Frage von thisgirl0, 3.115

Warum muss ich eine Religion respektieren?

Oft höre ich von religiösen Menschen, dass ich ihre Religion und ihren Gott zu respektieren habe (sagen die meistens sobald ich meine Meinung äußere).

Aber wieso sollte ich etwas respektieren, was nicht existiert, was in meinem Augen einfach pure Märchen ist? Ist genauso, als würde jemand an einem Einhorn und sein heiliges Buch aus Zuckerwatte glauben, und ich habe dies zu respektieren… vor allem wenn man als Atheist noch mit der Kirche, Moschee und so etwas ständig belästigt wird.

Und von uns wird trotzdem noch erwartet, dass wir diese zu respektieren haben - obwohl religiöse Menschen allein mit ihrer Kirchenglocke oder Gebet und sowas uns NICHT respektieren und total verachten.  

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusPK, 1.673

Ich verachte dich schonmal nicht. Und der Typ, der die Glocken läutet, auch nicht. Wir leben in Deutschland, wo Meinungsfreiheit herrscht. Aber die Freiheit, seine eigene Meinung sagen zu dürfen, erfordert auch die Bereitschaft, die Meinung des anderen zuzulassen. Anders funktioniert es nicht. 

Und schon sind wir auch bei der Freiheit zur Religionsausübung. Kirchengeläut gehört da nun einmal dazu, und da es am Tag nur wenige Minuten sind, hast fu das eben zu ertragen. Wer sich dadurch belästigt fühlt, ist entweder übersensibel oder einfach nur intolerant. 

Womit wir nun auch gleich beim Respekt wären: der erfordert sich nämlich ebenfalls gegenseitig. Religionen haben eine lange Tradition, dein gesellschaftliches Umfeld über Jahrhunderte mitgeprägt und sie prägen es bis heute. Das darf einem natürlich egal sein, aber auch wenn dem so ist hat man religiöse Menschen als Menschen zu respektieren, auch wenn man ihren Glauben nicht teilt. Respektlosigkeit hingegen ist immer ein Zeichen von Intoleranz und zeugt von schlechtem Benehmen, was Konflikte provoziert. Aber wem das auch egal ist und einfach nur provozieren möchte, der kann das natürlich nicht verstehen.

Es ist prinzipiell so, dass man jedem Menschen, egal ob er dir eigene Weltanschauung teilt oder nicht, aufgeschlossen und mit Respekt zu begegnen hat - allerdings nur unter der Vorraussetzung, dass dieser Respekt auch von der anderen Seite erfolgt. Wenn dir ein fundamentalistisch geprägter Fanatiker gegenübersteht, kann das natürlich nicht funktionieren, denn der lässt ja nur die eigene Weltanschauung zu und bedauert im besten oder wünscht sich im schlimmsten Fall, dass alle anderen in der Hölle verschmoren. So eine Einstellung braucht und darf man auch nicht tolerieren. 

Kommentar von Schnoofy ,

Gute und sachliche Antwort.

Kommentar von thisgirl0 ,

traurig irgendwie dass eine Antwort mal nicht zu persönlich wurde. Danke für deine Antwort. :-)

Kommentar von thisgirl0 ,

edit: mit traurig meinte ich eher dass mich das gerade wundert, nicht falsch verstehen.

Kommentar von MarkusPK ,

Persönlich brauche ich hier nicht werden. Wir kennen uns schließlich nicht und ich kann mir deshalb weder über deine Motivation für deine Frage noch über dich persönlich ein Urteil erlauben. 

Ich habe anhand deiner Kommentare gesehen, dass Respekt eine andere Bedeutung für dich hat als ich sie in deiner Frage selbst herauslesen konnte. Der Begriff verschiebt sich bei dir in Richtung "Wertschätzung", "Ehrfurcht". Für mich ist er schwächer, eher so in der Bedeutung "Anerkennung". Deshalb haben wir wahrscheinlich eigentlich die gleiche und miteinander vereinbare Meinung, benutzen das Wort "Respekt" aber mit anderen Hintergrundgedanken. So wie du "Respekt" verstehst, brauchst du ihn einer Religion die du nicht als für dich passend erachtest auch nicht entgegenzubringen, sprich sie auch nicht wertzuschätzen oder Ehrfurcht vor ihr haben. Sie hat ja keine Bedeutung in deinem Leben. 

Aus meiner Sicht erweist du den Gläubigen schon Respekt, wenn du sie nicht wegen ihres Glaubens belächelst oder ihnen offen zeigst, dass du sie deswegen geringschätzt. Deswegen kann ich in meiner Antwort auch sachlich bleiben und brauche mich nicht angegriffen fühlen. Solange du mir also nicht offen - oder auch durch die Blume - sagst, ich wäre als Christ automatisch ein Realitätsfeind und ein Idiot oder behauptest, ich würde dich mit meiner Religion allein weil ich an etwas höheres als den Zufall glaube bereits auf die Nerven gehen, bekommen wir kein Problem. :-)

Kommentar von Zicke52 ,

@MarkusPK: Kirchengeläut gehört keineswegs zur Religionsausübung! Es wird weder in der Bibel noch von irgendwelchen Kirchengesetzen vorgeschrieben.

Das Kirchengeläut hatte früher einen Sinn, um die Leute zur Messe oder anderen religiösen Zeremonien zu rufen. Aber heute hat jeder eine Uhr, und die Abwesenheit von Kirchengeläut hindert keinen daran, seine Religion frei auszuüben!

Kommentar von rlstevenson ,

heute hat jeder eine Uhr

Ich nicht. Jedenfalls keine, die funktioniert. Und Blumen im Vorgarten haben auch keinen Sinn, sollten aber dennoch zulässig sein.

Kommentar von MarkusPK ,

Und mal abgesehen davon was rlstevenson schreibt fühlen sich 99 % der Bevölkerung nicht von Kirchengeläut gestört. Wenn man die Fenster schließt, hört man es nur als schwachen Hintergrundton, und außerdem sind es nur ein paar Minuten. Jeder, der behauptet, sich davon gestört zu fühlen, ist entweder ein aufmerksamkeitshungriger Querulant oder ein streitlustiger Provokateur.

Kommentar von tooob93 ,

Ich glaube nicht das deine Antwort für eine besondere innerliche Reife zeugt..

Kommentar von Mirarmor ,

Na, das kommt drauf an, wie nah man dran wohnt. Ich hab schon sehr nah dran gewohnt, dann kann es schon belastend werden. Nämlich dann, wenn man länger schlafen möchte, als das stündliches Geläut beginnt.

Kommentar von mickur ,

Es kommt darauf an was ich in dem Moment gerade tue: Wenn ich Sonntag früh aus der Nachtschicht komme und schlafen will, dann stört mich das Läuten der Kirchenglocke schon sehr. Und sag bitte nicht ich soll das Fenster zu machen wenn ich schlafe!!!

Kommentar von Zicke52 ,

@rlstevenson: OK. Dann lebst du ohne Uhr. Ich nehme an, du wurdest früher zur Schule geläutet, und dein Arbeitgeber hat dich zur Arbeit geläutet. Und dein Arzt und dein Friseur läuten dich zum Termin, der Flughafen zum Abflug....

Kommentar von Mpischi ,

Wenn du am Flughafen wohnst und alle 2 bis3 Minuten eine Maschine über dich hinweg fliegt. Das ist Lärm, aber nicht die paarmal gebimmel von der Kirche. 

Es gibt etwas das sich Läuteordnung nennt. Dort ist Festgeschrieben wann und wieviel es läuten darf. 

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Läuteordnung

Kommentar von Zicke52 ,

@rlstevensin: Ach ja, ich nehme an, die Blumen in deinem Vorgarten machen niemandem das Leben schwer? Oder hast du sie extra gepflanzt, um Leute zu schikanieren? Wie Kirchenobere, die Glocken 24/24 Stunden viertelstündlich bimmeln lassen?

Kommentar von rlstevenson ,

Der Viertelstundenschlag hat doch nichts mit der Kirche zu tun... Und seit wann hat die Woche 24 Tage? Oder meintest Du 24/7?

Kommentar von yololololer123 ,

@MarkusPK kann es sein, dass die 99% die leute sind, die an gott glauben und deshalb sagen es stört sie nicht, weil sie denken 'gott will es so'?

Kommentar von MarkusPK ,

Ich weiß nicht, was die anderen Gläubigen so denken, aber ich meine ganz bestimmt nicht. Ich glaube auch an Gott, aber bin absolut davon überzeugt, dass das Gebimmel ihm egal ist. Auch wenn Gott ein wesentlicher Bestandteil dieser Diskussion ist, aus der Debatte um das Kirchengeläut können wir ihn gewiss herauslassen.

Kommentar von tooob93 ,

Hi,

ich stimme dir in deiner Aussage zu. Ich wollte nur mal loswerden, dass Kirchengeläute eigendlich als Ruhestörung anzusehen sein sollte (wenn die Kirche nicht so viel Macht in Deutschland hätte). Ich habe ein halbes Jahr dank dem Studium direkt neben einer Kirche schlafen müssen. Das tolle war: Jede Nacht leutet diese Glocke JEDE VIERTEL STUNDE und ja, zu jeder vollen Stunde 4 mal plus die Uhrzeit. Für jemanden der akkute Schlafstörungen hat und nicht selten 2 Stunden + zum einschlafen benötigt und selbst dann einen eher leichten Schlaf hat ist es die Hölle. Welcher Mensch muss bitteschön um 3:45 Uhr wissen welche Uhrzeit gerade ist? Bzw. selbst wenn gibt es in der Neuzeit Armbanduhren, Wecker, Handys und so vieles mehr. Das beste ist, wenn es einmal die Woche morgens um 5 für einige Minuten durchgehend leutet. Früher war das ganze sicherlich Sinnvoll, da die Kirchenuhr nunmal die einzige Uhr im Dorf war, aber mit nichten heutzutage.

Dieses elendige geläute hat mir einige neue Augenringe verschafft und mich oftmals in Vorlesungen schlafen lassen. Mit offenem Fenster zu schlafen war, wie verständlich sein sollte, keine Option. Somit waren die heißen Sommernächte wesentlich übler als sonst.

Geht die Störung eines geusnden Schlafes nicht auch gegen meine Grundrechte? Ist das nicht besser als die Religionsfreiheit ausüben zu lassen, aber unter sinnvollen Gesetzen?

