Selbstverständlich hätte man damals auch auf das Pferd geschossen. Aber bevor du jetzt aufschreist und "Tierquälerei!" rufst: Im Wilden Westen wurde gar nicht so viel geballert, wie man denkt. Da gab es auch selten irgendwelche Verfolgungsjagden oder sonst irgendeine harte Action, die du aus Hollywoodfilmen kennst. Pferde waren damals sehr teuer, aber das war auch die Munition für Revolver. Streitigkeiten wurden da eher im Faustkampf beigelegt, und bei einem Duell auch wenn nur ein paar Kugeln verschossen, eine einzige meist. Und auch endeten nicht alle solche Revolverduelle tödlich.

Dass die Hollywoodromatik und die Schützenkunst der Revolverhelden, aber auch die Dramatik in Westernfilmen stark überspitzt dargestellt wird, sollte dir klar sein. Und im 19. Jahrhundert gab es ganz bestimmt auch nicht mehr Ehrgefühl als heute, wahrscheinlich sogar eher weniger: Da wurde mit gezinkten Karten gespielt, da wurde betrogen, da stach oder schoss man einander in den Rücken. Und ehrenvolle Tode erwarteten die wenigsten Revolverhelden: Jesse James wurde beim Staubwischen hinterrücks erschossen. Wild Bill Hickok tötete man beim Pokerspielen heimtückisch durch einen Schuss in den Hinterkopf. Und auch Billy the Kid wurde von einem Sheriff aus dem Hinterhalt erschossen.

Die Schützen hätten also mit Sicherheit keine Skrupel gehabt, auch auf die Pferde ihrer Widersacher zu feuern, und ganz bestimmt nicht aus Tierliebhaberei oder anderen ethisch-moralischer Handlungsschranken, die wir heute vielleicht schon eher haben würden.

Und noch ein ganz anderer Punkt: Mit den damaligen Waffen war es schon sehr schwierig, überhaupt ein Ziel zu treffen, ein sich bewegendes und schnell entfernendes wie einen Reiter obendrein. Mit einem Revolver hätte selbst der begabteste Schütze kaum Aussichten gehabt, einen Flüchtenden vom Pferd zu holen, höchstens mit einem Gewehr. Und selbst da war die Chance hoch, dass man statt des Reiters das Pferd traf. Und ich kann mir vorstellen, dass man aus diesem Grund das sehr viel größere Tier wohl eher ins Visier genommen hätte.

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Einfache Antwort: Das wissen wir gar nicht. Die Organe, mit denen ein Tier Geräusche machen kann, bestehen üblicherweise aus Weichgewebe und bleiben bei der Fossilisation nicht erhalten. Somit kann niemand sagen, wie Dinosaurier wirklich geklungen haben. Die Sounds, die du in Filmen wie "Jurassic Park" hören kannst, entstammen also ganz und gar der Fantasie der Tontechniker.

"Miteinander reden" können eigentlich alle Landtiere. Das fängt schon bei den primitiven Lurchen an, bei denen zum Beispiel die Frösche bei der Brautwerbung bekanntlich auf laut hörbares Gequake setzen. Sogar viele Insekten kommunizieren durch Geräusche. Aber natürlich funktioniert das bei den Tieren nur in ihrer jeweils eigenen "Sprache", und so sprechen wie ein Mensch könnte natürlich kein Dinosaurier.

Nur bei sehr wenigen Arten kann man - und das auch nur ungefähr - rekonstruieren, wie sie sich eventuell angehört haben. Ich spreche von den Hadrosauriern, genauer den Lambeosaurinen.

Lambeosaurine Hadrosaurier waren Pflanzenfresser mit einem entenartigen Schnabel und einem hohlen Kamm auf dem Kopf. In der späten Kreidezeit, vor ungefähr 75 Millionen Jahren, entwickelten die Lambeosaurinen in Nordamerika eine große Artenvielfalt, die sich in der Form ihrer Kämme voneinander unterschieden. Der Kamm dieser Tiere war innen hohl und mit der Nase und dem Rachen verbunden. Wenn das Tier Luft durch seinen Kamm blies, erzeugte es damit einen Ton, ähnlich wie bei einem heutigen Blasinstrument. Durch die verschiedenen Kopfformen der unterschiedlichen Arten klang jeder Dinosaurier anders und hatte wahrscheinlich seine ganz eigene "Melodie" auf Lager, so dass sich die Tiere untereinander erkennen konnten (was auch durch die optischen Unterschiede möglich war).

