Was genau ist Authismus?

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8 Antworten

Autismus ist eine angeborene Entwicklungsstörung. Je nach Ausprägung fällt sie im Kleinkindalter oder erst in der Schule auf.

Wichtig ist, dass es nichts Psychisches ist. Autismus ist fest in der "Verdrahtung" des Gehirns verankert, kann also nicht durch Psychotherapie entfernt werden. Man kann lediglich durch Training lernen, normal zu wirken und ein normales Leben zu führen. Das angeborene Betriebssystem bleibt.

Die Symptome sind so individuell unterschiedlich, dass man kaum etwas Allgemeines sagen kann. Typisch sind folgende Merkmale, die aber nicht bei allen Autisten auffällig sein müssen:

  • Unangemessene soziale Interaktion. Man redet entweder zu viel oder zu wenig, zu laut oder zu leise, zu offen oder zu reserviert, aber selten genau wie erwartet.
  • Unverständnis für Mimik/Körpersprache. Man schafft es kaum bis gar nicht, dem Gesichtsausdruck anderer Leute in Echtzeit zu folgen. So geht im Gespräch ein großer Teil der Beziehungsebene verloren. Man selbst zeigt auch sehr wenig oder unpassende Körpersprache.
  • Sensibilität. Man ist auf einigen Sinnen über-, dafür eventuell auf anderen unterempfindlich. Zum Beispiel können manche Autisten extrem gut hören, dafür haben sie z.B. wenig Schmerzempfinden. Andersherum kann auch das Schmerzempfinden extrem stark sein, während die Bewegungskoordination miserabel ist. Hier sind alle Kombinationen von Über-/Untersensitivitäten möglich.
  • Fokussierung der Augen: Viele Autisten könne nur genau einen Punkt fokussieren. Das heißt, sie müssen Supermarktregale Artikel für Artikel "scannen", im Gespräch schauen sie höchstens in ein Auge gleichzeitig. So sehen sie sofort auffällige Details, aber nur schwer das "große Ganze".
  • Spezialinteressen: Viele Autisten neigen dazu, sich in ihr Hobby extrem hinein zu steigern. Sie werden perfekt in ihrem Ding, verlieren darüber aber den Blick für andere Themen.

Das Thema Autismus ist jedoch viel zu komplex, um es hier in einer Antwort zusammen zu fassen. Lies dir Blogs von erwachsenen Autisten durch, dann verstehst du alles!


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Also erklären kann ich. "Einfach" erklären auch, hängt aber davon ab, was du als einfach betrachtest.

Autismus ist eine angeborenen Entwicklungsstörung in ganz unterschiedlichen Ausprägungen, die vor allem die soziale Kommunikation und die Wahrnehmung beeinträchtigt. Bei starker Ausprägung (frühkindlicher Autismus) ist meistens auch die Sprache betroffen.

Wodurch sich Autismus äußert:

- Gestik und Mimik wird von Betroffen nicht erkannt oder kann nicht richtig zugeordnet werden.

- Gewöhnliche soziale Konventionen wie eine Begrüßung oder wie man sich in gewissen Situationen verhält, was man nicht tun oder sagen sollte, muss erst mühsam gelernt werden.

- Autisten können sehr empfindlich gegenüber äußeren Reizen (Geräusche, Gerüche, Licht, Berührungen) sein, da sie diese nicht oder nur schlecht ausblenden können. Es fehlt sozusagen der "Filter" im Gehirn, der unwichtige Informationen verwirft. Auch Unterempfindlichkeit ist möglich.

- Feste Tagesabläufe und Routinen sind für viele Autisten sehr wichtig, da sie ihnen Sicherheit vermitteln. Mit Veränderungen können die meisten nur schlecht umgehen. Sie planen lieber alles ganz genau voraus.

Autismus äußert sich in seiner Symptomatik und Intensität bei jedem Betroffenen unterschiedlich. Es müssen außerdem nicht alle Symptome auftreten. Wenn du eine Liste mit weiteren möglichen Symptomen haben möchtest, schau mal auf aspergia.de vorbei. Die Liste gilt jedoch nur für schwächer ausgeprägten Autismus (Asperger-Syndrom).

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Ganz generell gesagt, ist das eine Behinderung.

Bei Authisten ist es glaube ich oft so, dass sie die Geräusche die sie höhren, nicht richtig filtern können.

Das heißt, wenn du im Klassenzimmer sitzt, die Lehrerin redet und ein Auto fährt auf der Straße vorbei. Du würdest das Auto nicht ernsthaft beachten, weil du der Lehrerin zuhörst, aber ein Authist, kann nicht einschätzen, was wichtig ist. Daher ist es z.B. sehr schwer für diese Personen sich zu konzentrieren, wenn im Hintergrund geredet wird.

Für Authisten ist es auch schwer Gesichtsausrücke zu identifizieren. Ein Authist erkennt z.B. überhaupt nicht, wenn etwas ironisch gemeint ist.

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Kommentar von SaraWarHier
24.09.2016, 13:24

Autismus ist keine Behinderung und es wird auch nicht Authismus geschrieben. Dankeschön! 

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Ich bin selber autist und bei genaueren fragen Bitte privat schreiben.danke 

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autismus ist für mich eine sinnliche überwahrnehmung.

deshalb schotten sich solche menschen von den quälenden sinneswahrnehmungen ab.

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Autismus ist nicht wie hier beschrieben wurde, eine psychische Störung, sondern eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, eine komplexe Störung im zentralen Nervensystem, die die Wahrnehmungsverarbeitung beeinträchtigt, das ist ein Unterschied.