Sry das ich dich jetzt dazu so zugeschrieben habe, das war bestimmt nicht allzu ok, vor allem da ich mit dir ansonsten übereinstimme, aber das musste raus, da mich meine ganze Familie dabei immer nur belächelt, nur weil die inzwischen ein gutes Stück älter sind, kaum hören und innerhalb von geschätzten 3 Minuten im Tiefschlaf sind..

Kommentar von rlstevenson ,

Der Stunden- oder Viertelstundenschlag ist aber kein christliches Läuten und hat mit dem Christentum rein gar nichts zu tun. Christliches Läuten ist das Läuten zum Gottesdienst und das Vorläuten eine Stunde davor. Sonst nichts.

Kommentar von xaxa1202 ,

Das geläutere scheint aber auch überall anders geregelt zu sein. Unsere Kirche von nebenan, läutet von um 8 bis um 22 Uhr.

Kommentar von Grossilein ,

Aber dürfte dann nicht jeder seine Religion gründen und ein mal am Tag ne Minute Glocke leuten lassen? Ich meine dann hätten wir vlt hundert verschiedene Kirchen in der Stadt die alle zu irgendner Zeit (nur paar Minuten) Geräusche machen und man muss alles ertragen, da es ja nur paar Minuten sind? Wenn nein, dann wäre es ja auch ungerecht, da ja jeder seine Religion ausüben dürfen sollte und es wäre ja falsch dem Christentum ein Privileg zu geben.

Im Prinzip bin ich auch deiner Meinung aber es gibt halt Fragen die man sich mal stellen sollte.

Kommentar von Ratzepfue ,

Ich denke, dass man hier im Allgemeinen über das "Platzieren" (sorry, der Ausdruck ist echt bescheuert, ich weiss) verschiedener Kulturen auf engem Raum diskutieren sollte. Auf der einen Seite steht die Religionsfreiheit, welche man sich nehmen kann, auf der anderen Seite das Ausleben der verschiedenen Kulturen bezogen auf eben diese Religionen, welche dann wieder die Thematik der landesweiten Integration auf den Plan ziehen.

Prinzipiell ist es ja keine Sache, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht. Schwierig wird es, wenn beispielsweise (...und jetzt wieder auf das Thema bezogen) Religionen nicht als Religionen, sondern als Staatsformen gelebt werden.

In gewissen Ländern er Erde ist die Religion = dem Staat und es werden Bestrafungen, Gleichstellungen von Mann und Frau und der Schutz der Kinder nicht nach rechtem weltlichem Wissen und Gewissen gehandhabt, sondern nach der heiligen Schrift. Spätestens dort - bin ich der Meinung - sollte der Religionsfreiheit unter Akzeptanz zu einer solchen Religionsform einfach der Riegel geschoben werden.

Ständig kommen die Argumente, dass es das Christentum mit seinen Kreuzzügen nicht anders handhabte, doch das Argument gilt nicht mehr. Heute IST es anders. Ich müsste ansonsten auch jedem Deutschen noch nachreden, er wäre aufgrund der Hitlerzeit ein übler Neonazi und das ist ja genauso wenig richtig.

Übrig bleibt aber ein Fakt: Nebst Religionen, welche heute das weltliche und göttliche Gesetzt trennen (ausgenommen der Vatikan, welcher jeder auf eigene Gefahr betreten kann...), gibt es andere Religionsformen, welche das eben NICHT tun.

Ich kann und möchte eine Religion nicht tolerieren, die in Verbindung mit einem imaginären Göttlichen einen Staat regiert. Vor allem dann nicht, wenn dieser Zustand in andere Länder getragen werden muss, in welchen Religion "freiwillig" ist.

Antwort
von Tasha, 1.129

Ich möchte dazu nur mal sagen, dass ich die Frage interessant finde! Vieles wird geduldet oder speziell erlaubt, wenn es "aus religiösen Gründen" geschieht. Muslime "müssen" z.B. kein Schweinefleisch essen oder bei einer Sektion von Schweineaugen in der Schule anwesend sein. Für andere ist das oft schwieriger! Wenn also einer sagt "ich mag kein Schweinefleisch" oder "mir wird schlecht vom Sezieren", dann wird das manchmal weniger akzeptiert, als wenn jemand "religiöse Gründe" hat.

Wobei dies nur ein Beispiel sein soll!

Sehr oft bekommen Menschen aus "religiösen Gründen" Rücksicht, die andere Menschen, mit anderen Gründen für das gleiche Verhalten nicht erwarten können!

Dabei ist Religion nur ein möglicher, tradierter/ erlernter Glaube! Zwar wird man jetzt zur Sektion oder zum Fleischessen auch nicht ungedingt gezwungen, aber z.B. auf Klassenfahrt kann man nicht sagen "ich esse das nicht, weil ich es nicht mag", aber "ich esse das nicht, weil ich Vegetarier bin" oder "weil es mir meine Religion verbietet". Der Erste bekommt eher kein Verständnis, die beiden anderen tendenziell schon, vor allem der Gläubige. Mit dem Vegetarier wird gern diskutiert, ob er "wirklich Vegetarier ist" und null Fleisch isst.

Man könnte Religion als anerzogenen Aberglauben ansehen. Würde jemand sagen, ich gehe da nicht entlang, da würde eine schwarze Katze meinen Weg kreuzen, das bringt Unglück (so etwas habe ich als Kind tatsächlich miterlebt - der Betroffene hatte wirklich Angst), brächte man ihm meist kein Verständnis entgegen und würde ihn noch auslachen. Hat aber jemand für ein ungewöhnliches Verhalten "religiöse Gründe", darf er meist mit Rücksicht rechnen.

Meines Erachtens sollte man auf alle Rücksicht nehmen, egal, welche Gründe sie haben oder von allen das gleiche fordern, egal, welchen Glauben sie haben. Ausnahme sind Kinder, die aufgrund des Glaubens ihrer Eltern Einschränkungen haben, z.B. weil sie als Muslime fasten "müssen". Das wäre halt für jedes Kind schwierig, ist körperlich einschränkend und erfordert daher Rücksicht.

Ich persönlich sehe aber nicht ein, warum einem Menschen aus religiösen Gründen Rücksicht entgegen gebracht wird, die ein anderer Mensch, mit anderen als religiösen Gründen (Angst, Ekel, Aberglaube, Unsicherheit usw.) nicht erfährt. Der Zweite muss sich oft "überwinden", muss "lernen, damit zurecht zu kommen". Warum er? Warum muss man sich nicht überwinden, wenn man religiöse Gründe hat? Entweder, man nimmt auf alle Rücksicht oder auf keinen. Gerade auf Ängste wird z.B. in Schulen etc. selten Rücksicht genommen, wenn man kein Attest hat.

Kommentar von thisgirl0 ,

Genau DAS mein ich ja! Nur weil eine Person - die mich nicht interessiert, an etwas glaubt, soll ich mich in meinem Leben beschränken? NUR damit diese Person ja keine Sünde begeht ......?!

Da frage ich mich eher ob ich dafür sorge dass die Person keine Sünde begeht oder ob sie selbst dafür sorgt. Finde sowas echt total arm und schwach, genauso wie der Glaube an Schicksal und Karma, das ja alles von Gott kommen würde, dass man keine eigene Kraft besitzt um etwas im Leben zu ändern ... oh man.

Kommentar von ItzD4nny ,

Ich hätte es nicht besser formulieren können, danke!

Kommentar von Zicke52 ,

@Tasha: Niemand MUSS Schweinefleisch essen, nicht nur Muslime nicht!

Jeder darf essen, was er mag!

Kommentar von mickur ,



Jeder darf essen, was er mag!


Da lehnst du dich aber weit aus dem Fenster. Es gibt genügend Länder wo Sachen gegessen werden die bei uns per Gesetz verboten sind (Hundefleisch, Affenfleisch, Menschenfleisch) :(
Kommentar von Zicke52 ,

@mickur: "Jeder darf essen, was er mag"

Wenn du diese Aussage im Kontext meines Beitrags liest, wirst du feststellen, dass damit gemeint ist, dass man nichts essen muss, was man nicht mag. Also nur das, was man mag (natürlich nur von den erlaubten Lebensmitteln. Menschenfleisch gehört z.B. auch nicht dazu).

Es war eine Antwort an Tasha, der/die sich beschwerte, dass Muslime kein Schweinefleisch essen müssten. Als ob irgendjemand das müsste.

Kommentar von Deamonia ,

Aus diesem Kontext haben sich auch Religionen wie der Pastafarismus gebildet, dessen Anhänger sich teilweise mit Nudelsieb auf dem Kopf für den Perso haben fotografieren lassen.

(Normalerweise sind Kopfbedeckungen im Perso verboten, religiöse allerdings sind erlaubt.) 

Kommentar von helmutwk ,

Aus diesem Kontext haben sich auch Religionen wie der Pastafarismus gebildet

Das ist aber keine echte Religion. Höchstens das, was sich manche Atheisten unter "Religion" vorstellen.

Kommentar von MrRayman ,

Jetzt bin ich mal gespannt, wie kann denn Pastafarismus eine echte Religion werden?

Den einzigen Unterschied zu einer herkömmlichen Religion ist doch, dass sie sehr neu ist und sich damit noch entwickelt.

An hand der Gläubigen kann es wohl nicht unterschieden werden. Man kann Menschen schließlich nur vor den Kopf gucken, aber nicht hinein.

Kommentar von Mirarmor ,

Das ist es ja. Eine "echte" Religion und eine "erfundene" Religion können nicht nach objektiven Kriterien unterschieden werden.

Und das sagt einiges über Religionen aus.

Kommentar von helmutwk ,

Das ist es ja. Eine "echte" Religion und eine "erfundene" Religion können nicht nach objektiven Kriterien unterschieden werden.

Doch sicher. Eine echte Religion ist die, deren Anhänger tatsächlich das glauben, was sie behaupten.

Eine echte Religion muss noch nicht wahr sein, über die Wahrheit von Religionen und vergleichbaren Anschauungen wie Atheismus gibt es tatsächlich keine objektiven Kriterien. Leute, die (unbewusst) von ihrer eigenen Ansicht ausgehen, glauben oft, objektive Beweise für ihre Ansichten zu haben, weil sie nicht sehen, dass diese Beweise doch nur auf ihrem Glauben beruhen.

Kommentar von helmutwk ,

Dabei ist Religion nur ein möglicher, tradierter/ erlernter Glaube!

Was in all den Fällen nicht stimmt, wo jemand sich bewusst dafür entschieden hat, also von einer Religion zur anderen oder vom Atheismus zum Glauben an Gott gefunden hat.