Die Töne, so sind sich die Wissenschaftler einig, dienten der Kommunikation und spielten bei der Brautwerbung, beim Zusammenhalt der Herde und sicher auch als Warnruf bei Bedrohung eine Rolle: Wenn ein Lambeosaurine um Hilfe rief, klang das etwa so, als würde ein Tiroler in sein Alpenhorn stoßen.

Hier die per Schädelscan und Computersimulation erzeugten Geräusche, die wohl sehr nah an den echten Tonäußerungen des lambeosaurinen Parasaulophus gelegen haben dürften:

https://youtu.be/d-tRFuMdQkA

Bei allen anderen Dinosauriern können wir nur raten, was für Töne sie von sich gaben. Ob sie zischten, brummten, fauchten, knurrten oder brüllten, ist dabei reine Spukulation.

Allerdings sollte man folgendes Bedenken: die heutigen Dinosaurier, die Vögel, haben ein enormes Repertoire an Tönen auf Lager und geben viel differenziertere Geräusche von sich als Säugetiere. Möglich ist ihnen dieser durch ihre sogenannte Syrynx, einem Stimmkopf, der ein wesentlich komplexeres Stummorgan ist als der Kehlkopf (Larynx) bei uns Säugetieren.

Möglicherweise konnten also bereits die Dinosaurier hochdifferenziert durch Laute miteinander kommunizieren: Es ist gut möglich, dass in der Kreidezeit neben dem Trompeten der Lambeosaurinen auch herrlicher Gesang und lustiges Gezwitscher von anderen Dinosauriern durch die Urzeitwälder hallte. Stell dir mal vor, wie es geklungen haben mag, wenn ein T-rex lautstark tirilierte und tschiepte - und das ist, so verrückt es auch klingt, sogar wahrscheinlicher als der seltsame, wenn auch coole Sound in Jurassic Park.

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Da es solche Menschen nicht gibt und jeder Mensch irgendetwas kann, stellt sich mir diese Frage nicht. Natürlich hat jeder Mensch einen Wert!

Wenn ein Mensch das Gefühl hat, ein Taugenichts zu sein, dann liegt das niemals an ihm selbst, sondern an seinem Umfeld. Menschen, die ihn ständig runtermachen und seine Leistungen herabwürdigen, haben ihre Motivation systematisch kaputtgeschlagen. In unserer Ellbogen- und Hochleistungsgesellschaft gibt es sowas recht häufig - und viele Menschen sehen sich selbst tatsächlich als wertlos an.

Wenn ein Mensch in einem Feld versagt, muss das aber nicht heißen, dass er nicht in anderen Feldern glänzen kann. Diese Felder zu finden ist die Kunst, das müssen wir alle für uns schaffen, um uns zu etablieren. Wenn dir jemand wie ein Taugenichts vorkommt, dann hat er seine Nische einfach nur noch nicht gefunden.

Deshalb auf diesen Menschen herabzusehen ist falsch und unmoralisch, und wer das gerne tut, der tut das meist nur aus Gründen der eigenen Unsicherheit: nur jemand, der gerade so das Minimum der erforderlichen Leistungen erbringt, und sich dessen auch bewusst ist, hackt gerne auf den noch kleineren Leuten herum. Aus deiner Frage schließe ich also, dass du selbst tief in dir drin das Gefühl hast, ein "wertloser Taugenichts" zu sein - reflektiere das bitte Mal. Und falls ich mich nicht irre: viel Erfolg beim Finden deiner Nische.

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Ein frohes neues Jahr auch dir!

Das kommt ein bisschen darauf an, welcher Zählweise du folgst. In der offiziellen chronologischen Zählweise befinden wir uns heute noch immer im 202. Jahrzehnt nach Christus. Das 203. Jahrzehnt wird am 01. Januar 2021 beginnen, also in genau 366 Tagen.

