Frage von Jelly03, 52

Von Saulus zu Paulus! Heutige Zeit Menschen mit Damaskuserlebnis?

Hey, Also in Reli sollen wir einen Lebenslauf von einer Person aufschreiben, die ein damaskuserlebnis hatte. Also z.B. vom Nazi zum Flüchtlingshelfer oder vom Schwerverbrecher zum Pfarrer oder so. Kennt ihr da irgendjemanden außer Johannes Kneifel, weil wir den schon im Beispiel hatten?

LG Jelly

Antwort
von Dxmklvw, 31

Auch wenn es mit der gestellten Fragen nichts zu tun hat, meine ich, daß es bei einer solchen Aufgabenstellung unsinnig ist, in derartigen Zusammenhängen von "Bildungszielen" zu sprechen.

Das Bekehrungserlebnis des Paulus ist eine litererische Aussage, die auf nicht beweisbaren Behauptungen beruht und geglaubt werden kann oder auch nicht.

Wird nun verlangt, weitere Beispiele zu nennen anhand anderer bekannt gewordener behaupteter besonderer Erlebnisse, dann werden da sonstige Glaubensinhalte als Argumente verkauft, um einer geglaubten Sache den Anschein einer bewiesenen Tatsache zu geben.

Ich meine, der Kern der Paulus-Aussage reduziert sich darauf, daß da jemand durch eine Korrektur seiner Denkweise vom Saulus zum Paulus wurde, wobei es piepegal ist, mit welchen sonstigen tatsächlichen oder auch eingebildeten Sinneswahrnehmungen oder Verkennungen das alles einherging.

Um zumindest halbwegs in die Nähe von Ernsthaftigkeit rücken zu können, sollte deshalb die gestellte Aufgabe weit von irgendwelchen "Bekehrungserlebnissen" abrücken und sich stattdessen vor allem darauf beziehen, welche Geschehnisse und Denkprozesse und Gesinnungskonflikte dazu führen können, daß ein Mensch seine bisherigen grundsätzlichen Ansichten ändert.

Geschieht dies nicht, dann hat die gestellte Aufgabe keinen anderen Wert als sinngleich den, wenn jemand verlangt, einer behaupteten Geistererscheinung dadurch Wahrheitswert zuzuschreiben, indem er weitere Personen und deren Erleben anführt, die ebenfalls hinter jedem Busch ein Gespenst sehen.

Antwort
von Sturmwolke, 15

Schau Dir mal diesen Lebensbericht an:

Gewalt bestimmte mein Leben


http://m.wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/102011127#h=1:0-33:34

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oder diesen:

Aus dem Milieu der organisierten Kriminalität aussteigen — „Ich war ein Yakuza“

„PAPA, wenn Du wieder zu Hause bist, dann gehen wir miteinander in die Zusammenkünfte. Versprichst Du mir das?“ Das schrieb mir meine jüngste Tochter ins Gefängnis, als ich dort zum dritten Mal einsaß. Sie ging gemeinsam mit meiner Frau regelmäßig in die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas. Da die Briefe von meiner Familie mein einziger Trost waren, versprach ich ihr, ihre Bitte zu erfüllen.

„Warum führe ich ein Leben als Krimineller, wenn ich dadurch ständig von meiner Familie getrennt bin?“ fragte ich mich. Ich dachte an meine frühe Kindheit zurück. Vater starb, als ich 18 Monate alt war; ich weiß also nicht einmal, wie er aussah. Mutter heiratete danach noch zweimal. Die familiären Verhältnisse machten mir schwer zu schaffen, und als ich zur Sekundarschule kam, schloß ich mich ein paar Rowdys an. Ich wurde gewalttätig und war des öfteren nach der Schule in Schlägereien verwickelt. Im zweiten Jahr an der Sekundarschule scharte ich eine Gruppe Schüler um mich, und wir kämpften gegen eine andere Gruppe. Daraufhin wurde ich festgenommen und eine Zeitlang in eine Erziehungsanstalt gebracht.
Ich glitt immer mehr in ein gewalttätiges Leben ab. In kürzester Zeit war ich Anführer einer Bande Straffälliger, und wir trieben uns häufig vor der Zentrale einer Yakuza-Gruppe herum. Mit 18 Jahren wurde ich Mitglied dieser Gruppe. Mit 20 wurde ich wegen verschiedener Gewalthandlungen verhaftet und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Zuerst kam ich in eine Jugendstrafanstalt in Nara, aber mein Verhalten besserte sich nicht. Deshalb wurde ich in ein anderes Gefängnis geschickt, in eine Strafanstalt für Erwachsene. Dort wurde es mit mir jedoch noch schlimmer, und schließlich landete ich im Gefängnis für unverbesserliche Verbrecher in Kioto.

