Frage von DerLandmatrose, 272

Was war gut an der DDR?

Hallo zusammen, wenn man an die DDR denkt, dann fallen einem oft Dinge wie Unrechtsstaat, Stasi, Regime, Überwachung und andere negative Dinge ein. Ich stamme aus NRW und lehne Kommunismus und Sozialismus strikt ab. Es gibt aber auch Menschen, die offen sagen: "Es war nicht alles schlecht an der DDR", vor allem Leute aus der ehemaligen DDR. Ich frage mich nun, was eigentlich gut an der DDR war.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AmdFan, 117

Ich fasse es mal so zusammen:

Ich bin selber Mitglied der Linken, 16 Jahre alt und hab DDR nicht miterlebt-und bin auch froh darüber.

Ich hab schon mit vielen Genossen geredet, die selbiges äußern.

Die DDR war ein Unrechtsstaat, ohne wenn und aber. Viel streitbarer ist der Diktatur Begriff. 

Was war also besser?

Kita-System

Recht auf Arbeit 

Recht auf Wohnung, da großer Sozialer Wohnungsbau 

Keine soziale Ausgrenzung (es gab eine politische, aber keine soziale!)

Bildungssystem

Lebensunterhaltungskosten waren günstiger

keine unkontrollierten Wirtschaftsschwankungen

eine zentral Bank mit fest Zinsen (Banken sind keine Unternehmen wie es heute ist die mit Anleger Geld spekulieren und dann mit Steuerkohle gerettet werden)

allgemein keine Ausbeutung wie man sie heute in der "sozialen" Marktwirtschaft hat

Versicherungen die keine Unternehmen waren sondern eine staatliche

Staatskonzerne wie die Reichsbahn (günstig, keine streiks)

...


Kommentar von stubenkuecken ,

Die DDR wollte die Diktatur des Proletariats, hat es aber nicht demokratisch umgesetzt. Die Führung wurde verdienten Genossen übergeben, als Anreiz das System zu bewahren.

Eltern wurde die Erziehung abgenommen. In Kitas fing die Uniformierung der Gedanken bereits an.

Das Recht auf Arbeit ist auch eine Pflicht zur Arbeit. Als Privatier hatte man es schwer.

Wenn man konform war, konnte man eine bessere/höhere Ausbildung erhoffen. Qualifizierte Ausbildung zur Belohnung.

Das Recht auf Wohnraum führte zu einem Zuteilungsanspruch, nicht zur freien Wahl eines Wohnortes.

Spitzel waren stadtbekannt und wurden gemieden, auch deren Angehörige. Vermeintlichen Klassenfeinden wurde nicht nur mit der Sippenhaft(ung) gedroht, sie wurde durchgeführt.

Brot war so stark subventioniert das es als Futtermittel verwendet wurde. Das unbearbeitete Getreide war zu teuer.

Die kontrollierte Wirtschaft ließ keine Produktionsspitzen zu. Alles wurde nach Plan erwirtschaftet, so kam es immer zur Unterversorgung.

Keine Ausbeutung, aber niemand hatte die Chance nach Leistung bezahlt zu werden. Durch Selbstausbeutung konnte jeder zum Held der Arbeit werden.

Alle Betriebe waren Volkseigen und mussten die Gewinne abführen.

Durch das Streikverbot konnten die Menschen keine Veränderungen durchsetzen.

Antwort
von beangato, 129

Da könnte man Romane drüber schreiben.

Für mich (Frau) war gut:

Bildung kostenlos für alle

Jeder, der wollte, konnte Abitur machen

Jeder konnte einen Beruf erlernen und bis zur Rente darin arbeiten.

Jeder, der arbeitete, bekam Rente. Mütter, die wenig arbeiteten, bekamen eine Mindestrente. Heute sieht das wegen ALG II ganz anders aus.

Brillen, Zahnersatz - überhaupt Gesundheit war kostenlos.

Jeder konnte billig in der Schule oder im Betrieb Mittag essen. Da ich alleinerziehnd war mit 3 Kindern, gabs für meine Kinder sogar kostenloses Essen.

Kinderbetreuung war kostenlos.

Nach der Geburt eines Kindes konnte man an seinen alten Arbeitsplatz zurück.

Wohnen war billig. Lebensmittel ebenso und man musste nicht - wie heute - rumfahren, um zu schauen, ob es irgenswo billiger war, da die Preise überall gleich waren.

Ich konnte jährlich in Urlaub fahren. Seit der Wende war ich nur 1x im Urlaub.

