Wie benehmen sich Narzissten in einer Partnerschaft?

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3 Antworten

Liebe/r MarcoAH

Ich hatte einmal einen Kumpel, der extrem schwer narzistisch gestört ist. Letztendlich war eine halbwegs gesunde Beziehung mit ihm auf Dauer unmöglich, diese traurige Einsicht hat sich bei mir durchgesetzt, nachdem ich 10 Jahre mit ihm zu tun hatte. Er zeigte weitgehend die ungünstigen Verhaltensweisen bw. Eigenschaften, die Benito91 in seiner Antwort beschreibt.

Der Ex-Kumpel (habe ich nach 10 Jahren von ihm im Streit getrennt) brauchte viel Aufmerksamkeit, Lob und  Schmeicheleien. Er buhlte um Anerkennung und überschätzte seine  eigenen Fähigkeiten. Er versuchte etwas vorzugeben, was er nicht wirklich war bzw. wollte gesellschaftlich akzeptierte Vorzüge (Wohlstand, Status, Können) vorzugeben, um Anerkennung zu erheischen. Vieles blieb an der Oberfläche und ein Verlass auf seine Zusagen oder Aussagen konnte ich vergessen.

Er ordnete auch wie Benito schreibt die Menschen in Klassen ein, suchte z.B. auf einem Presseball die Nähe der Prominenz und schickte mir dann in einem  großen Datenanhang per mail Fotos zu, auf denen er angeblich zusammen mit Promis zu sehen war. Habe ich ohne anzugucken mit einem Klick gelöscht....

Narzisten haben m.E eine defekte Eigen- und Fredahrehmung, sie wissen nicht wirklich wie sie auf andere Menschen wirken und wollen es gar nicht wirklichwissen, weil sie unbedingt von einer positiven bis sehr positibven Wirkung der eigenen Persn ausgehen wollen/müssen- auch wenn es die nicht gibt.

Deswegen nehmen sie m.E wie Benito schreibt in einer Beziehung mehr als sie geben. Der Partner  steht möglicherweise nie wirklich im Fokus des Interesses, sowie andere Menschen oft nur mehr als Instruemnt dafür dienen, die eigene Person zu überhöhen. Mein Ex-Kumpel versuchte sich in der Beziehung zu Mitmenschen seinen Narzismus zu befriedigen, auch auf Kosten der Mitmenschen. Gezielt versuchte er die Schwächen von Mitmenschen zu erkennen und zu instrumentalisieren- was für mich bedeute, dass man als Partner in der Beziehung zu ihm nur verlieren kann. Als es mir zu bunt wurde und nach mehrfachen de facto jahrelangen Reformbemühungen und klar  Entscheidungsforderungen mir klar wurde, dass er sich nicht ändern  wird, weil es gar nicht will, habe ich die Beziehung beendet.
 
 Der Grund für den Narzismuss dürfte eine massiv gestörte Persönlichkeitsentwicklung sein, Narzisten können sich selber nicht lieben (ihr Narzißmus stellt eher eine krankhafte Form von Eigenliebe da, die eigentlich fehlende Selbstliebe ersetzen bzw. kompensieren soll) und sind dem zur Folge nicht  bzw. nicht genügend in der Lage, andere Menschen wertzuschätzen und zu lieben.

Ds muss nicht immer so krass sein, aber die Beziehung zu einer narzistisch geprägten Persönlichkeit stelle ich mir schwer und unbedfreidigend vor, wenn diese Persönlichkeit nicht zu einer Therapie bereit ist.


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Kommentar von MarcoAH
02.01.2016, 15:08

Danke für die ausführliche Antwort. Ich bin zwar ein Mann, wurde aber einige male Opfer von Narzissten. Mein Bruder ist einer und in meiner ehemaligen Firma (eine der größten Firmen weltweit), verlor ich meinen Job durch Narzissten. Da merkte ich richtig, was Narzisstische Wut heisst und wie es sich auswirkt. Chef machte nichts. Der hat alles ignoriert. Jetzt habe ich leider wieder mit einen Narzissten zu tun. Durch die schlimmen Vorerfahrungen, bin ich mir ziemlich sicher, dass er sehr große Anteile von Narzissmus hat. Durch die Vorerfahrung weiss ich, dass eine erste verbale Entgleisung eine erste Entgleisung ist. Leider hatte ich damals das Stockholm-Syndrom, wo ich die Schuld bei mir gesucht hatte. Aber eines habe ich garantiert nicht aufgegeben: Das eigene Denken. Wenn ich versuche, mit solchen Menschen zu reden, erfolglos, wenn ich merke, dass gelogen wird, um mich zu belasten, wenn ich merke, dass mir zum dritten male vorgeworfen wird, ich habe das und das vergessen (veim ersten male konnte es noch sein, dass es mein Fehler war, aber nicht beim dritten male), denkt man irgendwann nicht mehr, es sei mein Fehler.