Dazu kommen noch die Fälle, in denen sich jemand bewusst entscheidet, bei seiner "anerzogenen" Religion zu bleiben, nachdem er sich damit auseinandergesetzt hat, Für solche Leute ist das kein tradierter Glaube.

Kommentar von BlackBanan24 ,

aber z.B. auf Klassenfahrt kann man nicht sagen "ich esse das nicht, weil ich es nicht mag", aber "ich esse das nicht, weil ich Vegetarier bin" oder "weil es mir meine Religion verbietet". Der Erste bekommt eher kein Verständnis, die beiden anderen tendenziell schon,

In welcher Welt lebst du denn?

Seit wann wird man von irgendjemand gezwungen irgendetwas zu essen? 

Kommentar von helmutwk ,

In welcher Welt lebst du denn?

In einer Welt, in der Mobbing normal ist. Ich tipp mal: wir können "Welt" durch "Schule" ersetzen.

Kommentar von Zicke52 ,

@helmutwk: Und in welcher Welt lebst du? Du kommst wohl nie mit Kindern in Kontakt?

Sonst wüsstest du, was Kinder alles NICHT essen! Bei Kindergeburtstagen raufen sich einladende Mutter die Haare: "Ich mag keine Würstchen", "Nein, DIE Limo mag ich nicht, ich mag nur (Marke)", "Vanilleeis? Igitt!", von Gemüse gar nicht zu reden....

Nein,  wählerisch zu sein macht ein Kind nicht zum Aussenseiter. Im Gegenteil, das ist "in".

Ich kenne aber auch kaum einen Erwachsenen, der ALLES isst. Jeder hat irgendwelche Abneigungen und würde gewisse Speisen nur mit angesetzter Pistole runterwürgen. Meine Freundin isst weder Huhn noch Milchprodukte, mein Cousin mag weder Champignons noch Zwiebel noch Tomaten noch Vanillepudding noch...nein, die Liste würde zu lang.

Ich finde es zwar extrem albern, irgendwas aus religiösen Gründen nicht zu essen, denn selbst wenn es einen Gott gäbe, ist es vollkommen abwegig, zu denken, das, was wir essen, könnte ihn in irgendeiner Weise tangieren. Ein erhabener Gott wird sich nicht um solche Kinkerlitzchen kümmern.

Trotzdem ist das Nichtschweinefleischessen das kleinste Problem, das ich mit "jener" Religion habe. Wenn's nur das wäre. Vegetarier essen schließlich gar kein Fleisch, und das ficht mich auch nicht an. Solange sie mir mein Steak nicht verbieten....

Kommentar von helmutwk ,

Bei Kindergeburtstagen raufen sich einladende Mutter die Haare

Hallo? Es ging um Klassenfahrten. Ich hab kommentiert, was dazu gesagt wurde.

Ich finde es zwar extrem albern, irgendwas aus religiösen Gründen nicht zu essen, denn selbst wenn es einen Gott gäbe, ist es vollkommen abwegig, zu denken, das, was wir essen, könnte ihn in irgendeiner Weise tangieren. Ein erhabener Gott wird sich nicht um solche Kinkerlitzchen kümmern.

Das sagt etwas aus über den Gott, an den du nicht glaubst. Der Gott, an den andere glauben, ist anders. Beispielsweise so groß, das er sich gewissermaßen nebenbei um jede Kleinigkeit kümmert ...

Nur nebenbei: der christliche Gott verlangt keine Einhaltung von Essensvorschriften - das war einer der Punkte, in denen sich die ersten Christen von den anderen Juden unterschieden. Aber "zu erhaben für Kleinigkeiten" ist Er nicht.

Solange sie mir mein Steak nicht verbieten....

Das dürfte mit dem Islam das kleinste Problem sein. Wenn du dich zum christlichen Momotheismus bekennst, darfst du als Angehöriger einer sog "Buchreligion" auch Schweinefleisch essen. Nur sehr radikale Muslime (IS & Co.) würden das auch, etwas weniger radikale werden möglicherweise verlangen, dass du es nicht in ihrer Anwesenheit tust ...

Solltest du dagegen dich als Atheistin outen, droht dir der Tod, jedenfalls nach dem traditionellen Islam, dem die Mehrheit der Muslime folgt (in D mindestens die Mehrheit der Islamverbände).

Kommentar von helmutwk ,

Ups, verformuliert:

Nur sehr radikale Muslime (IS & Co.) würden auch das verbieten,

Kommentar von Zicke52 ,

@helmutwk: Und du glaubst, bei Klassenfahrten essen Kinder etwas, was sie ansonsten nicht essen? Kindergeburtstag war nur ein Beispiel, weil das Problem angesichts der vielen Kinder besonders sichtbar wird. Und ich es selbst beobachten konnte, da ich bei K-geburtstagen manchmal dabei bin, bei Klassenfahrten aber nie. Aber es ist eine generelle Tatsache, die man auch bei anderen Gelegenheiten feststellen kann.

Nein, Kinder essen nicht alles. Und die Zeiten, wo man sie dazu zwang, sind vorbei. Und Erwachsene essen auch nicht alles, ganz unabhaengig von jeder Religion. 

Wo ist das Problem?

Ja, der kleinliche Gott, der sich um Kinkerlitzchen kümmert, ist einer der Götter, an den ich nicht glaube. Aber andere glauben an ihn. 

Kommentar von helmutwk ,

Und du glaubst, bei Klassenfahrten essen Kinder etwas, was sie ansonsten nicht essen?

Wie kommst du denn  darauf?

Natürlich essen Kinder nicht alles. Ich hab als Kind keine Marmelade gegessen ;)

Ist ja auch kein Problem,. Bis auf ner Klassenfahrt Mitschüler auf die Idee kommen, anderen vorzuschreiben, was sie essen dürfen und was nicht ...

Ja, der kleinliche Gott, der sich um Kinkerlitzchen kümmert, ist einer der Götter, an den ich nicht glaube. Aber andere glauben an ihn. 

Klar doch. Nur gibt es eben Religionen, wo es diesen Gott nicht gibt.

Kommentar von Viktor1 ,
Entweder, man nimmt auf alle Rücksicht oder auf 
keinen.

Wer hindert dich daran ? Was andere mehr oder weniger tun, darauf hast du keinen Einfluß.

Antwort
von halbsowichtig, 664

Du solltest religiöse Sonderwünsche nur respektieren, wenn im Gegenzug auch dein Realismus respektiert wird. Wer dir seinen Glauben aufnötigen will, hat seinen Respekt verspielt.

Denn das Leben fällt leichter, wenn alle Menschen sich gegenseitig respektieren. Dadurch gibt es weniger Streit.

Man muss einander auch etwas Freiraum einräumen. Wenn die Christen ein paarmal am Tag bimmeln wollen, dann macht man eben laute Musik an und gut is'. Wenn ein Muslim Betpausen braucht, dann muss er eben "ausstempeln" wie die süchtigen Kollegen zur Raucherpause, welche man ihnen ja auch erlaubt.

Denn ganz ohne solche Freiräume müsste man ein Standard-Leben definieren, das alle zu führen haben. Nur wenige wären damit wirklich zufrieden und es gäbe wieder unnötigen Stress.

Wenn jemand deinen Realismus respektiert, dir also keinen Glauben aufnötigen will, dann ist es nur fair, im Gegenzug seine Esoterik stillschweigend zu tolerieren. Alles andere endet eh nur in Streit.

Wenn jemand dir allerdings seinen Glauben aufnötigt oder überbordende "Extrawürste" verlangt, dann respektiert er dich nicht. Das heißt, du musst ihn auch nicht respektieren. Gleichen Recht für alle und so.

Kommentar von NewKemroy ,

Nö. Denn wenn ich nur soviel Respekt schenke, wie ich erhalten habe, dann ist es bald vorbei mit unserer Gesellschaft.

Kommentar von halbsowichtig ,

Aber wie weit muss/darf der Respekt-Vorschuss gehen?

Wenn du immer nur andere respektierst, obwohl sie dich wie Dreck behandeln, dann ist es bald vorbei mit dir.

Kommentar von Zicke52 ,

@halbsowichtig: "wenn die Christen ein paarmal am Tag bimmeln wollen, macht man eben laute Musik an..."

So einfach ist es nicht, denn die Ungleichheit ist gesetzlich festgelegt. Für "profanen" Lärm gibt es Imissionsgesetze, für religiösen keine, oder sehr viel großzügiger ausgelegte.

Kommentar von Deamonia ,

Eben! Auch schön zu sehen am Perso: Kopfbedeckungen sind verboten, mit Ausnahme Religiöser -.-* 

Kommentar von tooob93 ,

Ich find den Typen klasse der es hinbekommen hat eine Nudelsiebreligion anrechnen zu lassen und durfte für den Perso ein Nudelsieb auf dem Kopf haben.

Auch wenn das ziemlich übertrieben ist, sollte man spätestens da merken was hier nicht stimmt..

Antwort
von zippo1970, 465

Hallo!

Interessante Frage. Schon viele Interessante Antworten, die bei mir allerdings einige zusätzliche Fragen aufwerfen:

Was ist den Respekt? Viele scheinen eine sehr subjektive Vorstellung zu haben. Mir scheint, nicht jeder versteht das Gleiche darunter.

"Respekt muss man sich verdienen"!, schreiben einige User. Ich frage: Warum? Und Wie?

Kann nicht jeder Mensch, einfach der Tatsache wegen, dass er ein menschliches Wesen ist, eine gewisse Achtung, und Wertschätzung, von seinen Mitmenschen erwarten?

Und wenn man das nicht kann, wer fängt dann an, das Gegenüber respektvoll zu behandeln?

Fragen über Fragen! Aber Du willst ja eine Antwort, darauf ob Du Religionen respektieren musst?

Ich trau es mich ja fast gar nicht zu sagen, aber ich bin Christ. Und versuche Dir aus meiner Sicht eine Antwort zu geben. Nur damit Du gleich weißt woran Du mit mir bist. ;-)

obwohl religiöse Menschen allein mit ihrer Kirchenglocke oder Gebet und sowas uns NICHT respektieren und total verachten. 

Das reicht schon, damit Du Dich respektlos behandelt, und verachtet fühlst? Deine Toleranzschwelle ist ja nicht gerade groß. Da muss man als Christ, aber ein dickeres "Fell" haben. ;-)

Aber mal im Ernst. Wir sind alle Menschen, und teilen uns diesen Planeten. Wir haben verschiedene Weltanschauungen und Religionen. trotzdem muss man ja zusammen leben. Am besten in Frieden und Freiheit.