Mit ging es damals deutlich besser als heute.

Kommentar von PatrickLassan ,

Jeder, der wollte, konnte Abitur machen

Frag doch mal Frau Wagenknecht, ob auch jeder studieren konnte.

Kommentar von beangato ,

Auch das ging. Die Eltern mussten dazu auch nicht in der Partei sein.

Antwort
von Eselspur, 75

Gut ist immer der positive Teil der eigenen Geschichte, der manchen auch bei anderen Unrechtsregimen einfällt.

Antwort
von qwertzuh, 128

Also meine Eltern sind in der DDR aufgewachsen und ihnen gefiel es sehr.
Als Kind und jugendlicher wurde man noch gefördert bei den jungen Pionieren und der fdj (nicht so wie die Jugend heute)
Die Mieten waren sehr preiswert genauso wie Grundnahrungsmittel. Es gab eine große Mittelschicht, das Handwerk war gefragt und gut bezahlt. Jeder hatte soweit Arbeit. Man hatte schon in der Schule einen Tag in der Woche, wo man in einem Betrieb arbeiten musste. (Das fanden meine Eltern bei der späteren Berufswahl sehr hilfreich)
Und als Rentner ließ es sich auch leben.
Nur Luxus, Elektronik und Reisen in die Welt war halt nicht leicht. Aber zurück blickend waren alle in unserer Umgebung sehr zufrieden.

Kommentar von lesterb42 ,

Und wenn sie nicht gestorben sind.............

Kommentar von qwertzuh ,

Es gibt immer Leute wie dich, die am liebsten alles schlecht reden und nie zufrieden sind. Glaubs oder auch nicht, sehr viele waren zufrieden mit ihrem Leben. Aber mecker immer nur weiter

Antwort
von Urlaubsplan, 18

Der Umweltschutz war in der DDR besser als heute in Deutschland. Dadurch, dass nicht so viele Autobahnen gebaut wurden, hatten seltene Tierarten größere und bessere Rückzugsmöglichkeiten als heute und konnten überleben.

Antwort
von Giovanni47, 86

Sicher war nicht alles schlecht, mit dieser Anmerkung bin ich voll einverstanden. Die Menschen hatten einen relativ sicheren Arbeitsplatz, die Mieten und Grundnahrungsmittel waren günstig. Ich bin Schweizer und vielleicht ist nachfolgende Aussage nicht ganz richtig, aber ich könnte mir vorstellen, dass für DDR-Bürger ohne Verwandte im Westen die unmenschliche "Friedensgrenze" nicht ganz so schlimm war.

Antwort
von Pangaea, 123

Das Abfall-Recyclingsystem (Sero).

Antwort
von stubenkuecken, 121

Wenn etwas vorbei ist gibt es immer verklärte Romantiker, die nur Oberflächlich auf die Vergangenheit schauen.

Alles schien "gleicher" und "gerechter", man hatte eben keinen Kontakt zu den Bonzen denen es besser ging.

Antwort
von DarkScammer321, 156

Es gab eine ausgeprägte Mittelschicht und man hatte eine kostenlose Krankenversorgung.

Antwort
von chog77, 107

Kostenlose Kindergarten- und Krippenplätze für jedes Kind zwischen 6-19 Uhr - Berufstätigkeit der Frau war deutlich leichter realisierbar wie im Westen.

Gute Infoseite mit den guten und negativen Seiten hier:

http://www.zeitklicks.de/ddr/zeitklicks/

Antwort
von Spiritusss, 116

Die aller meisten hatten keine eigene Meinung sondern nur die Meinung die ihnen eingetrichtert wurde, auch auf der Arbeit. Daraus resultiert das ebenso die aller meisten bis heute sehr unselbständig sind wenn sie nun im Westen tätig sind. Natürlich nicht alle, aber eben viel mehr wie im Westen. Die sind halt gewohnt alles vorgelegt zu bekommen anstatt selber zu denken. Aber wahrhaben wollen sie es nicht und tun so als wenn alles sooo toll gewesen wäre. Bis heute sind die Unterschiede zwischen West und Ost bemerkbar, und das obwohl der Rest Deutschlands den Osten mit unzähligen Millionen unterstützt

Kommentar von beangato ,

Ah ja. So spricht einer, der den Zeitungsenten geglaubt hat.

