Frage von Cansu26, 668

Wie stand Atatürk zum Islam?

Hallo:) ihr kennt wahrscheinlich alle Atatürk. Und die meisten Türken sehen ihn ja als Held der Türkei. Das will ich auch nicht beschreiten denn er hat ja vieles Gutes getan. Aber wie stand er zum Islam? Wenn ich auf deutschen Suchmaschinen "Atatürk Islam" eingebe, kommt nur das er den Islam stark kritisiert hat. Stimmt da s ?? Sollte man ihn als Muslim gut finden oder? Die meisten (Eigtl alle) Türken finden ihn ja gut obwohl Türken ja eigtl Muslime sind (ich weiß sollte man nicht verallgemeinern). Also was denkt ihr ? :)

Antwort
von Jogi57L, 481

Also ich weiß nur, dass Atatürk und Erdogan sich inhaltlich widersprechen.. was Staat und Religion anbetrifft....

Definitiv kann ich Deine Frage NICHT beantworten... aber meine Ansicht darf ich sagen, oder ?

OK, ich finde, dass Atatürk seiner Zeit weit voraus war, und die eigentliche religiöse Idee ganz gut rüberbrachte:

wir Menschen brauchen eine staatliche Ordnung... und .. WER WILL, darf eine Religion haben, sofern diese unsere staatliche Ordung nicht stört....

.. so habe ich es seither verstanden, bin aber neuen Erkenntnissen egenüber offen.....

Antwort
von uyduran, 405

Das Verhältnis von Atatürk zum Islam ist komplex. Atatürk lehnte den politischen Islam (Kalifat) eindeutig ab und verurteilte konservative und frauenfeindliche Gesellschaftsstrukturen. Die Islamfeindlichkeit, die ihm neuerdings zugeschrieben wird, würde ich jedoch anzweifeln. Es ist eben nur so, dass Atatürk der Ansicht war, dass Religion eine private Angelegenheit ist und nicht politisch instrumentalisiert werden sollte. Außerdem plädierte er für eine zeitgemäße und mit der Wissenschaft konforme Auslegung, sowie für eine Übersetzung des Koran auf Türkisch und Predigten in Moscheen auf Türkisch, damit das Volk auch versteht, statt nur auswendig zu lernen. In einer Rede von 1923 sagte er, der Islam sei die "letzte und vollkommenste Religion".
LG

Kommentar von SinanT86 ,

" Es ist eben nur so, dass Atatürk der Ansicht war, dass Religion eine private Angelegenheit ist und nicht politisch instrumentalisiert werden sollte."

Laizismus gibt es im Islam nicht. Der politische Teil der Religion ist untrennbar vom Rest. Atatürk hat die Gesetze aus Koran & Sunnah abgelehnt und damit den Islam als Ganzes.

Kommentar von uyduran ,

Laizismus gibt es im Islam nicht. Der politische Teil der Religion ist untrennbar vom Rest.

Völliger Quatsch. Im Islam darf es keinen Zwang im Glauben geben. In einem theokratischen Staat werden aber alle Nichtmuslime gezwungen, nach islamischen Regeln zu leben.

So stellte auch Scheich Ahmed Al-Karima, Professor für islamische Theologie an der Universität Kairo fest: "Die Gesellschaftsordnung und Regeln für das Zusammenleben, die der Prophet aufgestellt hat, darf man nicht als Gebot missverstehen, einen islamischen Staat zu errichten. Ein solcher muss zwangsläufig faschistisch sein und Andersdenkende ausgrenzen."

Kommentar von Muslim37 ,

@uyduran

Bist du überhaupt Moslem oder tust du nur so?

Ein Muslim muss alles im Koran akzeptieren.

Kommentar von uyduran ,

Ein Muslim muss alles im Koran akzeptieren.

Richtig, deswegen muss man ja auch beachten, dass es verboten ist, Andere zum Glauben zu zwingen.

Kommentar von SinanT86 ,

Damit ist gemeint, dass man niemanden zur Annahme des Islams zwingen darf wie es zB die Bestien vom IS machen. Dennoch sieht der Islam ganz klar eine Regierung nach Koran & Sunnah vor. Der PROPHET (SAW) hat mit Koran & Sunnah regiert, willst du nun sagen, der Prophet (saw) hat gegen den Koran verstoßen?! Audhubillah

"Die Gesetzgebung obliegt Allah." (12:40)

"Doch nein, bei deinem Herrn; sie sind nicht eher Gläubige, bis sie dich zum Richter über alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sich voller Ergebung fügen." (4:65)

Der Koran beinhaltet ganz klare Gesetze, zB dass jemand, der Zina begeht und von vier Zeugen gesehen wird, 100 Peitschenhiebe bekommt:

"Eine Frau und ein Mann, die Unzucht begehen, geißelt jeden von ihnen mit hundert Hieben." (24:2)
Wenn du dieses Gesetz ablehnst, hast du einen Koranvers geleugnet und bist damit aus dem Islam ausgetreten.

