Frage von miraia90x, 137

Verlobung vor dem Imam. Oder doch die Heirat?

Hallo zusammen :)

Ich hätte ein paar Fragen aufgrund dessen was mein Freund gestern zu mir sagte. Ein paar Infos vorab: Ich (24) bin deutsche, mein Freund (26) ist Türke (aber hier geboren und aufgewachsen mit deutschen Pass). Wir haben vor zu heiraten. Standensamttermin ist Ende Oktober. Gestern kam er zu mir und meinte wir sollen am Freitag zu ihm und zu seinen Eltern nach Hause, denn da würde ein Imam kommen und unsere Verlobung offiziell machen. Ich wollte von ihm wissen, da ich mich noch nicht so gut auskenne was das betrifft, wieso man sowas macht also was das im Islam bedeutet und ich wollte wissen wie das abläuft und was gemacht wird und vorallem was ich zu tun habe. Er konnte mir das nicht wirklich erklären weil er die richtigen Worte dafür nicht findet. Ich solle mit seiner Mama reden die würde mir alles erklären. Da heute aber schon Mittwoch ist und ich nicht warten will, habe ich versucht etwas im Internet zu recherichieren. Ich habe aber nur sachen gefunden die mich irritieren. Ich konnte nichts von Verlobung lesen sondern das mit dem Imam die Heirat vollzogen wird im Islam. Sollte das so sein ist das zwar okay aber da bleibt die Frage ob wir das überhaupt machen können mit mir als eigentliche Christin. Ich bin verwirrt und hoffe mir kann jemand helfen :) Danke schon mal im voraus :)

Antwort
von SoerenRB, 61

Liebe miraia90x,

eine Verlobung im Islam ist etwas völlig anderes, als das, was in unseren Breiten normalerweise darunter verstanden wird, daher kommt sicherlich ein großer Teil der Irritationen und der Vermittlungsschwierigkeiten.

Die Verlobung im Islam ist die öffentliche Ankündigung einer Eheschließung, die nur einen begrenzten Zeitraum vor der Eheschließung erfolgen darf, also nicht ewig verlängert werden kann. EIn bisschen kann man das mit der alten Regelung des "Aufgebots" im deutschen Eherecht vergleichen, wo man so und so viele Tage vor der standesamtlichen Trauung einen öffentlichen Aushang in der Stadtverwaltung machen musste, damit eventuelle EInsprüche gegen die Eheschließung vorgebracht werden konnten.

Entsprechend wird es sich bei dem Gespräch wohl um das islamische Äquivalent zu einem Traugespräch handeln, bei dem der Termin für die Eheschließung und alle Details der Zeremonie abgesprochen werden. es wäre natürlich nett gewesen, vorher schon mal darüber zu reden, ob und in welcher Form eine religiöse Trauung überhaupt stattfinden soll, da der Imam ja jetzt schon eingeschaltet ist und davon ausgeht, dass ihr auf jeden Fall eine islamische Ehe eingehen werdet.

Bei diesem Gespräch kannst du aber sicher noch einige Fragen selbst ansprechen und auch deine Vorstellungen und Wünsche zum Ausdruck bringen. Schließlich sollte nicht deine Schwiegermutter die Entscheidung, wie deine Hochzeit aussieht, für dich treffen.

Liebe Grüße!

Antwort
von HansH41, 27

Bei einer konfessionsverschiedenen Ehe ist es üblich und sinnvoll entweder keine religiöse Trauung zu machen oder beide. Nur so herrscht Gleichgewicht und Gleichberechtigung in der Ehe.

Also rege an, ob ihr euch nicht auch christlich trauen lassen wollt.

Antwort
von hummel3, 46

Es wundert mit schon, dass dich dein Freund zu einer Tat überreden will, deren Bedeutung er selbst nicht kennt.

Im Islam jedenfalls gibt es keine "Verlobung nach deutschem Muster", sondern nur die religiöse Trauungszeremonie vor einem Imam. - Vielleicht will dich dein Freund noch vor eurer standesamtlichen Trauung dazu verführen, damit er mit dir, nach islamischem Recht jedenfalls, schon vorher Sex haben darf. Das ist ihm nämlich solange verboten, genau so wie jegliches Beisammensein ohne die Gegenwart weiterer Personen.

