Diese These stammt ursprünglich von Sigmund Freud, der damit 1917 darauf reagierte, daß seine Forschungsergebnisse über das Unbewußte bei den Zeitgenossen auf viel Ablehnung stießen. Er erklärte dies damit, daß sie nach der Kopernikanischen Wende und Darwins Abstammungslehre die dritte von drei großen Kränkungen der Menschheit sei, die sie infolge wissenschaftlicher Entdeckungen zu verarbeiten habe.

Eine Kopernikanische Kränkung hat es jedoch nicht gegeben. Im Gegenteil: Die Zeit, in der das heliozentrische Weltbild sich durchsetzte, war die Zeit, in der mit dem Humanismus in Europa das Selbstbewußtsein der Menschen wuchs, Autoritäten in Frage gestellt wurden und ein globales Bewußtsein sich zu bilden begann.

Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%A4nkungen_der_Menschheit

Antwort
von Bethmannchen, 37

Ich könnte hier nun jede Menge schreiben, aber am meisten bringt es dir wohl, wenn du bei Wikipedia den ausführlichen Artikel zu Berthold Brechts >Leben des Galilei< durchliest. Jede Masse Lesefutter zum Thema. Zum geozentrischen und dem heliozentrischen Weltbild gibt es auch je einen Artikel.

Und dann auch nicht vergessen, er lebte im Zeitalter der Inquisition. Wer die Lehrmeinung der Katholischen Kirche auch nur im geringsten anzuzweifeln wagte, war schon suspekt. Durch Folter wurde entweder "Einsicht in die Lehrmeinung" erreicht oder das Opfer gestand oder widerrief "um der hochnoten Pein endlich zu entgehen".Jedes noch so irrsinnige "Gottesurteil" konnte klare Beweise vollständig außer Kraft setzen.

Vielleicht ist das dazu auch noch interessant:

Am 2. November 1992 wurde Galileo Galilei von der römisch-katholischen Kirche formal rehabilitiert. Er soll eine Statue im Vatikan erhalten. Im November 2008 distanzierte sich der Vatikan erneut von der Verurteilung Galileis durch die päpstliche Inquisition. Der damalige Papst Urban VIII. habe das Urteil gegen Galilei nicht unterzeichnet, Papst und Kurie hätten nicht geschlossen hinter der Inquisition gestanden.

Antwort
von nematode, 33

Es ist eigentlich ganz einfach:

Ptolomäisches Weltbild
Die Erde steht im Mittelpunkt und alles dreht sich um sie. Somit steht auch der Mensch im Mittelpunkt des Universums.

Kopernikanisches Weltbild
Galileo Galilei hat die Jupitermonde entdeckt. Also Himmelskörper, die sich nicht um die Erde, sondern um einen anderen Planeten, hier den Jupiter kreisen. Ebenso hat er erstmals Gebirge auf dem Mond gesehen. bisher dachte man, der Mond sei eine -vielleicht verschmutzte-  "polierte Kugel".
Kopernikus schließlich rückt die Sonne in den Mittelpunkt des Geschehens, um den sich alle Planeten bewegen. Die Planeten wiederum haben Monde.
Der Mensch ist somit plötzlich nur noch eine "Randerscheinung" im kosmischen Geschehen.


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