Grund dafür ist, dass es in der Chronologie der christlichen Zeitrechnung kein Jahr Null gibt: Das erste Jahrhundert vor Christus endete am 31. Dezember 1 vor Christus, es folgte der 01. Januar 1 nach Christus. Erst am 31. Dezember 100 war damit ein Jahrhundert voll, somit begann das zweite Jahrhundert erst am 01. Januar 101. Das setzte sich dann natürlich durch die Jahrhunderte fort - und auch das 21. Jahrhundert begann erst am 01. Januar 2001. Mit den Jahrzehnten verhält es sich ganz genauso, wenn man sie chronologisch zählt.

Trotzdem kann man sagen, dass wir ab heute schon in den 20ger Jahren des 21. Jahrhunderts leben, da man im allgemeinen Sprachgebrauch die vollen Jahrzehnte, angefangen mit der vollen Zehner-Zahl ebenfalls als Jahrzehnt zählen und benennen kann. So wird auch von den meisten Zeitungen und Lexika verfahren, da diese Zählweise auch unabhängig von der Chronologie funktioniert und den Leuten weit geläufiger ist.

Richtig ist also: wir befinden uns jetzt zwar gerade immer noch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, aber man kann durchaus sagen, dass wir jetzt schon in dessen zwanziger Jahren leben.

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Das Originalkonzept von der Fernsehserie Westworld basiert auf einem gleichnamigen Film von Michael Crichton aus dem Jahr 1973, der auch das Drehbuch dazu schrieb. Auf genau dem gleichen Konzept und Motiv: "Dekadente, respektlose und geldgierige Menschen bauen Vergnügungspark, indem die Exponate dann auf die Besucher losgehen" basiert auch die Wohl bekannteste Geschichte von Crichton. In Jurassic Park aus dem Jahr 1990 laufen dann allerdings keine Roboter, sondern Dinosaurier Amok. Tatsächlich sollte also der gleichnamige Film von Steven Spielberg am ehesten an "Westworld" herankommen.

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Auf solche Fragen gibt es immer nur die eine richtige Antwort: Mal gewinnt der eine, mal der andere. Und eigentlich muss man hier sogar sagen: Überhaupt keiner. Löwen und Gorillas begegnen sich nicht, weil sie unterschiedlichen Lebensräume bevorzugen. Löwen leben in der Savanne, Gorillas im Regen- und Bergwald.

Gorillas sind zwar kräftige und wehrhafte gesellen, trotzdem denke ich nicht, dass sie eine große Chance gegen einen Löwen hätten. Schließlich werden Gorillas ja auch in ihrem Lebensraum von Leoparden gejagt und erbeutet, engen Verwandten der Löwen, die sogar noch ein Stück kleiner sind. Zwar greift ein Leopard natürlich nicht einen starken Silberrücken in den besten Jahren an, die haben tatsächlich kaum natürliche Feinde und auch ein Löwe würde sich davor hüten, so ein Kraftpaket anzugehen, aber ein Durchschnitts-Gorilla, ein Weibchen oder natürlich die Jungtiere sind für Leoparden keine Gegner.

Trotzdem muss ich noch etwas loswerden: Menschen, die solche Fragen stellen, haben oft vergessen, was "kämpfen" eigentlich bedeutet, weshalb ich sie gern daran erinnere. In der Natur kämpfen Tiere nur aus wenigen Gründen: um sich Nahrung zu verschaffen, um sich oder ihren Nachwuchs zu verteidigen oder um das Recht zur Paarung oder um ein Territorium. Dabei vermeiden sie alle unnötigen Kämpfe, sie vermeiden es auch grundsätzlich (abgesehen wenn das Ziel die Nahrungsbeschaffung ist), einander zu töten, und sie kämpfen auch niemals gern oder einfach nur zum Vergnügen.

Das tun nur wir Menschen, und manche begeistern sich für solche Gewalt, wenn sie dann die Tiere zu Gladiatoren machen, selbst wenn es nur im Kopf ist. Ich gebe zu: das mag in der Fantasie sehr interessant und faszinierend sein. Im wahren Leben ist ein Tierkampf aber niemals etwas schönes und auch nichts, was man sich als Mensch mit gesunden ethischen Richtwerten gern und beifallklatschend ansehen kann, insbesondere keine Kämpfe um Leben und Tod.

