Frage von IXYXI, 34

Wie funktioniert eine WG?

Mich würde es interessieren wie eine WG funktioniert.

Eines Abends kamen wir (Meine Kumpels und ich) darauf, dass es bestimmt lustig wäre einmal ein paar Jahre zusammen in einer WG zu wohnen. Dies ist momentan nur eine Überlegung, aber wir möchten uns schon informieren.

Wir (3-5 Leute) sind alle Anfang 20, haben Jobs und/oder studieren.

Allerdings haben wir keine Erfahrung mit Wohnungen oder WGs, da jeder aus einer Familie kommt, die ein oder mehrere Häuser hat... Es ist für uns schwer da etwas zu finden (wir wissen nicht so recht nach was man da schauen sollten). Meist findet man nur Wohnungen, welche zu klein sind, oder WGs in denen schon Leute wohnen. Wir bräuchten etwas "leeres", damit nur wir dort wohnen. Auch haben diese Stadtwohnungen meist nicht genug Parkplätze um alle Autos zu parken, geschweigen denn unter zu stellen.

Die einzige Möglichkeit, die wir Momentan sehen, ist ein komplettes Haus in Stadt-nähe zu mieten.

Aber wie läuft so eine WG generell ab? Gibt es da einen "Mieter", der dafür verantwortlich ist, an den dann z.B. das Geld geht und er es weiterleitet, oder ist die ganze Gruppe zusammen in der Verantwortung?

Wie kommt man am Besten an so Immobilien?

Eventuell hat einer von euch Erfahrungen, oder hat schon einmal eine WG gegründet? Wie lief das bei euch ab?

Antwort
von gschyd, 11

Eine WG  funktioniert so wie die Bewohner (oder auch nicht :-)

Als langjährige WGlerin finde ich es eine geniale Wohnform - ich selbst lebte schon in den unterschiedlichsten WGs
- von einer kauft für alle ein und gemeinsamem Kochen/Essen und entsprechend auch Absprache wer wann zu Hause ist (resp. mitteilen, wenn sich was ändert) und gemeinsamen Einladungen
- über eine lockere Form mit gemeinsamen haltbaren Grundnahrungsmitteln (wie Pasta, Gewürze, Essig/Öl..), gelegentlichem gemeinsamen Kochen, wenn es sich ergab und teils separaten, teils gemeinsamen Einladungen
- bis hin zu rein funktioneller Wohnungsteilung (was ja bei Euch eher nicht der Fall sein wird :-))

Ich empfehle Euch vor Unterzeichnung des Mietvertrages die wichtigsten Softfacts zu klären

- putzt Ihr die gemeinsam genutzten Räume selbst oder bezahlt Ihr jmd für die wöchentliche Grundreinigung?

- wie stellt Ihr Euch das Einkaufen/Kochen vor?
gemeinsam diskutieren und was trinken klappt übrigens in jeder WG Form :-)

- habt Ihr ähnliche Vorstellungen betreffend Leute einladen, Partys zu Hause?
wer z.B. gerne an Party geht könnte eine ruhige Wohnung schätzen, diejenigen die Arbeiten eine ruhige Woche...

- hat jmd einen sehr leichten Schlaf und/oder ist ein Morgenmensch und ein anderer ist ein Nachtmensch?
was zu Konflikten führen kann resp. einen gemeinsamen Nenner zu finden erfordert (selbst erlebt)

- wenn Ihr ein Haus mit Umschwung mietet solltet Ihr dessen Pflege und v.a. Unterhalt ebenfalls vorab klären (und auch die diesbezüglichen Erwartungen/Kostenbeteilungen des Vermieters kennen)

Das ist alles was mir spontan in den Sinn kam.

Antwort
von Sheireen1990, 19

Es kommt darauf an wie der Mietvertrag aufgebaut. Generell gibt es 3 Varianten.

