Tragwerktreppe selber bauen - wie?

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4 Antworten

Interessante Fragestellung. Habe schon selbst einige Treppen getischlert...


Das beschriebene würde ich nicht als Tragwerk-, sondern schon eher als Kragwerktreppe bezeichnen. Das ist jedenfalls das Statische System. Stufen als Kragarme. Dadurch, dass die Stufe nicht auf beiden Seiten ein Auflager hat, entstehen massive Hebelkräfte. Wenn du da mit deinen 80 kg drauf rumspringst, dürften das schnell ein paar kN werden! Je nach Länge der Treppenstufe (Auskragung) und Auflagersituation (Wandbefestigung) können die aufzunehmenden/abzuleitenden Kräfte extrem groß werden. Einfach an eine Mauerwerkswand andübeln wird da einfach nicht reichen.

Lösung 1 - Holm: Du könntest einfach auf Kragstufen verzichten (einfachste Lösung) und z.B. eine ebenfalls recht elegante/filigran wirkende Variante mit einem einzelnen, mittig unter den Stufen angeordnetem Holm (Holmtreppe) erwägen. Der Holm sowie die einzelnen Stufen dürfen sich nicht drehen können (verwindungssteife Konstruktion und Verbindungen). Holmtreppe -> Google Bildersuche!

Lösung 2 - Kragstufe: Denkbar ist eine Lösung, die unabhängig von der Beschaffenheit der Wand funktioniert. Das ist aber Tischler-Maßarbeit! Man muss exakt planen und arbeiten. Dafür integriert man die Stufenauflager in eine Art Schrankwand oder ein Regal, das eine Tiefe von etwa 30-50 cm hat. Außerdem brauchst du gutes Holz, also Tanne-Fichte wird da nicht reichen. Rechnen kann ich das aber nicht, ich bin, was Mathe angeht, auf Forrest Gump Niveau...

Grobes Denk-Schema: (Siehe auch Skizze) - Fest eingebautes, massiv verdübeltes Wandregal mit für eine Treppe ausreichend starken Vertikalelementen. Ausgesteift (z.B. über entsprechende Regalböden). Die Vertikalen laufen von unten bis oben durch und haben denselben Abstand voneinander wie die Stufen breit sind. Die Kragstufen haben ihren Trittbereich vor dem Regal, laufen aber komplett durch das Regal durch. Dabei sollte jede Stufe zwei weit auseinander liegende Auflager bekommen, jeweils eins zimmer- und eins wandseitig. Die Auflager sollten Querträger sein, die in die Schrankvertikalen eingepasst sind - sie sind auszuklinken.

So werden die Stufen mit großem Hebelarm/großer Hebelwirkung eingespannt. Das zimmerseitige Auflager wird dabei Druck nach unten, das wandseitige Auflager Druck nach oben ableiten.

Um die Funktion ohne große Rechnereien gewährleisten zu können, würde ich zur Prüfung wohl mal ein 1:1 Modell bauen.


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Bei dieser Treppe befinden sich Hülsen in der Wand, die vor dem betonieren an die Verschalung befestigt wird. Das nachträglich einzubauen ist schwer, da auf dem Dübel eine enorme Last liegt! (Habelwirkung)

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Bei solch einer Treppe ist eine Stahlkonstruktion in die Wand eingearbeitet wurden. Oder es ist eine Stahlbetonwand, dann können die Treppenstufen mittels einzelner Stahlkonstruktion direkt an die Wand gedübelt werden. (Keine normalen Dübel)

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Hier paar Bilder die ich 2010 geplant habe ...

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