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Nein, beides falsch. Dinosaurier waren keine Echsen, und Vögel haben sich auch nicht aus Echsen entwickelt. Auch wenn "Dinosaurier" übersetzt auf deutsch "schreckliche Echse" bedeutet, so sagt das nichts über die Verwandtschaftsverhältnisse aus.

Der Begriff "Echse" wird nämlich sehr oft fälschlicherweise als gleichbedeutend mit dem Begriff "Reptil" verwendet. Zwar sind alle Echsen Reptilien, aber nicht jedes Reptil ist eine Echse: Auch Schildkröten, Schlangen, Brückenechsen und Krokodile gehören zu den Reptilien und auch die Dinosaurier, aus denen sich die Vögel entwickelt haben. Nur sind die Echsen gar nicht so eng mit den Dinos und Vögeln verwandt: Sie gehören einem ganz anderen Stamm an, nämlich den Lepidosauriern, während die Dinosaurier zusammen mit den Krokodilen und Vögeln zu den Archosauriern gehören.

Und gerade hier liegt ein wichtiger Knackpunkt: Das Wort "Reptil" ist aus diesem Grund eigentlich falsch, weil es zwar die Dinosaurier traditionell mit einschließt, ihre direkten Nachfahren, die Vögel allerdings nicht. Dabei hatten die Dinosaurier mit den Vögeln weit mehr gemeinsam als mit allen anderen Reptilien: Sie besaßen eine vollständig geschlossene Herzscheidewand und damit einen gleichwarm bleibenden Körper (der Temperatur der "klassischen" Reptilien ist hingegen von der Außentemperatur abhängig), ihre Beine standen senkrecht unter dem Körper und ihre Haut war - zumindest bei den kleineren Arten und denen, die in gemäßigtem Klima vorkamen - von Federn bedeckt.

Aus diesem Grund wird das Wort "Reptil" in Fachkreisen nur noch selten benutzt, besser - weil korrekter - ist der Begriff "Sauropsid". Dieser neue Begriff schließt nun auch die Vögel mit ein, er ist damit monophyletisch.

Hier findest du eine vereinfachte Übersicht über die Stammlinien der Sauropsiden:

Bild zum Beitrag

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Die Bücher sind in mehreren Auflagen im Knaur Verlag erschienen. Du kannst sie über die ISBN-Nummer in jedem Buchladen bestellen. Auch über Amazon sind die Bücher online zu erhalten, ich würde dir aber empfehlen, sie im Buchladen zu kaufen, da die kleineren Händler wegen der riesigen Konkurrenz auf Unterstützung ihrer Kunden angewiesen sind.

Die Bücher von Michael Crichton sind toll, ich habe sie schon als Kind gelesen und war begeistert. Sie sind einer der Gründe für meine Faszination für Dinosaurier und damit auch wesentlich für die Schaffung meines eigenen Romans. Wenn dich Dinosaurier interessieren und du gerne liest, möchte ich dir auch gerne mein eigenes Buch "Die weißen Steine" empfehlen. Hast du daran Interesse, schick mir bitte eine Freundschaftsanfrage.

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Das mit den Säulen ist nur ein Bildmodell, dass sich auch mal unterscheiden kann. Manche nennen dann nur vier, andere fünf, wieder andere sechs oder mehr sogenannte Säulen, auf die der Absolutismus aufgebaut ist.

Ich würde deshalb eher von Merkmalen des Absolutismus sprechen: das stehende Heer, die Justiz und Polizei, eine Verwaltung mit dem König an der Spitze, die Bindung des Adels an den Hof, die Staatskirche (Klerus) sowie der Merkantilismus, eine Wirtschaftspolitik, die streng auf das Wohl der Finanzen ausgerichtet ist. Alle diese Merkmale führen in einer Linie immer direkt zum König an der Spitze, der ohne irgendeine Einschränkung und losgelöst (daher das Wort "absolut": das kommt aus dem lateinischen absolvere = loslösen) von allen Gesetzen herrschen kann, ohne ihnen selbst unterworfen zu sein. Der einzige, dem der absolute Herrscher noch Rechenschaft schuldig ist, ist Gott - und so wird das Gottesgnadentum auch hin und wieder mit als "Säule" aufgeführt.