Kommentar von Spiritusss ,

Nein, so spricht jemand der schon mit sehr vielen Ost deutschen gearbeitet hat und es am eigenen Leibe gespürt hat wie die ticken. Nur befehle entgegennehmen, aber bloß nicht selber denken. Und genau das macht denen heute zu schaffen, weil sie es nicht anders kennen und nicht anders wollen

Kommentar von AmdFan ,

Selten so viel Unsinn gelesen. 

Kommentar von amdros ,

Nur befehle entgegennehmen, aber bloß nicht selber denken

..oha @Spiritusss..ob du dir das nicht etwas zu einfach machst mit deiner Denkweise?

Du solltest mal etwas ralistischer und...um die Ecke...denken! Das was du jetzt als Befehlsempfänger abstempelst ohne selbst denken zu können, wird auf jeden Fall und bei den meisten ehem. DDR-Bürgern eine ganz andere Bewandtnis haben als die, wovon du überzeugt bist!

Ich ziehe mir die Jacke auf keinen Fall an als Befehlsempfänger, ohne Sinn und Verstand, abgestempelt zu werden..ich weiß, was ich kann und wer ich bin und das wußte ich auch schon zu DDR-Zeiten!

.....und das obwohl der Rest Deutschlands den Osten mit unzähligen Millionen unterstützt

..diese eine Passage von dir spricht Bände aber..darüber denke ich mir meinen Teil und das, ohne mich auch auf eine Diskussion einlassen zu wollen. Zum anderen hat das nun auch noch mit der Frage absolut nichts zu tun!

Noch einmal der Hinweis an dich..überprüfe du deine Einstellung..denn da gibt es m. E. doch so einiges noch zu begradigen!

Dir einen wunderschönen Abend!

Kommentar von Lazarius ,

»... der schon mit sehr vielen Ost deutschen gearbeitet hat und es am eigenen Leibe gespürt hat wie die ticken«

... aber nie in der DDR gelebt hat und uns heute erzählen will, wie das Leben da so war.

Du gehörst also zu der Sorte Mensch die sich um eine Eintrittskarte bemühen, wenn einer sagt, dass im Himmel Jahrmarkt ist ;-)

Kommentar von metalfreak311 ,

"Ossis" waren unselbständig? Schon die Mangelwirtschaft hat dazu geführt, dass viel improvisiert werden musste. Wenn der "Wessi" nach dem ADAC telefoniert hat, hat der "Ossi" schon selbst einen neuen Keilriemen (oder Strumpfhose) aufgezogen. Belies Dich doch mal zum Thema "Neuererbewegung". Ist Dir schon mal aufgefallen, dass in den Springer-Medien stets nur Schwarz-Weiß-Denken herrscht? Es gibt (in jedem Bereich, nicht nur in der Politik) auch Zwischentöne. Aber die zu akzeptieren, setzt schon mal eigenes Denken voraus. Beispiel: Die Stasi (offiziell MfS) war nicht nur böse - Bespitzelung, Verfolgung, illegales Abhören usw. Es gab da z.B. eine Abt. Wirtschaftskriminalität. Dort arbeiteten ganz normale Kriminalisten, die Ermittlungen führten, Vernehmungen protokollierten und dabei keinerlei Folter anwandten. Dies wird man bei BILD & Co. jedoch niemals lesen. Es ist aber natürlich viel leichter, seine Meinung aus der unabhängigen Presse zu beziehen und deren einseitige Berichterstattung für sich zu übernehmen, ohne mal Gegenargumente zu akzeptieren... Klar gab es auch (und nicht zu wenige) negative Geschichten in der damaligen DDR, aber mit dem von den Medien vermittelten Wissen zu argumentieren, ist wohl doch ein wenig dürftig.

Kommentar von Spiritusss ,

naja, warum ist der Unterschied zum Rest Deutschlands dann bis jetzt noch so gravierend? Warum ist der Bildungs Standard schlechter? Innovation kommt vom Westen Deutschlands, bestimmt nicht aus dem Osten. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, aber alles in allem hinkt der Osten hinterher. Also wenn die Stasi ein, zwei Sachen gemacht hat die normal sind, dann kann man noch lange nicht all das andere vergessen. Ein bisschen Weitblick würde den ein oder anderen hier nicht schaden. einfach mal die Realität anerkennen so wie es ist und dabei den Weitblick nicht verlieren und auch mal eine Ecke weiter denken. Dankeschön