  1. Alle Mitbewohner der WG stehen als (Haupt-)Mieter im Mietvertrag. In diesem Fall würdet ihr alle für Mietschulden oder Schäden in der Wohnung gemeinsam haften (=Ihr seid alle zusammen verantwortlich). Wenn einer von euch also keine Miete zahlt, kann der Vermieter die anderen dafür zur Kasse bitten. Ihr könnt den Mietvertrag auch alle nur gemeinschaftlich kündigen. Das bedeutet, dass wenn einer von euch ausziehen möchte, der komplette Mietvertrag aufgelöst werden muss.
  2. Es gibt nur einen Hauptmieter der Mietvertrag steht und die anderen werden als Untermieter in die WG aufgenommen. Meiner Meinung nach die unpraktischste Variante für eine WG. In diesem Fall ist nämlich nicht nur derjenige, der im Mietvertrag steht, für alle Schäden aus dem Mietverhältnis haftbar (wenn als einer der Untermieter seine Miete nicht bezahlt oder sein Zimmer demoliert, kann sich der Vermieter das Geld vom Hauptmieter holen), sondern der Hauptmieter ist gegenüber den Untermietern auch dafür verantwortlich, dass alles in den gemieteten Räumlichkeiten funktioniert (=Nur einer ist für alles verantwortlich). Außerdem muss bei dieser Variante darauf geachtet werden, dass die Genehmigung zur Untervermietung im Vertrag festgeschrieben ist. 
  3. Die Zimmer werden einzeln an die WG-Mitglieder vermietet. Jeder bekommt also einen Mietvertrag in dem nur er steht. In diesen Verträgen ist genau festgelegt welches Zimmer wem gehört und welche Räumlichkeiten zur Mitbenutzung vermietet werden. Das ist meines Erachtens auch die beste Alternative, das hier jedes WG-Mitglied für sich selber verantwortlich ist und für seine Dummheiten selber haftet (=Jeder ist für seine eigenen Sachen verantwortlich).

Bezüglich der Suche nach der passenden Wohnung: Ihr werdet eure Ansprüche ganz klar zurückschrauben müssen. Es ist utopisch eine Mietwohnung für 3 - 5 Personen mit genauso vielen Parkplätzen zu finden. Diese Wohnungen wurden für Großfamilien gebaut. Also maximal 2 Autos. Daher werdet ihr keine Wohnung finden bei der gleich bis zu 5 Parkplätze mitvermietet werden. 

Ihr werdet höchstwahrscheinlich auch keine Wohnung finden bei der alle Zimmer gleichgroß sind. Einige der Zimmer werden immer ein paar m² kleiner als die anderen sein. Überlegt euch außerdem, ob ihr einen Gemeinschaftsraum braucht oder ob es eine große Küche auch tun würde.

Ihr könnt natürlich einen Makler mit der Suche beauftragen. Oder ihr sucht im Internet oder eurer örtlichen Tageszeitung selbst nach Objekten. Alternativ könnt ihr auch selbst eine Suchanzeige in diesen Medien schalten.

Zum Schluss noch ein gut gemeinter Rat: Ihr scheint alle aus gut situierten Familien zu kommen. Ich denke aber, dass eure Eltern nicht immer in Wohneigentum, sondern auch mal in einer Mietwohnung gewohnt haben. Sprecht daher auf jeden Fall mit ihnen und lasst euch bei der Suche helfen.

Kommentar von IXYXI ,

Hey, danke für die tolle Antwort =)

Unterschiedliche Zimmergrößen wären das kleinste Problem, aber auf Parklätze sind wir echt angewiesen. In unserer Region sieht es knapp aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln und wir haben so unterschiedliche Richtungen zur Arbeit etc, dass jeder ein Auto braucht... Bei diesen kleinen Einfamilienhäusern ist oft schon eine Einfahrt und Hof geboten, die/der eigentlich passen könnte, wenn man den Platz gut nutzt.

Ein Makler ist etwas zu übertrieben für eine noch "spontane" Idee, dazu sollte ein festerer Entschluss stehen :D

Unsere Eltern sind natürlich auch eine der ersten Beratungsstellen, aber sie haben leider auch kaum Erfahrung damit... 

Antwort
von DerHans, 11

Manche funktionieren recht gut. Andere überhaupt nicht.

Wenn ihr das plant, solltet ihr so viel wie möglich schriftlich festhalten. Wer was wann zu tun hat. Sonst fühlt sich keiner wirklich verantwortlich

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