Am besten, du schaust in deinen Schulunterlagen nach, wie sich dein Lehrer das mit den Säulen genau vorstellt, damit du für die Arbeit nichts falsches lernst.

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Ja

Das Tier auf dem Foto ist zwar ein Rabe, aber ich würde trotzdem eher auf eine Krähe oder Dohle tippen, die da mit der Chipstüte im Gange war, weil diese Vögel eher in Städten anzutreffen sind als ihre größeren Cousins. Geschmeckt hätte es ihnen aber egal ob Rabe, Krähe oder Dohle auf jeden Fall. Fett, Salz und Stärke und dazu noch der herzhafte Geschmack von Chips, da sind omnivore Vögel genauso für zu begeistern wie wir Menschen.

Allerdings sind Chips für diese Tiere auch genauso ungesund wie für uns. Besonders Stadtvögeln tut man keinen Gefallen, wenn man sie mit solchem Junkfood füttert, weil sie ohnehin sehr leicht an sowas herankommen. Zu viel Stärke - und Chips enthalten reichlich davon - kann im Vogelmagen auch nicht besonders gut verdaut werden, sie kann sogar zu gären beginnen und dann schlimme Bauchschmerzen verursachen, die mit den scharfen Gewürzen in den Chips auch nicht gerade besser werden. Das Salz trocknet die Tiere aus und sie bekommen einen fiesen Durst davon - alles also nicht gerade gut für einen Stadtvogel.

Als Kulturfolger ernähren sich Stadtkrähen von allem, was der Mensch übrig lässt, und obwohl man sie zwar als "Mullwühler" kennt und vielleicht den Eindruck bekommen könnte, dass sie oft Dreck verursachen, so räumen sie die Straßen eigentlich von allem möglichen Dreck auf: Abfall, Fallobst und insbesondere Tierkadaver werden von den Krähen entsorgt, womit man sie als nützliche Gesundheitspolizisten betrachten sollte.

Einen richtigen Gefallen hast du den Vögeln auch nicht getan. Wenn sich eine Krähe etwas in den Kopf setzt, dann schafft sie das meistens auch - und zwar ganz ohne menschliche Hilfe. Krähen gehören zu den intelligentesten und kreativsten Geschöpfen auf unserem Planeten, und irgendwie hätten die Vögel die Chipstüte auch ohne dich aufgekommen. Außerdem hast du ihnen nur Zeit dabei gespart, an ungesundes Futter heranzukommen, von dem sie fett und krank werden können.

Am besten mischt man sich in die "Arbeit" von Stadtvögeln gar nicht ein. Besonders Krähen sind vielerorts inzwischen so zahlreich, dass sie sogar zur Plage werden können. Lass die Krähen also das nächste Mal bitte in Ruhe. Einfach hinsetzen und beobachten, wie diese Tiere sich etwas einfallen lassen, ist außerdem viel spannender!

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Deine Frage enthält einige falsche Grundannahmen. Am Ende der Kreidezeit starben nicht alle Dinosaurier (Vögel) mit Zähnen aus, und es haben auch nicht alle mit einem Schnabel überlebt.

Tatsächlich hat sich die Eigenschaft, im Phänotyp keine Zähne mehr auszubilden, bei vielen untereinander nicht besonders eng verwandten Vogelarten unabhängig in konvergenter Evolution entwickelt, und in der Kreidezeit gab es sowohl viele bezahnte als auch viele zahnlose Vögel. Auch einige Nichtvogel-Dinosaurier besaßen nur einen zahnlosen Hornschnabel, wie etwa die Ornithomimosaurier und einige Oviraptorosaurier. Es ist also nicht etwa ein gemeinsames, homologes Merkmal der heutigen Vögel, keine Zähne mehr zu haben.

