Frage von Corni0212, 206

Wie kann man am besten Uhrenhändler kontaktieren?

Guten Morgen,

bin aktuell damit beschäftigt meine Uhrenseite zu gestalten und Online zu stellen. ich habe vor mich mit dem Verkauf von Luxusuhren selbständig zu machen.

Da meine private Sammlung dazu noch viel zu klein ist, ist nun meine Frage wie ich am besten mit den Händlern wie Rolex, Omega, Breitling in Kontaktreten kann um an den Uhrenkatalog zu kommen um später auch ein möglichst breit gefächertes Uhrenangebot anbieten zu können.

Danke für jeden hilfreichen Beitrag =)

Antwort
von Lycaa, 150

Das ist nicht so einfach, wie Du Dir das vorstellst.

Die werden sich garantiert nicht darauf einlassen, dass ihre Uhren über einen Online-Shop verscherbelt werden.

Die Ansprüche an den Einzelhändler sind sehr hoch. Sowohl was die Lage des Geschäfts, als auch was die Ladenausstattung, Erfahrung und Liquidität des Geschäftspartners angeht. Auch sind im Vertrag eine Erstabnahme die sich gewaschen hat und eine jährlich Mindestabnahme festgelegt.

Antwort
von Juyanbe, 103

Also die großen Namen in der Uhrenwelt haben auch hohe Ansprüche. Du kannst nicht einfach bei Rolex oder Omega anrufen und sagen das du ihre Uhren online verticken willst .
Konzessionäre haben es schon schwer genug , weil die Herren auf einem ganz hohen Ross sitzen . Du musst eine gewisse Lage vorweisen , andere Nobelmarken sollten ebenso vertreten sein wie ein Shop in Shop - System des jeweiligen Herstellers . Ferner bekommst du eine klare Ansage wieviel du jährlich umzusetzen hast .
Dann würde mich interessieren welchen Service du anzubieten hast . Die Hersteller haben auch gewisse Ansprüche den Service betreffend . Mein AG hat vor 2 Jahren 40000€ in seine Werkstatt investiert , damit er Omega reparieren " darf " . Er darf immer noch , nur verkaufen darf er sie nicht mehr . Weil Omega sich nicht ausreichend repräsentiert fühlt .
Und du willst Online verkaufen und das war's ? Funktioniert nicht !
Die in der ersten Antwort erwähnten Kontakte zu Konzis mögen am sinnvollsten sein . Aber dieses Vertrauen von außen aufzubauen , dürfte schwer sein. Zumal der Konzi nicht gerade glücklich ist über die Dumping - Preise im Net . Zum Schluss erlaube mir die Frage , warum du eine solche Frage überhaupt stellen musst ?
Wir reden hier schließlich nicht über Kleingeld . Deshalb wäre die richtige Reihenfolge erst Kontakt aufzunehmen , sich eingehend zu informieren, bevor man eine Seite aufbaut . Das wird eine Totgeburt wenn du nicht aufpasst .

Kommentar von darkhouse ,

So, wie er sich das so vorstellt, geht es jedenfalls nicht. Egal, wie viel Geld er hat.

Expertenantwort
von darkhouse, Community-Experte für Uhr, 95

Das wird so kaum möglich sein. Die Uhren von Herstellern wie Rolex u. ä. werden über Konzessionäre vertrieben, die jede Menge bieten müssen. Vom Ladengeschäft über geschultes Personal bis zum Service, von der Werkstattausstattung über die Sicherheitseinrichtung bis zur Sauberkeit wie in einem Reinsaal. Dazu noch hohe Abnahmemengen.

Im Internet finden sich lediglich Plattformen für gebrauchte Uhren, davon gibt es eine Reihe von renommierten Namen, der Kuchen ist aufgeteilt. Da reinzustoßen mit einer neuen Online-Plattform wird fast unmöglich. Auch gibt es wenige Online-Plattformen für neue Luxusuhren, das sind aber meist Zusammenschlüsse mehrerer offizieller Konzessionäre. Die verkaufen dort mit Genehmigung des Herstellers Exemplare, die sonst im Ladengeschäft liegenblieben, womit sie freies Kapital binden.

Einen Online-Uhrenhandel - sofern gut präsentiert - wird mit preiswerten Uhren aufgebaut, und wenn die Referenzen passen, allmählich mit besseren Marken und Namen aufgewertet. Aber für die weniger bekannten Hersteller lohnt das aufgrund der geringen Stückzahlen und Verbreitung kaum, da werden die Uhren bewusst direkt vertrieben.

Antwort
von Lucky8Bastard, 90

Das ist sehr schwer da reinzukommen.

Der Händler bei dem ich seit Jahren kaufe hat nicht direkt einen Laden sondern verkauft alle Marken wie Breitling,Omega,Rolex,PP etc. nur über seinen Onlineshop  (er bietet auch sehr viel auf Chrono24.de an und ist bei den Preisen meist der günstigste).

