Frage von 120grammButter, 74

Was passiert wenn ich ein Kleingewerbe ohne Anmeldung führe?

Nehmen wir mal an ich hänge ein kleines Schild vor meiner Haustür / mein Privatgrundstück für eine gewisse Dienstleistung oder für den Verkauf von Produkten - was würde im schlimmsten Fall passieren? Oder es würden auch alternativ Leute durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu mir kommen ohne jegliche auffällige Werbung.

Wer überprüft sowas, wenn z.B. der Ertrag lediglich in Bar ausgezahlt wird? Freier Handel ist ja bis zu einem bestimmten Betrag noch möglich (siehe z.B. Ebay-Kleinanzeigen etc.)

Antwort
von zippo1970, 35

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, welche Folgen eine Gewerbeausübung ohne Gewerbeschein, für dich hätten.

Es betrifft gleich mehrere Gesetze und Verordnungen, die du dabei verletzen könntest.

Eine Verwaltungsstrafe wegen Verstoß gegen die Gewerbeordnung geht, glaube ich bis 3600€.

Dann spielen die Steuergeschichten eine große Rolle, der Versicherungsschutz, Mieträume die nicht für Gewerbezwecke zugelassen sind, und, und, und......

Hol dir einfach einen Gewerbeschein. Der kostet meistens nur zwischen 20€ und 60€, und du ersparst dir ne Menge Ärger. Und mach eine anständige Einkommenssteuererklärung. Denn das Finanzamt kennt keine Gnade, mit Kleingewerbetreibenden.

http://www.akademie.de/wissen/gewerbeanmeldung-gewerbe-anmelden

LG

Antwort
von Liese1212, 50

Du könntest mit einer Anzeige wegen Steuerbetrug oder Schwarzarbeit rechnen.
Wenn du ein Nebengewerbe anmeldest und auch nicht vor hast Unsummen damit zu verdienen, fallen doch keine mwst an. Ich rate dir, das lieber direkt vernünftig zu machen.
Jeder, den das juckt, könnte dich melden und dann hast du den Salat..

Antwort
von crunsch, 41

Erstmal passiert garnix!

Es gibt 2 Möglichkeiten, entweder schwärzt dich jemand beim Finanzamt an oder das Finanzamt kommt aus irgendeinem Grund selbst dahinter.

Bei Ebay passiert so etwas z.B, häufiger, dass Konten die als Privat laufen, durch den Umsatz den sie erzeugen eher in Gewerblich fallen.

Das Finanzamt schickt Dir dann einen Anhörungsbogen oder schätzt dich im schlimmsten Fall, was oft sehr stark nach oben aufgerundet wird.

Das Finanzamt kennt auch Kleingewerbe. Das ist am Umsatz gebunden und im ersten Jahr viel Schreibarbeit, weil mann alle 3 Monate einen Steuerbescheid einreichen muss. Wenn deine Zahlen nach einem Jahr stimmen, dann brauchst Du im Idealfall diese Steuerbescheide auch nur noch jährlich einreichen und kannst das mit deiner normalen Lohnsteuer machen.

Tut mir leid mir fallen gerade weder die ganzen Fachbegriffe dazu ein und leider auch nicht der Freibetrag den es gibt. Aber das kannst Du auch beim Finanzamt nachfragen, die erklären Dir dann auch was Du genau machen musst.

Kommentar von Bitterkraut ,

dass Konten die als Privat laufen, durch den Umsatz den sie erzeugen eher in Gewerblich fallen

Der Umsatz, bzw die Umsatzgröße machen einen Deal nicht gewerblich. Das tut allein der Gewinn, bzw. die Absicht, Gewinn zu erziehlen.

Wenn ich mein 80.000 Euro-Auto nach einem Jahr für 70.000 verkaufe, hab ich nen großen Umsatz, aber keinen Gewinn und auch nicht die Absicht Gewinn zu erziehlen. Somit bin ich nicht gewerblich tätig.

Gewinnerziehlungsabsich liegt immer vor, wenn ich teurer verkaufe, alsich einkaufe, oder wenn ich eine Dienstleistung anbiete. 

Kommentar von crunsch ,

Es waren die USER Konten bei Ebay gemeint!

Kommentar von Bitterkraut ,

Das Finanzamt kennt auch Kleingewerbe. Das ist am Umsatz gebunden und im ersten Jahr viel Schreibarbeit, weil mann alle 3 Monate einen Steuerbescheid einreichen muss.

Steuerbescheide bekommt man vom Finanzamt, die reicht man nicht ein, und niemand muß alle 3 Monate eine Steuererklärung einreichen. Vermutlich meinst du die Umsatzsteuervornmeldung, da ist aber eine andere Baustelle.