Kommentar von metalfreak311 ,

Tut mir leid für Dich, wenn Du bisher nur blöse "Ossis" getroffen hast. Unser Bildungssystem wurde sogar von Schweden übernommen, und das schon zu DDR-Zeiten aber sicherlich nicht, weil es irgendwie rückständig war. Damals gab es einheitliche Schulbücher, im Gegensatz zu heute, wo jedes Ländle sein eigenes Bildungssystem kreiert, und wenn man hier so liest, was da manchmal so abgeht - ich unterstelle mal, dass sie Mehrzahl der hiesigen User auf Grund ihres Alters keine DDR-Schulbildung genossen hat... Geht schon mit Rechtschreibung los (Autokorrektur bei Handys mal ausgeklammert) und hört bei Wissensständen diverser Art auf. Erschreckend ist z.B., wie viele hier an Gespenster und Dämonen glauben - Aberglaube im 21. Jahrhundert. Shitstorm los!!

Kommentar von beangato ,

Warum ist der Bildungs Standard schlechter?

Beweise das.

Es stimmt nämlich nicht.

aber alles in allem hinkt der Osten hinterher.

Im Osten wurden fast alle Betriebe abgewickelt (meiner auch). Außerdem hat der Osten viel mehr Kriegsreparationen zu tragen gehabt als der Westen.

einfach mal die Realität anerkennen

Das tun wir Ossis, weil es erstens so war, wie ich es z. B. geschrieben habe und wir es zweitens slbst ERLEBT haben.

Und ich denke, dass ich (und auch andere) mit Fug und Recht sagen können, dass Du falsch liegst. Ich habe 35 Jahre in der DDR gelebt, also weiß ich, wovon ich rede.

Halt Dich besser zurück.

Kommentar von Spiritusss ,

Und was stand in den Schulbüchern drin. Vom Kindergarten an fing die Gehirnwäsche doch schon an. Na klar hatte jeder einen Kita Platz, nur warum ist die Frage!!!!! Die ureigensten Freiheitsrechte wie z.B. das streiken war VERBOTEN !!!! Was wollt ihr mir hier eigentlich erzählen? Es ist bald 30 Jahre ein Deutschland, hört endlich auf mit dieser schön rederei. Die REALITÄT sehen, erkennen und nicht leugnen Leute, REALITÄT!!!!!!!!!

Kommentar von metalfreak311 ,

Oh Mann, natürlich wurden Kinder ab drei Jahre schon indoktriniert, und das war das einzige Ziel, warum die DDR kinderfreundlich war. Und schwedische Schulbücher beinhalteten mit Sicherheit nicht komplett das Gleiche wie die in der DDR. Es geht hier um das BildungsSYSTEM!! Und: hast Du überhaupt schon mal ein DDR-Schulbuch aus der Nähe gesehen? Ich glaube, hier ist jedes weitere Wort überflüssig. Du hast also gewonnen. Gute Nacht! REALITÄT!

Kommentar von beangato ,

Vom Kindergarten an fing die Gehirnwäsche doch schon an

Nö.

Kommentar von qwertzuh ,

das sind mir die liebsten, noch nie im Osten gelebt, aber ganz genau wissen wie die Ossis so ticken - klar 😂 Und wenn ich dich so labern höre, ist es mit dem Bildungsstand eher umgekehrt, zumindestens bei dir 😜 wer nach über 25 Jahren Mauer Fall noch so denkt, tut mir leid, aber der ist einfach zurückgeblieben und kann (im Gegensatz zu den Leuten in den neuen Bundesländern) nicht selber denken.

Kommentar von echteAliona ,

Eigentlich ist es doch eher andersherum. Eigentlich können doch die Ossis viel selbstständiger denken. Schließlich mussten wir ne halbe Ewigkeit ne Diktatur erleben müssen. Das hat uns fleißiger, kreativer, bescheidener und stärker gemacht.

Das was uns runtergezogen hat, war das System. Die Planwirtschaft hat sich nicht rendiert, dass lag nicht daran, weil wir dumm oder faul waren. Wer so etwas denkt hat auch nur Stoffwechselendprodukt im Hirn.

Ich bin vielleicht nicht in der DDR aufgewachsen, dazu bin ich viel zu jung, aber ich kenne mich gut genug in der deutschen Geschichte und meine ganzen Verwandten und Bekannten haben in der DDR gelebt.

Antwort
von Fixi20, 116

Bewohner der DDR waren und sind teilweise immernoch sehr Sozial. 

Zum 25Jährigen Mauerfall wurden diverse vergleiche erstellt, ( Fernsehen, Online) wo sich mit Vor und Nachteilen auseinander gesetzt wurde.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community