Frage von Fraegerin, 75

Welche Sprache sollte man lernen um sich tiefgehend mit buddhistischer Philosophie beschäftigen zu können?

Ich möchte mich mit buddhistischer Philosophie beschäftigen, außerdem möchte ich mir gerne eine weitere Sprache aneignen (ob lebend oder nicht). Welche Sprachen kommen hierfür in Frage?

Antwort
von Ottavio, 58

Ich würde Pali und Sanskrit empfehlen. Viel Freude am Lernen!

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus, 43

Ich selbst bin Buddhist und werde dir diese Frage beantworten.

Westliche Literatur und Sprache

Es gibt bereits auf Deutsch akademische Literatur und Übersetzungen von Quellentexten. Du musst also keine uralte asiatische Schriftsprache wie Sanskrit, Pali, oder Brahmi erlernen.

Allerdings sind auch gute Englischkenntnisse sinnvoll, denn ein Teil sehr interessanten Materials ist bislang nur auf Englisch verfügbar.

Auch zur Kommunikation mit westlichen und asiatischen Lehrern sind Englischkenntnisse sinnvoll. Ich musste beispielsweise bereits dolmetschen, weil der eigentliche Dolmetscher sich verspätet hatte.

Eigentlich sollten somit Deutsch und Englisch ausreichen.

Nicht-romanische Sprachen

Wenn du Wert auf eine nicht-romanische Sprache legst, die heute noch in Gebrauch ist, käme es darauf an, mit welcher buddhistischen Tradition du dich besonders befassen willst. Dann könnten beispielsweise Thailändisch, Birmanisch, Japanisch, Koreanisch, oder Vietnamesisch hilfreich sein.

Allerdings sollte beispielsweise klar sein, dass buddhistische Fachbegriffe wie etwa "法眼" (hôgen) nicht Teil eines normalen Sprachkurses sind und man zusätzlich zu hohem Sprachniveau auch diese Dinge kennen muss

Antwort
von NewKemroy, 31

Für den Theravada-Buddhismus würde ich sagen: Man liest einfach drauf los und eignet sich die nötigen Pali-Vokabeln nebenher an. Entweder dadurch, dass die Erklärung im Text schon dabei steht, oder mittels Pali-Wörterbuch und Internet-Suchmaschine.

Als Einstieg ist dieses Buch nicht verkehrt:

http://www.abhidhamma.de/Abhidhamma_Janaka_gesamt.pdf

Aber auch "Abhidhamma im Alltag" von Nina van Gorkom, ist ein gutes Buch.
Findest Du hier:

http://www.abhidhamma.de/

Zusätzlich sei noch auf das Pali-Wörterbuch von Nyanatiloka hingewiesen

http://www.palikanon.com/wtb/wtb_idx.html

Antwort
von jimihenrik, 43

Zunächst brauchst du keine weiteren Sprachen als Deutsch um die tiefgehend mit Buddhistischer Philosophie zu beschäftigen.

Der größte Teil der Buddhistischen Schriften wurde in Pali und Sanskrit verfasst - Daher eine Möglichkeit. Interessanter wäre es aber wahrscheinlich Sprachen zu lernen in denen Buddhistsiche Mönche heute kommunizieren wie z.B. Chinesisch oder tibetisch. Je nach dem Halt welche Richtung des Buddhismus dich interessiert.

Kommentar von Draggyblackdots ,

Zur Kommunikation mit tibetischen Meistern und Meisterinnen braucht man kein Tibetisch, sondern man muss sein Englisch auf ein sehr hohes Niveau bringen. Ringu Tulku Rinpoche z. B. spricht perfekt Englisch. Grammatikalisch wie ein native speaker, Akzent minimal. Da muss man erst mal mithalten. Chinesisch ist überhaupt kein Thema. 

Antwort
von Draggyblackdots, 35

Ich würde das trennen. Um buddhistische Philosophie zu studieren ist Deutsch bestens geeignet. Bzw ich würde es sagen es ist nur in Deutsch möglich. Falls du das Glück hast, dass Deutsch deine Muttersprache ist. Du Übersetzungen sind sehr gut.

Wenn du in deutscher Sprache Longchempa liest, mit sehr guter Beratung bei Fragen ( Forum Buddhaland), ist das schon eine Anforderung genug. Noch eine Sprache zu lernen geht dann kaum. Außer du bist Millionärin und hast immer Zeit. Eine Sprache zu lernen um dann in dieser Sprache buddhistische Philosophie zu studieren brauchst du immer Zeit und einen IQ über 150.

Und Longchempa zu verstehen ist sehr wichtig, es geht immerhin um nichts weniger als die Frage nach der absoluten Wahrheit. Longchempa ist der wichtigste Autor der Dzogchen-Philosophie.

Antwort
von josef050153, 20

Sanskrit

Antwort
von suziesext10, 8

die buddhistischen Hauptsprachen sind: Pali, Sanskrit, Tibetisch, Chinesisch.

Pali ist heute eine tote Sprache, in ihr ist der gesamte Dreikorb des Urbuddhismus geschrieben.

Die philosophische Sanskrit-Literatur ist umfangreicher als die ganze griechisch/römische. Der gesamte Dreikorb des Mahayana, die Schriften der Madhyamika-Philosophie, der Yogacara-Philosophie, sowie alle Tantras sind in ihr verfasst.

In Chinesisch gibt es einen grossen Pool von Übersetzungen, aber auch eigenständige Literatur, am umfangreichsten die der Dialektiker-Schule der Huan Yan, die sich auf das gigantische Sutra der Buddha-Girlande (Avatamsaka Sutra, nur erhalten in chinesisch) stützt, sowie die umfangreichen originalen Schriftensammlungen der Chan-Schule.

Sanskrit lernen ist nicht leicht, du musst richtig Grammatik, Deklination, Konjugation usw pauken.

Altchinesisch ist, na ja erstmal die gute Nachricht: fast null Grammatik, alles musst du ableiten aus den Strukturen. Aber: die Zeichen sind nicht leicht zu behalten, jedenfalls am Anfang nicht. Als aussenstehender kann ich dir nicht raten. Ich selber hab mich beide Chinesisch entschieden, da kann ich sogar alte japanische Schriften lesen, wenn sie in Kanji geschrieben sind.

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