Rosa Luxemburg hat mal geschrieben:

Freiheit ist immer auch Freiheit der Andersdenkenden.

Ich verachte Dich nicht für Deine Weltanschauung. Auch wenn Du meinen Glauben, mit einem "Märchen" gleichsetzt. Das ist Deine Freiheit. Ich kann das akzeptieren. Das ändert auch nichts daran, dass ich Dich als Mensch respektiere. Aber genau so, würde ich das auch für mich in Anspruch nehmen.

Wenn Du den Eindruck hast, dass eine, oder generell Religionen, Deine Freiheit einschränken, gibt es in unserem Rechtsstaat, Mittel und Wege, dass juristisch prüfen, und klären zu lassen. Dem ein oder anderen Kirchturm, haben sie in Deutschland, die Glocken ja schon abgestellt, oder zeitlich eingeschränkt. Aber das Beten wirst Du niemanden verbieten können.

Man muss aber unterscheiden, zwischen dem Respekt vor einer Religion, und dem Respekt vor einem Menschen. Was Du bei Religionen respektieren musst, regelt in Deutschland, der Gesetzgeber.

Beispiel: Du darfst in einer künstlerischen Darbietung, den Papst verunglimpfen. Du darfst aber nicht in einer Kirche, nackt auf dem Altar tanzen.

Bei dem individuellen Respekt, zu einem Menschen, bzw. eines religiösen Menschen, musst du selbst entscheiden, ob und in wie weit Du seine religiösen Gefühle/ Befindlichkeiten einfließen lässt.

Ich persönlich würde sagen, dass es eine Frage der Höflichkeit ist. Aber was will man von einem Christen erwarten? ;-)

LG :-)

Kommentar von matmatmat ,

Deine Frage:

"Respekt muss man sich verdienen"!, schreiben einige User. Ich frage: Warum? Und Wie?

Kann nicht jeder Mensch, einfach der Tatsache wegen, dass er ein menschliches Wesen ist, eine gewisse Achtung, und Wertschätzung, von seinen Mitmenschen erwarten?

Es gibt eben einen Unterschied zwischen Respekt (etwas das man sich z.B. mit einer tollen Leistung verdient oder durch ein hohes Amt bekommt) und Achtung und Menschenwürde. Hast Du dir doch selbst beantwortet.

Kommentar von zippo1970 ,

Mir sind die Synonyme für Respekt durchaus geläufig. "Achtung" ist übrigens eines davon. Trotzdem hat es wohl für Menschen individuelle Bedeutungen, wie man auch hier an den Antworten, deutlich erkennen kann. :-)

Was ist den Respekt? Viele scheinen eine sehr subjektive Vorstellung zu haben. Mir scheint, nicht jeder versteht das Gleiche darunter.

Antwort
von Panazee, 494

Die Kirchenglocken nerven mich auch. Allerdings gibt es auch andere Bereiche, wo Menschen mal zurück stecken müssen, weil andere Menschen davon einen Vorteil haben. In der Nähe eines Open-Air Festivals zu leben ist für 4 Tage im Jahr sicher auch kein Zuckerschlecken oder wenn die neue Fernstraße direkt am Haus vorbei geht ist auch keiner begeistert.

Wenn ich meditieren will, dann erwarte ich auch, dass das respektiert wird und ich dabei nicht gestört werde. Wo es problematisch wird ist, wenn ich auf Dinge verzichten soll, weil sie Gläubigen nicht genehm sind, obwohl es ihnen eigentlich egal sein könnte.

Gegenseitiger Respekt sollte aber eigentlich immer ein Grundbaustein des Zusammenlebens sein.

Antwort
von Kingfrosch, 218

Toleranz heißt etwas nicht mitmachen und nicht akzeptieren, und sofern es einen nicht betrifft aber zulässt bzw. dem aus dem weg geht.

Akzeptanz ist zustimmung oder ertragen und hinnehmen.

Respekt (lateinisch respectus „Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung“, Achtung oder wertschätzung

Du kannst und darfst gegen das kirchenleuten oder ausrufen protestieren. Muss keine demo sein, sondern kannst dich an die Stadtverwaltung und Bürgervertreter wenden und da deinen Wunsch äußern. Wenn viele den haben, wird das abgestellt. Da in Deutschland aber im Grundgesetz Religionsfreiheit besteht und du dieses wohl wahrscheinlich akzeptierst kommt es da ggf. zu einem Interessenskonflikt. Aktuell wird das glaube ich noch so gesehen das dies zur Ausübung der Religion zugelassen ist (für mich persönlich auch unnötig). Es ist aber was speziel die christliche Kirche angeht ein Kulturerbe und steht auch ggf. unter Denkmalspflege. Es ist aber wohl zumutbar und zu "berücksichtigen" (respektieren) wenn man an einen Ort zieht wo schon seit hunderten Jahren eine Kirche steht dort etsprechend geläutet wird.

Was du auch wissen solltest ist, das die kirche damals in Deutschland im sinne der demokratisierung ländereien und Besitz sowie privilegien abgegeben hat. Allerdings unter der voraussetzung die institution kirche weiter führen zu können. Das heißt der Staat deutschland in dem du lebst, konnte nur unter dem zutun der Kirche zu dem deutschland werden. Das Glockenläuten sowie die bezahlung der Bishofsämter ist im vergleich zu dem was die Kirche dafür hergegeben hat gering zu sehen und kann man hinnehmen bzw. aktzeptieren. Es ist ein guter Deal. Einfach mal "zurückschauen" / respektieren bzw. achten

Ich finde das bischen kannst du respektieren und ansonsten einfach tolerieren (aus dem weg gehen) das andere gerne ihre religion ausleben möchten. Genauso wie nachbarn gerne mal laut feiern oder die assi familie unter einem sich anschreit, weil sie nicht klarkommen, oder jemand sich betrinkt und furchtbar stinkt, oder die prostituierte an der Ecke, die Spielbank, oder das jemand keine rosinen im Apfelkuchen mag oder die bitterstoffe im Stollen oder sülze in aspik ... .

Atomkraftwerke sind schlimmer!

Antwort
von osboha, 169

Ich persönlich habe nichts dagegen Religionen zu akzeptieren, ich werde immer die Gesetze beachten.

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I. Die Grundrechte des BGB Artikel 1 bis 3
Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 2
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

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Das Hauptproblem liegt leider in den Religionen selbst, in der Bibel beispielsweise wird klar und deutlich gegen Deutsches Grundrecht verstossen, beginnend damit, dass Nicht-Mitglieder benachteiligt werden müssen. Rein vom Glauben her werden folgende Feinbilder geprägt:

1. Juden
2. Heiden
3. Alle, Menschen, die an einen anderen Gott glauben

Da die christliche Kirche im gesamten Staatssystem integriert ist, gelingt es ihr auch ohne Probleme ihre Machstellung umzusetzen und mindestens mit seelischer Gewaltanwendung Menschen zum christlichen Glauben zu bekehren. Das Ganze ist mehr eine Gewissensfrage, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Insofern hast du zwei gute Gründe in die Kirche zu gehen.

1. Grundgesetz beachten
2. Besserstellung durch Kirchenmitgliedschaft genießen

Antwort
von ducksheep, 66

Wenn es auf der menschlichen Schiene nicht funktioniert dich dazu zu bringen Religionen etc. zu akzeptieren, sieh dir man Artikel 4 Absatz 1 und 2 unseres Grundgesetzes an. Das Grundgesetz ist gleichzusetzen mit einer Verfassung und somit das höchste Gesetz:

Zitat Art. 4 I & II GG

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Nebenfrage: Du möchtest doch auch so akzeptiert werden, wie du bist, oder? Du kannst nichts von Anderen erwarten, was du nicht selbst leistest. Sicherlich gibt es gewöhnungsbedürftige Einstellungen und Weltanschauungen, aber das berechtigt noch lange nicht zur Diskriminierung. Im Zweifel: Stumm in sich hineinlächeln oder die Faust in der Tasche machen. Von anderen Einstellungen und Weltanschauungen kann man diese Mneschen meist sowieso nicht überzeugen.

Antwort
von Harvey90, 31

Naja... Ich sag mal so, Ich bin selber Atheist und in meiner Family sind viele "Katholiken" und Ich bin damit groß geworden. Klar es gibt Mythen und Legenden darüber aber ich zb. respektiere das, Ich finde es in  Ordnung das es so viele Religionen gibt und gab. Früher in alten Ägypten hatte man viele Götter; Helios (Sonnengot), Mars (Kriegsgott), Athene, Zeus und und und.

Und die Ägypter glaubten an diese Götter weil Sie gaben denen Kraft. Mut, Schönheit, etc,usw.

Deshalb gibt es auch heutzutage Menschen die zb. an die Kuh glauben und vergöttern (Indien). So ist es auch hier nicht nur in Europa aber in verschiedenen Ländern so, ich will damit sagen das die Religionen geben den Menschen Kraft, Mut helfen in verschiedenen Situationen. Deshalb finde Ich es in Ordnung und Respektiere es. Aber das ist jedem selbst überlassen. Ich bin Pole und bei uns zb. jetzt am Weihnachten, wieso feiern wir das ? Jesus wurde geboren, gut und trotzdem Feiere Ich dieses Fest mit meinen Eltern und Verwandten obwohl Ich Atheist bin, mir ist es nicht egal, klar kann auch am Weihnachten auch feiern gehen aber Ich mag das mit der Family zusammen am Tisch sitzen und das Fest zusammenverbringen, weil Ich respekt zeigen will.

LG Harvey

Antwort
von MaraMiez, 412

Du brauchst ja nicht deren Religion respektieren, aber du solltest akzeptieren, dass es deren Religion ist und genug Respekt diesen Menschen entgegen bringen, ihren Glauben ihnen gegenüber nicht schlecht zu machen, denn für sie ist es etwas wichtiges.

Ich bin keine Christin, dennoch behandle ich Christen respektvoll, einfach, weil man Menschen, egal ob und welche Religion, respektvoll behandeln sollte.

Wenn dich eine Kirchenglocke stört, zieh um. Die Kirche stand vermutlich schon da, bevor du in Hörweite der Glocken gezogen bist. Wenn ein Mensch betet, hör nicht hin (das ist ohnehin eine sehr persönliche Sache und geht dich nichts an)...zumal du das Gebet ohnehin nur hören kannst, wenn du die an einem entsprechenden Ort aufhältst...was suchst du da, wenn du es für Blödsinn hältst? Wenn ein religiöser Mensch dich respektlos behandelt, nur weil du nicht religiös bist, sagst du ihm, dass du auf diesem Niveau nicht weiter mit ihm reden wirst, und gehst. So schwer ist das nicht.