Kommentar von uyduran ,

Der Koran beinhaltet ganz klare Gesetze, zB dass jemand, der Zina begeht und von vier Zeugen gesehen wird, 100 Peitschenhiebe bekommt. Wenn du dieses Gesetz ablehnst, hast du einen Koranvers geleugnet und bist damit aus dem Islam ausgetreten.

Okay, diese Ansicht sagt natürlich sehr viel über Deine Auslegung des Islam aus. Mich wundert es nur immer wieder, wieso Menschen wie Du dann noch immer in der bösen westlichen Welt leben, wo Peitschenhiebe verboten sind. Wärst Du nicht besser in Saudi-Arabien aufgehoben? Oder ist Dir Deutschland am Ende doch zu schön und zu gemütlich...?

Antwort
von josef050153, 313

Er stand dem traditionellen Islam sehr kritisch gegenüber.

Nicht nur,dass er das Kalifat abgeschafft hat, er hat auch vieles geãußertt, wofür er heute in islamischen Lãndern wegen Beleidigung de Propheten belangt werden würde. Ich habe mal eine Liste gesehen, was manihm alles vorwirft und diese Liste war lang.

Antwort
von arevo, 296

Kemal Atatürk hat sich vom Islam losgesagt und kann auch nicht als Moslem angesprochen werden.Sein berühmt-berüchtigter Ausspruch ist bekannt und braucht auch hier nicht wiederholt zu werden.

Ich denke dazu gar nichts, sondern habe sehr viel über Kemal Atatütk gelesen und war auch schon selbst in der Türkei.

Antwort
von eKara, 326

Ich finde ihn ganz und gar nicht gut! Er wollte den ezan (Gebetsruf) auf arabisch verbieten und auf türkisch einbringen!!
Außerdem hat er die osmanische Schreibweise mit dem lateinischen Alphabet austauschen lassen.. Wie du vielleicht weißt ähnelte osmanisch der arabischen und persischen Sprache...es würden also viel mehr Leute geben die den Koran lesen könnten ! Außerdem war er gegen Kopftücher !

Kommentar von uyduran ,

Da verdrehst Du aber einiges. Atatürk hat den Koran auf Türkisch übersetzen lassen und türkische Predigten in Moscheen eingeführt, damit das Volk auch versteht, was es da eigentlich rezitiert.

Kommentar von melzay ,

so ist es Mädchen die Kopftuch trugen durften nicht studieren. man kann noch mehr aufzählen...

Kommentar von uyduran ,

so ist es Mädchen die Kopftuch trugen durften nicht studieren. man kann noch mehr aufzählen

Heute ist es vom Prinzip her nicht anders: Erdogan will Make-Up und Tattoos für Schülerinnen verbieten und kleine Kinder dürfen schon zum Kopftuchtragen gezwungen werden. Schon paradox, wenn man mit dem Finger auf die Kemalisten zeigt und dann genau das selbe in umgekehrter Form macht.

Antwort
von Byakugan, 265

Gegen Atatürk bzw. ist Atatürk unpassend, da das türkische Volk nicht erst seit hundert Jahren existiert.



Atatürk hat das Khalifat abgeschafft, das ist eigentlich schon ausreichend um zu sagen, dass er einer der größten Feinde des islam war, aber ich liste mal ein paar Probleme auf.

  • Abschaffung des Khalifat Abschaffung der Sharia
  • Verbot des Kopftuches in der Öffentlichkeit
  • Verbot von verschiedenen islamischen Schulen
  • Beleidigungen des Propheten und des Islam
  • Verbot den Adhan auf arabisch zu rufen
  • Verbot den Koran auf arabisch zu lesen
  • Kurzzeitiger versuch die Beschneidung verbieten zu lassen
  • Hinrichtungen von Gelehrten
  • Leugnung von Minderheiten im eigenen Land
  • Ethnozid in Tunceli (ehemals Dersim)


Ich denke das reicht fürs Erste.

Antwort
von Mikaai, 209

Es ist Fakt, dass Atatürk vieles gegen den Islam getan hat. 

Ich als Türke verachte Atatürk, ich möchte nicht so weit gehen und sagen, dass ich ihn hasse.

Mit ihm kam das ende des starken Osmanischen Reiches.

Antwort
von Gambler2000, 205

Sehr kritisch:

"Die absurde Theologie eines unmoralischen Beduinen ist ein verrottender Leichnam"

"Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte"

Antwort
von suziesext04, 156

Atatürk nannte Mohamed einen unethischen Beduinen. Er führte aber keinen Kampf gegen den Islam als Religion, sondern gegen den Islam als totalitäre Gesellschaftsideologie (zb verbot des Senussi Ordens). Sein Ideal war eine "laizistische" Türkei. Lange Zeit wachte die türkische Armee darüber. Jetzt strebt Erdogan eine Re-Islamisierung der Türkei an.

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