Wie entwickle ich eine Plansprache?

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5 Antworten

Es gibt ein eigens Forum der Plansprachenbastler, in dem du sicher alles findest, was du brauchst (conlang.org)

Du wirst am Anfang auf jeden Fall irgendwelche Prinzipien festlegen müssen, an denen sich deine Sprache orientieren soll. A priori (nichts aus anderen Sprachen übernehmen) oder a posteriori (Sprachelemente anderer Sprachen übernehmen)? Leicht erlernbar (für Indoeuropäer)? Lateinisches Alphabet? Alle bekannten Wortklassen? Einfache Aussprache und Rechtschreibung? Homonyme zulassen? usw.

Klingonisch wurde für das Ziel geschaffen, eine in den Ohren indoeuropäischer Sprecher möglichst abstoßende und aggressiv klingende Sprache zu sein. Trotzdem sollte sie (warum eigentlich?) nur Laute enthalten, die in irgendeiner bestehenden Ethnosprache vorkommen (also nicht völlig a priori sein).

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Kannst Dich ja mal schlau machen, wie Esperanto erfunden wurde. Aber das hast Du vielleicht eh schon gemacht. Sonst hab ich leider keine Tipps.

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Viel einfacher als Esperanto wird es wohl nicht gehen.
Auch ist die Frage, wofür eine weitere Plansprache nützlich sein sollte, nachdem sich schon niemand durchringen konnte, E als Fremdsprache für alle Schüler verbindlich zu machen. Auch Kinder lernen es innerhalb von Wochen. Der Verzicht auf die Großschreibung hätte die Zeit freigemacht.

Es gibt formalere Plansprachen. Von denen ist aber m.E. abzuraten, weil in einer Sprache schon ein Erinnerungswert da sein sollte, nicht nur Kunstwörter.

Aber sich eine Sprache zum Spielen zu machen, macht sicher auch Spaß. Das kann man an Klingonisch sehen, das aber das Gegenteil von leicht ist und wegen des Gemischs aus Groß- und Kleinbuchstaben innerhalb der Wörter geradezu albern wirkt.

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Kommentar von RudolfFischer
01.10.2016, 10:03

Der Fragesteller hat aber nicht als Ziel genannt, dass seine Plansprache möglichst einfach sein soll. Klar, wenn er keine eigene für seine fiktive Welt schaffen wollte, sondern nur irgendeine Plansprache braucht, wäre es das Einfachste, Esperanto zu übernehmen.

Wie das einge Science-fiction-Autoren ja auch gemacht haben.

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Was spricht dagegen, so ein Klingonen-Gegrunze zu machen? Kann doch eh keiner nachvollziehen. Eine Plansprache impliziert ja gewissermaßen Sinnhaftigkeit in gewissen Anwendungsgebieten. Das hat sie allerdings im Rahmen eines Fantasy-Romans nicht, ausser, dass man dir nachsagen wird, du wärst überambitionierter, als für das Endergebnis deines Werks notwendig gewesen wäre.

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Mein erster, heißer, wichtiger Tipp: Studier bloß NICHT Medizin und werde bitte auch KEIN Augenarzt, wenn du was Vernünftiges entwickeln willst... ;-)

In meiner mündlichen Abschlussprüfung im Fach Linguistik hatte ich als Thema "Plansprachen" und meine eigene Plansprache, die damals schon ein zwei Jahre alt war. Die Prüfung sollte 30 Minuten dauern, wir blieben da aber alle 1 Stunde sitzen, weil es so interessant war.

Dein Linguistik-Studium sollte dir eigentlich alle Fähigkeiten, Kenntnisse und  das Feingefühl verschafft haben, so eine Sprache entwickeln zu können. Reihhaltige Fremdsprachenkenntnisse natürlich ebenfalls. Germanistik, würde ich sagen, bringt jetzt auch nicht so unglaublich viel. Es schadet aber nicht und ist wie ganz oben schon angedeutet immer noch 1500 Mal angebrachter als Ophthalmologie...

Ich selbst war damals vor allem von sprachlichen Universalien ausgegangen, also Zügen im Bereich Phonologie, Phonetik, Morphologie u.ä., die ganz einfach für extrem viele Sprachen gelten.

Ein einfaches Beispiel: In welcher Sprache hat ein Wort, das "ich" bedeuten soll, sechs oder sieben Silben?... Und WENN es immerhin noch zwei oder drei hat, wird es dann immer mti dem Verb genannt, oder nur, wenn es betont wird?... Und WENN es immer genannt wird (z.B. wie im Deutschen und Französischen), ist es dann wohl eher lang oder kurz?... Diese Dinge sind sehr wichtig, damit die Sprache auch halbwegs "natürlich" wird und nicht eindeutig als künstliches und "unnatürliches" Gebilde empfunden wird. 

Und die Phonetik und Phonolgiie ist natürlich ultrawichtig. Mit letzterem hatte ich angefangen.

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Kommentar von Deponentiavogel
18.10.2016, 15:45

Eigentlich ist die Syntax am wichtigsten. Die Laute sind etwas absolut und ausnahmslos Striktes (wie du sicher weißt; was man aber für eine Plansprache nicht so beachten muss, wenn man nicht auf eine Sprachhistorie aus ist), die Formen selber aber nur Füllungen, die irgendwie mit der Zeit entstehen.

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