Wenn Religion dich so stört, dann bittest du in der Schule/auf Arbeit sicher auch darum, an entsprechenden religiösen Feiertagen trotzdem kommen zu dürfen. Ostern, Weihnachten usw. Oder? Achso, die nimmst du dankend an? Ups.

Kommentar von Zicke52 ,

@MaraMiez: Ich finde den Standpunkt "ich war zuerst da, also darf ich rücksichtslos sein bis zum Gehtnichtmehr" unter jeder Kanone.

Mit diesem Argument wies auch ein Richter die Klage eines Österreichers ab, der neben dem Linzer Dom wohnt. Dort schlägt die Glocke alle VIERTELSTUNDE, auch nachts! Der Anrainer wollte nur nachts von 22-6 Uhr seine Ruhe, aber das war zuviel verlangt. Er hätte ja in die Einöde ziehen können statt in eine Stadt. Denn in jeder Stadt und in jedem Dorf gibt es Kirchen. Also: alle Wohngebäude im Umkreis von 20 km von Kirchen müssten leerstehen, wenn den Leuten an ihrer Gesundheit gelegen ist.

Der Dompfarrer war über das Urteil natürlich "erleichtert": er darf weiter schikanieren. Ein Prachtchrist. Hat wahrscheinlich nur eine Bibel mit einem Übersetzungfehler erwischt: statt "liebe deinen Nächsten wie dich selbst" steht dort "schikaniere deinen Nächsten bis aufs Blut".

Denn viertelstündiges Läuten 24/24 kann nur Schikane sein. Es gibt in dieser Häufigkeit keine Messen, Andachten oder andere Ereignisse, die angekündigt werden müssten.

Kommentar von helmutwk ,

Einer meiner Onkel war Pastor, und in der Kirche wo er jahrelang arbeitete schwieg die Glocke von 23 bis 6 Uhr (oder so ähnlich, ist fast 50 Jahre her dass ich da übernachtet habe).

24 Stunden am Tag und das alle Viertelstunden halte ich auch für rücksichtslos.

Kommentar von Zicke52 ,

@helmutwk: Na, da sind wir uns ja mal einig.

Kommentar von MaraMiez ,

Kirchenglocken sind nicht rücksichtslos. Das wird ja nicht gemacht, um die Leute zu ärgern. Kirchliches Geläut (zum Gotetstdienst, Hochzeiten, Taufen, betsattungen usw.) z.B. ist durch die Religionsfreiheit geschützt und hinzunehmen.

Weltlichen Geläut wie z.B. das Läuten zur vollen oder halben Stunde usw. unterliegt nur der Tradition, dagegen kann man sich wehren, jedoch hat einer allein oft einfach keinen Erfolg. Der Großteil der Anwohner muss sich dadurch gestört fühlen. Und wenn sie den Lautstärkebestimmungen nachkommen, dürfen sie auch nachts läuten.


Und ja, es ist so: wenn eine Kirche schon vorher da war, und man ja weiß, dass Kirchen auch mal läuten, man das Läuten aber nicht will, dann sollte man halt einfach nicht hinziehen.

Ich hab ne laute Kreuzung auf der einen Seite des Hauses und ne Autobahn auf der anderen. Das wusste ich alles, als ich her zog und ich wusste, dass Straßen nunmal Lärm machen, hier auch nachts. Ich kann ja nun nicht hergehen und von der Stadt verlangen, extra für mich, die Straßenführung zu verändern, weil mich die Geräusche stören. Und ja, diese Wohnung stand lange leer. Es ist ne super Wohnung, super billig, wegen der Lage, aber die Menschen entschieden sich größtenteils, dass es ihnen zu laut wäre. Wir haben gesagt "Was solls, machmer eben das Fenster zu, aber dafür haben wir ne tolle große Wohnung in genialer Lage, für nen Appel und nen Ei."

Kommentar von Zicke52 ,

@MaraMiez: Trotzdem gibt es bei Straßenlärm gesetzliche Einschränkungen! Autohersteller müssen einen maximalen Lärmpegel einhalten, Hupen ist nur in sehr eng definierten Ausnahmefällen erlaubt, es werden Schallschutzmauern gebaut, usw. Außerdem ist Straßenlärm das Nebenprodukt einer Tätigkeit (Autofahren), die man heute nicht mehr wegdenken könnte, und nicht Lärm des Lärmes wegen.

Viertelstündiges Läuten rund um die Uhr kann keinen religiösen Zweck haben, soviele Messen gibt es nicht! Es ist REINE Schikane, und es ist ein Unding, dass man überhaupt dagegen klagen muss. Es gab ja auch keine Sammelklagen gegen Hupkonzerte, trotzdem sind sie verboten.

Und wenn ich in die Nähe einer Kirche ziehe, käme ich auch nicht auf die Idee, vorher in der Wohnung probezuschlafen, denn auf den Gedanken, dass die Glocken die ganze Nacht läuten könnten, käme ich gar nicht. Wie sehr muss der Dompfarrer die Menschen hassen, um sie so zu quälen.

Gegen Glockenläuten an Sonn- und Feiertagen ab 10 Uhr und zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder Begräbnissen haben wohl die wenigsten was. Ich auch nicht, im Gegenteil. Aber was Glockenläuten mit Religionsfreiheit zu tun hat, erschliesst sich mir nicht. Wo verlangt den Gott Glockengeläut? Und hindert einen die Abwesenheit des Geläutes daran, zu glauben, zu beten oder in die Kirche zu gehen?

Kommentar von MaraMiez ,

Wie ich bereits sagte: auch Kirchengeläut unterliegt den gesetzlichen Höchstlärmpegeln. Liegts drunter, darf auch nachts geläutet werden.

Kommentar von kuechentiger ,

Gibt auch Leute, die aufs Land ziehen und dann die Nachbarn verklagen, weil deren Hahn zu oft kräht...

Kommentar von tooob93 ,

finde heutzutage mal ein Kaff in dem keine Kirche steht und mit ihren Glocken gen Himmel leutet. Wenn es nen Gott gibt hört es bestimmt auch schon lange weg..

Antwort
von whabifan, 289

Du musst sie ja nicht respektieren. Es ist niemand der dich dazu zwingt. Es wird lediglich von der Gesellschaft (und hier in Deutschland auch vom Staat) als Tugend angesehen eine Religion zu respektieren. Ich bin auch Atheist, respektiere andere Religion aus dem einfachen Grund weil es für mich die logischste Option ist. Was habe ich denn davon Religionen nicht zu respektieren? Ausser einer Menge Stress und Leute die sich aufregen....bringt mir das nicht viel. Wenn du aber Religionen verachten willst, dann kannst du das tun. Zumindest in Deutschland ist es dein gutes Recht Religion zu verachten, darüber zu schimpfen, sie in ein schlechtes Licht zu rücken, Götter, Propheten oder Heilige mit Schimpfwörtern zu versehen usw. 

Antwort
von SlowPhil, 255

Warum muss ich eine Religion respektieren?

Die Frage ist wesentlich vielschichtiger, als sie zunächst daherkommt. Sie lässt sich auf ganz verschiedenen Ebenen beantworten.

Aber wieso sollte ich etwas respektieren, was nicht existiert, was in meinem Augen einfach pure Märchen ist?

Das kannst Du eigentlich nicht wissen. Vollkommen sicher kannst Du Dir nur Deiner eigenen Existenz sein, und zwar Deiner Existenz als Wahrnehmende(r), denn selbst dieser Mensch, der Du zu sein glaubst, ist Gegenstand Deiner Wahrnehmung und könnte theoretisch Illusion sein.

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Darum geht es aber auch überhaupt nicht. »Respektieren« heißt mitnichten »sich zueigen machen«, sondern, in diesem Zusammenhang, eine Lebensauffassung auch dann bestehen lassen, wenn Du sie selbst nicht teilst.

Im Grunde aber geht es nicht einmal um die Auffassungen selbst, die ja nicht bluten, wenn man sie schneidet und nicht sterben, wenn man sie ersticht, sondern um respektvollen Umgang mit den Menschen, deren Lebensauffassung das ist. Dazu gehört nun einmal religiöser Glaube, und, ja, in der Tat, auch der Glaube an ein Einhorn.

Das gilt selbstverständlich nur für Auffassungen, die nicht ihrerseits Disrespekt gegen Andersgläubige oder auch bestimmte Menschen z.B. aufgrund ihrer Abstammung, aber etwa auch ihres Geschlechts oder ihrer Orientierung akzeptieren oder gar fordern.

Antwort
von Rocker73, 277

Ach, ist das so?

Kennst du zufällig alle Leute, die an eine Religion oder Glaubensrichtung glauben und kannst deswegen sagen, dass sie alle deine Ansichten verachten und dich belästigen? Zufällig schreibt dir gerade so ein Irrgeleiteter, der an eine höhere Macht glaubt...

Oh nein, Kirchenglocken, weißt du, was ich auch schlimm finde? Den Eiswagen! Mit seinem lauten Klingeln belästigt er mich, die gehören verboten, sie respektieren meine Anti Eis Einstellung nicht!

Dir kann´s doch egal sein, an was sie glauben! Wenn ich jetzt sagen würde, dass es lächerlich und stupid ist, an das Nichts oder was auch immer zu glauben, würdest du auch die beleidigte Leberwurst spielen!

Ein friedliches Miteinander kann nur gewährleistet werden durch gegenseitige Toleranz und entgegen vieler atheistisch oder andersweitig denkender Person sind nicht alle religiösen Menschen intolerant, zuerst mal sich  an die eigene Nase fassen!

Antwort
von kiniro, 312

Respekt und das Wort müssen passen für mich nicht zusammen.

Ich halte Respekt für etwas, das freiwillig gegeben wird.
Wird selbiger erzwungen, so ist das für mich vielmehr ein Grund, diese Ansicht einer bestimmten Person nicht zu respektieren.

Ich zwinge einen Gläubigen ja auch nicht meinen Atheismus zu respektieren.
Wenn er diesen akzeptieren (oder eben nicht), ist das okay für mich.

Zum Glück lebe ich in einem Umfeld, in dem keiner vom anderen verlangt die jeweilige (Nicht-)Religion zu respektieren.

Kommentar von MarkusPK ,

Du hast Recht. Respekt muss nicht. Aber er soll. Und sollen heißt müssen wenn man kann.

