Wie als Katholik am evangelischen Gottesdienst teilnehmen?

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17 Antworten

Du kannst ohne Probleme am evangelischen Gottesdienst teilnehmen. Wenn es kein Abendmahlsgottesdienst ist, geschieht nichts, was Dir als Katholik nicht erlaubt ist. Gebete und Glaubensbekenntnis kannst Du mitsprechen, auch mit der Aussage, dass Du an die römisch-katholische Kirche glaubst, der Predigt kannst Du zuhören und zu den Texten, Fürbitten und Segen kannst Du problemlos aufstehen. Ich sehe da ehrlich gesagt kein Problem.

Beim Abendmahlsgottesdienst ist Dir nur die Teilnahme am Abendmahl als Katholik von katholischer Seite verboten, die evangelische Kirche lädt Dich dagegen gern dazu ein, da der Spender nach unserem Verständnis nach Christus selbst ist.

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Ich bin auch aus voller Überzeugung katholisch und kann dir versichern: Es gibt außer dem Abendmahl nichts, wo du als Katholik nicht mitmachen kannst. Andersrum haben die evangelischen Christen eher ein Problem, wenn wir in der Messe z.B. zum Schluss ein Marienlied singen, weil sie da ja aus evangelischer Perspektive nicht mitsingen können.

Aber im evangelischen Gottesdienst passieren einfach einige Dinge nicht, die zum katholischen dazugehören (knien, Kreuzzeichen, etc.). Aber es passiert nichts, was nicht auch Teil des katholischen Gottesdienstes ist.(Lesungen aus der Bibel, Gebete, Fürbitten, Lieder) 

Einziges Problem ist das Abendmahl: Am Abendmahl darf man als Katholik nicht teilnehmen, weil das evangelische Abendmahlsverständnis ganz anders als das katholische Eucharistieverständnis ist.

Wenn du möchtest, kannst du aber trotzdem mit nach vorne gehen und dich segnen lassen, segnen lassen darf man sich nämlich immer und von jedem.

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Die Verhaltensweisen der Protestanten in diesem Gottesdienst einfach zu adaptieren bzw. nachzumachen, ohne geistig bzw. geistlich dahinter zu stehen, hielte ich für falsch, weil ich damit dem evangelischen Glauben nicht gerecht werden würde 

Der einzigen wesentlichen Unterschiede sind die Position des Papstes, besondere Verehrung der Maria, das Rosenkranzgebet, die Heiligenverehrung und das formelle Sakrament der Beichte.

Nichts davon hat Einfluss auf einen Gottesdienst, oder eine kirchliche Trauung.

Du brauchst dir also meiner Ansicht nach keine besonderen Gedanken zu machen, sondern kannst tatsächlich ganz einfach den Gepflogenheiten folgen.

Übrigens ist das zumindest bei evangelisch-lutherischen Gottesdiensten deutlich einfacher als bei römisch-katholischen Messen, da es weit weniger Zeremoniell gibt.

Also nur Mut. :-)

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Kommentar von ricoster94
23.08.2016, 18:17

Und wie sieht es bspw. mit dem Abendmahl aus? Da gibt es doch einen ganz wesentlichen Unterschied zwischen dem evangelischen Abendmahl und der katholischen Kommunion. Und zumindest in einer katholischen Hochzeitsfeier ist immer auch die hl. Kommunion mit inbegriffen. Ich weiß nicht, inwieweit das Abendmahl dann bei der evangelischen Hochzeit verpflichtender Bestandteil ist.

Und es geht ja auch nicht nur um die theoretischen Glaubensgrundlagen, sondern auch um das praktische Verhalten im Gottesdienst. Bei uns Katholiken wird da auch gekniet und sich bekreuzigt, bei den Protestanten, so weit ich weiß, nicht.