Und es ist auch kein Merkmal, dass ihnen nach dem Meteoriteneinschlag irgendeinen Vorteil verschaffte: dass es heute nur noch Vögel ohne Zähne gibt, geht nämlich nicht auf das spätkretazische Massenaussterben zurück und hat damit auch nichts zu tun. Die Vögel sind damals generell ziemlich stark dezimiert worden, zwischen 85 und 95% ihrer Arten starben damals aus. Damals überlebten sowohl bezahnte als auch zahnlose Arten, und einige zuvor zahnlose Familien wie die riesenhaften Pelagornithidae (auch als Pseudo-Zahnvögel bekannt) bildeten sogar später wieder knöcherne Zahnstrukturen aus, obwohl ihre Vorfahren zuvor ihre eigentlichen Zähne bereits längst verloren hatten.

Dass Tiere ein Körpermerkmal aufgeben, hängt eigentlich immer nur mit dem Umstand zusammen, dass es einerseits für sie keinen Vorteil mehr bedeutet, und dass es andererseits einen - wenn auch nur geringen! - Vorteil bedeuten könnte, es nicht mehr zu haben. Bei den Zähnen der Vögel lässt sich das so erklären, dass der Hornschnabel selbst einerseits aus dem leichteren Material Keratin besteht, Zähne jedoch aus Hydroxylapatit, einem Mineral, dessen Hauptbestandteile Calcium und Phosphat sind. Bei einem flugfähigen Tier ist aber jedes Material, dass auch nur wenige Gramm an Gewicht spart, immer ein Selektionsvorteil, und wenn der Schnabel alle Funktionen auch ohne Zähne erfüllen kann, wird sich eine Mutation, bei der die Zahnentwicklung gehemmt wird, letztendlich immer bei den Nachfahren durchsetzen.

Zähne sind außerdem für den Körper auch viel schwieriger "herzustellen" als ein einfacher Keratinschnabel. Keratin wächst außerdem schneller nach und ist weniger anfällig für Krankheitserreger und Parasiten. Viele fleischfresende Dinosaurier litten dadurch, dass in ihren Zähnen immer ein hervorragender Nährboden für Bakterien vorherrschte, an üblen Infektionen, die bei manchen fossil belegten Individuen sogar so schwere Läsionen verursachten, dass diese irgendwann gar nichts mehr fressen konnten und jämmerlich gestorben sind. Die berühmte T.rex-Dame "Sue" und ihr Kollege Tristan Otto, der gerade in Berlin ausgestellt wird, sind nur zwei prominente Beispiele, die durch genau sowas ums Leben gekommen sind. Die Zähne aufzugeben brachte also auch gesundheitliche Vorteile mit sich.

Im Grunde hat sich der Schnabel im Laufe der Evolution also als effizienter erwiesen als der Zahn - und deshalb haben Vögel heute keine Zähne mehr.

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Die Frage stellst du falsch. Es kommt nicht darauf an, was sich durchsetzen KANN oder was nicht, sondern schlicht darauf, welche Merkmale am effizientesten sind.

Der Hornschnabel hat sich gegenüber den Zähnen durchgesetzt, weil er sehr viel einfacher und energieeffizienter gebildet werden kann. Keratin ist ein schnell wachsendes Material und weit weniger Verletzungsanfällig als ein Knochen oder Zahn. Es baut sich außerdem in der Wachstumsphase viel schneller auf. Und was für Vögel besonders wichtig ist: Es ist leichter! Bei der Anpassung an den aktiven Flug ist alles, was Gewicht spart, und auch wenn es nur wenige Gramm sind, ein Selektionsvorteil.

Zappelnde Fische können außerdem nicht nur durch Zähne festgehalten werden, sondern auch durch speziell gebogene Schnäbel. Möwen oder Sturmvögel sind genauso gut imstande, zappelnde Fische zu packen oder sie zu verschlingen wie Krokodile und die ausgestorbenen Pterosaurier und Plesiosaurier mit ihren spitzen Zähnen, sie haben trotz der glatten Oberfläche des Schnabels also absolut keinen Nachteil.

In der Erdgeschichte gab es außerdem viele Vögel, die Zähne oder zumindest eine zahnähnliche Struktur im Schnabel behalten haben, wie die Ichthyornithiden, die Hesperornithiden oder die Pelagornithiden, die damit wahrscheinlich auch gut Fische packen konnten. Sie sind aber im Laufe der Jahrmillionen alle ausgestorben.