Kommentar von SlowPhil ,

Respekt im Sinne von tiefempfundener Hochachtung kann man nicht fordern. Was man sehr wohl fordern kann, ist Respekt im Sinne von ›jemanden als Menschen gelten lassen, ihn in Frieden lassen‹.

Man rennt nicht in einen Gottesdienst und sprengt die Veranstaltung, sofern einem nicht augenblicklich ein Beweis für Gottes Existenz vorgelegt wird, und man rennt auch nicht auf eine Veranstaltung der Humanisten und sprengt diese mit der Bibel in der Hand.

In diesem Sinne kann man Respekt schon fordern.

Kommentar von kiniro ,

Ich kann es verstehen, wenn sich die Betreffenden in der Sache Respekt wünschen - aber fordern? Damit kann ich nicht konform gehen.

Davon abgesehen kann ich mit "man" herzlich wenig anfangen.
Ich würde auch nicht während eines Gottesdienstes in die Kirche rennen, um die Veranstaltung zu sprengen.
Frage mich gerade, ob das mal gemacht wurde.

Antwort
von Unsinkable2, 136

Aber wieso sollte ich etwas respektieren, was nicht existiert, was in meinem Augen einfach pure Märchen ist?

Du solltest den Unterschied zwischen "respektieren" und "akzeptieren" lernen. 

Respekt ist es, wenn du andere tun lässt, was sie tun wollen, solange sie damit keinen Schaden anrichten.

Das heißt jedoch noch lange nicht, dass du es akzeptieren musst, dass diese Religion samt ihrer ideellen Werte gültig ist.

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Warum? Ganz einfach! Weil du dasselbe für dich erwartest. Auch von den religiösen Menschen. Sie sollen respektieren, dass du nicht an (ihren) Gott glauben willst; und sie sollen dich gefälligst auch nicht zu missionieren versuchen, nicht wahr?!

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Ist genauso, als würde jemand an einem Einhorn und sein heiliges Buch aus Zuckerwatte glauben

Das Problem mit Religionen ist im Allgemeinen: Man kann weder das Eine, noch das Andere beweisen. Es ist also beides möglich.

Daraus folgt, dass entscheidender sein sollte, welchen Schaden es anrichten kann.

Wenn dir der Glaube an das Einhorn und sein heiliges Buch aus Zuckerwatte hilft, ein besserer Mensch zu werden; und wenn du mit deiner Einhorn-Religion niemanden bedrängst oder in Not bringst: Warum sollte ich dich nicht daran glauben lassen, wenn es dir doch nutzt und mir nicht schadet?

Und von uns wird trotzdem noch erwartet, dass wir diese zu respektieren haben - obwohl religiöse Menschen allein mit ihrer Kirchenglocke oder Gebet und sowas uns NICHT respektieren und total verachten.

Radikale gibt es in allen Religionen. Auch in der "Religion der Atheisten". 

Aber die Mehrheit der Gläubigen aller möglichen Religionen benutzen diese Religion für ihr eigenes Seelenheil. Und wenn sie diese Krücke brauchen, warum solltest du es nicht respektieren können?

So kann ich beispielsweise nicht nachvollziehen, was dich an ihrem Gebet stört. Auch, wenn es sachbezogene Kritik daran geben mag, weil beispielsweise massive logische Brüche bestehen: Sie verrichten ihr Gebet in der Regel weitab von dir in Kirchen, Moscheen, Synagogen und zu Hause. Und - Hand aufs Herz! - was kümmert es dich, was sie da treiben?

Richtig ist: Kirchenglocken, "Heiligkeit" des Sonntags, Feierverbot am Karfreitag und zahlreiche andere Dinge sind letztlich Nötigung der Gesellschaft und gehören - ganz besonders in einem laizistischen Staat - abgeschafft.

Doch trotzdem: Dabei handelt es sich um Vorgaben, die auch die Gläubigen vorgeschrieben bekommen. Du wendest dich also an die falsche Adresse, wenn du sie, noch dazu pauschal, dafür haftbar machst. 

(Das ist vergleichbar damit, dass dir jemand an den Karren pisst, weil er so viele Steuern an den Staat zahlen muss. Dafür kannst du auch nur sehr indirekt etwas; weil es ganz andere Leute beschließen. Und bei denen sollte er sich dann auch beschweren, nicht wahr?!)

Antwort
von Hamburger02, 256

Man muss Menschen respektieren aber garantiert keine Religion oder sonstige Ideologie. "Ideen" außer den Menschenrechten werden durch kein Gesetz geschützt und zu unserer Tradition gehört es nun mal, Ideologien auch hinterfragen und kritisieren zu dürfen.

Wenn nun Menschen die Kritik an ihrem Gottesbild als persönliche Kritik empfinden, ist das deren Problem. Und wenn sie das nicht aushalten können, kann der Glaube ja auch nicht so dolle sein.

Antwort
von Etter, 223

"als Atheist noch mit der Kirche, Moschee und so etwas ständig belästigt wird."

Das letzte mal wo ich mit Kirche bla belästigt wurde, war im Religionsunterricht. Und dafür können die Religionen vmtl. eher weniger etwas.

"Aber wieso sollte ich etwas respektieren, was nicht existiert, was in meinem Augen einfach pure Märchen ist?"

Wir ziehen Grenzen um unsere Länder, um uns von anderen abzugrenzen. Die sind eig. auch nur imaginär, da sie lediglich durch Menschen festgelegt wurden.

"Und von uns wird trotzdem noch erwartet, dass wir diese zu respektieren
haben - obwohl religiöse Menschen allein mit ihrer Kirchenglocke oder
Gebet und sowas uns NICHT respektieren und total verachten."

Genau. Und wenn ich mein Steak esse, dann zeige ich dass ich Veganer nicht respektiere. Was is das für eine verquere Logik?

"Oft höre ich von religiösen Menschen, dass ich ihre Religion und ihren
Gott zu respektieren habe (sagen die meistens sobald ich meine Meinung
äußere)."

Keine Ahnung was du (falsch?) machst, aber zum einen komme ich mit recht wenigen religiösen Menschen in Berührung. Diese wenigen haben bisweilen auch nie geäußert, dass ich respektlos gegenüber ihrer Religion bin, obwohl ich recht klar dazu stehe, dass ich an keinen Gott glaube.

Ausnahme sind so n paar Spezialfälle in Foren. Die halte ich aber nicht für representativ.

Vll. sollteste mal überlegen, ob es vll. an dir liegt.


Aber okay. Immerhin scheinen dir Menschenrechte nicht wichtig zu sein.

Kommentar von Etter ,

Wobei sich der Text für mich so liest, als würdest du Respekt=Toleranz setzen.

Kommentar von Zicke52 ,

@Etter: Wenn du ein Steak isst, schadest du keinem Vegetarier. Lärm ist aber von der WHO eindeutig als gesundheitschädlich deklariert. Darum gibt es auch Lärmschutzgesetze, von denen Religionsgemeinschaften aber ausgenommen sind. 

Auch Raucher müssen sich immer mehr einschränken (in manchen Ländern ist Rauchen in oeffentlichen Räumen schon komplett verboten), weil sie nicht nur sich, sondern auch ihren Mitmenschen schaden. 

Das Kriterium für eine gesetzliche Einschränkung  ist also, ob das, was du tust, anderen schadet. Ausser, wenn es sich um religiöse Tätigkeiten handelt. Das heisst: alle Menschen sind gleich, aber religiöse sind gleicher.

Kommentar von Etter ,

"Wenn du ein Steak isst, schadest du keinem Vegetarier. Lärm ist aber von der WHO eindeutig als gesundheitschädlich deklariert."

Dabei gings mir erstmal um den Vorwurf, dass aufgrund einer Kirchenglocke festgelegt wird, dass Atheisten nicht respektiert/toleriert werden.

Ein entsprechender Vergleich wäre halt, dass das Essen eines Steaks meinen Missachtung von Veganern ausdrücken würde.

Rein gesundheitlich: Ich wohne nicht unweit von ner Kirche. Entweder sind die Glocken zu leise, mein Schlaf zu tief oder die Glocken sind nicht sooo ultra laut. Oder die Dämmung ist einfach unfassbar genial.

"Auch Raucher müssen sich immer mehr einschränken (in manchen Ländern ist Rauchen in oeffentlichen Räumen schon komplett verboten), weil sie nicht nur sich, sondern auch ihren Mitmenschen schaden."

Joa geht mir auch aufn Zünder.

"Das Kriterium für eine gesetzliche Einschränkung  ist also, ob das, was du tust, anderen schadet."

Darüber lässt sich vortrefflich streiten. Schädige ich jmd., wenn ich an nem Bahnhof an der frischen Luft stehe und eine rauche und sich jmd. zu mir gesellt oder schädigt sich die Person eher selber? Ist ja schon vorher absehbar gewesen, dass da n Raucher steht.

Zugegebenermaßen führt das gerade n bissl sehr OT.

Praktisch gesehen habe ich bisweilen keine wirklichen Schäden wegen Religionen am eigenen Leib erfahren. Wird wohl auch (Extremisten ausgenommen) so bleiben.

Wenn ihr das mit dem Lärmschutz ändern wollt, reicht halt eine Petition ein. Das wäre ein möglicher Weg. Aber religiösen Menschen gleich Respektlosigkeit zu unterstellen grenzt für mich an Lächerlichkeit.

Kommentar von Zicke52 ,

@Etter: Ja, wenn man jemandem schadet, respektiert man ihn nicht. Deshalb hinkt dein Vergleich Steakesser (schadet niemandem)/Glockengeläutbefürworter (schaden ihren Mitmenschen durch Laermbelaestigung).

Es geht nicht darum, ob Glockengeläut dich persönlich stört, es geht ums Prinzip: gleiches Recht für alle. Mich stört Autolärm auch nicht, trotzdem finde ich es gut, dass es gesetzliche Höchstgrenzen gibt. Schließlich gibt es Leute, die nicht so einen tiefen Schlaf haben wie ich. Und ich war immer ein toleranter Nichtraucher, habe mich niemals durch Raucher beeinträchtigt gefühlt. Trotzdem finde ich die Nichtrauchergesetze richtig: Die Anzahl von Herzinfakten beim Gaststättenpersonal ist seit dem Rauchverbot in Gaststätten eindeutig zurückgegangen. Wenn das mal kein guter Grund ist, es zu befürworten!

