Wenn man lang genug in Amerika lebt verliert man dann seinen deutschen Akzent?

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11 Antworten

Hallo,



mal ganz davon ab, dass es weder den englischen Akzent - BBC-English gilt zwar als so etwas wie eine Norm, wird aber nur von wenigen gesprochen und ist im Grunde auch nur einer von vielen britischen Akzenten -





noch den amerikanischen Akzent gibt,



ist sehr schwierig, den Akzent der eigenen Muttersprache zu verlieren, und die Wenigsten schaffen es komplett.





Ob und wie schnell man das schaffen kann, ist individuell unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B.





- Sprachtalent, -gefühl, -gehör

- Vorkenntnissen





- Intensität des Lernens

- Verwandtschaftsgrad der Muttersprache mit der Fremdsprache



- Umfeld des Lernenden (sprechen die Familie, Freunde usw. die Fremdsprache oder nur bzw. überwiegend die Muttersprache)



- Alter



usw.





Auch ein langjähriger Aufenthalt im fremdsprachigen Ausland bietet keine Garantie dafür.



Als Beispiel:

Eine gute Freundin von mir hat 5 Jahre am Stück in Manchester gelebt.
Sie spricht Englisch wie eine Muttersprachlerin und ohne jeglichen
deutschen Akzent.





Meine Tante dagegen wurde selbst nach mehr als 50 Jahren in England hin
und wieder immer noch als Deutsche bzw. Nicht-Muttersprachlerin 'enttarnt'!



:-) AstridDerPu





PS: Es heißt sogar, dass man nach dem 7. Lebensjahr eine fremde
Sprache nicht mehr 100% akzentfrei sprechen lernt, weil sich die
Sprechmuskulatur bis zu diesem Alter bereits vollständig ausgeprägt hat.

Bekannte Beispiele:

Marlene Dietrich und Henry Kissinger (deutscher Akzent und Arnold
Schwarzenegger (österreichischer Akzent).




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Kommentar von macqueline
29.03.2016, 10:55

Zustimmung zu dem unter dem PS gesagten: In meiner Familie haben wir alle schon vor dem Kindergartenalter Englisch gesprochen, sprechen es jetzt ohne deutschen Akzent, allerdings kein BBC English. Amerikanisches Englisch haben wir im höheren Alter aber nicht mehr draufgekriegt, vielleicht wegen der Nähe zu britischem Englisch.

Aus langjähriger Erfahrung weiss ich jedoch, dass Personen, die gern und gut singen, eine fremde Sprache sehr leicht akzentarm sprechen lernen, auch in höherem Alter als 7.

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Kommt drauf an. Natürlich wird bei vielen der deutsche Akzent deutlich geringer aber bei manchem auch nicht. Habe die Erfahrung gemacht, dass Leute die im Deutschen bereits einen deutlichen regionalen Akzent haben (sagen wir mal Sächsisch) das nie ganz loswerden, selbst wenn sie schon lange Jahre dort leben und man es noch deutlich raushört.  Aber sicherlich versucht man sich auch anzupassen an die Aussprache der Gegend in der man sich in den USA befindet. Denn auch dort gibt es verschiedene Dialekte. Ist ganz interessant. Gibt es auf Youtube auch viele witzige VIdeos zu dem Thema. 

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Ich habe im Deutschen die süddeutsche Tonmelodie. Dann habe ich in England studiert, und um akzentfrei Englisch zu sprechen, ist das ein Nachteil, die Norddeutschen tun sich da leichter.

Aber ich habe an der Universität ein Jahr lang im Sprachlabor geübt und dann tatsächlich keinen merklichen Akzent mehr gehabt.

Jetzt nach vielen Jahre spreche ich nur relativ akzentfrei mit muttersprachlichen Engländern. Bei anderen, z. B. in der Karibik, kommt der deutsche Akzent wieder.

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Migranten, die hier zur Schule gehen und lernwillig sind sprechen meistens akzentfrei oder den regionalen Akzent bzw. Dialekt. Es gibt Komödianten, die sich einen Spaß daraus machen (schwarze Hautfarbe und derbstes Niederbayrisch)

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Es kommt auf den Einzelfall an. Manche ja, die meisten nein.

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Den kannst du auch in Deutschland verlieren. Wenn du einfach gut in Sprachen bist und dich nicht wie ein Bauer anstellst, dann merkt kein Mensch, dass du ursprüngich aus Deutschland kommst.

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Kommentar von earnest
27.03.2016, 21:54

Mag für ein Sprachgenie zutreffen.

Ich jedenfalls habe noch nie jemanden getroffen, der das ohne langen Auslandsaufenthalt geschafft hätte.

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Henry Kissinger hat seinen Akzent nie verloren

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Das hängt ganz von der person ab aber eigentlich verliert man ihn schon dauert halt bei den meisten 1-2 jahre. Aber ich kenn auch einen der lebt seit 10 jahren hier und man merkt direkt dass er aus deutschland kommt

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eher nicht... aber oft gewinnt man einen amerikanischen Akzent im Deutschen hinzu, siehe z.b. Roy and Siegfried...

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Das kommt auf die einzelne Person an. Der eine verliert ihn komplett und der andere hat ihn immer noch, sodass die Einheimischen das sofort heraushören können.

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Wie schon gesagt: Es kommt drauf an. 

Bei mir war er nach 6 Monaten am Verschwinden. Nach einem Jahr war er weg - und kam nur wieder, wenn ich müde oder im Stress war.

Es besteht also Hoffnung. 

;-) 

Gruß, earnest

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