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Ein Dinosaurier mit dem etwa doppelten Gewicht eines Menschen wäre sehr wahrscheinlich ein ganz gutes Reittier. Auch auf sehr großen Straußenhähnen kann man schließlich reiten, also sollten große Ornithomimosaurier, Oviraptorosaurier und Deinonychosaurier mit einem Gewicht von mehr als 150 Kilogramm ebenfalls einen Menschen tragen können.

Allerdings wäre wohl kein Flugtier das jemals lebte wohl imstande gewesen, mit einem Menschen auf dem Rücken davonfliegen. Ein Pteranodon wog schließlich selbst nur rund 17 bis 20 Kilo, und selbst der sehr viel massigere Argentavis brachte es nur auf etwa 70 Kilo. Mit dem doppelten Gewicht auf dem Buckel hätten sie nicht mehr fliegen können.

Die einzigen Tiere, die ich mir als Flug-Reittier vorstellen könnte, sind große Azdharchiden-Pterosaurier wie Quetzalcoatlus oder Hatzegopteryx. Diese wogen bis zu 250 Kilogramm und besaßen eine enorme Kraft in ihren Schwingen. Ein leichter Mensch von weniger als 50kg Körpergewicht, also ein Kind oder eine schlanke Frau, könnte vielleicht auf ihnen reiten. Ein erwachsener Mann mit mehr als 75kg Gewicht wäre auch ihnen aber schätzungsweise schon viel zu schwer.

Ein Tyrannosaurus rex hätte einen Menschen natürlich problemlos tragen können. Ob man ihn aber auch zähmen und entsprechend abrichten könnte, sodass er das Reiten zulässt, ist eine ganz andere Frage - die dir aber niemand beantworten kann. Da Tyrannosaurus aber für einen Dinosaurier verhältnismäßig intelligent war, kann ich es mir zumindest vorstellen.

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Alle Dinosaurier, die starke Arme und Krallen besaßen, um sich am Baumstamm festzuhalten. Ich würde da vor allem die Deinonychosaurier dazuzählen, also alle Dromaeosaurier (Raptoren), Troodontiden und natürlich die Vögel und ihre Vorfahren.

Sehr wahrscheinlich konnten aber auch einige Oviraptorosaurier, Ornithomimosaurier und kleinere Coelurosaurier klettern, und vermutlich auch einige kleinere Ornithopoden und frühe Marginocephalier.

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Die Arme des Tyrannosaurus waren zwar klein, aber ungeheuer stark. Allein der Bizeps könnte zwischen 200 und 300kg heben, im Zusammenspiel mit anderen Muskeln sogar noch mehr.

Wahrscheinlich halfen die Arme dabei, wenn Tyrannosaurus aus der Liegeposition wieder aufstehen wollte. Nach einem Nickerchen machte er wohl zunächst einen Liegestütz, um sich dann mit Schwung wieder aufzurichten. Ohne seine Arme wäre ihm das wegen seiner starken Kopflastigkeit schwer gefallen, vielleicht sogar unmöglich geworden.

Eventuell spielten die Arme auch bei der Kopulation eine Rolle. Das Männchen konnte sich damit beim Weibchen festgehalten haben. Vielleicht dienten sie außerdem noch dazu, kleinere Beutetiere festzuhalten oder halfen dabei, sie beim Fressen auf den Boden zu drücken, um sie dann auseinanderzureißen.

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Das kommt ganz auf die Nerbenleitgeschwindigkeit an. Im Mittel liegt diese bei Säugetieren bei etwa 60m/sek. Ein Dinosaurier könnte jedoch eine weitaus schnellere Nervenleitgeschwindigkeit gehabt haben, da seine Synapsen eventuell anders verschaltet gewesen sind, längere Axone hatten und auch die Aktions- und Ruhepotenziale in kürzeren Intervallen folgten. Viele große Pflanzenfresser besaßen außerdem in ihrer Hüfte große Glykogeneinlagerungen, die das Nervensystem der Dinosaurier unterstützten - auch das könnte ihre Reaktionsfähigkeit erhöht haben.

Somit würde ich schätzen, dass es ein Sauropode von 30m Länge in einem Zeitraum von 0,5 bis nur 0,01 Sekunden registriert hätte, wenn ihn jemand in den Schwanz beißt - und das ist relativ zügig.

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