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Ich würde hingehen. Du musst nicht mitsingen oder beten. Da wärst du auch nicht der einzige. Da es eine Hochzeit ist solltest du auch keine großen Probleme haben, da es nur um die Eheschließung geht. Also keine Angst außer viel gesinge und 1-2 Gebete wird es nicht um den glauben an sich gehen. In evangelischen Kirchen ist jeder gerne gesehen. Viel spaß

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Du mußt außer evtl. singen nicht viel machen, und das ist den Katholiken soweit ich weiß nicht verboten - auch beten wirst du dürfen. Das einzige Problem dürfte das Glaubensbekenntnis werden, das du dann einfach nicht mitsprichst und solche Dinge wie das Abendmahl sind ohnehin nicht verpflichtend.

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Kommentar von BellAnna89
23.08.2016, 18:12

Im Glaubensbekenntnis unterscheidet sich nur der eine Part

Ich glaube an die hl. Katholische Kirche 

Wird zu 

Ich glaube an die hl. Christliche Kirche

Oder?

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Meistens werden Gottesdienste bei Hochzeiten für alle Glaubensgruppierungen ansprechend gestaltet, da man ja davon ausgehen muss, dass das Paar Freunde aus unterschiedlichen Kulturen hat. Wenn dir etwas unangenehm ist, musst du ja nicht mitmachen, und wenn es um die persönliche Überzeugung geht, sollte wohl keiner doof gucken, wenn du z.B. kniest bein Gebet. 

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einfach hingehen und tun, was die anderen machen

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Ehm, wie du schon sagtest du bist Christ, wie wir...wo ist jetzt dein Problem? Ja es könnte vorkommen, das der Pastor eine Frau ist und damit Pastorin, dass er oder sie verheiratet ist, dass homosexuelle anwesend sind und sie positiv aufgenommen werden, aber dennoch kannst du doch zu Gott beten und dich wie ein CHRIST benehmen.

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Kommentar von ricoster94
23.08.2016, 19:08

Völlig richtig, ich kann nur 100% zustimmen. Und nur weil ich katholisch bin, heißt das ja nicht automatisch, dass ich per se etwas gegen Pastorinnen oder Homosexuelle habe. Es geht mir eher um manche Fragen der Glaubensanschauung und -ausübung, weil die Protestanten sich im Gottesdienst teilweise einfach anders benehmen als ich als Katholik, bspw. was das knien oder bekreuzigen angeht...

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Kommentar von EmoCandy
23.08.2016, 19:19

Man bekommt bei uns immer ein Liederbuch in die Hand gedrückt und einen Zettel wo der genaue Ablauf des Gottesdienst drauf steht (bei einer Hochzeit und Konfirmation meistens sowieso). Und dann machst du halt alles was auf dem Zettel steht bzw was die anderen machen.
Steck dir für die Kollekte noch 1€ ein und dann ist gut.

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Ok, Ernst gemeint: ich gönne euch Religiösen von ganzem Herzen eure Probleme.

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Kommentar von ricoster94
23.08.2016, 19:36

Das ist ja ein äußerst hilfreicher Beitrag.

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In erster Linie bist du Christ, und nicht Katholik. Die evangelischen Christen gehören genauso zum Leib Christi wie du, ob du da dahinterstehst oder nicht. Ausserdem kann es deiner Horizonterweiterung dienen!

Ich mache das in solchen Fällen so dass ich alles für mich prüfe ob ich dahinterstehen kann. Wenn mir der Liedtext nicht passt dann singe ich nicht mit. Das gleiche gilt für vorforumlierte Gebete und Abendmahl / Eucharistie. Mehr Streitpunkte gibt es meines Erachtens nicht. Wenn überhaupt -  eigentlich wäre nur das Abendmahl, sofern eines stattfindet, für dich schwierig. Etwas anderes wäre es, wenn ein evangelischer Christ in einem katholischen Gottesdienst wäre.

Das heisst auch dass du dich durchaus "passiv" verhalten kannst. Es wird auch sicher nicht erwartet dass du dem evangelischem Glauben gerecht wirst.