Dabei bin ich gar kein Gegner von Kirchengeläut, es erweckt angenehme Kindheitserinnerungen in mir und gibt dem Tag einen feierlichen Anstrich. Aber eben darum sollte es nicht alltäglich sein, sondern besonderen Gelegenheiten vorbehalten: an Sonn- und Feiertagen (nicht vor 10 Uhr, damit die Leute ausschlafen können), zu Hochzeiten und Begräbnissen....ich glaube, damit könnte jeder leben. 

Aber wenn es in Schikane ausartet wie in Linz (aber vielleicht sind die Österreicher ja noch sadistischer als die Deutschen), wo die Domglocke alle Viertelstunde läutet (auch in der Nacht!) und die Klage eines Anrainers abgewiesen wurde, weil "selber schuld, warum wohnt er auch in der Stadt, hätte ja auch die Einöde wählen können", sage ich: Schande über den Richter, und Schande über den Dompfarrer, der seine Aufgabe darin sieht, seine Mitmenschen zu schikanieren! Der erweist dem Christentum einen Bärendienst.

Übrigens: die Abwesenheit von Glockengeläut hindert niemanden daran, zu glauben und seine Religion auszuüben. Hat also mit Religionsfreiheit rein gar nichts zu tun.

Kommentar von Etter ,

Jeder wie er mag.

Ich sehe es einfach nur als einen recht unnötigen Vorwurf an jmd. als respektlos wegen sowas zu betiteln.

Btw nennt man das mit dem Viertelstundentakt "Uhrschlag".

https://de.wikipedia.org/wiki/Uhrschlag

Ob man da jetzt gleich mal noch puren Sadismus unterstellen will...ach egal. In Deutschland ist das bzw. klar geregelt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Glockengel%C3%A4ut#Weltliches\_Gel.C3.A4ut

Scheinen sich also nicht genügend drüber aufzuregen. Wie das für die Schweiz aussieht: Keine Ahnung.

Antwort
von catchan, 197

Oft höre ich von religiösen Menschen, dass ich ihre Religion und ihren
Gott zu respektieren habe (sagen die meistens sobald ich meine Meinung
äußere).

Wenn du dich in deiner Meinung so darüber äußerst, wie in den Sätzen, die dieser Aussage folgen, kann ich das verstehen.

Niemand muss sich wegen seiner Glaubensansicht beleidigen lasse. Jeder verdient ein Grundmaß an Respekt.

Das Grundgesetz sichert uns die Religionsfreiheit zu und das finde ich einfach nur geil! Heißt aber im Klartext, dass dein Gegenüber eine Religion haben kann, mit der du nicht einverstanden bist. Er braucht auch nicht dein Einverständnis oder deine Erlaubnis. Dennoch darf er erwarten nicht beleidigt zu werden.

Leben und leben lassen!

mit ihrer Kirchenglocke oder Gebet und sowas uns NICHT respektieren und total verachten. 

Warum störst du dich an Kirchenglocken? Die sind wirklich laut. Wohne ziemlich nah am Ortszentrum. Unter mir den Supermarkt, nebenan den Wirt und  in sehr greifbarer Nähe die Kirche. Das Geräusch, das ich am allerwenigsten mitbekomme sind die Kirchenglocken. Der Supermarkt bekommt direkt unter meinen Schlafzimmer die Lieferungen und zwar mitten in der Nacht. Leise sind die nicht gerade. Damit ich das aber mitbekomme, muss ich bereits schlecht schlafen oder noch wach sein. Beim Wirt gibt es Hochzeiten. Das Eine, was mich wirklich tangiert, ist, wenn die Hochzeitsgesellschaft ein Feuerwerk macht. Ich garantiere dir, du wirst senkrecht im Bett stehen, wenn man neben deinem Schlafzimmer ein Feuerwerk veranstaltet.

Die Sache mit dem Gebet erinnert mich an Veggie-Fundies, die sich darüber aufregen, wenn man im gleichen Raum wie sie etwas Fleisch isst.  Was kümmert es dich, was die Anderen machen? Mach einfach dein Ding!

Böse kannst du dann zu denen werden, die deinen (Nicht)Glauben nicht akzeptieren wollen. Gib mir aber Bescheid, damit ich schon mal das Popcorn bereit stellen kann.

Antwort
von HerrUnsichtbar, 72

Man muss nicht das Weltbild der Religionen respektieren, sondern die Meinungen der Menschen, ob religiös oder nicht.
Dass es offenbar immer noch für nötig gehalten wird, früh am Morgen mit lauten Glocken herumzuläuten, kann ich auch nicht verstehen, die Christen werden sich die Uhrzeit doch wohl merken können.
Religiöse, die die Meinung der Atheisten oder die der Anhänger anderer Religionen nicht akzeptieren, sollten allerdings auch nicht damit rechnen, dass diese ihre Meinung akzeptieren.

Und trotzdem bin und bleibe ich Atheist. Man muss eben lernen, die Meinung anderer zu akzeptieren, auch wenn man diese nicht unterstütz und auch, wenn die Existenz ihres Gottes vielfach faktisch widerlegt werden kann.

Antwort
von Implord, 51

Oh, gimme a break.

Jeder Mensch ist soweit frei, bis er die Freiheit eines anderen einschränkt.

Aus deiner, und meiner, Sicht gibt es keinen Gott, fein, diese Leute haben eine andere Meinung und das ist okay, solange sie dir nicht mit Fackelns und Mistgabeln drohen.

Wenn sie dich also für deine Ungläubigkeit aktiv attackieren, verbal oder physisch, dann wehr dich, aber heul nicht wegen ein paar Glockenschlägen rum und lass die Weltansichten anderer Menschen in Ruhe, wenn sie dich nicht gerade um deine Meinung bitten.

Antwort
von BlackBanan24, 198

obwohl religiöse Menschen allein mit ihrer Kirchenglocke oder Gebet und sowas uns NICHT respektieren und total verachten.  

Erklär mir doch mal bitte, wieso du nicht respektierst und sogar verachtet wirst wenn ein religiöser Mensch betet oder eine Kirchenglocke läutet. Und jetzt komm bitte nicht mit "ich will Sonntags ausschlafen"...

Ganz einfach: Du erwartest, dass religiöse Menschen deine Entscheidung, dass du mit Religion und dem ganzen Kram nichts zu tun haben willst, respektieren. Im Gegenzug musst du genauso bereit sein, ihre Entscheidung dass sie nun mal religiös sind und diesen Glauben auch frei ausüben wollen, respektieren.

Nun gibt es immer einige religiöse Menschen, die keine andere Einstellung dulden, einen um jeden Preis überzeugen wollen und dabei ziemlich penetrant sind. Aber: Solche Eigenschaften haben nichts mit der Religion zu tun. Solche Menschen sind einfach nur Vollid*oten. Und Vollid*oten gibt es überall. Genauso wie es es intolerante religiöse Menschen gibt, gibt es auch intolerante Atheisten, die was das angeht genauso schlimm sind (musst dir nur mal einige Antworten hier durchlesen...oder deine eigene Frage..). 

Wenn du also einer solchen Person, die deine Entscheidung nicht toleriert, begegnest hast du im Prinzip zwei Möglichkeiten. Entweder du zeigst auch keinen Respekt, begibst dich damit auf ihr Niveau herab und bist letztendlich kein Stückchen besser als sie. Oder aber du gehst mit gutem Beispiel voran, respektierst die Entscheidung deines Gegenüber und forderst gleichzeitig das gleiche von ihr und wenn das nicht hilft, gehst du dieser Person in Zukunft einfach aus dem Weg. Es sei denn du stehst auf sinnlose Konflikte..

Einfach respektieren und weitergehen tun übrigens wahrscheinlich auch 99,9% der religiösen Menschen. Nur fallen die, im Gegensatz zu denen die es nicht tun, eben nicht weiter auf, da sie kein Schild auf der Stirn haben auf dem draufsteht "Ich bin religiös"...

PS: Wenn dir das als Erklärung immer noch nicht reicht: In Deutschland gibt ein Grundgesetz. Da stehen Sachen drin wie "niemand darf wegen seiner religiösen Anschauung benachteiligt werden" (Art 3.) oder "Die Freiheit des Glaubens, und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich" und "Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet" (Art 4). So etwas nennt man Grundrechte..

Antwort
von Mirarmor, 76

Mich wundert es, dass hier so viel von Kirchenglocken die Rede ist.

Warum nicht eher von den Steuervorteilen und den Privilegien bei den Fotos für staatliche Ausweise? Das stört mich.

Ich bin grundsätzlich sehr für Religionsfreiheit. Ich respektiere Menschen, die einen Sinn im Leben suchen und Dinge "richtig" machen wollen, die ethisch handeln möchten.

Aber ich bin gegen diese Privilegien. Das Grundgesetz und alle Regeln sollten für Religiöse genauso gelten wie für Konfessionslose.

Babys sollten nicht beschnitten werden dürfen. Gemeinden sollten Kinderschänder dem Gesetz ausliefern statt selbst zu bestrafen und zu vertuschen.

Antwort
von Brainus, 247

Sagen wir mal so. In diesem Land darf jeder glauben was er will und jeder Religion nachgehen, der er/sie möchte Religionsausübung wird durchs Grundgesetz garantiert. Für viele Menschen ist ihr glaube wichtig.

Ob das nun Schwachsinn ist oder nicht, was die Leute glauben, ist deren Sache. Genauso, wie manche dich überzeugen wollen, kannst du sie auch überzeugen wollen.  Ich finde solange sie mich in Ruhe lassen und mich nicht nerven, nerve ich sie auch nicht.

Es soll nur niemand erwarten, dass ich jeden Schwachsinn, den sich jemand einfallen lies (von Kinderbeschnibbeln, Kopftücher, irgendwelche sittlichen Verkleidungen, besondere regeln an Feiertagen usw.) gut finden muss.

Antwort
von Honey3x3, 67

Respektiere sie, du willst das deine auch Respektiert wird. Rede nicht schlecht darüber sie würden sich äußern so wie du es auch tuen würdest wenn jemand schlecht über Dich oder deiner Religion schlecht reden würde.

Lg.Honey3x3

Antwort
von nattlesnake19, 55

Also respektieren solltest du Religionen. Daran glauben musst du nicht. Das sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Respektieren im Sinne von "Den Leuten ihren Glauben lassen". Aber natürlich zwingt dich keiner einer Religion anzugehören. das kanst du für dich selbst entscheiden. Zum Beispiel bin ich katholisch, dennoch stimme ich bei einigen Sachen des katholischen Glauben nicht zu. Ich will damit bloß sagen, dass jeder seine eigene Meinung hat und auch zu dieser stehen sollte.