Er macht es folgendermaßen:

Er hat viele Kontakte zu offiziellen Konzessionären die auch ein Juweliergeschäft in z.b. Städten haben.Da diese ja einen bestimmten Umsatz bei jedem Hersteller vorweisen müssen damit sie ihre Konzession zum Vertrieb der jeweiligen Marke behalten dürfen (die Räumlichkeiten etc. sind ja vorausgesetzt) , kauft mein Händler wenn jemand eine bestimmte Uhr haben möchte diese bei einem befreundeten Konzessionär (der die Garantiekarte dann auch abstempelt damit alles seine Richtigkeit hat) und verkauft diese dann an den Kunden weiter.

Vorteil für den Konzi: 

er bekommt seine Umsätze für z.b. Rolex schneller hin weil er so ja indirekt mehr Vertriebswege hat (wenn auch etwas weniger Gewinn da er die Uhr dem Händler ja günstiger gibt als er sie im Laden verkauft da der "Zwischenhändler" ja auch noch Gewinn machen will und der Endpreis natürlich etwas günstiger sein muss als im Laden damit die Leute überhaupt bei so einem Händler kaufen).

Vorteil für den Händler: 

auch ohne direktes Ladengeschäft und Konzession kann er sich so sein Geschäft aufbauen mit Luxusuhren. Nachteil: Kunden können die Uhr zwar in seinen Geschäftsräumen abholen, vorher anschauen ist aber immer mit einem gewissen Risiko verbunden das er erstmal auf den Kosten für die Uhr sitzen bleibt wenn dem Kunden die Uhr dann doch nicht zusagt (totes Kapital da die Uhr/der Preis der Uhr zwar nicht verschwindet, die Uhr muss aber erstmal verkauft werden).

Vorteil für den Kunden:

Die Preise sind natürlich deutlich günstiger bei diesem Händler als beim Konzi. Für meine Omega Seamaster Planet Ocean (Listenpreis 4800 Euro) habe ich Ende 2014 bei diesem Händler ~ 1300 Euro weniger bezahlt für eine nagelneue Uhr im Full Set. Letzten Monat habe ich mir bei diesem Händler eine Omega Seamaster Aqua Terra >15.000 Gauss gekauft (Listenpreis 5500 Euro) für 1240 Euro weniger.Natürlich auch nagelneu/verklebt als Full Set.

Diese Preise bekommt man normalerweise selbst als Stammkunde bei einem Konzi nicht hin, aber es ist ja die selbe Uhr,sogar von einem Konzi aus der Gegend bei dem man die Uhr vielleicht sogar vorher angesehen und teurer angeboten bekommen hat

Kommentar von Juyanbe ,

Ich frage mich wer da am Ende eigentlich noch dran verdient ?
Wenn man bedenkt das die Hersteller schon vom Konzessionär heftige EK - Preise verlangen , die Marge also schon weit über der Hälfte des eigentlichen VK- Preises liegt . Nun gibt der Konzi die Uhr an den Online- Händler weiter , der sie günstiger an den Kunden verkauft , als dieser sie beim Konzi bekommen würde ??? Hmm.....also irgendwer macht da doch ne lange Nase !
Mag zwar sein das der Konzi dadurch seinen Umsatz beim Hersteller schönt , aber für die Butter auf's Brot bleibt da nix .

Kommentar von Lucky8Bastard ,

Also wenn man bei einem Konzi Neukunde ist kann man meist trotzdem so 10% Rabatt rausschlagen auf ne Uhr.Wenn man Stammkunde ist sogar noch ein paar Prozent mehr (hab aber mal gehört das Rolex und Omega den Konzis untersagt mehr als 18% Rabatt an Kunden zu geben damit die Preise nicht kaputt gemacht werden).

Wenn man die Rabatte also so sieht, kann man schon noch was verdienen, und zwar beide Parteien.Vorallem wenn der Konzi dem Zwischenhändler z.b. 20% Rabatt gibt.Der Zwischenhändler behält dann 5% für sich und der Kunde kriegt immernoch 15% Rabatt.

Aber die genauen Gewinnbereiche kennt wohl nur der Konzi.

Und bevor ein Konzi drauf und dran ist die Konzession entzogen zu kriegen weil er die Umsätze nicht schafft, gibt er eben auch mal 1-2 Uhren ab ohne Gewinn zu machen bzw. nicht viel daran zu verdienen.

Der Zwischenhändler bei dem ich kaufe holt seine Uhren ja auch nicht immer bei dem selben Konzi. Er hat im größeren Umkreis gute Kontakte zu vielen Konzis.Und wenn ein Konzi die gewünschte Uhr mal nicht hat, kennt dieser Konzi vielleicht einen anderen und kann da einen Kontakt herstellen. 

Also mein Zwischenhändler konnte bisher jede Uhr innerhalb von wenigen Tagen besorgen. Meine Omega Seamaster Aqua Terra >15.000 Gauss die ich im Dezember abholen durfte wurde z.b. von Ihm bei einem Konzi angefordert und dieser hat die Uhr dann direkt bei Omega geordert. Meine Uhr kam schlußendlich aus der Omega Boutique in München, wurde von dort an den Konzi in Garmisch-Partenkirchen geschickt und dort wurde sie von meinem Händler abgeholt und ich konnte sie am selben Tag bei ihm abholen ^^

Ersparnis vom Kaufpreis zum offiziellen Listenpreis waren 1240 Euro komplett im Full-Set mit allen Schutzfolien dran.