Da vermutlich auch Atheisten an dieser Feier sein werden, wirst du da nicht weiter aufffallen. Und wenn du darauf angesprochen wirst, ist dies eine gute Möglichkeit zu erklären warum du dich so verhalten hast. Das geht auch, ohne dass du den Glauben anderer schlecht machst. Wer in seinem Glauben feststeht, dem wird das nicht schwerfallen.

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Es besteht ein Unterschied zwischen einer kath. Eucharistiefeier und einem ev. Gottesdienst, der meistens nur ein Wortgottesdienst ist. Ebenso besteht zwischen beiden Konfessionen eine unterschiedliche Auffassung über die Weihevollmacht des Priesters und der daraus resultierenden Wandlungsvollmacht, die so in der ev. Kirche nicht gegeben ist. Ev. Abendmahl und kath. Kommunion sind nicht gleichzusetzen. Deshalb wird ein Katholik nicht am ev. Abendmahl teilnehmen, denn damit würde er die ev. Auffassung bestätigen und den kath. Glauben verleugnen. Bei einer Hochzeitsfeier wird wahrscheinlich kein Abendmahl stattfinden. Wenn doch, nimmst du eben nicht teil. Das ist aber auch schon das Einzige, was nicht erlaubt wäre.

Der ev. Wortgottesdienst besteht ansonsten aus Predigt, Gebeten und Liedern. wobei die Lieder vielfach mit den Liedern im Gotteslob identisch sind (sie sind dort mit "ö" gekennzeichnet). Das Lob Gottes durch Gebete und Lieder, das gemeinsame Vaterunser vereint beide Konfessionen, so dass du ohne Bedenken "würdevoll" mitbeten und mitsingen darfst.

Auch die kath. Kirche erlaubt inzwischen dem kath. Partner bei einer Mischehe, mit seinem ev. Partner auch zuweilen am ev. Gottesdienst teilzunehmen (bis auf Teilnahme am  Abendmahl). Du kannst also die kirchliche Hochzeitsfeier bei deinen Verwandten unbesorgt  genießen.

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Gott = gut
Teufel = böse

Beachte das und es dürfte nicht allzu viel schief gehen.

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Das Abendmahl bei einem Traugottesdienst kommt eher selten vor, und du musst nicht daran teilnehmen. 

Das Glaubensbekenntnis gehört nicht zur Liturgie eines "normalen" Traugottesdienstes; der einzige Unterschied besteht übrigens in den Wörtern "katholische" (rk) vs. "christliche" (ev) Kirche...

https://www.evangelisch.de/inhalte/113543/06-05-2014/der-evangelische-traugottesdienst

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Kommentar von ricoster94
23.08.2016, 18:55

Wenn das Abendmahl sich also nicht zwangsläufig an den Traugottesdienst anschließt, ist das ja ein weiterer Unterschied :) Aber umso besser für mich in diesem Fall.

Das mit dem einen Wort im Credo ist aber ein extrem wichtiger Unterschied, der das ganze verfälscht, zumindest aus der katholischen Perspektive.

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Geh einfach hin. Du musst nicht singen oder beten, könntest aber. Es muss für dich ok sein.

Da es um eine Hochzeit geht werden sicherlich sich Leute eingeladen sein, die überhaupt nicht religiös sind. Also wird dir auch niemand böse sein nicht mit zumachen.

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Reingehen. Hinsetzen. Zuhören.

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Sachlich fundiert?

Was du mit deinem Glauben anstellst ist deine Herzenssache. Tu das was dir selbst angemessen erscheint.

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Kommentar von ricoster94
23.08.2016, 18:06

Vielleicht ist diese Formulierung etwas unglücklich. Ich meinte damit, dass die Antwort einen theoligsch nachvollziehbaren bzw. vertretbaren Hintergrund aufweisen soll.

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