Kein Wunder, daß die keine Fachbegriffe einfallen... du hast schlichtweg keine Ahnung von der Materie und solltest dich bei solchen Fragen eher zurückhalten.

Kommentar von crunsch ,

Wie ich schon geschrieben hatte, habe ich in dem Artikel nicht mit Fachbegriffen um mich geworfen.

Mir gleich nachzusagen ich hätte keine Ahnung und mir dann noch Vorschriften machen zu wollen wo ich was schreibe grenzt schon an eine Frechheit!
Ich rate IHNEN vielleicht erstmal darüber nachzudenken, was Worte anrichten, bevor man diese einfach wie Messer um sich wirft!

Aus dem Wiki:



kleingewerbe Webdefinitionen


In dem Artikel geht es um Kleingewerbe und da tickt es eben doch anders als bei einem "normalen" Gewerbe!
Für Besserwisser und Stänkerer gibt es das auch zum Nachlesen:
http://www.kleingewerbe.de/

Für die die nicht soviel lesen wollen reicht schon diese kurze Übersicht:
https://www.gruenderlexikon.de/lexikon/kleingewerbe/

Antwort
von agentharibo, 46

Da wüden gleich mehrere Probleme auf Dich zukommen.

1. Ist Dir die gewerbliche Nutzung der Räume gestattet? Ansonsten könnte fristlose Kündigung drohen.

2. Ohne Gewerbeanmeldung ist dein Gewerbe illegal. Die Gewerbeaufsicht kann es untersagen und Bußgld droht.

3. Das Finanzamt kann Dir die Gewerbeausübung untersagen, wegen Hinterziehung von Steuern (ESt, USt, etc.). Dann drohen Zwangsmaßnahmen.

Wird echt stressig!

Kommentar von 120grammButter ,

Okay, Danke. Wie untersucht die Gewerbeaufsicht sowas?

Kommentar von Bitterkraut ,

Ein Tipp ans Finanzamt oder ans Gwerbeamt genügt.

Antwort
von wfwbinder, 25

Du machst Dich angreifbar. Jeder Idiot aus der Gegend könnte dich anschwärzen, oder damit drohen um die zu etwas zu nötigen.

Das wäre mir zuviel Stress.

Kommentar von Delveng ,

Ich stimme Dir zu.

Antwort
von kevin1905, 30

Es gibt keine Kleingewerbe, also kann man keine führen.

Wer ein Gewerbe betreibt ohne dies anzumelden handelt ordnungswidrig und kann mit Geldbuße bis zu 1.000,- € belegt werden.

Es setzt dich der Gefahr des Verdachts einer Steuerstraftat aus (§ 370 AO).

Die realste Gefahr droht dir von Kunden, Stichwort Gewährleistung. Wenn du regelmäßig Dinge einkaufst um diese mit Gewinn weiterzuveräußern handelst du gewerblich und als gewerblicher Händler stehen deinen Kunden Rechte zu.

Ein unzufriedener Kunde und Steuerfahndung, Zoll und ggf. Polizei stehen bei dir auf dem Grundstück.

Freier Handel ist ja bis zu einem bestimmten Betrag noch möglich (siehe z.B. Ebay-Kleinanzeigen etc.)

Falsch.

Wenn du deinen eigenen einst zur Selbstnutzung gekauften Hausrat veräußerst hast du keine Gewinnerzielungsabsicht, denn die wurden ja sicher eins teurer angeschafft und dies ist auch nicht von wiederkehrender Dauer. Daher ist es nicht steuerrelevant.

Sobald Gewinnerzielungsabsicht vorliegt ist anzumelden! Fertig aus!

Kommentar von kevin1905 ,

facepalm.

Es gibt keine Kleingewerbe.

Es gibt Gewerbe. Man hat eins oder eben nicht.

Der Artikel selbst ist totaler Schwachsinn, denn er verweist auf § 1 HGB. Im gesamten HGB kommt das Wort "Kleingewerbe" aber nicht einmal vor.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

wikipedia-Artikel als Argumentation .........

Antwort
von Bitterkraut, 19

Es gibt kein Kleingewerbe, auch kein Nebengewerbe, wie es hier auch genannt wurde.

Es gibt die Kleinunternehmerrgelung, die sich aber nicht auf die Art des Gewebes bezieht, sondern ein Deal mit dem Finanzamt ist.

Wenn du ein Gewebe betreibst, es aber nicht anmeldest, machst du dich fortlaufend strafbar, weil du dein Einkommen nicht versteuerst.

Kommentar von Tastenheld ,

Und wenn du Verluste erzielst und geltend machst, werfen sie dir Liebhaberei vor, und wollen die entgangenen Steuern zurück. 

Ergo wenn du dein Haus mit einem Firmenschild nur schmücken willst, dann steht es dir frei, wenn du ernsthaft gründen willst, rechne dir durch ob es sich lohnt.

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