Ich recherchierte im Internet, dass viele Opfer dieser Narzissten nach Jahren mit Narzissten ein Psychisches Wrack sind. Das traf bei mir nicht so zu, da ich immer Menschen hatte, die mich wieder aufbauten. Ich suchte immer das positive.

Den Opfern fällt es meist schwer, sich von solchen Narzissten zu trennen. Als es mir wirklich bewusst wurde (nach sieben Wochen Krankenhausaufenthalt, wo mein Gehirn wieder richtig denken konnte), dass ich diese Umstände ändern will und muss, suchte ich nach Läsungen, mich in diesem Unternehmen intern zu bewerben, was mir positiv geglückt ist. Vorher sagten die Narzissten Sätze wie "Ich mache deine Arbeit mit" und "Ich bin doppelt so schnell wie du". Nachdem ich aus der Abteilung weg war, sagten sie, ich sein ein A*loch, weil ich diese Arbeit einfach so verlassen habe. Selbst da wurde die Schuld noch auf mich geschoben. Mit Narzissten zutun zu haben, kann die "Hölle" sein, schreckt mich aber heute nicht ab, bei Rechtsbrüchen eine Anzeige zu erstatten.

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Narzisstische Menschen brauchen viel Aufmerksamkeit, Lob und Schmeicheleien, möchten immer Recht haben und kritisieren ständig am Partner herum. Die nehmen in einer Beziehung mehr als sie geben, und sind unfähig Verantwortung zu übernehmen, überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten und ordnen die Menschen in Klassen ein.

Sie geben sich am liebsten nur mit den oberen Klassen und erfolgreichen Menschen ab, die anderen Klassen betrachten sie von oben herab. Sie sind richtige Materialisten und sind sehr lebhafte, energiegeladene aber auch anstrengende Zeitgenossen. 

Gibt bessere Partien als einen narzisstische/n Partner/in ! Meist geht die NPS mit anderen Persönlichkeitsstörungen einher, z.B. mit der dissozialen oder antisozialen PS. 

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Kommentar von Seanna
02.01.2016, 10:16

Dissoziale und Antisoziale PS sind 2 Namen für die selbe Störung. Und so hoch ist die Korrelation nun auch nicht dass man von "meist" sprechen könnte.

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Ich hatte einmal einen Kumpel, der extrem schwer narzistisch gestört ist.

Ich finde das immer ganz interessant wie "gut" sich Laien, Jugendliche und junge Erwachsene mit schweren Persönlichkeitsstörungen auszukennen glauben.

Direkt pauschalisieren zwar nicht, aber es gibt gewisse Merkmale, die zutreffen.

So eine Aussage stimmt nur zum Teil. Ob die Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung erfüllt werden kann einzig und allein ein Facharzt oder Psychotherapeut feststellen. Der Charakter spielt mit eine Rolle zudem treten Persönlichkeitsstörungen so gut wie nie alleine auf sondern mit weiteren Störungsbildern wie zb Depressionen. Auch geht es nicht nur um das vorhandensein von Kriterien sondern auch um deren Ausprägung.

Ich selbst arbeite seit mittlerweile 12 Jahren im psychiatrischen Bereich und habe selbst einen narzisstischen Vater aber würde es mir nicht anmaßen einem anderen eine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren.

Die einen lassen sich behandeln und haben mit jahrelanger Therapie die Möglichkeit weitestgehend normale Beziehungen zu führen. Der Großteil lässt sich nicht therapieren weil damit Überzeugungen die dieses Erkrankungsbild stützen in Frage gestellt werden und das schlicht nicht gewollt ist. Die einen sind "nur" sehr egozentrisch, andere sind aggressiv wiederum andere ziehen sich sehr zurück. Das kann sich so vielfältig präsentieren, dass es dazu keine verallgemeinernde Auskunft geben kann. Außer die, dass man in einem solchen Fall nicht mit dem Störungsbild zu tun hat sondern mit dem Menschen und das umfasst viel mehr als ein paar Diagnosekriterien.

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