Nach islamischer Regel darf er dich als Christin heiraten. Das ist erlaubt. - Erwartet wird dabei natürlich, dass er dich später von den "Vorzügen des Islam" überzeugt, um dich als Mutter eurer zukünftigen Kinder zur "Muslima" zu machen, welche eure Kinder nach dem Islam aufzieht und "Dienerin" ihres Gatten ist, so wie es nun einmal im Islam Regel ist.

Das alles solltest du bedenken und gut überlegen, bevor du dich auf weitere Schritte einlässt.

Kommentar von miraia90x ,

Der Zug mit dem Sex ist abgefahren. Das war nie ein Thema ob es für ihn verboten ist oder nicht

Kommentar von hummel3 ,

Dann sollte auch ein Gespräch mit dem Imam für deinen Freund kein Thema mehr sein. Oder folgt er nur den kulturellen Befehlen seiner Familie?

Alles Gründe, welche dich misstrauisch machen sollten.

Kommentar von Blitz68 ,

das ist ein bedeutsamer Schritt, der dein Leben völlig verändern wird- tu das nicht leichtfertig und informiere dich sehr gut, ob du das alles mit allen Konsequenzen auch wirklich für dich möchtest-

normalerweise gibt es keine Interkonfessionelle Ehe im Islam -wahrscheinlich sollst du bei der Verlobung auch konvertieren- auf arabisch natürlich- informiere dich nochmal zuvor !!!

Antwort
von Nunuhueper, 27

Lade doch Deinen Freund zu Dir nach Hause ein und stell ihn mal Deinen Eltern vor. Du kannst ja den Pfarrer gleich mit einladen und um eine kirchliche Trauung bitten. Das ist nämlich auch möglich!

Du hast es ja nicht vor, zum Islam zu konvertieren, somit wirst Du eine interreligiöse Ehe führen. Mit Glaubensfragen hast Du Dich bisher nicht befasst, Dein Freund schon. Er gibt sich jetzt nur unwissend. Eigentlich hast Du deshalb mit ihm ein großes Problem.

Ein ganz persönliches Problem, was Du im Internet gelöst haben willst!

Antwort
von hutten52, 34

Die Sache befremdet mich sehr. Ist das wirklich so abgelaufen? Dein Freund überrascht dich wenige Tage vor der Heirat mit einer "Verlobung", die er selbst nicht erklären kann, nur seine Mutter? Und du musst im Internet recherchieren, was man da mit dir vorhat? Das ist für dich unzumutbar. 

Offenbar fehlt es da an Offenheit und Respekt. Du solltest dich auf eine geheimnisvolle Imam-Prozedur auf keinen Fall einlassen. Wir sind in Deutschland, du bist Nichtmoslemin, also braucht es keinen Imam. Ihr heiratet standesamtlich.

Noch ein anderer Aspekt: 

Dir ist hoffentlich bewusst, dass der Islam eine Heirat eines Moslems mit einer Nichtmoslemin nur unter der Voraussetzung erlaubt, dass die Kinder als Moslems erzogen werden? 

Kommentar von miraia90x ,

Geheimnisvoll ist etwas übertrieben. Er weiß selbst vieles nicht und muss immer wieder Familie und Bekannte fragen. Er meinte nur so etwas wird im Islam gemacht aber es liegt an mir ob ich es auch möchte. Das meine Kinder nach muslimischen Glauben erzogen werden weiß ich und ist für mich kein Problem

Kommentar von hutten52 ,

Wenn es an dir liegt, dann musst du doch lange vorher Zeit haben, dir eine Meinung zu bilden, ob du das möchtest oder nicht. Dann muss doch lange vorher klar sein, worum es geht, welche Verpflichtungen du möglicherweise eingehst etc. 

Ich würde mich niemals so ganz und gar auf die Sitten und religiösen Regeln der Familie des Ehepartners einlassen, über die man offenbar nie gesprochen hat.  Das hast du doch nicht nötig. 

Ich habe kein gutes Gefühl bei der ganzen Sache, ganz ehrlich. Im Grunde weißt du nicht, auf was du dich einlässt. Du weißt zu wenig vom Islam und von seinem großen Einfluss auf die Menschen.