„Wieso begehe ich immer wieder Verbrechen?“ fragte ich mich. Rückblickend ist mir klar, daß es an meiner verdrehten Denkweise lag. Damals dachte ich, ein solches Verhalten sei maskulin, ein Beweis meiner Männlichkeit. Als ich mit 25 aus dem Gefängnis entlassen wurde, sahen die anderen Gangmitglieder ehrfürchtig zu mir auf. Der Weg war frei, in der kriminellen Welt auf der Leiter des Erfolgs höher zu steigen.

Reaktionen meiner Familie
Um diese Zeit herum heiratete ich, und meine Frau und ich hatten zwei Töchter. Mein Leben änderte sich jedoch nicht. Ich pendelte ständig zwischen meinem Zuhause und der Polizei, weil ich Leute zusammenschlug oder Geld erpreßte. Dadurch gewann ich zunehmend den Respekt der Gangmitglieder und das Vertrauen vom Boß. Schließlich stieg mein älterer Yakuza-„Bruder“ an die Spitze der Gang auf und wurde der Boß. Ich war stolz, als ich der zweite Mann wurde.

„Was halten meine Frau und meine Töchter von dem Leben, das ich führe?“ überlegte ich mir. Es muß ihnen peinlich gewesen sein, einen Verbrecher als Mann und als Vater zu haben. Mit 30 Jahren kam ich erneut ins Gefängnis und dann noch einmal mit 32. Diesmal machte mir die dreijährige Gefängnisstrafe wirklich schwer zu schaffen. Meine Töchter durften mich nicht besuchen. Es war schwer für mich, daß ich nicht mit ihnen sprechen und sie nicht drücken konnte.

Während ich diese letzte Gefängnisstrafe absaß, fing meine Frau an, mit Zeugen Jehovas die Bibel zu studieren. Tag für Tag schrieb sie mir etwas über die Wahrheit, die sie kennenlernte. „Was ist das für eine Wahrheit, von der meine Frau schreibt?“ fragte ich mich. Während meines Gefängnisaufenthalts las ich die ganze Bibel durch. Was meine Frau in ihren Briefen über die Hoffnung für die Zukunft und über Gottes Vorhaben erwähnte, beschäftigte mich.

Die Hoffnung, daß Menschen für immer in einem Paradies auf der Erde leben können, sprach mich an, denn vor dem Tod hatte ich wirklich Angst. Ich hatte immer gedacht: „Wenn du stirbst, hast du verloren.“ Im nachhinein ist mir bewußt geworden, daß mich die Angst vor dem Tod dazu trieb, andere Menschen zu verletzen, bevor sie mich verletzen konnten. Durch die Briefe meiner Frau wurde mir auch die Unsinnigkeit meiner Ambitionen bewußt, die Erfolgsleiter in der Welt der Gang hochzuklettern.
Dennoch bewog mich das nicht, zu studieren und die Wahrheit kennenzulernen. Meine Frau gab sich Jehova hin und wurde eine getaufte Zeugin Jehovas. Ich hatte mich in meinem Brief zwar damit einverstanden erklärt, in die Zusammenkünfte zu gehen, aber ich dachte nicht daran, ein Zeuge Jehovas zu werden. Mir war, als ob meine Frau und meine Töchter weit weggegangen wären und mich zurückgelassen hätten.

Entlassung aus dem Gefängnis
Schließlich kam der Tag meiner Entlassung. Am Tor des Gefängnisses in Nagoya standen viele Gangmitglieder zur Begrüßung Spalier. Ich suchte in der Menschenmenge aber nur nach meiner Frau und meinen Töchtern. Als ich meine Töchter sah, die in den dreieinhalb Jahren enorm gewachsen waren, kamen mir die Tränen.

Zwei Tage nachdem ich nach Hause gekommen war, machte ich mein Versprechen gegenüber meiner Jüngsten wahr und ging zu einer Zusammenkunft der Zeugen Jehovas. Ich war überrascht, wie fröhlich die Anwesenden waren. Die Zeugen bereiteten mir einen herzlichen Empfang, aber ich fühlte mich fehl am Platz. Als ich später erfuhr, daß diejenigen, die mich begrüßt hatten, meine kriminelle Vorgeschichte kannten, war ich perplex. Ihre Herzlichkeit berührte mich, und der biblische Vortrag gefiel mir sehr gut. Darin ging es um ewiges Leben im Paradies auf der Erde.
Der Gedanke daran, daß meine Frau und meine Töchter ins Paradies hinüberleben könnten und ich vernichtet werden würde, setzte mir ziemlich zu. Ich dachte ernsthaft darüber nach, was ich tun müßte, um mit meiner Familie ewig leben zu dürfen. Ich dachte daran, aus der Gang auszusteigen, und fing an, die Bibel zu studieren.

