Frage von Jessicaxchannel, 38

Was war vor der Einigung Italiens?

Ja und zwar ist meine Frage, wie sah/war überhaupt Italien vor der Einigung aus. Kennt ihr vielleicht gute Seiten wo etwas darüber steht, weil ich finde im Internet bezüglich diesem Thema direkt nicht. Oder könnt ihr die Frage beantworten

Danke im voraus!

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 18

Was war vor der Einigung Italiens? ... Kennt ihr vielleicht gute Seiten wo etwas darüber steht, weil ich finde im Internet bezüglich diesem Thema direkt nicht.

Wie wäre es denn mit einem Buch, z. B. diesem hier:

  • David Gilmour: Auf der Suche nach Italien. Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart. 2016.

MfG

Arnold

Antwort
von Ruenbezahl, 7

Im Internet gibt es eine Menge Seiten zur Geschichte Italiens, außerdem gibt es Bücher dazu. Jedenfalls bestand Italien aus einer Vielzahl höchst unterschiedlicher Klein- bis Mittelstaaten, deren Bevölkerung verschiedene Dialekte sprach und sich untereinander nicht verständigen konnte, weshalb im ersten italienischen Parlament in Turin auch Französisch als Diskussionssprache gewählt wurde, die alle beherrschten.

Als Stichtag für die Geburt des Einheitsstaat Italien wird meistens der 17. März 1861 genannt. Dies ist aber lediglich der Tag, an dem in der Hauptstadt Turin das Königreich Italien der Savoier ausgerufen wurde. Die spätere Hauptstadt Rom gehörte ja noch nicht dazu. Anschließend mussten die Savoier erst noch das Königreich Neapel erobern, was über zehn Jahre gedauert und über eine Million Tote gefordert hat, da die Süditaliener von der Eroberung durch die Piemontesen nichts wissen wollten und sich verzweifelt zur Wehr setzten. Süditalien hat sich von der Ausplünderung durch die Piemontesen bis heute nicht erholt. 

1866 erklärte Italien gemeinsam mit Preußen Österreich den Krieg. Italien verlor zwar jämmerlich zu Lande und zu Wasser, aber Preußen gewann gegen Österreich und so bekam Italien Venetien. Dort feiert man heute noch den österreichisch-venezianischen Sieg über Italien in der Seeschlacht von Lissa unter Admiral Tegetthoff, Absolvent der Marineakademie Venedig.

1871 nutzte Italien den  deutsch-französischen Krieg, um den Kirchenstaat zu überfallen. Die Franzosen, die die Unabhängigkeit des Kirchenstaates garantierten, hatten ihre Truppen abgezogen und gegen die Preußen eingesetzt, so dass Italien Rom erobern konnte.

Im Mai 1915 erklärte Italien Österreich den Krieg und nutzte die Niederlage Österreichs gegen die Entente vom November 1918 aus, um sich das südliche Tirol anzueignen, was durch die Annexion im Oktober 1920 geschah. Dadurch hatte Italien in etwa seine heutigen Grenzen erreicht. Von  einer Einigung Italiens kann man aber nicht sprechen, da auch nicht-italienische Gebiete zwangseingegliedert wurden.   

Kommentar von hutten52 ,

Nun ja, eine italienische Hochsprache entwickelte sich ja seit Dante um 1200. Spätestens um 1500 hatte sich auf der Grundlage des Toskanischen das moderne Italienisch entwickelt. Der berühmteste italienische Roman "I Promessi Sposi" von Manzoni erschien um 1800 und konnte von jedem gebildeten Italiener gelesen werden. 

Kommentar von Ruenbezahl ,

Eine italienisch Schriftsprache hat sich in Mittelitalien von der Toskana ausgehend um 1500 entwickelt. Da Italien aber in verschiedene Staaten aufgeteilt war, hat sich diese Schriftsprache im Norden wenig und im Süden fast überhaupt nicht verbreitet. Außerdem waren fast alle Italiener Analphabeten. Noch 1861, im Jahr der Ausrufung des Königreiches Italien, waren 78 Prozent der damaligen Italiener Analphabeten, und ohne Kenntnis des Lesens nützt auch eine gemeinsame Schriftsprache wenig. Die Gebildeten konnten wohl Lesen und Schreiben, aber sie bevorzugten für politische Konversationen die französische Sprache, die ja auch im Königshaus gesprochen wurde. Eine Vereinheitlichung der italienischen Sprache hat erst in den 1960er-Jahren mit dem Fernsehen begonnen. Gleichzeitig wurde auch die Schulpflicht verlängert und verschärft.

Antwort
von adler42, 21

Vielleicht liegt hier die Lösung.....

http://www.kinderzeitmaschine.de/neuzeit/lucys-wissensbox/kategorie/europa-und-d...

Kommentar von Ruenbezahl ,

Der Text unter diesem Link ist vollkommen falsch. Er könnte aus der Feder des faschistischen Ministeriums für Propaganda stammen. 

Antwort
von Tastenheld, 19

Italien wurde in drei Phasen zu einem Nationalstaat.
Die wichtigsten Personen, die zur Einigung beitrugen, waren Camillo Cavour (1810-1861), der Ministerpräsident von Piemont-Sardinien, und Giuseppe Garibaldi (1807-1882), ein ehemaliger Offizier und Freiheitskämpfer.
Situation nach dem Wiener Kongress 1814/15

Bis zum Wiener Kongress 1814/15 war Italien - ähnlich wie Deutschland - in viele kleine Fürstentümer aufgesplittert. Das kannst du gut auf der nebenstehenden Karte sehen. Doch die Menschen wünschten sich ein geeintes Italien. Viele Gebiete gehörten zu Frankreich und zu Österreich. Beide Staaten lagen ständig im Streit darum, wem nun welches Gebiet gehörte.

Als Risorgimento (italienisch risorgimento?/i „Wiedererstehung“) wird sowohl eine Epoche der italienischen Geschichte zwischen 1815 und 1870 bezeichnet als auch weltanschaulich sehr heterogene politische und soziale Bewegungen, die nach dem Wiener Kongress von 1814/15 die Vereinigung der damaligen jeweils eigenstaatlichen Fürstentümer und Regionen der Apenninen-Halbinsel in einem unabhängigen Nationalstaat Italien anstrebten. Dieser Staat wurde nach mehreren revolutionären Erhebungen und den Italienischen Unabhängigkeitskriegen mit der Ausrufung des Königreichs Italien als konstitutionelle Monarchie im Jahr 1861 durchgesetzt und 1870 mit der militärischen Einnahme des bis dahin noch verbliebenen Kirchenstaats (im Wesentlichen die Region Latium) und dessen Hauptstadt Rom durch italienische Truppen vorerst vollendet.

Antwort
von frischling15, 17

Italien war einmal wie Deutschland geteilt ?

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