Wie konnte Goethe einen so großen Wortschatz haben?

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7 Antworten

Zu damaligen Zeiten hat man sich ganz allgemein sehr viel verschnörkelter und wortreicher ausgedrückt, das merkt man, wenn man Bücher oder Dokumente von damals liest. Es gab damals auch jede Menge Leihwörter und Ausdrücke z. B. aus dem Französischen (zeitweilige Modesprache), die heute längst nicht mehr benutzt werden, heute kommen neue Worte eher aus dem Englischen und Türkischen, die beide relativ kurz angebunden sind. Deshalb gehörten zum Wortschatz von Goethe eben nicht nur deutsche Wörter, sondern auch jede Menge aus dem Französischen und vermutlich Lateinischen. Und auch in der Benutzung des vorhandenen Wortschatzes war man ziemlich phantasiereich und hat damit gespielt, wie es heute zuweilen noch in der englischen Sprache üblich ist, aber kaum mehr auf Deutsch, Duden sei Dank (an den sich die Deutschen seitdem sklavisch halten - siehe Schlechtschreibreform). Wenn Du Beispiele lesen willst, dann lies außer Goethe z. B. die Briefe von Mozart, der hat geschrieben wie ihm der Schnabel gewachsen war und ist deshalb bis heute sehr vergnüglich zu lesen.

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Kommentar von Deponentiavogel
05.08.2016, 14:15

Aus dem Türkischen wird gar nichts ins Deutsche entlehnt, wie kommst du den darauf? Schon gar nicht, weil es kurz angebunden ist. Aus dem Englischen wird so eifrig entlehnt, weil es die privilegierte Sprache ist, die Sprache des Fortschritts – wie Amerika das Land des Fortschritts ist. Bei den Türken kann davon nicht die Rede sein.

Im Englischen gräbt man sich als schlechter Schriftsteller tatsächlich durch uralte Lexikons, um den schlechten Stil mit allerhand hochstehendem Vokabular zu würzen; was natürlich nur schiefgehen kann, weil Perfektion darin besteht, dass man nichts mehr wegnehmen kann, nicht dass man nichts mehr hinzufügen kann.

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  • Die Schätzungen zur Wortschatzkenntnis einzelner Personen gehen weit
    auseinander. Als handfeste Zahl kann man die Angaben zum aktiven, d. h.
    in seinen Werken nachweisbaren Wortschatz bei Goethe ansehen, der im 3. Band des Goethe-Wörterbuchs auf ca. 90.000 Wörter beziffert wird.
  • Der Wortschatz der deutschen Standardsprache umfasst ca. 75.000 Wörter, die Gesamtgröße des deutschen Wortschatzes wird je nach Quelle und Zählweise auf 300.000 bis 500.000 Wörter bzw. Lexeme geschätzt.


Im Falle Goethes muss man also nur auszählen. Wie er diesen Wortschatz im Einzelnen erworben hat, bleibt der Fantasie überlassen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wortschatz

Im Wortschatz-Lexikon der Uni Leipzig hast du Zugriff auf eta 150.000 deutsche Wörter (http://wortschatz.uni-leipzig.de/).

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Kommentar von Deponentiavogel
05.08.2016, 14:10

Dann lieber im Deutschen Wörterbuch blättern. Das hat mehr als doppelt so viele Stichwörter.

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Und wie kommst du auf diese Zahlen?
2000-3000 Wörter als Wortschatz?
Ich habe das Gefühl selbst von den ungebildetsten Personen hier auf GF ewig lange Romane zu lesen mit geschätzten 800 verschiedenen Wörtern (unterschiedliche Schreibweisen gar nicht mit eingerechnet).
Darum halte ich diese Zahl für aus der Luft gegriffen.
Überleg mal, wie wenig 2000 verschiedene Wörter sind.

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Kommentar von BatmanZer
05.08.2016, 12:43

Das ist der Grundwortschatz, also Wörter wie: Hallo, Danke, Ich, laufen, Brot. Keine Fachbegriffe und Deklinationen.

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Ganz einfach, es gibt den aktiven und den passiven Wortschatz. Der Aktive Wortschatz ist der, den ein Mensch tatsächlich verwendet.

Der passive Wortschatz sind die Wörter, die ein Mensch kennt und oder versteht.

Mit beiden Wortschätzen kommt die Deutsche Sprache auf 300.000 bis 500.000 Wörter. Da finde ich persönlich 85.000 Wörter nicht so überragend viel.

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Kommentar von BatmanZer
05.08.2016, 12:41

Das kann ich mir kaum vorstellen. Goethes aktiver Wortschatz (Nur Deutsch) betrag 15.000 Wörter. Z.vgl. Shakespeare's umfasste 21.000.

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Das hat eine ganz einfache Erklärung: Die Zahlen stimmen
zum Teil nicht. Ein deutscher Durchschnittssprecher
hat schon einen aktiven Wortschatz von 12.000-16.000 Wörtern.

Zur Goethezeit hat ein gebildeter Mensch auch noch
viele lateinische Wörter gekannt und benutzt:
"Ein fahrender Scholast? Der Casus macht mich lachen." (Faust)

Zudem ist die deutsche Sprache im Prinzip unbegrenzt,
wie einem Wörter wie Gewerbesteuerdurchführungsverordnung
klarmachen.

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er hatte keine wahtsapp und keine autovervollständigung.

da kommt man dann schon auf diesen wortschatz wenn man viel schreibt und liest.

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Ja, und? Da war er doch nicht der Einzige.

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