Frage von FreshPrince90, 124

Warum kann man bei Wechselstrom den Stecker so oder so in die Steckdose stecken?

Bei Wechselstrom ändert sich ja nur die Richtig wie der Strom fließt, einmal nach vorne einmal zurück. Es müssten sich doch aber die Leiter (Phase und Neutralleiter) abwechseln, damit man den Stecker in beide Richtungen einstecken kann? Kann man hier jemand weiterhelfen. Danke!

Antwort
von AnReRa, 82

Die Bezeichnung Phase bzw. Neutralleiter hat nichts mit der Stromrichtung zu tun. Also keinesfalls so was wie + und - bei Gleichstrom.

'Phase' ist der 'Draht' der vom E-Werk kommt. Da bekommst Du beim Anfassen den Stromschlag. Der 'Neutralleiter' kommt nicht (!) vom E-Werk, sondern wird erst bei Dir zuhause im Sicherungskasten 'erzeugt'.
Der Neutralleiter wird - im Prinzip - einfach nur in die Erde geführt.

 

Kommentar von dreamerdk ,

natürlich wird auch vom E-Werk eine "Rückleitung" zur Verfügung gestellt. Wo kämen wir denn hin, wenn wir alles über die Erde ableiten würden ;)

Kommentar von AnReRa ,

Natürlich. Aber der entscheidende Punkt ist, dass diese 'Rückleitung' eben das gleiche Potential hat wie die Erde (Fundamenterder bzw. Neutralleiter) selber  Und wenn man nur 380 V Verbraucher hätte, dann bräuchte man diese 'Rückleitung eben nicht !

Kommentar von wollyuno ,

erstmal bestimmt schon fast 30 jahre sind es 400 volt.und der N auch PEN inzwischen wird in der trafostation gebildet.ist in jedem kabelverteiler geerdet und zusätzlich in jedem Hausanschluss zumindest bei unserem netzbetreiber in franken

Kommentar von electrician ,

Diese Antwort ist absoluter Unsinn!

Nicht zu wissen, dass wir seit 1987 ein 230/400V-Netz haben, sagt eigentlich schon alles. Wiki hilft, bildet aber nicht aus...

Kommentar von AnReRa ,

Ja ich gestehe:
Zu meiner Zeit hatten wir 220/380V, klassische Nullung war an der Tagesordnung und Schifffahrt schrieb sich noch mit 2 'f'.

Aber was hat das mit der Ausgangsfrage zu tun ?

Kläre mich doch mal auf, worin der entscheidende Unterschied zwischen einem 220V und eine 230V Netz besteht
(zumal es ja 207 - 253 V sein dürfen), oder geht es nur um klug daherreden ?

Antwort
von JoGerman, 36

Prinzipiell ist für Wechselstromverbraucher die Stromrichtung egal, da sie ja ohnehin ständig wechselt.  
Somit ist auch die "Steckrichtung" des Steckers egal.  

Man kann sich das einfach bildlich vorstellen.  

Stell dir vor, du hättest eine Wippe, an der an jedem Ende ein Wasserbehälter sitzt. Beide Behälter (entspricht Phase und Null in der Steckdose) sind nun durch ein dünnes Rohr verbunden, das parallel zur Wippe sitzt. Zur Unterscheidung ist die linke Rohrhälfte blau und die rechte rot.  

Steht nun der linke Behälter (blaue Rohrseite) höher, fließt das Wasser in den rechten Behälter (rote Rohrseite).  Dass das Wasser auch umgekehrt fliessen würde, ist klar und entspräche dem Wechsel zur nächsten Sinus-Halbwelle.

Das Rohr ist in unserem Fall die Stromleitung und der Stecker wäre genau dort, wo der Drehpunkt der Wippe sitzt.
Denn baut man das Rohr ab und befestigt es umgekehrt (rot ist nun links), funktioniert das System trotzdem genauso wie vorher, obwohl beide Behälter am selben Platz sitzen.  

Gruß DER ELEKTRIKER

Antwort
von dreamerdk, 82

nein, an der Phase liegt abwechselnd positive und negative Spannung an. Negativ bedeutet, dass der Neutrallleiter zu diesem Zeitpunkt ein höheres Potential hat

Kommentar von FreshPrince90 ,

Ok. Das macht Sinn. Heißt das aber es stimmt gar nicht, dass man sich das so vorstellen kann, dass sich die Richtung des Stroms wechselt?

Kommentar von dreamerdk ,

doch, natürlich.. Strom fließt immer vom höheren zum niedrigeren Potenzial.. allerdings wechselt das so schnell, dass die Elektronen nicht wirklich weit kommen ;)...

Kommentar von FreshPrince90 ,

Wenn sich aber das Potenzial einmal am Neutralleiter und einmal an der Phase höher ist, dann tauschen die doch quasi ihre Rollen? Also ist dann manchmal der Neutrallleiter die Phase und umgekehrt? Das ergibt für mich irgendwie keinen Sinn ...

Kommentar von dreamerdk ,

nein Phase bleibt immer Phase, nur einmal hat sie niedrigeres Potenzial und will was vom Nulleiter haben und einmal hat sie höheres Potenzial und gibt was ab ;) Bei Wechselspannung zählt aber nur der Impuls, der sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet.. da die Elektronen wie gesagt nicht wirklich weit kommen durch den ständigen Wechsel

Kommentar von dreamerdk ,

diese Schwingung von + nach - findest du nur an der Phase statt... der Neutallleiter ist wie der Name schon sagt neutral und würde von sich aus nicht so ein schwingendes Verhalten annehmen-->richtet sich nach der Phase

Kommentar von JoGerman ,

@dreamerdk: 

Das "Elektronen kommen nicht weit" ist aber eher nebensächlich, wenn man bedenkt, dass innerhalb einer halben Sinuswelle (1/100 s) die Elektronen 3000 km weit fließen, da das bekanntlich mit Lichtgeschwindigkeit erfolgt.  

So weit ist das nächste Kraftwerk aber nicht entfernt, von daher ist die Fließ-Entfernung irrelevant.  

Die Frage ist auch nicht, ob ein Potential höher oder niedriger ist, sondern einzig und allein die Differenz, also der (mittlere) Potential-UNTERSCHIED innerhalb einer Halbwelle.  

Gruß DER ELEKTRIKER

Kommentar von FreshPrince90 ,

Bezüglich der Geschwindigkeit: Kann ich mir das so vorstellen, dass Elektronen zwar nur mit niedriger Geschwindigkeit "hin und herzittern" (bei Wechselstrom) aber eines das nächste mit Lichtgeschwindigkeit anstoßt und somit innerhalb 1/100 s trotzdem 3000 km weit fließen?

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