Eingeschränkt ist oft Kommunikation und soziale Interaktionen, vorallem Gruppensituationen erscheinen sehr schwierig, auch ist kein Autist teamfähig. Wie ausgeprägt das allerdings ist, ist individuell verschieden. Manchen können aus Gesichtern keine Informationen (Emotionen) ablesen, das heißt, für Autisten ist das alles mit einem Denkprozess verbunden, zumindest bei mir ist das so. Ich gucke jemandem ins Gesicht und muss schaun, lacht der, wo schaut er hin, sind die Augen zusammen gekniffen oder weit geöffnet und wie ist das jeweils zu deuten, was meinte der, was möchte der von mir. Was zb. auch kaum erkannt wird sind Fauxpas, man gerade heraus sagt was man sich denkt und dabei soziale Normen schwer erkennt zb. die Freundin kauft sich neue Vorhänge und ich würde sage "baah, sind die scheuslich hoffentlich kaufst du dir noch andere", ist für mich nichts ungewöhnliches, obwohl man sowas nicht sagt mir aber wiederum unklar ist warum man das nicht sagt, warum das der andere nicht hören möchte.

Viele werden in der Schule gemobbt, können sich nicht in die Gruppe einbringen, haben von klein an kaum Freunde, später auch keine oder sehr verzögert Beziehungen, kaum Sexualkontakte. Was natürlich auch wieder stark variieren kann. Ich kenne einen Asperger Autisten der ist ü40 der hat keine Beziehungen weil das nicht funktioniert, dafür einen sehr großen Freundeskreis und eine Inselbegabung. Der kann einem bis in die 80iger Jahre zurück jedes wichtige Ereignis auf den Tag genau benennen. Andere können im Kopf binnen Sekunden Millionenbeträge multiplizieren und dividieren.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass viele Autisten in Extremen leben, Gefühle gar nicht bis schlecht empfinden oder bei sich selbst hochsensibel sind, impulsive Durchbrüche haben, auch selbstverletzendes Verhalten auftreten kann. Ich hatte zb. auch schon Auffälligkeiten im Babyalter, das ich mich auffällig nur auf eine Person konzentrieren konnte, auf ein winken nicht reagierte, selten zurück lachte, auch eine etwas verzögerte Sprachentwicklung hatte, Sprachstörungen, Essstörungen und Probleme mit dem Trinken.

Auffällig ist auch, dass man Umgebungsreize schlecht bis gar nicht verarbeitet, in einem Übermaß geräusch-, geruchs- und/oder lichtempfindlich ist, übermäßig hitze- und kälteempfindlich. Ich kann mich zb. in kein Cafe setzen weil ich auch 3 Tische weiter noch jedes gesprochene Wort unfreiwillig mitbekomme was unglaublich anstrengt und müde macht.

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Authismus ist eine Verhaltensstörung die soch meist äußert, wenn Menschen nicht gerne mit anderen Leuten reden und Genies auf gewissen Gebieten sind(z.B. Mathematik)

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Kommentar von Revic
21.09.2016, 20:47

Falsch und zwar auf ganzer Länge. Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, keine Verhaltensstörung. Nicht alle Autisten meiden Gespräche mit anderen Personen. Viele reden sogar "zu viel" ohne es zu bemerken. Und das mit den Genies stimmt auch nur zum Teil. Ziemlich genau zur Hälfte eigentlich. Denn das, was du meinst, sind Savants, von denen aber nur die Hälfte zusätzlich Autisten sind. Autismus wird übrigens ohne H geschrieben. Nur so am Rande.

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Autismus ist eine psychische Störung, die die Entwicklung eines Menschen von Beginn an behindert.

Die Haupt-Merkmale sind insbesondere im sozialen Bereich, erkennbar durch Behinderung bis hin zur Unfähigkeit zu sozialer Interaktion und Kommunikation. Das bedeutet: der Autist kann aus der Beobachtung anderer nicht erschließen, ob diese eine Bedrohung darstellen oder freundlich gesinnt sind.

Für einen jungen Menschen ist die einzige Möglichkeit, sich zu schützen, der Rückzug in sich selbst, die Beschränkung auf sichere Räume (eigenes Zimmer) und den über lange Zeit mühsam aufgebauten Kontakt zu den Betreuern.

In der schweren Form stellt Autismus eine sehr schwere Behinderung dar, die eine lebenslange Betreuung erforderlich macht.

In milderen Formen ist diese Störung als Schüchternheit oder auch als Stressreaktion, wenn Ankündigungen nicht eingehalten werden, erkennbar. Im Kontakt zu anderen fehlt weitgehend die Fähigkeit, sich auf die Gefühlslagen anderer einzustellen. Auch das Zeigen eigener Gefühle fällt schwer.

Oft verfügen Autisten über besondere Fähigkeiten, die als sog. "Inselbegabungen" bezeichnet werden.

Ich hoffe, das hilft.

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Kommentar von WPOAS
21.09.2016, 23:35

Diese Inselbegabung ist jedoch sehr selten. Weltweit gibt es ca. 100 sogenannte Savants, die besondere Inselbegabungen haben; davon ist ca. die Hälfte autistisch. Also sind von den Millionen Autisten weltweit gerademal ca. 50 Savant, also wahrlich nicht viele.

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Kommentar von halbsowichtig
22.09.2016, 10:48

Spezialinteressen sind durch harte Arbeit erworbene, besondere Fähigkeiten.

Inselbegabungen hingegen, die einem einfach zufliegen, sind sehr selten.

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