Antwort
von aliumei13, 25

Bist du denn eine gläbige Christin,weil Brüder im Islam dürfen nur gläbige Muslime, Christen oder Juden heiraten

Antwort
von DieSchiiten, 34

Der Ehevertrag ist im Islam ein Vertrag, der von den Ehepartnernzumindest mündlich, idealerweise aber schriftlich mit Zeugen abgeschlossen werden muss vor der Heirat und ist Voraussetzung für die Gültigkeit der Ehe.

Der Ehevertrag beinhaltet neben dem Eheversprechen vor Gott eine Reihe weiterer von den Ehepartnern individuell ausgehandelte Aspekte, die im Fall der Nichtbehandlung jeweils im Islam eine Art "Voreinstellung" haben. Auch Vereinbarung für eine eventuelleScheidung können vorgesehen werden. Ein wichtiger und unumgänglicher Aspekt des Ehevertrages ist die Brautgabe. Viele Teile islamischer Eheverträge können in Deutschland auch notariell beurkundet werden, damit sie auch vor dem deutschen Gesetz wirksam sind.

Wie bei jedem anderen Vertrag, so ist insbesondere beim Ehevertrag die freiwillige Zustimmung der beiden Ehepartner unabdingbare Voraussetzung.

Da im Islam der Mann verpflichtet ist, die gesamte Familie zu versorgen, gehört es zu seinen Rechten in der Ehe, den Aufenthaltsort zu bestimmen. Legt die Ehefrau aber einen Wert auf einen bestimmten Aufenthaltsort, kann sie das in den Ehevertrag mit aufnehmen, wenn der Ehemann zustimmt.

http://www.eslam.de/begriffe/e/ehevertrag.htm

Antwort
von zaraleontina, 51

Der Imam wird euch islamisch verheiraten, dann seit ihr sozusagen vor Allah offiziell "Mann und Frau".

Dafür musst du normalerweise zum
Islam konvertierten.

Kommentar von zaraleontina ,

Konvertieren'

Kommentar von SoerenRB ,

Liebe zaraleontina,

nein, man muss nich zum Islam konvertieren, um eine islamische Ehe zu schließen - oder zumindest muss man das als Frau nicht. Anders läge der Fall bei einem Paar, bei dem der Mann Christ ist, denn da die Religion nach islamischem Verständnis vom Vater weitergegeben wird, wäre die islamische Erziehung des Kindes anderenfalls nicht gewährleistet. Daher ist muslimischen Männern nach islamischem recht die Ehe mit nichtmuslimischen Frauen erlaubt, muslimischen Frauen aber (von Ausnahmen und liberaleren Interpretationen abgesehen, die es durchaus auch gibt) nicht die Ehe mit einem nichtmuslimischen Mann.

Kommentar von zaraleontina ,

Das kann gut möglich sein, kenne mich nicht zu 100% aus aber habe es bis jetzt nur so gehört.

Kommentar von sirahHD ,

Aha du hast es gehört und gibst dann Tipps, die die Leute verwirren. Besser nicht antworten, wenn man die Fakten nicht kennt.

Kommentar von zaraleontina ,

Alles was man weiß kennt man nur vom
Hörensagen

Kommentar von SplitterFX ,

Das stimmt nicht.
"Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Und die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, wie auch eure Speise ihnen erlaubt ist. Und ehrbare gläubige Frauen und ehrbare Frauen unter den Leuten, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, wenn ihr ihnen die Brautgabe gebt, und nur für eine Ehe und nicht für Unzucht und heimliche Liebschaften. Und wer den Glauben verleugnet, dessen Tat ist ohne Zweifel zunichte geworden; und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein."
Gilt aber nur für Männer

Kommentar von hummel3 ,

@SplitterFX

Und, was willst du uns mit diesem Zitat, irgendwo abgeschrieben, überhaupt sagen?

Antwort
von lindgren, 58

https://www.uni-due.de/esf/kinder/seiten/s00185.html


Lies das mal. Da ist ein Imam anwesend. Aber da du Christin bist, könnte es problematisch sein. Wird von dir erwartet, dass du zum Islam konvertierst? Prinzipiell ist eine Verlobung oder Heirat zwischen Christen und Moslems möglich.

Sprecht mal darüber, alle gemeinsam. Vorher.


Alles Gute


Kommentar von miraia90x ,

Nein, es wird nicht erwartet das ich zum Islam konvertiere.

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