Ausstieg aus dem kriminellen Milieu
Ich ging nicht mehr zu den Treffen der Gang und kam auch nicht mehr mit den Yakuza zusammen. Es war nicht leicht für mich, mein Denken zu ändern. Aus Spaß an der Freude fuhr ich einen großen Importwagen. Ich war eben ein Egozentriker. Drei Jahre dauerte es, bis ich mich von dem Wagen trennte und auf ein kleineres Modell umstieg. Außerdem ging ich immer gern den Weg des geringsten Widerstands. Als ich die Wahrheit kennenlernte, wurde mir klar, daß ich mich ändern mußte. Doch „das Herz ist verräterischer als sonst irgend etwas und ist heillos“, wie Jeremia 17:9 sagt. Ich konnte zwar immer sagen, was richtig war, aber mir fiel es kolossal schwer, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Die Schwierigkeiten, vor denen ich stand, erschienen mir wie ein riesiger Berg. Ich machte mir große Sorgen und stand viele Male kurz davor, das Studium aufzugeben und mir den Gedanken, ein Zeuge Jehovas zu werden, aus dem Kopf zu schlagen.
Eines Tages lud der Bruder, der mit mir studierte, einen reisenden Aufseher ein, der einen ähnlichen Werdegang hatte wie ich, in unserer Versammlung einen öffentlichen Vortrag zu halten. Er fuhr extra die 650 Kilometer weite Strecke von Akita nach Suzuka, um mich zu ermuntern. Von da an erhielt ich immer, wenn ich müde wurde und daran dachte aufzugeben, einen Brief von ihm, in dem er mich fragte, ob ich noch unbeirrt auf dem Weg des Herrn weiterginge.

Ich betete ständig zu Jehova, mir zu helfen, alle Bindungen zu den Yakuza zu lösen. Ich vertraute darauf, daß Jehova meine Gebete beantworten würde. Im April 1987 gelang es mir schließlich, aus der Yakuza-Organisation auszusteigen. Da mich mein Beruf außerdem jeden Monat weg von meiner Familie nach Übersee führte, wechselte ich die Arbeit und nahm eine Stelle als Hausmeister an. Auf diese Weise hatte ich die Nachmittage frei für geistige Dinge. Zum ersten Mal in meinem Leben erhielt ich eine Lohntüte. Es war nicht sehr viel darin, aber ich war glücklich.

Als zweiter Mann in einer Yakuza-Organisation ist es mir finanziell gutgegangen, doch jetzt habe ich geistige Reichtümer, die nicht vergehen. Ich kenne Jehova. Ich kenne seine Vorsätze. Ich habe Grundsätze, nach denen ich lebe. Ich habe wahre, treusorgende Freunde. In der Welt der Yakuza war man nur oberflächlich an anderen interessiert; ich habe keinen einzigen Yakuza kennengelernt, der bereit gewesen wäre, sich für die anderen aufzuopfern.

Im August 1988 symbolisierte ich meine Hingabe an Jehova durch die Wassertaufe, und ab dem darauffolgenden Monat verbrachte ich jeden Monat mindestens 60 Stunden damit, anderen von der guten Botschaft zu erzählen, die mein Leben verändert hat. Seit März 1989 bin ich ein Vollzeitprediger, und heute habe ich das Vorrecht, als Dienstamtgehilfe in der Versammlung zu dienen.

Ich konnte mich der meisten Überbleibsel aus meiner Yakuza-Zeit entledigen. Eines bleibt mir jedoch erhalten: die Tätowierungen auf meinem Körper. Sie erinnern mich und meine Familie sowie andere an meine Yakuza-Vergangenheit. Einmal kam meine älteste Tochter weinend von der Schule nach Hause und sagte, sie würde nicht mehr in die Schule gehen, denn ihre Freundinnen hätten gesagt, ich sei ein Yakuza und würde Tätowierungen haben. Ich konnte die Sache mit meinen Töchtern besprechen; danach verstanden sie meine Situation. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem die Erde ein Paradies wird und mein ‘Fleisch frischer wird als in der Jugend’. Dann werden meine Tätowierungen und meine Erinnerungen an die 20 Jahre als Yakuza verschwunden sein (Hiob 33:25; Offenbarung 21:4). (Von Yasuo Kataoka erzählt.)

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Quelle:
g97 8. 3. S. 11-13


Antwort
von matmatmat, 22

Dan Barker - vom evangelikalen, radikalen Prediger zum Kämpfer für Menschenrechte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dan\_Barker


Antwort
von Aleqasina, 16

Wie weit geht bei dir die "heutige" Zeit?

Ich finde Karl Friedrich Stellbrink in seinem Werdegang sehr interessant.

Antwort
von MarkusK1987, 18

Schau mal diesen Bericht von Joseph Ehrenbogen an. Beeindruckend. (Unter dieser Rubrik gibt es viele ähnliche Lebensberichte, einfach die SuFU auf jw.org bemühen.)

https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/wachtturm-nr3-2016-mai/respekt...

Antwort
von Aleqasina, 10

Googel mal Halleluja-Jo.

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