Kommentar von darkhouse ,

Ich hatte das auch eher so in Erinnerung, dass die Abnahmepreise bei den Herstellern relativ moderat sind. Letztlich sind sie doch darauf bedacht, ihre Marktanteile zu halten. Was soll sich ein Händler einen 40.000 Euro teuren Servicepunkt zulegen, wenn er dann sowieso nichts mehr verdient. Mein Uhrmacher hat auch den Rolex-Service (Restaurator ohne Verkauf von Neuware) mit 25.000 Euro ausbauen müssen, um allein Servicearbeiten ausführen zu dürfen.

Kommentar von Lucky8Bastard ,

Fakt ist jedenfalls das es einige "Grauhändler" (vorallem auf Chrono24.de) gibt die keine Konzession haben und trotzdem nagelneu/verklebte Full-Sets verkaufen deutlich unter Listenpreis.Irgendwoher müssen die sie ja haben und von Rolex direkt ist es nicht wenn sie keine Konzession haben ^^

Also ein Markt für "Grauhändler" zwischen Gebrauchtuhren und Konzessionär scheint wohl da zu sein in dem man sich Selbstständig machen kann. Man benötigt dazu nur gute Kontakte und das ist meist das schwere diese aufzubauen wenn man niemanden kennt der einem Kontakte vermitteln kann :-)

Kommentar von darkhouse ,

Genau so ist es. Und Seiten wie Chronext oder Chrono24 arbeiten direkt mit den offiziellen Konzessionären zusammen, die dort ihre Überbestände abbauen. Einen Markt für gebrauchte, bei Rolex oft wertgesteigerte Uhren, gibt es auch. Aber einen echten Grauhandel für Neuware sehe ich nirgends.

Kommentar von Lucky8Bastard ,

Mein "Grauhändler" der über Chrono24 sehr viel verkauft ist ja der beste Beweis dafür.Er selbst hat keine Konzession, bei ihm kann man aber trotzdem alle Marken/Modelle kaufen. Ein von Chrono24-geprüfter "Trusted Seller" ist er ebenfalls seit 3-4 Jahren.

Also wenn ich mir die ganzen Uhrenhändler auf Chrono24 so anschaue, würde ich mal tippen das ca. 10-15% keine Konzession haben die dort nagelneue Uhren als Full-Set zum "günstigen" (günstig klingt jetzt irgendwie blöd ^^) Preis verkaufen. Viele davon haben alleine schon sicher keine Konzession weil sie garkeinen Laden haben. Einige davon schreiben auch man kann die Uhr gerne an verschiedenen Standorten abholen bei einem befreundeten Juwelier (mit Konzession), damit auch die Echtheit gesichert ist.

Also einen echten "Grauhandel" sehe ich da schon, wenn auch nicht in dem hohen Maße wie bei anderen Dingen die man im Leben kaufen kann :-)

Und auch einen Grauhandel für Neuware sehe ich wenn jedes Modell/jede Marke auch beim "befreundeten" Konzi geordert werden kann (meine Aqua Terra Gauss war so ein Fall ^^ )

Kommentar von darkhouse ,

Kommt drauf an, ab wann man den Grauhandel definiert. Keine Rolex geht aus dem Werk zu einem unabhängigen Händler.

Kommentar von Lucky8Bastard ,

Definition ist natürlich unterschiedlich.

Für mich ist ein "Grauhändler" wenn er neue,verklebte Originaluhren von Luxusherstellern im Fullset verkauft/anbietet (natürlich als Firma) obwohl er keine Konzessionen besitzt.

Doch ich denke ich hab das so gut umschrieben :-)

Das keine Uhr von einem Luxushersteller zu einem Händler ohne Konzession geht würde ich wohl auch so unterschreiben, aber was die Konzessionäre damit machen interessiert die Hersteller wohl nicht solange es nicht überhand nimmt und aus dem Ruder läuft.

Antwort
von Farridio, 107

wenn du erst am anfang deiner k"arriere" stehst, dann werden dir renommierte firmen sicher nicht gleich als erstes eine kooperation anbieten. dazu muss man sich bewähren und sich einen guten namen  in einer toplage erarbeiten.  uhrenkataloge gibts beim fachhändler.. aber nur zum eigengebrauch..

Kommentar von Corni0212 ,

Einen Namen kann ich mir aber ohne Uhren ja schlecht machen :-P.

Kann ohne probleme eine GmbH anmelden, finanzielle Grundlagen sind vorhanden.

Kommentar von steinjulian ,

Tipp: Kleingewerbe anmelden, das kostet dich einen Kleckerbetrag (und ist in der Buchhaltung einfacher) und dann probier erstmal dich zu etablieren und dich im Markt zu positionieren (wenn das bei Luxusmarken überhaupt so einfach wird). Ist nicht einfach: ich mach mal einen Shop und dann kaufen die Leute schon, da ist viel technisches Know-How wie etwa SEO, Design, Marketing etc gefragt um online auch nur ansatzweise Erfolg zu haben ...

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