Antwort
von SibTiger, 254

Respektieren würde die meisten Religionen ebenfalls nicht. Akzeptieren würde ich so einige. Aber tolerieren würde ich sie schon,weil ich demokratisch denke.

Ich kann eine Religion, wie beispielsweise den Islam (wenn er fundamentalistisch ausgelegt wird), aber nicht deswegen nicht respektieren, weil mich irgendwelche Symbole der Religon stören, wie Gebetsrufe oder Kopftücher, sondern ich respektiere sie deswegen nicht, weil ich selbst von den Dogmen und den Inhalten der Religion nicht respektiert werde.

Und weil ich insbesondere von dem Gott, der hinter der Religon steht, auch wenn ich nicht an ihn glaube,nicht respektiert werde.

Kommentar von thisgirl0 ,

danke dafür dass du meine Frage verstanden hast.

Naja hat aber auch was mit Interpretation zutun, anscheinend verstehen gewisse Leute unter "keinen Respekt haben", beleidigen, schlagen und asozial sein ... ^^

Kommentar von itsme21 ,

Der Unterschied ist, dass SibTiger es im Gegensatz zu dir schafft, seinen Beitrag begründet, ohne Provokationen und weitgehend neutral zu verfassen, während du mit deiner Eingangsfrage offensichtlich provozierst und Gläubigen Verhaltensweisen unterstellst, die sicher nicht auf die große Mehrheit zutreffen. Fragen wie deine finden sich hier dutzendfach; allein die Tatsache, dass du deine dennoch stellst, könnte man als bloße Provokation auffassen.

Antwort
von itsabella, 141

Religiöse Menschen sollten genauso deine Annahme, dass das alles Quatsch sei, respektieren. Wenn wir das nicht tun würden, geraten wir in unnötige Diskussionen, Streit oder Krieg. Überlege was wäre, wenn jeder seine Einstellung und die eigene Meinung (zum Glauben) in der Öffentlichkeit breit tritt. Ich glaube, dass es ganz und gar nicht friedlich zugehen würde...

Antwort
von bastler0815, 341

Das Problem besteht unter anderen darain, dass es für die Gläubigen seit der Kindheit zum normalen Alltag dazugehört. Ähnlich wie Kultur.

Vergleichbar damit, dass du hierzulande nur schwer Leute dazu bringen kannst Hund oder Insekten zu essen. In anderen Ländern ist das normal.

Andere würden keinesfalls wie hier üblich, Schwein, Rind oder verschimmelte Milch (Käse) essen.

Einmal im Gehirn des Kindes geprägt, ist es fast unmöglich dies im
adulten alter wieder zu entfernen. Bei Gläubigen konnte man auch die
Aktivierung der gleichen Hirnareale nachweisen. Religion scheint also
einen entscheidenden Einfluss auf das Gehirn zu haben.

Sie hilft auch Verantwortung von sich zu weisen. Gläubige sind meist glücklicher, haben mehr Kinder und leben auch länger (wurde zumindest für das Christentum schon bewiesen). Also selbst mit Darwin bleibt Religion erhalten.

Außerdem Bilden sie jeweils eine mehr oder weniger erzwungene engere Gemeinschaft über alle Schichten. Man hilft einander. Bei Atheisten fehlt so ein Gemeinschaftsgefühl.

Oft wenden sich die Leute aus Unwissenheit (vor allem Kinder), Not oder Ängsten zu einer Religion.

Das Religion/Gott totaler Unfug ist spielt dabei keine Rollle. Selbst wenn es einen Gott geben sollte liegt die Wahrscheinlichkeit das sie die richtige Religion gewählt haben nahe 0. Gibt/Gab ca. 4200, macht bei gleiche Verteilung 0.024%. Dann die Art der Ausübung wird auch falsch sein (unter der Annahme sie haben die Richtige). Dann mag es auch einen Gott geben, jedoch hat der keinerlei nachweisbaren Einfluss auf die Menschheit/Erde/Universum.

Und ein "vor" dem Urknall gibt es eigentlich nicht. Zeit und Raum hat da erst begonnen. Zudem gibt es noch tausende andere Theorien was hätte sein könnnen, die Million- oder Millardenfach wahrscheinlicher sind als ein Gott. Selbst die Matrix macht bei weitem mehr Sinn.

Aber man kann soviel argumentieren wie man will, es hilft nix. Und wenn man es recht bedenkt sind wir alle ein bisschen verrückt. Keiner ist normal. Du hast bestimmt auch einen Eigenschaft die andere als komisch deklarieren würden und/oder als störend empfinden.

Daher lass sie in ihren Glauben, sie sind zufrieden damit.

Kommentar von thisgirl0 ,

Sollen die zufrieden sein, wie ich auch in den Kommentaren erwähnt habe, andere Menschen und deren glaube interessiert mich nicht. Mich fängt es erst dann an zu stören, wenn ich damit belästigt werde.

Außerdem steht fast in jedem "heiligen" Buch dass Atheisten nicht wirklich willkommen sind, wenn du verstehst ... also ist es völlig egal wie sehr ein religiöser Mensch auf respektvoll und tolerant tut, WENN er seine Religion wirklich ernst nimmt, wird es innerlich immer anders ausschauen, und das ist heuchlerisch.

Kommentar von bastler0815 ,

Wie oben gesagt wirst du bestimmt auch Eigenarten haben die andere nicht gut finden. Da hat wohl jeder ein paar andere. Mit der gemeinsammen Religion haben sie eine gemeinsamme Eigenart, die dir nicht passt.

Könntest aber sagen, dass Kinder/Autofahrer laut sind.  Autofahrer auch noch rücksichtslos, Raucher stinken, Vegetarier nerven, Arbeitslose faul, Vorgesetzte arrogant, ....

Kommentar von MarkusPK ,

Ich nehme meine Religion ernst, hinterfrage sie aber auch. Das gehört für mich zum Glauben dazu: das was ich heute lernen, also wissen kann, ist keine Frage des Glaubens mehr. Ich brauche nicht mehr zu glauben, dass die Erde eine Scheibe ist oder der Mensch aus einer Rippe geschaffen wurde, weil ich solche Dinge eben besser weiß als ein Ziegenhirte im alten Israel. Und aus dem gleichen Grund brauche ich auch keine Angst vor dir als Atheisten haben. Man kann mir meine Angst mehr damit machen, dass meine Ziegen alle sterben, wenn ich dich in meiner Mitte dulde, also muss ich dich auch nicht bekehren oder totschlagen. Im Gegenteil: ich kann deine Ansicht akzeptieren, dich als Mensch sogar akzeptieren. Und ich dürfte sogar mit dir befreundet sein. Viele meiner Freunde sind Atheisten.

Kommentar von bastler0815 ,

Nur mal aus Interesse, wenn du Wissen als Begründung akzeptiertst. Warum glaubst du dann noch? Wegen dem Gemeinschaftsgefühl, der Tradition, der Familie?

Kommentar von MarkusPK ,

Ja, auch aus diesen Gründen. Aber vor allem weil ich bestimmte Dinge erlebt habe, die ich mit rational nicht erklären kann und auch mit keiner wissenschaftlichen Methode erklärbar sind. Viele dieser Dinge haben sich in einer so perfekten Komplexität zugetragen, dass ich nicht mehr an bloße Zufälle glauben kann und möchte. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle aus einem ganz bestimmten Grund hier sind. Und dass irgendeine Kraft uns lenkt. Dass die Zukunft genauso Realität ist wie die Gegenwart und die Vergangenheit. Das bedeutet nicht, dass wir keine Wahl haben und Gott bereits weiß, wie wir uns in bestimmten Situationen entscheiden. Aber es steht egal welche Wege wir einschlagen bereits fest, wohin sie uns führen. Und der Führer auf diesen Wegen, das ist mein Gott. Die Vorstellung, ganz allein auf diesen Wegen zu sein, ängstigt mich. Deshalb glaube ich an Gott. Für dich mag er ein imaginärer Freund sein, aber ich finde es besser man hat einen imaginären Freund als gar keinen Begleiter. 

Kommentar von Deamonia ,

Demnach wären alle Mörder unschuldig, weil es ihnen vorher bestimmt war zu morden.

Du sagst ja, egal welche Wege wir einschlagen, wohin sie führen stehe von Anfang an fest. 

Das bedeutet im Umkehrschluss, das man seine Kinder nicht mehr zur Schule schicken muss, keinen Beruf erlernen und auch nicht arbeiten muss, denn es ändert eh nichts an dem wo es uns hinführt...

Kommentar von bastler0815 ,

glaube, dass hat er anders gemeint. Für jeden Weg steht fest wohin er geht. Die Wahl welchen wir wählen ist unsere Entscheidung.

Der Weg ist also das Ziel.

Nur hilft dir Gott bei der Entscheidung welchen Weg du wählst oder bei der Bewältigung des Weges?

Kommentar von MarkusPK ,

Die Entscheidungen obliegen mir allein. Aber bei der Bewältigung des Weges kann man bei Gott Trost, Zuversicht und Halt finden.

Kommentar von matmatmat ,

Ja, lass ihnen ihren Glauben, aber nur solange sie sich und anderen damit keinen Schaden zufügen... und da wirds dann schon knifflig.

Antwort
von whitenerd, 10

Es geht hier einfach um den RESPEKT.

Es ist egal wie du das siehst oder ich, weil irgendwann wirst du irgendwas an dir haben, was die anderen nicht verstehen können und wenn sie dann respektlos gegenüber dir sind nur aufgrund deiner Entscheidung, wäre das toll?

Leben und leben lassen :)

Antwort
von Kittylein123, 10

Ich würde nicht respektieren sagen, eher akzeptieren. Es einfach so hinnehmen wie es ist. Denn Du kannst es eh nicht ändern. Anscheinend würdest Du es gern.

Eine Kirchenglocke kann man schlicht und einfach ignorieren. Und Gebete hört man doch auch nicht. Man betet entweder zuhause oder in der Kirche mit anderen. Aber das ist doch ganz ruhig.

Ich vermute, Du suchst nach dem Sinn Deines Lebens und findest ihn nicht. Und kannst halt nichts mit Religion anfangen. Das z.B. akzeptiere ich. Ich bin gläubig, für mich existiert Gott und wenn die Fragen kommen höre ich sie mir an. Und gebe auch mal Antwort. 

Ist übrigens einfacher mit Gott zu leben. Das Leben wird einfacher. 

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